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  4. Bidirektionales Laden: Ist das E-Auto wirklich das Kraftwerk von morgen?
Bidirektionales Laden ist technisch längst mehr als ein
Zukunftsversprechen – doch der Markt steht noch ganz am Anfang.
In der neuen Folge von „eMobility Insights“ erklärt Jörg Heuer,
Gründer und CEO der Münchner Ladeinfrastruktur-Softwareschmiede
EcoG, wo Vehicle-to-Grid heute wirklich steht – und warum der
größere Hebel womöglich nicht in der heimischen Garage, sondern
in Flotten, Depots und Betriebshöfen liegt.

Für Heuer ist die bidirektionale Wallbox aus Entwicklersicht
weitgehend fertig. Beim DC-Laden in Europa seien die technischen
Grundlagen inzwischen so weit, dass nun vor allem gelernt werden
müsse, wie sich die Systeme wirtschaftlich und für die Nutzer
sinnvoll in den Markt integrieren lassen. „Ich glaube nicht, dass
die 700 Euro das Ende der Verhandlungen sind“, sagt Heuer mit
Blick auf erste Vergütungsmodelle für private V2G-Anwendungen.
Entscheidend werde sein, welchen monetären Wert Flexibilität
künftig tatsächlich erhält.

Deutlich größer erscheint das Potenzial jedenfalls im
kommerziellen Bereich. Elektrische Lkw, Busse und Flotten bringen
deutlich mehr gebündelte Batteriekapazität mit – und ihre
Betriebsabläufe sind häufig planbarer. Genau diese Kombination
könnte bidirektionales Laden für Flottenbetreiber vom technischen
Zusatznutzen zum handfesten Geschäftsmodell machen: „Planbarkeit
und Größe der Kapazität, die zur Verfügung steht pro Zeit, macht
das Szenario natürlich sehr interessant“, sagt Heuer.

Denn Strom ist für Heuer weit mehr als ein einfacher
Kilowattstundenpreis: Netzanschluss, kurz- und langfristiger
Energiehandel sowie Netzdienstleistungen eröffnen
unterschiedliche Optimierungsmöglichkeiten. EcoG geht davon aus,
dass sich durch das Zusammenspiel von stationärem Speicher,
Netzanschluss und der nutzbaren Restkapazität in
Fahrzeugbatterien „in etwa 50 bis 60 Prozent der Betriebskosten
der Mobilität optimieren“ lassen. Voraussetzung dafür sind
allerdings Ladeinfrastrukturen, die nicht starr für einen
einzigen Anwendungsfall gebaut werden, sondern über Jahre neue
Funktionen integrieren können.

Damit rückt natürlich die Software in den Fokus: Unterschiedliche
Fahrzeuge, ISO 15118-20, proprietäre Implementierungen,
Ladehardware und Energiemanagement müssen zusammenspielen – und
sich künftig weiterentwickeln lassen. Heuers These: „CO2-Saving,
genauso wie Kostsaving, ist eine Softwarefunktion.“
Perspektivisch könnte auch KI dabei helfen, die immer komplexeren
Energie- und Betriebsprozesse zu optimieren.

Im Podcast geht es außerdem um offene versus proprietäre Systeme,
die langfristige Aufrüstbarkeit von Ladehardware, die Rolle des
Elektrohandwerks und die alte Technik-Frage, die uns seit der
Entstehung der Elektromobilität begleitet: AC oder DC?

Am Ende weitet V2G-Experte Jörg Heuer, der mit
Ladeinfrastruktur-Projekten weltweit aktiv ist, den Blick auf das
Jahr 2030: Wie selbstverständlich wird bidirektionales Laden dann
in privaten Energiesystemen und kommerziellen Flotten sein? Die
Antwort gibt's in dieser Folge von „eMobility Insights“ im Rahmen
der electrive-Themenwoche Bidirektionales Laden. Viel Spaß beim
Hören!
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„Bidirektionales Laden: Ist das E-Auto wirklich das Kraftwerk von morgen?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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