„Sag Hallo!“, „Sag Danke!“, „Entschuldige dich!“ – soziale Regeln
gehören ganz selbstverständlich zum Familienalltag. Aber wie
lernen kleine Kinder eigentlich soziales Verhalten? Reicht
Vorleben oder müssen wir bestimmte Regeln aktiv beibringen?
In dieser Folge schauen wir darauf, wie Kinder soziale Regeln und
Rücksichtnahme entwickeln und welche Rolle Eltern dabei spielen.
Kinder lernen viel durch Beobachtung: Sie schauen sich ab, wie
wir andere begrüßen, Konflikte lösen, Grenzen respektieren und
uns nach einem Streit wieder annähern. Gleichzeitig brauchen sie
Orientierung, Sprache und die Möglichkeit, soziale Situationen
mit unserer Unterstützung zu üben.
Wir sprechen über ganz alltägliche Situationen: Muss ein Kind
jedem Hallo sagen? Sollte es sich für ein Geschenk bedanken? Und
muss es „Entschuldigung“ sagen, wenn es ein anderes Kind verletzt
hat? Dabei geht es auch um die Frage, wann aus einer sozialen
Regel unnötiger Druck wird – und warum es einen Unterschied
macht, ob wir Verhalten anleiten oder das Kind dafür moralisch
bewerten.
Auch das Thema Ausgrenzung kommt zur Sprache: Was tun, wenn das
eigene Kind andere ausschließt oder selbst ausgeschlossen wird?
Wann sollten Eltern eingreifen und wann dürfen Kinder soziale
Konflikte selbst lösen?
Und schließlich fragen wir: Wo endet soziale Kompetenz und wo
beginnt People Pleasing? Kinder sollen lernen, die Bedürfnisse
anderer wahrzunehmen und Rücksicht zu nehmen. Sie sollen aber
nicht lernen, dass sie nur dann „gut“ sind, wenn sie Erwartungen
erfüllen, niemanden enttäuschen oder die eigenen Bedürfnisse
zurückstellen. Denn soziale Kompetenz bedeutet nicht, es allen
recht zu machen – sondern Beziehungen gestalten zu können und
dabei auch bei sich selbst zu bleiben.
Fragen, Feedback oder Themenwünsche? Schreib uns an
podcast@juni-therapie.de
Quellen:
Assor, A., Roth, G., & Deci, E. L. (2004). The emotional
costs of parents’ conditional regard: A self-determination theory
analysis. Journal of Personality, 72(1), 47–88.
Assor, A., & Tal, K. (2012). When parents’ affection depends
on child’s achievement: Parental conditional positive regard,
self-aggrandizement, shame and coping in adolescents. Journal of
Adolescence, 35(2), 249–260.
Bandura, A. (1977). Social learning theory. Prentice-Hall.
Haines, J. E., & Schutte, N. S. (2023). Parental conditional
regard: A meta-analysis. Journal of Adolescence, 95, 195–209.
Roth, G., Assor, A., Niemiec, C. P., Ryan, R. M., & Deci, E.
L. (2009). The emotional and academic consequences of parental
conditional regard: Comparing conditional positive regard,
conditional negative regard, and autonomy support as parenting
practices. Developmental Psychology, 45(4), 1119–1142.
Weissberg, R. P., Durlak, J. A., Domitrovich, C. E., &
Gullotta, T. P. (2015). Social and emotional learning: Past,
present, and future. In J. A. Durlak, C. E. Domitrovich, R. P.
Weissberg, & T. P. Gullotta (Eds.), Handbook of social and
emotional learning: Research and practice (pp. 3–19). Guilford
Press.
Music for Creators. (n.d.). Upbeat motivational acoustic
corporate [Music]. Free Music Archive.
https://freemusicarchive.org
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.