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  4. Du bist Läuferin? Hast du schon dein Eisen gecheckt? | Dr. Andrea Morawe erklärt
„Ich ernähre mich gesund – Eisenmangel kann mich also eigentlich
nicht betreffen.“ Gerade sportlich aktive Frauen gehen häufig
davon aus. Doch auch bei einer ausgewogenen Ernährung kann ein
Eisenmangel entstehen.

Dr. Andrea Morawe nimmt deshalb in dieser Folge von „LandMEDchen“
den Eisenmangel genauer unter die Lupe und richtet den Blick
besonders auf Läuferinnen.

Rund jede fünfte Frau im gebärfähigen Alter ist von einem
Eisenmangel betroffen. Bei Ausdauersportlerinnen zeigen
sportmedizinische Untersuchungen sogar eine noch höhere
Häufigkeit. Dahinter steckt nicht nur eine Ursache, sondern das
Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Eine wichtige Rolle spielt die Menstruation. Menstruierende
Frauen benötigen täglich etwa 16 Milligramm Eisen. Diesen Bedarf
ausschließlich über Lebensmittel zu decken, ist nicht immer
einfach – insbesondere bei einer vegetarischen oder veganen
Ernährung.

Auch das Laufen selbst kann Einfluss auf den Eisenhaushalt haben.
Durch die wiederkehrenden Erschütterungen entstehen bei jedem
Schritt kleinste Traumen, sogenannte Mikrotraumen. Dabei können
geringe Mengen roter Blutkörperchen zerstört werden, wodurch
zusätzlich Eisen verloren gehen kann.

Bei längeren Trainingseinheiten kommt ein weiterer Faktor hinzu:
das Schwitzen. Dabei verliert der Körper nicht nur Natrium und
Kalium, sondern in kleinen Mengen auch Eisen.

Spannend ist außerdem eine neuere Erkenntnis aus der
Sportmedizin. Hormone können die Eisenaufnahme beeinflussen. Im
Mittelpunkt steht dabei das Hormon Hepzidin. Ist die Ausschüttung
von Hepzidin erhöht, wird über den Darm weniger Eisen resorbiert.
Zusätzlich geht man davon aus, dass Östrogen die Hepzidin-Bindung
fördert.

Gerade bei Läuferinnen kann ein beginnender Eisenmangel leicht
unentdeckt bleiben. Denn die Beschwerden unterscheiden sich
zunächst kaum von typischen Begleiterscheinungen eines intensiven
Trainings. Sinkt die Leistungsfähigkeit, werden die
Regenerationsphasen länger oder fühlen sich die Beine
ungewöhnlich schwer an, denken viele zuerst an Übertraining und
nicht an einen möglichen Eisenmangel.

Das kann zu einem problematischen Kreislauf führen: Statt die
Ursache abzuklären, wird häufig noch disziplinierter trainiert
oder der Ernährungsplan weiter eingeschränkt. Liegt jedoch ein
Nährstoffmangel vor, kann genau das die Beschwerden zusätzlich
verstärken.

Auch die Art der Ernährung spielt bei der Eisenversorgung eine
Rolle. Eisen aus tierischen Lebensmitteln kann vom Körper besser
aufgenommen werden als Eisen aus vegetarischen oder veganen
Lebensmitteln. Deshalb ist ein Eisenmangel trotz grundsätzlich
ausgewogener Ernährung möglich.

Bei der Diagnostik reicht zudem ein oberflächlicher Blick auf die
Laborwerte nicht immer aus. Ein Ferritin-Wert kann sich noch im
Normalbereich befinden und für eine sportlich sehr aktive Frau
dennoch zu niedrig sein.

Als vermeintlich schnelle Lösung wird teilweise eine
Eisen-Infusion in Betracht gezogen. Andrea macht jedoch deutlich,
dass es sich dabei um eine ärztliche Maßnahme handelt, die nur
nach strenger Indikationsstellung durchgeführt werden sollte –
nicht um eine Wellnessanwendung. Schließlich kann auch eine zu
hohe Eisenaufnahme gesundheitliche Probleme verursachen.

Genauso wichtig ist die andere Seite: Müdigkeit, Erschöpfung oder
ein Leistungsabfall bedeuten nicht automatisch, dass ein
Eisenmangel vorliegt. Solche Beschwerden sollten immer
multifaktoriell betrachtet und mögliche Ursachen entsprechend
abgeklärt werden.

Für eine bessere Eisenaufnahme gibt Andrea einige praktische
Empfehlungen. Vitamin C kann die Resorption von Eisen
unterstützen und ist insbesondere bei pflanzlichem Eisen
hilfreich. Gleichzeitig können bestimmte Stoffe die Eisenaufnahme
hemmen. Dazu gehören beispielsweise Tanine aus Schwarztee und
Kaffee. Deshalb empfiehlt es sich, diese Getränke mit zeitlichem
Abstand zu eisenhaltigen Mahlzeiten oder einer Eiseneinnahme zu
konsumieren.

Auch für die Laborkontrolle ist der richtige Zeitpunkt
entscheidend. Idealerweise findet sie in einer ruhigeren
Trainingsphase statt, da intensive sportliche Belastungen die
gemessenen Werte beeinflussen können.

Wer viel Ausdauersport betreibt und Veränderungen der
Leistungsfähigkeit oder andere Beschwerden bemerkt, sollte
deshalb nicht einfach härter trainieren. Andrea empfiehlt eine
sportmedizinische Beratung bei Ärzt:innen mit der
Zusatzbezeichnung Sportmedizin. Ergänzend kann eine
Mikronährstoffanalyse dabei helfen, die individuelle Versorgung
genauer zu beurteilen.

Folg Andrea auf Instagram:
https://www.instagram.com/andrea.morawe/

Zum

Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen

Zum

Podcast auf Spotify:
https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu

Zum

Podcast bei Apple Podcast:
https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s
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„Du bist Läuferin? Hast du schon dein Eisen gecheckt? | Dr. Andrea Morawe erklärt“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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