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  4. Obstruktive Schlafapnoe (OSA) im Kindes- und Jugendalter
🫁 Thema der Folge

Obstruktive Schlafapnoe (OSA) bei Kindern wird oft übersehen –
obwohl sie relevante neurokognitive, verhaltensbezogene und
kardiovaskuläre Folgen haben kann.

Was ist OSA im Kindesalter?

OSA = wiederholte partielle oder komplette Verlegung der oberen
Atemwege im Schlaf

• obstruktive Apnoe: kompletter Atemflussstopp

• obstruktive Hypopnoe: teilweise Atemflussreduktion

Wichtig: Kinder haben eine geringere funktionelle
Residualkapazität – schon kurze Ereignisse können zu deutlichen
Sauerstoffabfällen führen.

Häufigkeit und Risikogruppen

Prävalenz: etwa 1–5 %

Häufigkeitsgipfel:

• 1.–8. Lebensjahr: oft adenotonsilläre Hyperplasie

• Jugendalter: häufiger mit Adipositas

Besondere Risikogruppen:

• Trisomie 21

• kraniofaziale Fehlbildungen

• neuromuskuläre Erkrankungen

• Adipositas

• Laryngo-/Tracheomalazie

• Allergien, Reflux, Nikotinexposition

Klinische Zeichen: oft anders als bei Erwachsenen

Nächtlich:

• Schnarchen

• angestrengte Atmung

• beobachtete Atempausen

• Schwitzen im Schlaf

• abnorme Schlafpositionen

• Mundatmung

• Enuresis nocturna

Tagsüber:

• Hyperaktivität

• Reizbarkeit

• Konzentrationsstörungen

• Lern- und Schulprobleme

• emotionale Auffälligkeiten

• morgendliche Kopfschmerzen

• Tagesschläfrigkeit

• Gedeih- oder Wachstumsstörung

Merke: Hyperaktivität schließt OSA nicht aus – sie kann Ausdruck
gestörten Schlafs sein.

️ Pathophysiologie und Folgen

Intermittierende Obstruktion führt zu:

• Hypoxämie und Hyperkapnie

• Arousals und Schlaffragmentierung

• Sympathikusaktivierung

• oxidativem Stress und Entzündung

Mögliche Folgen:

• Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten

• Lernstörungen

• arterielle Hypertonie

• ventrikuläre Hypertrophie

• in schweren Fällen Cor pulmonale

Diagnostik

Entscheidend sind gezielte Anamnese und klinische Untersuchung:

• Schnarcht das Kind regelmäßig?

• Gibt es Atempausen, Schwitzen, Mundatmung?

• Hyperaktivität, Enuresis, Kopfschmerzen, Schulprobleme?

Goldstandard: Polysomnografie (PSG)

Kernbotschaft:

Ein schnarchendes Kind mit mindestens einem zusätzlichen Symptom
sollte eine PSG erhalten.

oAHI:

• 5–10/h = moderate OSA

• >10/h = schwere OSA

• schon ab 3/h erhöhtes Risiko für arterielle Hypertonie

Therapie

Ursachenorientiert und stufenweise:

Konservativ bei leichter Symptomatik / habitualem Schnarchen:

• intranasale Steroide, z. B. Mometason

• ggf. Montelukast

• Therapiedauer meist 6–12 Wochen, dann Reevaluation

Wichtig bei Montelukast:

• mögliche neuropsychiatrische Nebenwirkungen

– Albträume

– Unruhe

– Reizbarkeit

– depressive Symptome

Operativ:

• Adenotomie

• Tonsillotomie oder Tonsillektomie

vor allem bei adenotonsillärer Hyperplasie und moderater bis
schwerer OSA

Weitere Optionen:

• CPAP oder BiPAP

• Gewichtsreduktion bei Adipositas

• Behandlung von Rhinitis/Allergien

• kieferorthopädische, MKG-chirurgische, logopädische oder
myofunktionelle Verfahren

Praxis-Takeaways

• Schnarchen bei Kindern ist ein Warnsignal.

• Nicht jedes schnarchende Kind hat OSA – aber OSA wird oft nicht
mitgedacht.

• Verhaltensauffälligkeit kann schlafmedizinisch bedingt sein.

• Nach OP nicht automatisch von Heilung ausgehen – besonders bei
Adipositas oder Syndromen.

Merksatz der Folge

Schnarchen plus mindestens ein weiteres Symptom = Polysomnografie
erwägen bzw. indiziert.
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„Obstruktive Schlafapnoe (OSA) im Kindes- und Jugendalter“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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