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Thema der Folge

Pseudokrupp sicher erkennen, Schweregrad einschätzen, gefährliche
Differenzialdiagnosen abgrenzen und akut richtig behandeln.
Außerdem: angeborene Ursachen von Stridor mit Fokus auf
Laryngomalazie und Tracheomalazie.

Was ist Pseudokrupp?

Virale subglottische Entzündung der oberen Atemwege mit
Schleimhautödem und Atemwegsenge.

Typisch:

• Alter meist 6 Monate bis 6 Jahre

• Häufig in Herbst und Winter

• Häufige Erreger: v. a. Parainfluenzaviren, auch RSV, Influenza,
Adeno-, Entero-, Meta- und Coronaviren

Leitsymptome:

• bellender Husten

• Heiserkeit

• inspiratorischer Stridor

• oft nächtlicher Beginn

• Allgemeinzustand anfangs häufig noch relativ gut

️ Klinische Merkpunkte

• Kinder klingen oft dramatischer, als sie initial gefährdet sind

• Trotzdem kann Pseudokrupp akut bedrohlich werden

• Leiser werdender Stridor bei erschöpftem Kind ist ein
Alarmzeichen

• Typisch sind nächtliche Rezidive, oft in der Folgenacht

Schweregrade

Mild:

• Stridor nur bei Belastung oder leise in Ruhe

• kaum Dyspnoe

Moderat:

• deutlicher inspiratorischer Stridor in Ruhe

• Einziehungen, leichte Dyspnoe

Schwer:

• in- und exspiratorischer Stridor

• ausgeprägte Atemarbeit, Tachypnoe

• Erschöpfung, Vigilanzminderung, Zyanose möglich

🩺 Diagnostik

Die Diagnose ist primär klinisch.

Wichtig in der Untersuchung:

• Kind ruhig halten, bei den Eltern lassen

• so viel wie nötig, so wenig wie möglich

• Inspektion, Atemarbeit, Hautfarbe, Vigilanz

• Pulsoxymetrie bei deutlicher Symptomatik

Vermeiden:

• unnötige Racheninspektion

• bei Verdacht auf Epiglottitis keine Manipulation im Rachen

Wichtige Differenzialdiagnosen

Epiglottitis:

• hohes Fieber

• reduzierter Allgemeinzustand

• Speichelfluss

• Schluckschmerz

• kloßige Sprache

• kein bellender Husten

Weitere DD:

• bakterielle Tracheitis

• Fremdkörperaspiration

• Anaphylaxie

• Verätzung/thermische Schädigung

• Retropharyngeal- oder Peritonsillarabszess

• Asthma/obstruktive Bronchitis

• Pneumonie

• subglottische Stenose

Merksatz:

Bellhusten + Heiserkeit + nächtlicher Beginn + eher gutes
Befinden sprechen für Pseudokrupp.

Hohes Fieber + Speichelfluss + fehlender Husten + krankes Kind
sprechen dagegen.

Therapie

Basis:

• Ruhe, Reizreduktion

• Kind aufrecht, bei den Eltern

• kühle Luft als unterstützende Maßnahme

• Sauerstoff bei Hypoxämie

Glukokortikoide für alle Schweregrade:

• Dexamethason oral 0,15–0,6 mg/kg einmalig

• alternativ Prednisolon oral oder rektal 1–2 mg/kg einmalig

• Budesonid inhalativ, typischerweise 2 mg, als Option

Bei moderatem bis schwerem Verlauf:

• inhalatives Adrenalin zusätzlich

• schneller Effekt, aber nur 1–2 Stunden Wirkdauer

• immer mit Steroid kombinieren

• Überwachung wegen Rebound, mindestens 2–3 Stunden nach Gabe

Wann stationär?

• schwerer Verlauf

• moderater Verlauf nach Adrenalin oder Überwachungsbedarf

• Alter unter 6 Monaten

• fehlendes Therapieansprechen

• unsichere Diagnose

• soziale Unsicherheiten

Elternaufklärung

Zentraler Punkt der Folge:

• Folgenacht ist kritisch

• Rezidive sind häufig

• Kind beruhigen, aufrecht halten, kalte Luft zuführen

• Warnzeichen klar benennen: zunehmende Einziehungen, Stridor in
Ruhe trotz Therapie, Blässe/Zyanose, Trinkunfähigkeit,
Erschöpfung, Schläfrigkeit

🫁 Angeborene Ursachen von Stridor

Laryngomalazie:

• häufigste angeborene Larynxanomalie

• inspiratorischer Stridor seit Wochen/Monaten

• Verstärkung bei Trinken, Schreien, Belastung

• meist spontane Besserung bis ca. 18 Monate

Tracheomalazie:

• dynamischer Kollaps der Trachea

• je nach Lokalisation inspiratorischer oder exspiratorischer
Stridor

• oft Besserung in den ersten Lebensjahren

Take-home

Pseudokrupp ist meist mild, aber potenziell gefährlich.
Entscheidend sind ruhiges Vorgehen, klinische Einschätzung,
Steroide für alle, Adrenalin bei moderat bis schwer und ein
wacher Blick für Epiglottitis sowie strukturelle Ursachen von
Stridor.
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„Pseudokrupp“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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