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Häufige Erreger

Typisch sind meist bakterielle, oft monomikrobielle Infektionen:

• gramnegative Stäbchen: E. coli, Klebsiellen, Enterobacter spp.,
Pseudomonas aeruginosa

• Staphylococcus aureus

Bei Risikofaktoren für multiresistente Erreger:

• MRSA

• multiresistente Enterobacterales

• Pseudomonas

• seltener Acinetobacter baumannii, Stenotrophomonas maltophilia

️ Wichtige Risikofaktoren

Allgemein:

• hohes Alter, Multimorbidität

• chronische Lungenerkrankungen, neurologische Erkrankungen

• langer Klinikaufenthalt

• invasive Beatmung, Reintubation

• vorausgegangene Antibiotikatherapie

• Dysphagie, Bewusstseinsstörung, schwacher Hustenreflex

• Rückenlage/Flachlagerung

• thorakoabdominelle Operationen

Für MRE/Pseudomonas besonders wichtig:

• Antibiotika >24 h in den letzten 30 Tagen

• Erkrankungsbeginn ab Tag 5 nach Aufnahme

• septischer Schock, ARDS, Hämodialyse

• bekannte Kolonisation mit MRE/MRSA/Pseudomonas

• Behandlung in Hochprävalenzländern

• strukturelle Lungenerkrankung, z. B. schwere COPD,
Bronchiektasen

Merke:

• vorausgegangene Antibiotikatherapie

• invasive Beatmung

🩺 Klinik und Diagnose

Typische Hinweise:

• Fieber

• Leukozytose oder Leukopenie

• purulentes Sekret

• Dyspnoe, Husten

• Hypoxämie, steigender O2-Bedarf

• Delir, Kreislaufinstabilität, septisches Bild

Arbeitsdiagnose HAP:

• neues, persistierendes oder progredientes Infiltrat im
Röntgen-Thorax

plus

• mindestens 2 klinische Kriterien, z. B. Fieber, pathologische
Leukozytenzahl, purulentes Sekret

Sofortmaßnahmen im Alltag

Immer zuerst:

• Vitalparameter

• Oxygenierung/Blutgasanalyse

• Sepsis-Screening

• Organfunktion mitdenken

Bei Sepsisverdacht:

• Blutkulturen

• Laktat

• rascher Antibiotikabeginn

• Volumentherapie je nach Situation

• engmaschiges Monitoring

Diagnostik

Bildgebung:

• Röntgen-Thorax primär

• CT-Thorax bei unklarem Befund oder therapierefraktärem Verlauf

• Sonografie auf Intensivstation hilfreich

Labor:

• Blutbild

• CRP, Prokalzitonin

• Kreatinin, Bilirubin, Thrombozyten

• Blutgasanalyse, Laktat

Mikrobiologie möglichst vor Antibiotika:

• Blutkulturen

• Sputum bzw. tracheobronchiales Aspirat

• BAL in speziellen Situationen

Gezielte Zusatzdiagnostik:

• PCR auf SARS-CoV-2, Influenza, RSV bei Verdacht

• Legionellen-Antigen im Urin

• Galactomannan aus BAL bei Aspergillose-Risiko

Therapieprinzipien

• kalkulierte antiinfektive Therapie so früh wie möglich

• bei septischem Schock: erste Gabe innerhalb von 1 Stunde

• initial meist intravenös

• Beta-Laktame bei Schwerkranken oft als verlängerte Infusion
sinnvoll

• erste Dosis bei Niereninsuffizienz nicht zu niedrig wählen

Initiale Therapie richtet sich nach 2 Fragen:

• Liegt ein septischer Schock vor?

• Gibt es Risikofaktoren für MRE oder Pseudomonas?

Ohne Risikofaktoren oft Monotherapie möglich.

Mit Risikofaktoren antipseudomonale Therapie.

Bei MRSA-Verdacht zusätzlich Vancomycin oder Linezolid.

️ Dauer und Reevaluation

Regeldauer:

• meist 7–8 Tage bei gutem Ansprechen

Nach 48–72 Stunden zwingend reevaluieren:

• klinischer Verlauf

• Oxygenierung/Beatmung

• Entzündungswerte

• Organfunktion

• mikrobiologische Befunde

Dann:

• deeskalieren, wenn Erreger bekannt

• stoppen oder verkürzen, wenn HAP unwahrscheinlich

Antibiotic Stewardship ist zentral.

️ Prävention

Basismaßnahmen:

• Händedesinfektion

• sauberes Gerätehandling

• Schulung und Surveillance

Bei nicht beatmeten Patient:innen:

• gute Mundhygiene

• Dysphagie-Screening

• Aspirationsprophylaxe

• frühe Mobilisation

• PPI/Sedativa nur bei klarer Indikation

Bei beatmeten Patient:innen:

• Beatmung vermeiden, wenn möglich

• frühes Weaning

• Oberkörperhochlagerung 30–45°

• konsequente Mundhygiene

• Cuff-Druck 20–30 cmH2O

• unnötige Diskonnektionen vermeiden

• ggf. subglottische Absaugung
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„Nosokomiale Pneumonie (HAP/VAP)“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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