Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche
  1. Startseite
  2. Podcasts
  3. Zukunft Denken – Podcast Podcast
  4. 158 — Der Moloch oder unvermeidlicher Fortschritt?
Wenn wir die technologische Veränderung der Welt betrachten,
drängt sich immer wieder die Frage auf, wie viel wir davon
überhaupt steuern können und von welchen Randbedingungen das
abhängig ist.

Kürzlich ist mir der Begriff des Molochs wieder untergekommen,
beziehungsweise der Moloch-Falle, und dieser bietet nicht nur
religiös, sondern auch kulturgeschichtlich eine sehr interessante
Referenz oder Referenzrahmen zu dieser Frage.

Ein wirklich spannendes Thema zum weiterdenken und diskutieren.

Was sind die mythologischen und religiösen Hintergründe des
Moloch-Begriffs?

»Du sollst keins deiner Kinder dem Moloch durchs Feuer weihen und
so den Namen deines Gottes entweihen« (Levitikus 18,21).

Warum ist die künstlerische und kulturelle Rezeption deutlich
wichtiger als die religiösen Ursprünge? Einige Beispiele:

Milton, Paradise Lost

Giovanni Pastrone, Cabiria (1914)

Allen Ginsberg, Howl (1956)

Die Filmreihe: Die purpurnen Flüsse

Und nicht zuletzt Fritz Lang mit seinem Film-Meisterwerk
Metropolis aus dem Jahr 1927.

In Paradise Lost eröffnet der Moloch den Rat im Pandämonium:

»the strongest and the fiercest Spirit That fought in Heav'n; now
fiercer by despair« […]  »My sentence is for open
Warr.«

Warum ist das bedeutsam? Was hat das mit der Logik des
Wettrüstens und der Spieltheorie zu tun?

Filmset von Metropolis 

In Metropolis wird eine Bildsprache entworfen, die über die
nächsten 100 Jahre immer wieder zitiert wird: Die Maschinenfront
verwandelt sich in einen kolossalen Götzen mit weit geöffnetem,
glühendem Rachen. Eine Treppe führt zu diesem Maul hinauf. Die
gebeugte Arbeiterkolonne wird hinaufgetrieben, angeführt von
priesterlichen Figuren mit Kopfschmuck und Peitschen. Die
Arbeiter verschwinden im Schlund, während unten bereits die
nächste Kolonne wartet.

Diese Stilistik wird immer wieder verwendet und kopiert auch in
der Pop-Musik, z.B.:

Queen, »Radio Ga Ga« (1984)

Freddie Mercury, »Love Kills« (1984)

Madonna, »Express Yourself« (1989

Beyoncé, »Sweet Dreams« (2009)

Wie unterscheidet sich der Moloch von den traditionellen
Gottes-Vorstellungen und warum ist das für die kulturelle
Rezeption wesentlich?

Was ist nun  der Bezug zu Technik, Fortschritt und aktueller
Politik? Es gibt verschiedene Perspektiven und Beispiele, die in
der Episode diskutiert werden:

Umgangssprache

Das Problem des Koordinationsversagens, die zu einer
Lose-Lose Situation führen

Lärm und Rauschen, die wesentliche Probleme überdecken

Sport

Bildung und Wissenschaft

Märkte und Finanzen

Alltag

und aktuell: das KI-Wettrennen

Dann gibt es aber die Perspektive mit umgekehrten Vorzeichen, die
Kevin Kelly etwa in seinem Buch The Inevitable darstellt. Was ist
darunter zu verstehen?

Andere Episoden

Episode 156: Neues liegt in der Luft?

Episode 153: Potent Stuff, A Conversation with Prof. Jacob
Howland

Episode 152: Säkulare Glaubensbekenntnisse

Episode 150: Wie kommt Neues in die Welt?

Episode 148: Künstliche Vernunft? Ein Gespräch mit Jan Juhani
Steinmann

Episode 141: Passagier oder Steuermann? Ein Gespräch mit
Markus Raunig

Episode 139: Komfortable Disruption

Episode 134: Das Werdende, das ewig wirkt und lebt?
Transzendent oder Transient

Episode 129: Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston

Episode 125: Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger
über Generationen

Episode 121: Künstliche Unintelligenz

Episode 110: The Shock of the Old, a conversation with David
Edgerton

Episode 98: Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit
Jan Juhani Steinmann

Referenzen

Bibelstellen zu Moloch:

Levitikus 18,21

Levitikus 20,2–5; 2

Könige 23,10

Jeremia 32,35

Moloch (Britannica)

John Milton, Paradise Lost, Samuel Simmons, London (1667)

Gustave Flaubert, Salammbô, Michel Lévy Frères, Paris (1862)

Giovanni Pastrone (Regie), Cabiria, Itala Film, Turin (1914)

Fritz Lang (Regie), Metropolis, Universum-Film AG (Ufa),
Berlin (1927)

Thea von Harbou, Metropolis (Roman), August Scherl Verlag,
Berlin (1926) — zum Vergleich der Motivik mit dem Film

Charlie Chaplin (Regie), Modern Times, United Artists (1936)

Allen Ginsberg, Howl and Other Poems, City Lights Books, San
Francisco (1956)

Queen, »Radio Ga Ga« (1984)

Madonna, Express Yourself

Beyoncé, Sweet Dreams

Scott Alexander, Meditations on Moloch, Slate Star Codex
(2014)

Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Dokumentation zur
Rekonstruktion von Metropolis (2010)

Kevin Kelly, The Inevitable. Understanding the 12
Technological Forces That Will Shape Our Future, Viking (2016)

Kevin Kelly, What Technology Wants, Viking (2010)
Episode melden

„158 — Der Moloch oder unvermeidlicher Fortschritt?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

Teilen

Mein Archiv

Deine Privatkopie der Folgen, die du nicht verlieren willst.

Podcast-Folgen verschwinden. Feeds werden auf die letzten Episoden gekürzt, Hoster räumen alte Dateien ab, Formate wechseln den Anbieter und lassen ihr Archiv zurück. Mit „Mein Archiv“ sichert podcast.de die Folgen deiner Podcasts für dich — angefangen bei den ältesten, denn die sind zuerst weg.

  • Deine gesicherten Folgen bleiben hörbar, auch wenn das Original offline geht.
  • Auch Folgen, die im heutigen Feed gar nicht mehr stehen — podcast.de kennt sie noch.
  • Herunterladen bleibt möglich, solange die Folge beim Podcaster liegt. Der zählt seine Abrufe wie bisher.
Startet bald

Sei beim Start von Mein Archiv dabei

Mein Archiv ist fast fertig. Trag dich ein, dann bekommst du eine E-Mail, sobald es losgeht – und bist von Anfang an dabei. Wir schreiben dir nur zum Start, keine Werbung, keine Weitergabe deiner Daten.

Du bekommst zuerst eine Bestätigungsmail. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz