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Warum relevant?

Influenza ist keine „Erkältung“, sondern eine potenziell schwere
systemische Viruserkrankung. Entscheidend sind:

- frühes Erkennen

- Komplikationen rechtzeitig erfassen

- antivirale Therapie nicht verpassen

Influenza vs. grippaler Infekt

Typisch für Influenza:

- plötzlicher Beginn innerhalb weniger Stunden

- hohes Fieber, Schüttelfrost

- starkes Krankheitsgefühl

- Kopf- und Gliederschmerzen

- trockener Husten, Halsschmerzen

Merke: „Morgens noch fit, nachmittags komplett krank“ spricht in
der Saison stark für Influenza.

Erreger und Virologie

- Meist Influenza A, außerdem Influenza B

- Influenza A verursacht die meisten Epidemien

- Orthomyxoviren = segmentierte RNA-Viren

- Subtypen bei Influenza A nach Hämagglutinin (H) und
Neuraminidase (N), z. B. H1N1, H3N2

Epidemiologie und Übertragung

- Saison in Mitteleuropa meist Oktober bis März/April

- Übertragung v. a. durch Tröpfchen, zusätzlich Schmierinfektion

- infektiös ab ca. 24 Stunden vor Symptombeginn bis 4–5 Tage
danach

- Kinder sind wichtige Überträger

🫁 Pathophysiologie

- Virus befällt das respiratorische Flimmerepithel

- Schädigung der mukoziliären Clearance

- starke Immunantwort mit systemischer Symptomatik

- bakterielle Superinfektionen werden begünstigt

Klinik

- Inkubationszeit: wenige Stunden bis 2 Tage

- Krankheitsdauer meist 5–7 Tage

- Erschöpfung oft länger anhaltend

Typische Symptome:

- abruptes hohes Fieber

- Myalgien, Cephalgien

- trockener Husten

- massives Krankheitsgefühl

- teils Schweißausbrüche, selten GI-Symptome

Diagnostik

Klinik in der Saison oft richtungsweisend.

Erregernachweis besonders sinnvoll bei:

- schweren Verläufen

- Risikopatienten

- stationärer Aufnahme

- Ausbruchssituationen

- therapeutischer Konsequenz

Goldstandard:

- Influenza-RT-PCR aus Nasen- oder Rachenabstrich

- Nasenabstrich meist sensitiver

Schnelltests:

- hohe Spezifität

- geringere Sensitivität

- negativer Test schließt Influenza nicht sicher aus

🩸 Laborhinweis

Bei unkomplizierter Influenza oft:

- Leukozyten normal

- CRP nur leicht erhöht oder normal

Alarmzeichen für bakterielle Superinfektion:

- deutlich erhöhte Entzündungswerte

- produktiver Husten

- eitriges Sputum

- erneuter Fieberanstieg nach kurzer Besserung

Therapie

Unkomplizierte Verläufe:

- Flüssigkeit

- Schonung

- Antipyrese/Analgesie

- ggf. Antitussivum bei trockenem Reizhusten

Antiviral:

- Neuraminidasehemmer: Oseltamivir, Zanamivir

- wirksam gegen Influenza A und B

- idealer Beginn innerhalb von 48 Stunden

Oseltamivir:

- Standard bei Erwachsenen: 75 mg 2× täglich für 5 Tage

- Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz

- häufig Übelkeit/Erbrechen

Zanamivir:

- inhalativ

- Vorsicht bei Asthma/COPD wegen Bronchospasmusrisiko

Schwere Verläufe und Komplikationen

Mögliche Komplikationen:

- primäre Influenza-Pneumonie

- sekundäre bakterielle Pneumonie

- Exazerbation von Asthma/COPD

- Myokarditis, Enzephalitis, Myositis/Rhabdomyolyse

- Otitis bei Kindern

Typische bakterielle Erreger:

- Pneumokokken

- Staphylococcus aureus

- Haemophilus influenzae

️ Hygiene und Isolation

Stationär:

- Isolation meist 7 Tage ab Symptombeginn

- Händedesinfektion essenziell

- Schutzkittel, Handschuhe, Mund-Nasen-Schutz, ggf. Schutzbrille

Prävention

Wichtigste Maßnahme:

- jährliche Impfung im Herbst

Besonders empfohlen für:

- Menschen > 60 Jahre

- Schwangere

- chronisch Kranke

- Immunsupprimierte

- Bewohner von Pflegeeinrichtungen

- medizinisches Personal

Zusätzlich möglich:

- antivirale Prophylaxe, z. B. Oseltamivir 75 mg 1× täglich nach
Exposition

Take-home-Messages

- Influenza beginnt abrupt und macht oft ein ausgeprägt schweres
Krankheitsgefühl.

- Normale oder nur leicht erhöhte Entzündungswerte passen gut zu
unkomplizierter Influenza.

- Hohe Entzündungswerte oder eitriges Sputum sprechen eher für
Superinfektion.

- Antivirale Therapie: früh beginnen, ideal < 48 Stunden.

- Impfung bleibt die wichtigste Präventionsmaßnahme.
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„Influenz im Klinik- und Praxisalltag“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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