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Beschreibung
vor 3 Tagen
Clemens Lieberwirth, CTO von NEW AIM3D, erzählt vom Neustart nach
dem Management-Buy-out, vom Weg des Uni-Spin-offs zum
Pellet-3D-Druck-Spezialisten und davon, warum sich das
Unternehmen heute ganz auf eine Luftfahrtzertifizierung für
granulatbasierten 3D-Druck fokussiert.
Über den Gast
Clemens Lieberwirth ist Mitgründer und CTO von NEW AIM3D GmbH,
einem Spin-off der Universität Rostock. 2017 gründete er das
Unternehmen gemeinsam mit Dr.-Ing. Vincent Morrison, kurz darauf
kam Daniel Selck als erster Investor und späterer Geschäftsführer
dazu. Nach einer Konsolidierungsphase und einem
Management-Buy-out ist das Unternehmen 2024 als NEW AIM3D neu
gestartet. Lieberwirth verantwortet die technologische
Weiterentwicklung des granulatbasierten 3D-Drucks und treibt
aktuell die Zertifizierung für den Luftfahrtbereich voran.
Zentrale Themen und Erkenntnisse
Vom Uni-Projekt zum Unternehmen Aus einem
Drittmittelprojekt zum Verheiraten von Metallspritzguss und
FDM-Druck entstand 2017 AIM3D. Daniel Selck stieg als erster
Investor ein, noch bevor das Unternehmen überhaupt gegründet war,
und übernahm später den Vertrieb.
Vom Metallspritzguss zu faserverstärkten Kunststoffen
Ursprünglich für hochgefüllte MIM-Materialien entwickelt, kamen
über Kontakte zu Brose Automotive und erste Tests mit PA6 GF30
immer mehr Anfragen aus dem Kunststoffbereich. Das prägte den
weiteren Weg des Unternehmens deutlich.
Strategiewechsel: Fokus statt Materialvielfalt Statt jede
mögliche Materialanwendung zu bedienen, konzentriert sich NEW
AIM3D heute konsequent auf ein Material, ULTEM 9085, und einen
Markt: die Luftfahrt. Grund ist die Erkenntnis, dass
Materialoffenheit allein noch keine wirtschaftlich tragfähige
Anwendung garantiert.
Warum die Luftfahrt der ideale Markt ist Im FDM-Druck
werden dort bereits heute Bauteile gefertigt und verbaut, etwa
Verkleidungen und Interieurteile. Der Kostenvorteil von Granulat
gegenüber Filament liegt oft beim Faktor 10, zum Beispiel 40
statt 400 Euro pro Kilogramm bei ULTEM. Kunden kommen häufig
direkt aus dem MRO-Bereich (Maintenance, Repair and Overhaul) und
wollen sich von einem einzelnen Materiallieferanten unabhängig
machen.
Der Weg zur Zertifizierung NEW AIM3D orientiert sich am
Zertifizierungsverfahren, das einst zur Zulassung des heutigen
FDM-Marktführers geführt hat. Aktuell entsteht eine eigene, im
Entwicklungsstand eingefrorene Aviation-Maschinenserie. Ab
September startet die aktive Testphase mit Zug- und
Biegeversuchen an unabhängigen Prüfstellen, geplante Dauer sechs
bis neun Monate. Danach folgen parallel weitere
Zertifizierungsprogramme, etwa von Airbus und in den USA.
Ein reifer gewordener Markt Lieberwirth beobachtet, dass
der 3D-Druck-Markt insgesamt ehrlicher geworden ist: weniger
Hype-Versprechen, dafür mehr wirtschaftlich tragfähige
Anwendungsfälle. Die Konsolidierung der Messelandschaft, etwa das
Ende der RapidTech, sieht er als Teil dieser gesunden
Entwicklung.
Links
Bastian Gaedike auf LinkedIn:
https://www.linkedin.com/in/bastiangaedike/
Clemens Lieberwirth: clemens.lieberwirth@aim3d.de
NEW AIM3D GmbH: https://www.aim3d.de
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