Umziehen in eine kleinere Wohnung, um Geld zu sparen – eigentlich
klingt das logisch. Doch wer das in einer Großstadt wie Leipzig
oder Dresden vorhat, merkt schnell: Günstiger wird es in der Regel
nicht. Was an Nebenkosten gespart werden kann, zahlt man bei der
Kaltmiete in einem neuen Mietvertrag oft drauf. Das stellt auch
Romina Stawowy fest. Die Dresdnerin möchte mit ihren drei Kindern
und dem Hund von einer Fünfzimmerwohnung in eine mit vier Zimmern
wechseln. Seit mehr als einem halben Jahr dauert die Suche
inzwischen. „Je mehr ich mich damit beschäftige, desto
frustrierender wird es“, sagt sie im Podcast „Thema in Sachsen“ von
Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung. Sie berichtet von
zahlreichen Wohnungsbesichtigungen, ungewollten Dating-Anfragen,
und davon, wie es sich anfühlt, nach mehrstufigen
Bewerbungsprozessen immer wieder mit leeren Händen dazustehen –
oder nur die Wahl zu haben, in eine vollkommen überteuerte Wohnung
zu ziehen. Derzeit zahle sie rund neun Euro Kaltmiete pro
Quadratmeter. Bei ihrer Suche sei sie regelmäßig auf Angebote für
„14, 15 oder 19 Euro – in einem Fall sogar auf 26 Euro pro
Quadratmeter“ gestoßen. Für deutlich weniger Wohnfläche hätte sie
damit nahezu die gleiche oder sogar eine höhere Miete zahlen
müssen. Irgendwann, so schildert sie es, habe sie gemerkt, dass sie
immer wieder auf die gleichen Probleme gestoßen sei: dass es nicht
genug geeignete Wohnungen für Familien gibt und der Markt vor allem
Alleinerziehende benachteiligt. Wieso Stawowy mit ihrer Erfahrung
kein Einzelfall ist, erklärt Jens Rometsch. Der Reporter berichtet
seit vielen Jahren für die Leipziger Volkszeitung über den immer
angespannter werdenden Wohnungsmarkt in Großstädten und die
Entwicklung von Mieten. Zuletzt im Fokus seiner Berichterstattung:
der sogenannte Lock-in-Effekt. „Zu Deutsch bedeutet das zwar
‚eingesperrt sein‘. Es wird aber niemand eingesperrt in seiner
Wohnung. Der Effekt beschreibt, warum sich ein Umzug oft nicht mehr
lohnt, weil die Mieten so stark gestiegen sind.“ Seit wann besteht
dieses Problem – und welche Lösungen gibt es? Könnte die
Vereinfachung von Regeln beim Wohnungstausch helfen? Oder muss
einfach mehr gebaut werden? Rometsch analysiert im Podcast minutiös
die Lage am Wohnungsmarkt. Außerdem erklärt der Experte, wie die
Instrumente Mietspiegel und Mietpreisbremse wirken und wie man sich
konkret in Leipzig gegen zu hohe Mieten über eine Beschwerdestelle
wehren kann. Romina Stawowy berichtet unterdessen auch davon, wie
sie ihre Erfahrungen mit dem Lock-in-Effekt und ihrer teils
abenteuerlichen Wohnungssuche inzwischen zur Aufgabe gemacht hat.
„Ich sitze an einer App. Den Prototyp gibt es schon.“ Sie soll es
Menschen mit besonderen Merkmalen – etwa Alleinerziehenden,
Hundehaltern oder Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen –
erleichtern, passende Wohnungsangebote zu finden. Außerdem im
Podcast zu hören: Alexander Müller, Direktor des Verbands der
Wohnungswirtschaft Sachsen. Er erklärt, wieso es seit Jahren beim
Neubau klemmt und zum Beispiel mehr serielles Bauen sowie
einfachere Planungsverfahren erheblichen Nutzen bringen würden.
Zudem richtet sich der Blick auf die sächsische Landespolitik:
Welche Maßnahmen sollen den Wohnungsmangel in den Großstädten
lindern? Und wie viel Geld fließt aus dem Sondervermögen des Bundes
tatsächlich in den Wohnungsbau in Sachsen?
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.