Notfallmanagment - "E" - Exposure

Notfallmanagment - "E" - Exposure

vor 2 Wochen
34 Minuten
0
0 0

Beschreibung

vor 2 Wochen

đŸ©ș E im cABCDE: mehr als Entkleiden





Exposure steht fĂŒr vollstĂ€ndige Sichtbarkeit, systematische
Ganzkörperuntersuchung, Re-Evaluation der Verdachtsdiagnose und
Kontrolle von Umweltfaktoren. Dazu gehören auch WÀrmeerhalt,
Schmerztherapie, Eigenschutz und je nach Situation psychische
Erste Hilfe.





Ziele von Exposure


- Reversible und lebensbedrohliche Befunde erkennen


- Übersehene Verletzungen oder Erkrankungen finden


- Patienten vor AuskĂŒhlung oder Überhitzung schĂŒtzen


- Umfeld als diagnostischen Hinweis nutzen


- Arbeitsdiagnose kritisch hinterfragen





Grundprinzipien


- Kein starres Schema: immer situationsangepasst handeln


- Bei Verschlechterung sofort zurĂŒck zum cABCDE


- Eigenschutz hat Vorrang bei Aggression, Toxinen oder unsicherer
Umgebung


- Merksatz: von der Locke bis zur Socke





Anamnese im E: SAMPLE


- S: Signs and Symptoms


- A: Allergies


- M: Medications und Drogen


- P: Past medical history


- L: Last oral intake


- E: Events preceding





Besonders wichtig: das Umfeld. Beispiele:


- Garage Kohlenmonoxid


- Sonne/Hitze Hyperthermie


- Gartenarbeit + Miosis + Speichelfluss + Bradykardie
Organophosphat-Vergiftung


- Winter im Freien Hypothermie





Primary Survey bei Exposure


Sehen, hören, fĂŒhlen:


- VollstÀndig entkleiden, dabei PrivatsphÀre wahren


- Haut, GerĂŒche, Kleidung, Pflaster, Pumpen, Katheter, Narben
beachten


- Temperatur, Schwellungen, InstabilitĂ€ten, Druckschmerz prĂŒfen





WĂ€rmemanagement:


- Hypothermie verhindern: warme Decken, trockene Kleidung,
WÀrmesysteme, ggf. erwÀrmte Infusionen


- Hyperthermie behandeln: kĂŒhle Umgebung, VerdunstungskĂŒhlung,
KĂŒhlpacks


- Perioperativ an maligne Hyperthermie denken, Dantrolen als
spezifische Therapie





Schmerztherapie und Stabilisierung


- Schmerzen aktiv erfragen und behandeln


- Opioide titriert und unter Überwachung geben


- Bei Atemdepression an Naloxon denken


- Frakturen/Luxationen frĂŒh schienen oder situationsgerecht
reponieren


- DMS vor und nach Maßnahme dokumentieren


- Schmuck bei drohender Schwellung frĂŒh entfernen





Wichtige Untersuchungsbefunde


Nicht-traumatologische Hinweise:


- Haut: Zyanose, Marmorierung, Petechien, Exanthem, Ödeme,
Einstichstellen, Dekubitus


- Kopf/Hals: Pupillen, Blutungen, Speichelfluss, WĂŒrgemale,
Halsvenenstauung


- Thorax: Atemarbeit, Symmetrie, Hautemphysem, Herztöne


- Abdomen: Distension, Peritonismus, HĂ€matome


- Hilfsmittel: Fentanyl-Pflaster, Insulinpumpe, Schrittmacher,
Drainagen





Trauma-Check:


- SchÀdel, Gesicht, Thorax, Abdomen, Becken, WirbelsÀule,
ExtremitÀten systematisch untersuchen


- Bei Beckenverletzung keine wiederholte StabilitĂ€tsprĂŒfung


- RĂŒckeninspektion achsengerecht, z. B. per Log-roll


- eFAST frĂŒh einplanen





 Klinische Red Flags


- Kirschrote Haut mögliche CO-Intoxikation


- Miosis + Atemdepression Opioide


- Schweiß, Verwirrtheit, Tachykardie HypoglykĂ€mie


- Gesichts-/Halsschwellung + Urtikaria + Atemnot Anaphylaxie


- Marmorierte oder graue Haut, Petechien Sepsis





Umfeld und Psyche


- Szene mitbeurteilen: Medikamente, Alkohol, Chemikalien,
Stromquellen, nasse Kleidung, Rauch, Hinweise auf Sturz oder
Gewalt


- Ruhig kommunizieren, Orientierung geben


- Auf Eigen- oder FremdgefÀhrdung achten, z. B. bei SuizidalitÀt
oder Aggression





Take-home Messages


- Exposure ist mehr als Entkleiden


- VollstÀndig, respektvoll und systematisch untersuchen


- WĂ€rmehaushalt aktiv steuern


- Schmerztherapie nicht vergessen


- Umfeld als Teil der Diagnostik nutzen


- Bei ZustandsÀnderung wieder bei cABCDE beginnen
15
15
Episode teilen
Notfallmanagment - "E" - Exposure
Notfallmanagment - "E" - Exposure

Close