Notfallmanagment - "B" - Breathing

Notfallmanagment - "B" - Breathing

vor 2 Wochen
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Beschreibung

vor 2 Wochen

đŸ« Breathing im cABCDE: Atmung strukturiert beurteilen





Worum es geht


Breathing umfasst die strukturierte Beurteilung von Ventilation,
Oxygenierung und Atemarbeit sowie die sofortige Therapie akuter
respiratorischer Störungen. Wichtig: B-Probleme sind oft Ursache,
Folge oder Begleiterscheinung anderer cABCDE-Bereiche.





Red Flags im B-Assessment


- Dyspnoe als Leitsymptom


- Tachypnoe oder Bradypnoe


- Erhöhte Atemarbeit, Atemhilfsmuskulatur, Einziehungen,
NasenflĂŒgeln


- UnfÀhigkeit, ganze SÀtze zu sprechen


- Hypoxie, Hyperkapnie, pathologische Blutgase


- Unruhe, Agitation, Verwirrtheit als mögliche Hypoxiezeichen


- Silent chest bei schwerer Obstruktion = Alarmsignal





Sofortmaßnahmen


- Eigenschutz, PSA, infektiöse Ursachen mitdenken


- Bei Apnoe oder Schnappatmung: direkt Reanimation


- Komplette Atemwegsverlegung sofort beheben


- Sauerstoff, Maskenbeatmung oder frĂŒhzeitige
Intubationsentscheidung je nach Situation


- Nicht zu lange warten bei Erschöpfung, Hyperkapnie,
Vigilanzminderung oder unzureichender Oxygenierung





Untersuchung im B-Teil


- Sehen, hören, fĂŒhlen


- Atemfrequenz, Atemmuster, Atemarbeit, SprechfÀhigkeit


- Auskultation: Stridor, Giemen, Rasseln, Seitendifferenzen


- Perkussion: hypersonor bei Pneumothorax, gedÀmpft bei
Erguss/HĂ€matothorax


- Thoraxinspektion auf Wunden, DeformitÀten, paradoxe Atmung,
Hautemphysem


- Pulsoxymetrie immer im klinischen Kontext interpretieren


- FrĂŒh Blutgasanalyse, besonders bei Hyperkapnieverdacht oder
metabolischer Entgleisung


- Lungensonografie/eFAST bei VerfĂŒgbarkeit sehr hilfreich





Sauerstofftherapie


- Sauerstoff ist ein Medikament: Ziel ist Normoxie, nicht
Hyperoxie


- Nasenbrille bei milder Hypoxie


- Maske bei moderater Hypoxie


- Nicht-RĂŒckatemmaske mit Reservoir bei ausgeprĂ€gter Hypoxie


- High-Flow kann hilfreich sein, ersetzt aber nicht NIV oder
invasive Beatmung bei Erschöpfung


- Bei COPD oft Ziel-SpO2 88–92 %





Wichtige Akuttherapien


- Asthma/COPD: Salbutamol inhalativ, plus Ipratropiumbromid


- Asthma: frĂŒh systemische Steroide, ggf. Magnesiumsulfat


- Anaphylaxie: Adrenalin 0,5 mg i.m. frĂŒhzeitig, nicht auf
Antihistaminika oder Steroide warten


- Thoraxschmerz: suffiziente Analgesie, z. B. titriert Fentanyl
oder Morphin


- Opioidintoxikation: Naloxon vorsichtig titrieren


- Cholinerges Syndrom: Atropin, Eigenschutz beachten


- Kardiales Lungenödem: sitzende Lagerung, O2, ggf. NIV,
Diuretika/Nitrate je nach Situation





đŸ©ș Wichtige Differenzialdiagnosen


- Obere Atemwegsobstruktion: Fremdkörper, Anaphylaxie, Angioödem,
Infektion


- Untere Atemwegsobstruktion: Asthma, COPD


- Pneumonie


- Pneumothorax, Spannungspneumothorax, Pleuraerguss, HĂ€matothorax


- Lungenembolie


- Thoraxtrauma


- Intoxikationen, CO- oder Rauchgasexposition


- Kardiales Lungenödem


- Zentrale Ursachen, z. B. Schlaganfall oder SHT


- Metabolische Ursachen, z. B. diabetische Ketoazidose


- Psychogene Hyperventilation nur als Ausschlussdiagnose





Praktische Kernbotschaften


- Immer strukturiert nach cABCDE vorgehen


- Erst lebensbedrohliche, reversible Ursachen erkennen und
behandeln


- Klinischer Eindruck ist oft wichtiger als Einzelwerte


- Blutgase frĂŒh abnehmen


- Sauerstoff gezielt titrieren


- Intubation nicht zu spÀt erwÀgen


- Analgesie ist Teil der Atemtherapie


- Bei Verschlechterung immer zurĂŒck zum Anfang des Schemas





Quintessenz


Breathing bedeutet mehr als Sauerstoffgabe: Ventilation,
Gasaustausch, Atemarbeit, Bewusstseinslage, Thoraxmechanik und
Ursache mĂŒssen zusammen gedacht werden. Wer systematisch vorgeht,
erkennt Dekompensation frĂŒh und behandelt zielgerichtet.
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