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Thema der Folge

Akute Verlegung der oberen Atemwege: Ein zentraler Notfall, bei
dem Sekunden zählen. Ziel ist das frühe Erkennen, sofortige
Basismaßnahmen und rechtzeitige Eskalation zur definitiven
Atemwegssicherung.

Wichtige Grundregel

Eine normal sprechende Person hat meist keine sofort kritische
Atemwegsobstruktion. Trotzdem: drohende Verschlechterung immer
mitdenken, besonders bei Schwellung, Blutung oder Allergie.

Warnzeichen einer oberen Atemwegsobstruktion

• veränderte Stimme

• Schnarchen, Krächzen

• inspiratorischer Stridor

• paradoxe Atmung / Schaukelatmung

• Einsatz der Atemhilfsmuskulatur

• Vigilanzminderung

• fehlendes oder stark vermindertes Atemgeräusch

🩺 Ersteinschätzung

Strukturiert vorgehen:

• Bewusstsein

• Atmung

• Kreislauf

Bei Bewusstlosigkeit ohne normale Atmung bzw. ohne Lebenszeichen:
sofort CPR.

Bei sichtbarer starker Blutung: umgehend Blutungskontrolle.

️ Trauma nicht vergessen

Bei möglicher HWS-Verletzung:

• Halswirbelsäule mitdenken und ggf. immobilisieren

• keine forcierte Reklination

• bevorzugt Kiefervorschub / Esmarch-Handgriff

️ Sofortmaßnahmen

Bei Bewusstlosen:

• Mund öffnen

• bei Bedarf absaugen

• nur sichtbare Fremdkörper entfernen

• keine blinde Fingerinspektion

• Atemweg öffnen: Head tilt–chin lift oder bei Trauma
Esmarch-Handgriff

Bei wachen Patientinnen und Patienten:

• beruhigen

• Oberkörper eher aufrecht / nach vorn

• zum Husten auffordern

• obere Atemwege vorsichtig inspizieren

️ Fremdkörperaspiration

Bei schwerer Obstruktion:

• 5 Rückenschläge

• danach Heimlich-Manöver

• bei Schwangeren und Adipositas: Thoraxkompressionen

Bei effektiver Hustenleistung:

• weiter husten lassen

• nicht unnötig manipulieren

Sauerstoff und Beatmung

Nach Freimachen der Atemwege:

• sofort hochdosiert Sauerstoff

• z. B. Maske mit Reservoir, 10–15 l/min

Wenn Spontanatmung unzureichend:

• assistierte oder kontrollierte Maskenbeatmung

• gute Maskendichtung ist entscheidend

• Zwei-Hand-Technik oft überlegen

• nur bis sichtbarer Thoraxexkursion beatmen

Atemwegshilfen

Wendl-Tubus:

• hilfreich bei reduzierter Vigilanz

• gut für Maskenbeatmung

• kontraindiziert bei Nasen-/Mittelgesichtstrauma

Guedel-Tubus:

• für tief bewusstlose Patienten

• kontraindiziert bei erhaltenen Schutzreflexen

• falsche Größe kann selbst obstruieren

Wichtige Differenzialdiagnosen

• Zunge als Obstruktionsursache: Schnarchen + Vigilanzminderung,
rasche Besserung unter Esmarch

• Laryngospasmus: fehlendes Atemgeräusch, Schaukelatmung, oft
nach Reizung

• Anaphylaxie: Urtikaria, Schwellung, Hypotonie,
Atemwegsbeteiligung

• Angioödem: Lippen-, Zungen-, Lid-Schwellung, oft fehlende
Besserung unter antiallergischer Therapie

• lokale Entzündung: Epiglottitis, Abszess, Phlegmone,
Pseudokrupp

• Trauma: Hämatom, Blutaspiration, laryngeale Verletzung

Merke zur Anaphylaxie

Bei Atemwegs- oder Kreislaufbeteiligung:

• früh i.m. Adrenalin

• Erwachsene: 0,5 mg in den anterolateralen Oberschenkel

• zusätzlich O2, Volumen, ggf. inhalative Bronchodilatatoren

Antihistaminika und Glukokortikoide sind additiv, aber nicht
primär lebensrettend.

🫁 Definitive Atemwegssicherung

Optionen:

• supraglottische Atemwegshilfen

• endotracheale Intubation

• Koniotomie als Ultima Ratio

Die Notfallintubation ist komplikationsträchtig und sollte wenn
möglich durch erfahrene Behandler erfolgen.

️ Koniotomie

Indikation: cannot ventilate, cannot intubate.

Kernbotschaft:

• rechtzeitig entscheiden

• klar kommunizieren

• Material und Ablauf vorher kennen und trainieren

Take-home-Messages

• früh Warnzeichen erkennen

• nur sichtbare Fremdkörper entfernen

• nach Atemwegseröffnung sofort hochdosiert Sauerstoff

• inspiratorischer Stridor = Red Flag

• Schnarchen bei Vigilanzminderung oft Zungenobstruktion

• Anaphylaxie früh mit i.m. Adrenalin behandeln

• bei Trauma an HWS denken

• bei Versagen einfacher Maßnahmen entschlossen eskalieren

️ Merksatz

Früh erkennen, einfach anfangen und entschlossen eskalieren.
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„Notfallmanagment - "A" - Airway“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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