Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 2 Wochen
Thema der Folge
Rapid Sequence Induction (RSI) beim Erwachsenen: praktischer
Ablauf zur schnellen Atemwegssicherung bei erhöhtem
Aspirationsrisiko.
️ Grundprinzipien
RSI dient primär dem Aspirationsschutz, nicht der Lösung eines
bekannten schwierigen Atemwegs.
Bei bekannt schwierigem Atemweg sollte eine fiberoptische
Wachintubation als primäres Verfahren ernsthaft erwogen werden.
Kernbotschaften:
• schnelle Narkose + vollständige Relaxierung
• Zeit bis zum gesicherten Atemweg minimieren
• Zwischenbeatmung klassisch vermeiden
• Hypoxie niemals zugunsten von Dogmen in Kauf nehmen
🩺 Typische Indikationen
Erhöhtes Aspirationsrisiko, z. B.:
• nicht nüchtern
• Ileus / gastrointestinale Obstruktion
• Adipositas
• Schwangerschaft
• gastroösophagealer Reflux
• Notfalleingriffe
• kritisch kranke Patient:innen
Material & Vorbereitung
Unbedingt bereithalten:
• Beatmungsmaske
• Videolaryngoskop, Alternativplan mitdenken
• Endotrachealtuben in passenden Größen
• Stylet, ggf. Bougie
• Cuff-Spritze, Cuffdruckmesser, Fixierung
• funktionierende Absaugung, idealerweise 2 Systeme
• Guedel-/Wendl-Tubus
• supraglottische Atemwegshilfen
• Material zur Notfallkoniotomie
Gerätecheck:
• Laryngoskop, Licht, Bildschirm
• Tubuscuff
• Absaugung
• Beatmungs-/Narkosegerät
• Beatmungsparameter
Patientenvorbereitung
• Basismonitoring: SpO2, NIBP, EKG
• sicherer Gefäßzugang, ggf. intraossär
• gute Lagerung: oft Oberkörperhochlagerung, Schnüffelposition
• Airway-Assessment: Mundöffnung, Reklination, Mallampati,
Zahnstatus
• Magensonde: individuelle Entscheidung, keine sichere
Aspirationsprophylaxe
• optional: sonografische Abschätzung des Magenrestvolumens
Medikamente
Häufige Substanzgruppen:
• Opioide: Fentanyl, Sufentanil, Alfentanil, Remifentanil
• Hypnotika: Propofol, Etomidat, Thiopental, ggf. Midazolam
• Alternative bei Instabilität: Ketamin / Esketamin
• Relaxanzien: Succinylcholin oder Rocuronium
• Kreislaufunterstützung vorbereiten: z. B. Noradrenalin,
Cafedrin-Theodrenalin
• bei Rocuronium: Sugammadex verfügbar halten
Faustregeln:
• Propofol eher bei stabilem Kreislauf
• Etomidat oder Ketamin eher bei hämodynamischer Instabilität /
neurokritischen Situationen
• Succinylcholin klassisch, Rocuronium häufige Alternative
🫁 Präoxygenierung
Einer der wichtigsten Schritte überhaupt:
• 100 % O2
• Frischgasfluss ca. 10 l/min
• 3–4 Minuten, bei Risikopatient:innen oft länger
• bei Adipositas / respiratorischer Gefährdung: Oberkörper hoch,
ggf. NIV oder High-Flow
Ablauf der Einleitung
Typische Reihenfolge:
• Opioid
• Hypnotikum
• Relaxans
Danach:
• ausreichende Relaxierung abwarten
• Intubation, häufig videolaryngoskopisch
• Cuff blocken und Cuffdruck prüfen
• Tubuslage sofort mit Kapnografie bestätigen
• anschließend fixieren und dokumentieren
Wichtig:
Zwischenbeatmung möglichst vermeiden, aber bei fallender
Sättigung ventilieren. Oxygenierung hat Priorität.
Häufige Komplikationen
• Hypotonie Vasopressoren früh vorbereiten
• schwieriger Atemweg früh Hilfe rufen, Strategie wechseln,
Oxygenierung sichern
• Laryngo-/Bronchospasmus Narkose vertiefen, gezielt behandeln
• Blutung / Sekret / Regurgitation sofort absaugen
• Aspiration Oropharynx absaugen, Atemweg sichern, Oxygenierung
gewährleisten
• Bradykardie / Asystolie Manipulation beenden, ggf. Atropin /
Reanimation
Auch an die Extubation denken
Ein relevanter Anteil schwerer Atemwegskomplikationen tritt bei
der Extubation auf. Auch dieser Schritt braucht Planung,
Kriterien und Backup.
Take-home-Messages
• RSI beginnt mit Vorbereitung, nicht mit dem Medikament.
• Gute Präoxygenierung verschafft sichere Apnoezeit.
• Aspirationsschutz ist wichtig, aber sichere Oxygenierung ist
immer wichtiger.
Weitere Episoden
30 Minuten
vor 1 Tag
28 Minuten
vor 2 Tagen
35 Minuten
vor 3 Tagen
32 Minuten
vor 4 Tagen
30 Minuten
vor 5 Tagen
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.