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  4. Rapid Sequence Induction (RSI) beim Erwachsenen
Thema der Folge

Rapid Sequence Induction (RSI) beim Erwachsenen: praktischer
Ablauf zur schnellen Atemwegssicherung bei erhöhtem
Aspirationsrisiko.

️ Grundprinzipien

RSI dient primär dem Aspirationsschutz, nicht der Lösung eines
bekannten schwierigen Atemwegs.

Bei bekannt schwierigem Atemweg sollte eine fiberoptische
Wachintubation als primäres Verfahren ernsthaft erwogen werden.

Kernbotschaften:

• schnelle Narkose + vollständige Relaxierung

• Zeit bis zum gesicherten Atemweg minimieren

• Zwischenbeatmung klassisch vermeiden

• Hypoxie niemals zugunsten von Dogmen in Kauf nehmen

🩺 Typische Indikationen

Erhöhtes Aspirationsrisiko, z. B.:

• nicht nüchtern

• Ileus / gastrointestinale Obstruktion

• Adipositas

• Schwangerschaft

• gastroösophagealer Reflux

• Notfalleingriffe

• kritisch kranke Patient:innen

Material & Vorbereitung

Unbedingt bereithalten:

• Beatmungsmaske

• Videolaryngoskop, Alternativplan mitdenken

• Endotrachealtuben in passenden Größen

• Stylet, ggf. Bougie

• Cuff-Spritze, Cuffdruckmesser, Fixierung

• funktionierende Absaugung, idealerweise 2 Systeme

• Guedel-/Wendl-Tubus

• supraglottische Atemwegshilfen

• Material zur Notfallkoniotomie

Gerätecheck:

• Laryngoskop, Licht, Bildschirm

• Tubuscuff

• Absaugung

• Beatmungs-/Narkosegerät

• Beatmungsparameter

Patientenvorbereitung

• Basismonitoring: SpO2, NIBP, EKG

• sicherer Gefäßzugang, ggf. intraossär

• gute Lagerung: oft Oberkörperhochlagerung, Schnüffelposition

• Airway-Assessment: Mundöffnung, Reklination, Mallampati,
Zahnstatus

• Magensonde: individuelle Entscheidung, keine sichere
Aspirationsprophylaxe

• optional: sonografische Abschätzung des Magenrestvolumens

Medikamente

Häufige Substanzgruppen:

• Opioide: Fentanyl, Sufentanil, Alfentanil, Remifentanil

• Hypnotika: Propofol, Etomidat, Thiopental, ggf. Midazolam

• Alternative bei Instabilität: Ketamin / Esketamin

• Relaxanzien: Succinylcholin oder Rocuronium

• Kreislaufunterstützung vorbereiten: z. B. Noradrenalin,
Cafedrin-Theodrenalin

• bei Rocuronium: Sugammadex verfügbar halten

Faustregeln:

• Propofol eher bei stabilem Kreislauf

• Etomidat oder Ketamin eher bei hämodynamischer Instabilität /
neurokritischen Situationen

• Succinylcholin klassisch, Rocuronium häufige Alternative

🫁 Präoxygenierung

Einer der wichtigsten Schritte überhaupt:

• 100 % O2

• Frischgasfluss ca. 10 l/min

• 3–4 Minuten, bei Risikopatient:innen oft länger

• bei Adipositas / respiratorischer Gefährdung: Oberkörper hoch,
ggf. NIV oder High-Flow

Ablauf der Einleitung

Typische Reihenfolge:

• Opioid

• Hypnotikum

• Relaxans

Danach:

• ausreichende Relaxierung abwarten

• Intubation, häufig videolaryngoskopisch

• Cuff blocken und Cuffdruck prüfen

• Tubuslage sofort mit Kapnografie bestätigen

• anschließend fixieren und dokumentieren

Wichtig:

Zwischenbeatmung möglichst vermeiden, aber bei fallender
Sättigung ventilieren. Oxygenierung hat Priorität.

Häufige Komplikationen

• Hypotonie Vasopressoren früh vorbereiten

• schwieriger Atemweg früh Hilfe rufen, Strategie wechseln,
Oxygenierung sichern

• Laryngo-/Bronchospasmus Narkose vertiefen, gezielt behandeln

• Blutung / Sekret / Regurgitation sofort absaugen

• Aspiration Oropharynx absaugen, Atemweg sichern, Oxygenierung
gewährleisten

• Bradykardie / Asystolie Manipulation beenden, ggf. Atropin /
Reanimation

Auch an die Extubation denken

Ein relevanter Anteil schwerer Atemwegskomplikationen tritt bei
der Extubation auf. Auch dieser Schritt braucht Planung,
Kriterien und Backup.

Take-home-Messages

• RSI beginnt mit Vorbereitung, nicht mit dem Medikament.

• Gute Präoxygenierung verschafft sichere Apnoezeit.

• Aspirationsschutz ist wichtig, aber sichere Oxygenierung ist
immer wichtiger.
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„Rapid Sequence Induction (RSI) beim Erwachsenen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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