Rapid Sequence Induction (RSI) beim Erwachsenen

Rapid Sequence Induction (RSI) beim Erwachsenen

vor 2 Wochen
33 Minuten
0
0 0

Beschreibung

vor 2 Wochen

Thema der Folge


Rapid Sequence Induction (RSI) beim Erwachsenen: praktischer
Ablauf zur schnellen Atemwegssicherung bei erhöhtem
Aspirationsrisiko.





️ Grundprinzipien


RSI dient primär dem Aspirationsschutz, nicht der Lösung eines
bekannten schwierigen Atemwegs.


Bei bekannt schwierigem Atemweg sollte eine fiberoptische
Wachintubation als primäres Verfahren ernsthaft erwogen werden.





Kernbotschaften:


• schnelle Narkose + vollständige Relaxierung


• Zeit bis zum gesicherten Atemweg minimieren


• Zwischenbeatmung klassisch vermeiden


• Hypoxie niemals zugunsten von Dogmen in Kauf nehmen





🩺 Typische Indikationen





Erhöhtes Aspirationsrisiko, z. B.:


• nicht nüchtern


• Ileus / gastrointestinale Obstruktion


• Adipositas


• Schwangerschaft


• gastroösophagealer Reflux


• Notfalleingriffe


• kritisch kranke Patient:innen





Material & Vorbereitung





Unbedingt bereithalten:


• Beatmungsmaske


• Videolaryngoskop, Alternativplan mitdenken


• Endotrachealtuben in passenden Größen


• Stylet, ggf. Bougie


• Cuff-Spritze, Cuffdruckmesser, Fixierung


• funktionierende Absaugung, idealerweise 2 Systeme


• Guedel-/Wendl-Tubus


• supraglottische Atemwegshilfen


• Material zur Notfallkoniotomie





Gerätecheck:


• Laryngoskop, Licht, Bildschirm


• Tubuscuff


• Absaugung


• Beatmungs-/Narkosegerät


• Beatmungsparameter





Patientenvorbereitung





• Basismonitoring: SpO2, NIBP, EKG


• sicherer Gefäßzugang, ggf. intraossär


• gute Lagerung: oft Oberkörperhochlagerung, Schnüffelposition


• Airway-Assessment: Mundöffnung, Reklination, Mallampati,
Zahnstatus


• Magensonde: individuelle Entscheidung, keine sichere
Aspirationsprophylaxe


• optional: sonografische Abschätzung des Magenrestvolumens





Medikamente





Häufige Substanzgruppen:


• Opioide: Fentanyl, Sufentanil, Alfentanil, Remifentanil


• Hypnotika: Propofol, Etomidat, Thiopental, ggf. Midazolam


• Alternative bei Instabilität: Ketamin / Esketamin


• Relaxanzien: Succinylcholin oder Rocuronium


• Kreislaufunterstützung vorbereiten: z. B. Noradrenalin,
Cafedrin-Theodrenalin


• bei Rocuronium: Sugammadex verfügbar halten





Faustregeln:


• Propofol eher bei stabilem Kreislauf


• Etomidat oder Ketamin eher bei hämodynamischer Instabilität /
neurokritischen Situationen


• Succinylcholin klassisch, Rocuronium häufige Alternative





🫁 Präoxygenierung





Einer der wichtigsten Schritte überhaupt:


• 100 % O2


• Frischgasfluss ca. 10 l/min


• 3–4 Minuten, bei Risikopatient:innen oft länger


• bei Adipositas / respiratorischer Gefährdung: Oberkörper hoch,
ggf. NIV oder High-Flow





Ablauf der Einleitung





Typische Reihenfolge:


• Opioid


• Hypnotikum


• Relaxans





Danach:


• ausreichende Relaxierung abwarten


• Intubation, häufig videolaryngoskopisch


• Cuff blocken und Cuffdruck prüfen


• Tubuslage sofort mit Kapnografie bestätigen


• anschließend fixieren und dokumentieren





Wichtig:


Zwischenbeatmung möglichst vermeiden, aber bei fallender
Sättigung ventilieren. Oxygenierung hat Priorität.





Häufige Komplikationen





• Hypotonie Vasopressoren früh vorbereiten


• schwieriger Atemweg früh Hilfe rufen, Strategie wechseln,
Oxygenierung sichern


• Laryngo-/Bronchospasmus Narkose vertiefen, gezielt behandeln


• Blutung / Sekret / Regurgitation sofort absaugen


• Aspiration Oropharynx absaugen, Atemweg sichern, Oxygenierung
gewährleisten


• Bradykardie / Asystolie Manipulation beenden, ggf. Atropin /
Reanimation





Auch an die Extubation denken





Ein relevanter Anteil schwerer Atemwegskomplikationen tritt bei
der Extubation auf. Auch dieser Schritt braucht Planung,
Kriterien und Backup.





Take-home-Messages





• RSI beginnt mit Vorbereitung, nicht mit dem Medikament.


• Gute Präoxygenierung verschafft sichere Apnoezeit.


• Aspirationsschutz ist wichtig, aber sichere Oxygenierung ist
immer wichtiger.
15
15
Episode teilen
Rapid Sequence Induction (RSI) beim Erwachsenen
Rapid Sequence Induction (RSI) beim Erwachsenen

Close