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Thema der Folge: Primär sklerosierende Cholangitis (PSC)

Kurzüberblick

PSC ist eine chronisch progrediente Entzündung der intra- und
extrahepatischen Gallenwege mit fibrotischem Umbau, Sklerosierung
und Cholestase. Im Verlauf drohen Leberzirrhose, Leberversagen
und relevante Malignome.

Wer ist betroffen?

- Seltene, aber klinisch hochrelevante Erkrankung

- Männer häufiger als Frauen, etwa 2:1

- Altersgipfel meist zwischen 30 und 50 Jahren

- Enge Assoziation mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen,
v. a. Colitis ulcerosa

Wichtige Assoziationen

- 60–80 % der PSC-Betroffenen haben eine CED

- Besonders häufig: Colitis ulcerosa

- Auch bei Morbus Crohn möglich, v. a. bei Kolonbeteiligung

- Merksatz: CED plus Cholestaseparameter = immer an PSC denken

🩺 Klinik

Frühstadium oft asymptomatisch, häufig Zufallsbefund.

Typische Symptome:

- Pruritus

- Müdigkeit, Leistungsminderung

- rechtsseitige Oberbauchbeschwerden

- Ikterus

- bei akuter Cholangitis: Fieber, Schüttelfrost, Oberbauchschmerz

Spätstadium:

- Leberzirrhose

- Aszites

- Varizen

- hepatische Enzephalopathie

- portale Hypertension

Diagnostik

Labor:

- Cholestasekonstellation mit AP und GGT erhöht

- Bilirubin variabel

- Transaminasen oft nur mäßig erhöht

- pANCA häufig, ANA möglich, aber nicht beweisend

Bildgebung:

- Sonografie als Basisdiagnostik zum Ausschluss anderer Ursachen

- MRCP = Verfahren der ersten Wahl

- Typisch: perlschnurartige Irregularitäten mit wechselnden
Stenosen und Dilatationen

Wichtig:

- ERCP nicht als Routinediagnostik

- ERCP nur gezielt bei unklarer Bildgebung oder dominanter
Striktur

- Leberbiopsie nicht obligat, aber sinnvoll bei Small-Duct-PSC
oder AIH-Overlap-Verdacht

Differenzialdiagnosen

- Choledocholithiasis

- maligne Stenosen, z. B. Cholangiokarzinom, Pankreaskarzinom

- IgG4-assoziierte Cholangitis

- ischämische oder infektiöse Ursachen

- sklerosierende Cholangitis des kritisch Kranken

- Abgrenzung zur PBC wichtig

Therapie

Keine gesicherte kausale medikamentöse Therapie. Einzige kurative
Option: Lebertransplantation.

Im Alltag relevant:

- UDCA häufig eingesetzt, oft 13–15 mg/kg/Tag

- kein Heilmittel, aber teils Besserung der Cholestaseparameter

- Hochdosis vermeiden

Symptomkontrolle:

- Pruritus: zunächst Cholestyramin

- bei Bedarf Rifampicin, Naltrexon oder Sertralin

Bei Cholangitis:

- rasche antibiotische Therapie

- bei Obstruktion oder dominanter Striktur: biliäre Drainage via
ERCP

Bei dominanter Stenose:

- endoskopische Dilatation, ggf. kurzfristige Stenteinlage

Besonderheiten:

- Immunsuppression nicht Standard bei klassischer PSC

- relevant bei AIH-Overlap

- an fettlösliche Vitamine A, D, E, K und Osteoporoseprophylaxe
denken

Monitoring

PSC erfordert strukturiertes Langzeit-Follow-up.

Empfohlen:

- Klinik und Labor alle 3–6 Monate

- jährliche Abdomensonografie

- MRCP/MRT meist alle 12–24 Monate

- Leberelastografie etwa alle 1–2 Jahre

- bei Zirrhoseverdacht: Gastroskopie

Koloskopie nicht vergessen

- Bei Erstdiagnose einer PSC: Koloskopie zum CED-Screening

- Bei PSC plus CED: jährliche Vorsorgekoloskopie

- Bei PSC ohne bekannte CED: meist alle 3–5 Jahre

️ Wichtige Komplikationen

- Leberzirrhose

- rezidivierende bakterielle Cholangitiden

- Cholangiokarzinom

- kolorektales Karzinom

- Gallenblasenkarzinom bzw. suspektes Polypenwachstum

- erhöhtes Risiko für Pankreaskarzinom

- AIH-Overlap

Take-home-Messages

- Bei CED plus Cholestaseparametern immer an PSC denken

- MRCP ist die Untersuchung der Wahl, nicht die ERCP als Routine

- PSC ist eine onkologisch und transplantationsrelevante
Langzeiterkrankung mit hohem Monitoring-Bedarf
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„Primär sklerosierende Cholangitis (PSC)“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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