Primär biliäre Cholangitis (PBC)

Primär biliäre Cholangitis (PBC)

vor 4 Tagen
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Beschreibung

vor 4 Tagen

Krankheitsbild





Die primär biliäre Cholangitis (PBC) ist eine chronische,
wahrscheinlich autoimmun vermittelte, nicht eitrige,
destruierende Entzündung der kleinen intrahepatischen Gallenwege.
Unbehandelt kann sie über Fibrose zur Leberzirrhose führen.





Wichtig:


• Früher: primär biliäre Zirrhose


• Heute korrekter: primär biliäre Cholangitis


• Chronische cholestatische Lebererkrankung


• Häufig assoziiert mit Autoantikörpern, v. a. AMA





Epidemiologie





Typisches Profil:


• Etwa 90 % der Betroffenen sind Frauen


• Erstdiagnose oft um das 50. Lebensjahr





Klinischer Denkhinweis:


Bei Frauen mittleren Alters mit Pruritus, Fatigue,
Sicca-Symptomatik oder isoliert erhöhter alkalischer Phosphatase
an PBC denken.





Klinik





PBC kann lange asymptomatisch verlaufen und wird oft zufällig im
Labor entdeckt.





Häufige Symptome:


• Fatigue


• Pruritus, oft nachts stärker


• Sicca-Symptomatik


• Oberbauchbeschwerden


• Arthralgien





Im Verlauf:


• Cholestase mit Ikterus, Fettstühlen, Mangel an Vitamin A, D, E,
K


• Zirrhosezeichen: portale Hypertension, Aszites, Varizen


• Erhöhtes Osteoporoserisiko





Assoziierte Erkrankungen





Häufige Autoimmun-Assoziationen:


• Hashimoto-Thyreoiditis


• Sjögren-Syndrom


• Rheumatoide Arthritis


• Systemische Sklerose


• SLE


• Autoimmunhepatitis





Diagnostik





Diagnose in der Regel bei mindestens 2 von 3 Kriterien:


• Chronisch erhöhte Cholestaseparameter, v. a. AP > 6 Monate


• AMA oder PBC-spezifische ANA positiv


• Typische Histologie





Typische Laborbefunde:


• AP erhöht


• GGT häufig erhöht


• Bilirubin anfangs oft normal


• Transaminasen meist nur leicht erhöht


• AMA, besonders AMA-M2, bei ca. 90 %


• PBC-spezifische ANA, z. B. sp100, gp210


• IgM oft erhöht





Merke:


Erhöhte AP plus passende Autoantikörper ist oft bereits
diagnostisch wegweisend.





🩻 Bildgebung und Histologie





Wichtige Untersuchungen:


• Abdomen-Sonografie zum Ausschluss anderer Cholestaseursachen


• Leberelastografie zur Fibroseabschätzung


• FIB-4 unterstützend


• Leberbiopsie bei unklarer Diagnose, Overlap-Verdacht,
zusätzlicher Lebererkrankung oder unzureichendem UDCA-Ansprechen





Histologisch typisch:


• Nicht eitrige destruierende Cholangitis


• Floride Gallengangsläsionen


• Lymphozytäre Infiltrate


• Teilweise Granulome


• Progression bis Fibrose und Zirrhose





Therapie





Basistherapie:


Ursodeoxycholsäure (UDCA) lebenslang





Dosierung:


• 13–15 mg/kgKG/Tag oral





Wichtig:


• First-Line in jedem Stadium


• Meist gut verträglich


• Adhärenz aktiv prüfen


• Ansprechen spätestens nach 12 Monaten bewerten





Günstig:


• Deutlicher AP-Abfall oder Normalisierung


• Normales Bilirubin





Zweitlinientherapie





Bei unzureichendem UDCA-Ansprechen:


• PPAR-Agonisten erwägen


• Frühzeitige Überweisung ins Spezialzentrum





Optionen:


• Elafibranor


• Seladelpar


• Bezafibrat, oft off label





🩺 Symptommanagement


Pruritus:


• Allgemeinmaßnahmen: Hautpflege, lauwarm duschen, kühle Umgebung


• 1. Wahl: Colestyramin


• Einnahmeabstand zu UDCA und anderen Medikamenten mindestens 4
Stunden


• Alternativen: Bezafibrat, Rifampicin


• Refraktär: Gabapentin, Pregabalin, Naltrexon, Sertralin,
Spezialverfahren





Fatigue:


• Differenzialdiagnosen aktiv ausschließen


• Keine etablierte Standardmedikation


• Symptomorientierte Unterstützung





Sicca:


• Tränenersatzmittel


• Mundhygiene, Zahnarztkontrollen


• An Sjögren-Syndrom denken





Langzeitmanagement





Wichtige Punkte:


• Osteoporose-Screening, ggf. DXA


• Vitamin-D- und Calcium-Substitution erwägen


• Fettlösliche Vitamine mitdenken


• Regelmäßige Laborkontrollen und Fibrosestaging


• Sonografische Verlaufskontrollen





Take-home-Messages


• PBC = chronische cholestatische Autoimmunerkrankung der kleinen
intrahepatischen Gallenwege


• Diagnose meist über 2 aus 3: Cholestase, Autoantikörper,
Histologie


• AMA plus erhöhte AP ist oft wegweisend


• UDCA lebenslang ist die Basistherapie


• Ansprechen nach 12 Monaten prüfen


• Pruritus, Fatigue, Sicca und Osteoporose aktiv mitbehandeln
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