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  4. #74 Selfpublishing | Haben wir Angst davor, unsere Texte selbst zu veröffentlichen?
Selfpublishing ist inzwischen eine echte Alternative zum
traditionellen Weg über Agentur und Verlag. Viele junge
Selfpublisher:innen entscheiden sich bewusst für diesen Weg, weil
er mit Kontrolle und Flexibilität verbunden ist.

Ich zögere. Ich bewundere die erfolgreichen Selfpublisher:innen,
die mit Mut und Fokus am Werk sind, aber ich habe Schwierigkeiten
mich selbst in dieser Rolle zu sehen. Habe ich relevante,
nachvollziehbare Bedenken oder einfach nur Angst? 

In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Selfpublishing sich
gleichzeitig revolutionär und bedrohlich anfühlen kann, was es in
uns triggert, andere dabei zu beobachten, und welche Ängste uns
davon abhalten, unsere Texte selbst zu veröffentlichen.

 

Drei Gedanken aus der Folge:

Selfpublishing bedeutet Selbstwirksamkeit. Das klingt erstmal
toll, kann aber auch Angst machen. Wenn die Gatekeeper wegfallen,
dann gibt es keine äußere Legitimation mehr.
Das kann befreiend sein, aber auch verunsichern: Alles liegt beim
Autoren, Inhalt, Qualität, Sichtbarkeit, Erfolg. Selfpublishing
fordert nicht nur Kreativität, sondern auch Verantwortung. Und
manche von uns fühlen sich einfach sicherer, wenn jemand in der
eigenen Ecke steht und mit einem kämpft.Wenn wir andere mutig
veröffentlichen sehen und dabei Neid ider Sehnsucht empfinden, dann
spiegelt das häufig eine Version von uns selbst, die wir uns
wünschen. Das Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Freiheit kann
schmerzhaft sein und ist gleichzeitig ein Hinweis darauf, was uns
eigentlich wichtig ist.Sich für oder gegen Selfpublishing zu
entscheiden, sollte eine Entscheidung sein, die wir aufgrund von
guten Gründen und sinnvollen Überlegungen treffen, nicht, weil wir
Angst haben. Experimente, kleine Veröffentlichungen, Routinen,
können uns helfen diese Angst zu reduzieren und dann zu schauen,
welcher Veröffentlichungsweg der richtige für uns ist. Und nichts
ist endgültig. Selfpublishing darf ein Versuch sein, genauso wie
traditionelles Veröffentlichen. 

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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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