Am 18 April knackte Gold die 3.300 Dollar-Marke je
Feinunze Gold, das sind 31,1 Gramm. Was schätzt ihr, was
Gold in den letzten 12 Monaten zugelegt hat? Unglaublich 34
Prozent in Euro und 42 Prozent in Dollar. Im Vergleich legten im
selben Zeitraum die 500 größten US-Aktien, also der S&P 500,
gerade einmal 6,8 Prozent zu – mit Aktien trotz Trump-Turbulenzen
ein deutlich besserer Ertrag als am Sparbuch. Wer kauft da Gold
wie wild? Zum einen sind es die Nationalbanken vor allem in
Asien, aber auch die Chinesen etwa privat oder neuerdings auch
die Amerikaner. Geht das so weiter? Der Anstieg ist schon
exzeptionell hoch, was nicht heißt, wenn die geopolitische
Unsicherheit noch zunimmt Gold nicht noch weiter steigt. Ich
persönlich wäre da vorsichtig. Beim Timing nicht viel falsch
machen kann man, wenn man Gold in Etappen mit einem Sparplan
zukauft. Bei Gold gilt dasselbe wie für Silber: 1.) Gold bringt
weder Zinsen, noch einen Ertrag, „nur“ einen Wertgewinn. Der wird
weniger, wenn es zum Beispiel durch Zinserhöhungen wieder
Anlagealternativen gibt. Gold würde ich mir persönlich nur als
kleine Beimischung von maximal fünf bis zehn Prozent des
Anlagevermögens ins Portfolio legen und dazu vielleicht noch
etwas Gold in Form von Barren- und Münzen als Zahlungsmittel für
den Ernstfall, wenn ich pessimistisch in die Zukunft blicke. 2.)
Wer physisches Gold kauft und verkauft muss wie bei Silbermünzen
oder Barren mit Händlerkosten von fünf bis acht Prozent rechnen.
Bei Aktien oder Anleihen wird man hingegen schon bei
Handelsgebühren von einem Prozent unrund. Ich würde deshalb
wirklich beim Kauf oder Verkauf von physischem Gold zu
verschiedenen Finanzinstituten oder Münzprägeanstalten gehen. 3.)
Wer sich einen Gold ETC kauft sollte unbedingt darauf achten a)
wer der Emittent ist und b.) ob das Edelmetall auch physisch
hinterlegt und nicht nur mit Derivaten die Wertsteigerung
abgebildet wird. Ein ETC ist im Gegensatz zu einem ETF kein
Sondervermögen! 4.) Gold schwankt im Wert stärker als man glaubt.
Man sollte physisches Gold daher als Langfristinvestment sehen.
Wer etwa zwischen Ende 2001 bis April 2025 in Gold veranlagte,
kann sich laut Goldreport über einen Anstieg des Edelmetalls von
1061 Prozent freuen. Wer hingegen 2012 Gold kaufte und es 2013
wieder verkaufte, konnte mehr als 36 Prozent verlieren! Man kann
jetzt – gerade wenn man das Edelmetall in Wertpapierform besitzt
– vielleicht auch ein Teil des Zugewinns im letzten Jahr durch
Verkäufe realisieren, so wie man ja auch Aktiengewinne
realisiert. Vielleicht könnte man auch überlegen, einen Teil
seines physischen Goldes flüssig zu machen, denn wer weiß ob
angesichts der hohen Budgetdefizite und den Begehrlichkeiten der
Regierungen die Zugewinne bei Gold und Silber dauerfrei
steuerfrei bleiben. Übrigens, die Zugewinne sind auch bei
Gold-ETCs nach einem Jahr steuerfrei, sofern sie eine tatsächlich
Goldlieferung gewährleisten. Das ist etwa beim Deutsche Börse
Produkt XetraGold oder Euwax Gold 2 von der Börse Stuttgart der
Fall. Hier müssen die Erträge beim Verkauf nicht versteuert
werden, da sie wie physisches Gold steuerlich behandelt werden.
Happy investing wünscht euch Julia Kistner
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