Ein großartiges Börsenjahr ist schon wieder um. Wie schade.
Ichwürde meinen, die meisten von uns freuen sich über
überdurchschnittliche Gewinne.So haben beim weihnachtlichen Small
Talk auch einige von Euch mir die Frage gestellt, wie ich meine
Gewinne über das Jahr drüber rette? Soll man alle Positionen im
Depot, dessen Wertpapierkennnummer mit US beginnt jetzt mitGewinn
verkaufen, weil die meisten Analysten die US-Amerikanischen Börse
zumindest im nächsten Jahr nicht zu den Bestperformern zählen.
Sollte man Technologieaktiengegen defensivere
Value-Titel tauschen? Die Gewinne bei Gold und Silber
mitnehmen? In Cash gehen?
Ich finde, es macht immer Sinn sein Portfolio im regelmäßigen
Rhythmus anzuschauen und zu überprüfen, ob das, worin
ichinvestiert bin auch noch meinem Anlagezielen noch entspricht
und dann, wenn notwendig, einen Umbau im Depot vorzunehmen.
Dafür muss man sich aber nicht sklavisch an den
Jahreskalender-Rhythmus halten. Und auch nicht unbedingt
gleich der Marktmeinung folgen. Wichtiger ist, Dei persönliches
Anlageziel und Deine Lebensumstände zu berücksichtigen: Was ist
Dein Zeithorizont? Dein Geldbedarf?Auf wie viel Deines
Anlagevermögens kannst Du notfalls ganz oder über einige Jahre
verzichten? Willst Du Dir jetzt oder regelmäßig etwas auszahlen
lassen und hast Du schon eine Idee, was Du mitDeinen
Wertpapiererlösen überhaupt machen willst? Das alles solltest Du
Dir vor voreiligen Verkäufen zu Jahresbeginn alles überlegen.
Ich persönlich will langsam auch von meinen Gewinnen etwas für
den Lebensunterhalt nutzen. Deswegen überlege ich mir - die
eine oder andere gut gelaufene US-Wachstums-Aktien zu veräußern
und in einen ausschüttende Dividenden-ETF oder vielleicht sogar
gemanagten Fonds zu stecken, der mir dannregelmäßige Dividenden
ausbezahlt, die ich konsumiere. Aber das ist meine ganz
persönliche Strategie, die nicht für Dichpassen muss, weil Du
noch viel jünger bist und ohnedies das Geld erst vermehren
möchtest bevor Du es auszahlen möchtest. Also bleib drin in den
großen Technologieaktien, wenn Du an ihre Geschäftsidee weiterhin
glaubst.
Warum Fondsmanager momentan so eifrig umschichten hat einen
anderen Grund. Windowdressing nennt man das. Das verwaltete
Portfolio zu Quartals- und vor allem zum Jahresende so
aufzupolieren, dass es attraktiver aussieht. Man nennt es auch
Bilanzkosmetik: Um Kunden zu einem Stichtag mit einer
tollen Performance zu beindrucken werden schlechtgelaufene
Aktien verkauft und stattdessen gut performende Wertpapiere
gekauft. Nichts, was ihr unbedingt nachmachen sollte.
Die einzige Jahresend-Hektik, die bei mir immer ausbricht istdie
Suche nach Wertpapier-Kandidaten für den Verlustausgleich, die
ich loswerden möchte, um meine Steuerlast auf Gewinnen zu
reduzieren. Das habe ich schonerledigt. Wie ich
Wertpapierverluste meinen KeST-Zahlungen auf realisierte Gewinne
gegenrechnen kann, könnt ihr in der vorletzten Börsenminute
nachhören.
Und dann genießt die vorweihnachtliche Ruhe.
Schöne Feiertage und viel Hörvergnügen wünscht Julia
Kistner
Warnung: Dies ist weder eine Anlage-, noch Steuer- oder
Rechtsberatung.
Musik- &
Soundrechte:
https://www.geldmeisterin.com/index.php/musik-und-soundrechte/
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