Häufig wurde mir in letzter Zeit die Frage gestellt, wie man in
einer Blase am besten anlegt.
Die Frage ist, sind wir in einer Blase? Das kann ich Euchauch
nicht so eindeutig beantworten. Dazu ist erst einmal zu klären,
was eine Blase ist: Von einer Blase spricht man bei
Preissteigerungen etwa von Unternehmensanteilsscheinen,also
Aktien, die fundamental, nicht durch Unternehmensgewinne
gerechtfertigt sind. Klassische Bewertungskennzahlen wie das
Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Kurs-Buchwert-Verhältnis liegen weit
über den historischen Durchschnitten . So sind derzeit
Kurs-Gewinn-Verhältnisse von50 und mehr bei KI- bzw.
Technologiewerten keine Seltenheit. Ein KGV von 50 heißt so viel
wie, ich zahle für die Aktie das 50-fache des anteiligen
Jahresgewinns. Ganz schön stolz, aber wenn ich vom
Geschäftsmodell sehr überzeugt bin, ist das auch OK. Dann gehe
ich ja davon aus, dass der Bilanzwertdes Unternehmens durch
exorbitante Gewinne in naher Zukunft in seine hohen Bewertungen
hineinwächst.
Bei Technologiewerten seien so hohe Bewertungen heutzutageoftmals
auch deshalb gerechtfertigt, weil die Unternehmen über sehr viel
immaterielle Vermögenswerte wie Markenwert, geistiges Eigentum
etc. verfügen, das in ihren Bilanzen nicht aufscheint, kommt
Christof Schürrmann von Flossbachvon Storch Research in seiner
neuen Studie zum Schluss, die er in der aktuellen Folge der
GELDMEISTIERIN bespricht. Reinhören lohnt sich auch hier.
Das bedeutet, gerade Unternehmen mit KI-Phantasie muss man
sich genau anschauen, bevor man investiert. Ob es
solcheimmateriellen Vermögen in großem Stil auch geben kann.
Wer sich vor Blasen und vor allem deren Platzen fürchtet,der geht
ihnen am besten aus dem Weg. Wie? Klingt banal, ist es auch: in
dem man sich Anteile eines breit gestreuten Fonds oder ETF kauft,
der nicht nur in ein Sorte Aktien investiert, sondern in viele
hundert unterschiedliche Aktien aus verschiedenen Ländern und
Regionen. Alle werden kaum gleichzeitig in einer Blase
sein. Zweitens, indem man je nach Risikoaversion fünf biszehn
Prozent seines Anlagevermögens in Edelmetalle investiert, die in
der Regelnicht so stark mit Aktien und Anleihen korrelieren, also
sich mit ihnen in derRegel nicht gleichzeitig in einer Bubble
befinden. Drittens, indem man sich jetzt auf die Suche nach Value
Aktien macht, das sind Anteilsscheine von Unternehmenmit guten
Geschäftsmodellen und stabilen Gewinnen, die es momentan günstig
gibt, weil sie gerade wenig Beachtung finden. Dazu zählen – das
ist meine persönliche Meinung, keine Anlageempfehlung - der
eine oder andere Pharma- oder Baukonzern und auch
Rückversicherungen, auch wenn diese nie günstig bewertet sind.
Was bei der Auswahl von Value Aktien noch hilft ist in
dieVergangenheit zu blicken: Gab es das erfolgreiche Unternehmen
vielleicht schon in der Dotcom-, Finanz- oder zumindest
Covid-Krise und wie hat sich der Kursihrer Aktie während früherer
Börsen-Abstürze verhalten.
Auch kann man klassische Industriewerte leichter am Kurs-Buchwert
bemessen.
Wenn auch ihr Fragen an mich habt dann schreibt mir doch an
julia@geldmeisterin.com
Ich freue mich über Hörerer-Post Eure Julia Kistner
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