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Diese Bande wuchsen zart und stetig: Eine Gruppe von Männern,
alle erst seit wenigen Monaten MdBs, noch nicht 35 und entweder
CDUler oder Grüne, hatte sich zusammengetan. Darunter auch Cem
Özdemir. In den Augen der jungen Schwarzen war der ungewöhnliche
Schwabe gefällig, ohne lange Mähne, Latzjeans und Birkenstock.
Selbst der Ohrring, den er sich irgendwann auf einem Schulausflug
nach Berlin hatte stechen lassen, sehr zum Verdruss des Vaters,
war abgelegt.

Er passte also zu der Truppe, die damals im Weinkeller einer
Bonner Pizzeria zu tagen pflegte. Möglichst geheim bleiben sollte
der Auftakt, was gründlich fehlschlug: Just an diesem Abend saß
Kohls Sekretärin Juliane Weber auf einem Platz, an dem sie alle
vorbeimussten, darunter Armin Laschet, Norbert Röttgen, Peter
Altmaier, Roland Pofalla oder Hermann Gröhe. Die Antwort auf die
Frage, ob ihr Gaststättenbesuch zufällig war oder nicht doch
vorsätzlich, hat Kohls Vertraute mit ins Grab genommen.

Später bedauerten die Protagonisten, dass nur wenig umzusetzen
war von dem, was da auf zahlreichen Politikfeldern von den auf
diesen schönen Beinamen getauften Jungen Wilden erdacht und
erträumt wurde. So erwog der CDU-Nachwuchs, ohnehin von
CSU-Kollegen missbilligend beäugt, einen deutschen Alleingang bei
der Einführung einer Energiesteuer zum Wohle des Umweltschutzes.
Als die Wirtschaft und ihre Lobby massiven Einspruch einlegten,
wurde das Projekt sogleich wieder eingesammelt. „Ploff und
kusch“, höhnte das bekannte Hamburger Nachrichtenmagazin.

Überliefert und nicht nur unter direkt Beteiligten bis heute gern
erzählt sind aber auch Geschichten vom Enthusiasmus. Hermann
Gröhe schwärmte von der Lebensfreude als verbindendem Element:
„Wir genießen gern, mögen gutes Essen und Wein, wir lesen die
gleichen Bücher, schauen uns die gleichen Filme im Kino an und
denken in vielen politischen Fragen in dieselbe Richtung.“ Und
Özdemir fand gut, dass da weder im Übermaß theoretisiert noch
gekungelt worden sei: „Wir wollten einfach gemeinsam über den
Tellerrand in die Zukunft schauen.“
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„#12 Minister von morgen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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