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  4. #38 Genre-Erwartungen | Muss man das Genre beim Schreiben schon kennen?
Muss ich das Genre meines Buches beim Schreiben schon kennen? Das
ist so eine Frage, bei sich unter Autor:innen die Geister
scheiden. Wenn man nach dem Markt schreibt, dann kennt man
natürlich das Genre und ist darauf bedacht, alle Erwartungen zu
erfüllen.

Aber es kann auch dann sinnvoll sein, sich vor oder während des
Schreibens mit dem Genre auseinanderzusetzen, wenn man die eigene
Herzensgeschichte schreibt.

Ich habe ein wenig Schwierigkeiten, mein aktuelles Projekt
einzuordnen und das macht mir immer wieder Bauchschmerzen. Ich
will mein Genre kennen und gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass
es mich einengt. Mal wieder so ein Bunnybrain-ADHS-Paradox.

Deswegen sprechen wir in dieser Folge darüber, ob man das Genre
kennen muss, wie man dabei trotzdem bei sich bleibt und was
passiert, wenn man in andere Richtungen denkt.

Zusammenfassung:

Man muss das Genre beim Schreiben nicht kennen. Die Geschichte
erzählt einem in der Regel, was sie braucht. Aber, wie immer, ist
die Antwort nicht ganz so einfach, wie sie erst einmal aussieht.
Denn es kann helfen, das Genre zu kennen. Grenzen können die
Kreativität stärken und klare Regeln können dazu führen, dass wir
uns als Autor:innen sicher fühlen. Manchen hilft es, das Genre beim
Schreiben zu kennen, andere fühlen sich davon eingeengt.Das Genre
ist ein Werkzeug, kein Käfig. Es dient vor allem dazu, ein Buch zu
verkaufen. Natürlich kann man beim Schreiben schon darauf achten,
was Leser:innen eines Genres erwarten, aber eine Geschichte muss
deswegen nicht künstlich in eine Richtung gedrängt werden.
Vielleicht hilft es, mehr in Stimmung und Atmosphäre zu denken, als
in Genre.Neue Genres entstehen immer wieder, momentan in
irritierender Kleinteiligkeit, in der alles existiert. Das macht
die Regeln nicht unbedingt klarer, womit wir wieder am Anfang
wären. Halt findet man darin nicht, aber vielleicht eine gewisse
Freiheit.

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