Robert hat gefragt, wie der typische Tag eines Deutschen aussieht.
Das ist schwer zu sagen, aber ich werde es einmal versuchen! Der
Tag beginnt für viele Deutsche erst einmal mit dem Wecker. Der
läutet ziemlich früh, meist so gegen sieben Uhr. Dann wird
geduscht, man zieht sich an. Weiter geht es mit einem Frühstück.
Auf dem Tisch stehen Kaffee oder Tee, Müsli oder Brötchen mit
Marmelade. Wer Zeit hat, liest noch ein wenig Zeitung oder hört
Radio nebenbei, dann geht es entweder ins Auto oder in den Bus oder
Zug. Damit fährt man in die Arbeit, und die meisten Deutschen
fangen gegen acht Uhr an zu arbeiten. Natürlich gibt es Berufe, bei
denen man später anfängt, zum Beispiel in den Medien. Auch die
Geschäfte machen erst gegen zehn Uhr auf. Und natürlich gibt es
auch Berufe, bei denen man früher anfangen muss – Bäckereien
beispielsweise öffnen meist schon gegen sieben Uhr ihre Türen.
Gearbeitet wird dann im Normalfall bis zwölf Uhr. Um zwölf Uhr ist
Mittagszeit und man geht in eine Kantine, um etwas zu essen.
Kantinen sind in großen Firmen Restaurants für die Mitarbeiter, die
billiger sind als normale Restaurants. Oder man holt sich irgendwo
einen Snack. Manche Menschen nehmen sich auch von zu Hause Essen
mit. Die Mittagspause dauert eine halbe bis eine Stunde lang.
Danach geht es weiter in der Arbeit, und um sechs Uhr abends haben
viele Leute dann Feierabend und fahren nach Hause. Auch hier gibt
es natürlich wieder Unterschiede, manche arbeiten auch bis spät
nachts. Zum Alltag der meisten Deutschen gehört es auch, im Stau zu
stehen. Denn weil viele Leute zur gleichen Zeit anfangen zu
arbeiten, verstopfen die Autos die Straßen. Also braucht man viel
Geduld. Dieses Problem haben natürlich jene Pendler nicht, die mit
dem Zug oder dem Bus in die Arbeit fahren, aber auch die
öffentlichen Verkehrsmittel sind zu bestimmten Stoßzeiten völlig
überfüllt. Abends wird in den meisten deutschen Familien eher kalt
gegessen, also beispielsweise belegte Brote. Deswegen heißt das
Abendessen im Deutschen auch Abendbrot. Manche Deutsche gehen
gleich nach der Arbeit noch in ein Fitnessstudio oder machen
draußen Sport, gehen beispielsweise Joggen oder Schwimmen. Um acht
Uhr abends kommt dann die Tagesschau, die berühmteste deutsche
Nachrichtensendung im Fernsehen. Viele Deutsche informieren sich so
darüber, was während des Tages passiert ist. Und dann geht es nach
ein bißchen Fernsehen auch schon ab ins Bett. Am Samstag erledigen
viele Deutsche dann die Dinge, die sie während der Woche nicht
geschafft haben. Da die Geschäfte um 20 Uhr schließen, also um acht
Uhr abends, schaffen es viele Deutsche nicht, während der Woche
beispielsweise zur Reinigung zu gehen. Das machen sie am
Wochenende. Oder sie putzen das Auto, oder sie gehen einkaufen. Der
Sonntag ist der klassische Familientag, man trifft Freunde oder
Verwandte, isst Kuchen am Nachmittag und trinkt Kaffee, oder man
macht einen Ausflug. Das war jetzt mal ein Standard-Tag, oder eine
Standard-Woche. Aber es kann auch anders aussehen. Ich zum Beispiel
bin Freiberufler, ich arbeite zu Hause und habe keine festen
Arbeitszeiten. Das bedeutet, ich stehe erst zwischen acht und neun
Uhr auf, erledige tagsüber den Haushalt und arbeite an
verschiedenen Aufträgen. Abends koche ich, und dann gehe ich oft
mit Freunden ins Kino. Oft arbeite ich danach noch weiter, manchmal
bis drei Uhr früh. Auch am Wochenende arbeite ich oft, aber das
stört mich nicht. Dafür kann ich flexibel sein und beispielsweise
am Dienstag tagsüber auch mal ins Yoga gehen. Oder für Euch eine
neue Folge Slow German machen... Der Song heißt heute "Bei eBay"
und ist von "Ricky ganz allein". Gefunden habe ich ihn im
Podsafemusicnetwork. Text der Episode als PDF:
https://slowgerman.com/folgen/sg27kurz.pdf
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