Ralph ist Kanadier in der ersten Generation, das heißt seine Eltern
kamen aus Deutschland nach Kanada und er ist dort aufgewachsen. Ihn
interessiert, wie das in Deutschland mit der Fahrschule
funktioniert und mit den Autobahnen. Wir fangen an mit der
deutschen Autobahn, die ja weltweit bekannt ist. Die erste
offizielle Autobahn wurde 1932 eingeweiht. Die meisten Amerikaner
sind enttäuscht, wenn sie das erste Mal eine Autobahn sehen. Denn
verglichen mit den Freeways oder den großen, zehnspurigen Straßen
in Los Angeles sind Autobahnen eher winzig. Eine Autobahn ist eine
Straße in beide Richtungen. Jede Richtung hat mindestens zwei
Spuren. In der Mitte sind die beiden Richtungen getrennt, entweder
durch Betonmauern oder durch Leitplanken aus Stahl. Wenn ein Auto
übrigens trotzdem auf der falschen Seite in die falsche Richtung
fährt, meistens geschieht das aus Absicht als Mutprobe, oder als
Selbstmordversuch, manchmal sind es aber auch einfach verwirrte
Menschen, dann nennt man diese Fahrer Geisterfahrer. Autobahnen
sind meistens so konstruiert, dass man weder enge Kurven hat noch
große Höhenunterschiede, sofern sich das machen ließ. Wenn zu viel
los ist, vor allem in der Urlaubszeit, dann ist Stau auf der
Autobahn. Dann stehen die Autos mehr als dass sie fahren. Auf einer
Autobahn gibt es eine Mindestgeschwindigkeit. Man muss also
mindestens ein Fahrzeug haben, das 60 Kilometer pro Stunde oder
schneller fahren kann. Radfahrer dürfen also selbstverständlich
nicht auf die Autobahn, kleine Vesparoller oder ähnliches auch
nicht. Ursprünglich hatte die Autobahn kaum eine
Geschwindigkeitsbegrenzung. Man durfte also so schnell fahren, wie
man wollte. Mittlerweile hat sich das an vielen Stellen geändert,
die Geschwindigkeit ist dort festgelegt und man darf nicht
schneller als zum Beispiel 120 km/h fahren. Grund für die
Begrenzung ist die Sicherheit – wenn ein Auto 210 fährt und das
andere 100, dann kann es leichter zu Unfällen kommen als wenn beide
ungefähr gleich schnell – oder langsam – fahren. Ein Drittel des
deutschen Verkehrs läuft über die Autobahn. Hier sind auch die
meisten Lastwagen unterwegs. Sie müssen bezahlen, um auf der
Autobahn fahren zu dürfen. Selten hat eine Autobahn mehr als drei
Spuren. Da die Autobahn auch viel für den Fernverkehr genutzt wird,
also für Menschen, die weite Strecken zurücklegen müssen, gibt es
Raststätten. Man fährt also kurz neben die Autobahn um etwas zu
Essen oder zu Tanken. Es gibt sogar Autobahnkirchen. Und wisst Ihr,
was der Bau einer Autobahn kostet? Pro Kilometer 26,8 Millionen
Euro. Am teuersten ist die Planung, die normalerweise rund 20 Jahre
lang dauert. Dann braucht man Ingenieure, die mithelfen und
beraten, und der Bau selbst kostet 6,7 Millionen Euro. Wenn Ihr mal
in Deutschland seid und Ihr sucht eine Autobahn, sucht nach blauen
Schildern mit weißer Schrift. Zum Schluss wie immer ein wenig
Musik, diesmal der Gema-Song von den Reeperboys. Text der Episode
als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg33kurz.pdf
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