Seit sieben Jahren mache ich diesen Podcast. Sieben Jahre lang habe
ich mich um das Thema Fußball gedrückt, bis ich es endlich
angepackt habe. Das andere Thema, das ich viele Jahre vor mir
hergeschoben habe, ist der Deutsche Schlager. David aus Sacramento
hat mich gebeten, darüber zu sprechen. Was ist ein Schlager? Ein
Schlager ist ein Lied. Ein deutsch gesungenes Lied, meistens ein
Lied mit sehr leicht auswendig zu lernendem Text, den jeder
mitsingen kann. Musikalisch sind diese Lieder auch nicht sehr
anspruchsvoll – und in der Regel sind die Texte unkritisch. Meist
sind es Liebeslieder. Fangen wir in den 60er-Jahren an. Da fallen
mir Namen ein wie Freddy Quinn, der mit tiefer Stimme seine
Seemannslieder trällerte. Oder Bill Ramsey, der Amerikaner, der mit
starkem Akzent deutsche Lieder sang. https://youtu.be/JuzIQUrJrJU
Oder die Dänin Gitte Haenning und ihr Ohrwurm „Ich will 'nen Cowboy
als Mann“. Ich werde versuchen, Euch ein paar YouTube-Videos zu
verlinken – schaut also auf slowgerman.com vorbei, dann hört Ihr
die Lieder alle. Hier darf ich sie aus rechtlichen Gründen nicht
spielen. https://youtu.be/O30iggYXKZU Irgendwie schienen die
Deutschen in den 60er-Jahren es besonders schön zu finden, wenn
Nicht-Deutsche Lieder gesungen haben und einen starken Akzent dabei
hatten. Sehr beliebt war in Deutschland die Französin Mireille
Mathieu, die Griechin Nana Mouskouri oder der Engländer Cliff
Richard. Heute singen alle Deutschen gerne englische Lieder –
andersrum wagt sich keiner mehr an deutsche Songs heran, oder? Was
kam danach? Danach kamen Roy Black und Drafi Deutscher. Roy Black
war ein deutscher Schönling, Schauspieler und Sänger und bei den
Frauen sehr beliebt. Drafi Deutscher war äußerlich eher das
Gegenteil: Unscheinbar und nicht besonders attraktiv. Aber sein
Song „Marmor, Stein und Eisen bricht (aber unsere Liebe nicht)“
wird heute noch bei jeder Party gespielt und alle singen mit! Udo
Jürgens dürfen wir hier natürlich nicht vergessen, ihn haben wir
schon ausführlicher vorgestellt auf der Slow
German-Seite.Überspringen wir die Neue Deutsche Welle der
80er-Jahre, und kommen wir in die Gegenwart. Heute feiert die
Schlagermusik eine interessante Renaissance. Während vor einem
Jahrzehnt eher Senioren Schlager hörten, sind es heute auch die
jungen Leute. Seit Jahren ist Andrea Berg ein Kassenschlager.
Helene Fischer (auch sie haben wir schon vorgestellt) ist eine sehr
attraktive junge Sängerin, die derzeit omnipräsent ist, also
überall auftaucht. Sie ist sehr erfolgreich. Und ein junger
Österreicher in Lederhosen, Andreas Gabalier, füllt derzeit große
Konzerthallen mit seiner Musik. Was gibt es Gutes zu sagen zu
Schlagermusik? Sie macht gute Laune, sie ist positiv und
optimistisch. Trotzdem kann ich damit nichts anfangen. Sie ist mir
zu seicht, zu oberflächlich, zu langweilig. Natürlich hat jedes
Genre sein eigenes Strickmuster und vieles wiederholt sich – aber
beim Schlager ist mir das alles zu einfach. Aber – es funktioniert.
Die Menschen kaufen die Musik, gehen in die Konzerte – und das ist
auch gut so. Für Euch da draußen sind Schlager sicher eine gute
Möglichkeit, um Deutsch zu lernen – denn in der Regel wird sehr
deutlich gesungen und vieles wiederholt sich. Also: Hört Euch mal
einige Lieder an und schreibt gerne in die Kommentarfunktion auf
Slow German, was Ihr von deutscher Schlagermusik haltet!Das war's
wieder für heute – nochmal kurz der Hinweis, dass es jetzt auch
einen Premium Podcast von Slow German gibt. Wenn Ihr diesen
abonniert, bekommt Ihr automatisch zur MP3-Datei auch eine
Vokabelliste und Lernmaterial als PDF. Mehr dazu auf
slowgerman.com. Danke für Eure Unterstützung! Text der Episode als
PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg88kurz.pdf
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