Die Lufthansa ist eine der größten Fluggesellschaften der Welt. Sie
wurde 1926 gegründet, als zwei Fluggesellschaften zusammengefasst
wurden. 162 Flugzeuge hatte die Firma damals, viele davon waren
Militärflugzeuge aus dem Ersten Weltkrieg. Die Heimat der Lufthansa
war Berlin, genauer gesagt der Flughafen Tempelhof, der heute nicht
mehr in Betrieb ist, aber den Berlinern als Park dient. Wenn Ihr
Berlin besucht, könnt Ihr auf dem Rollfeld spazieren gehen! Zu
Beginn der Fliegerei flog man wenn möglich nur bei Tageslicht und
gutem Wetter – erst später lernten die Piloten etwas Neues: Den so
genannten Instrumentenflug. Anstatt auf die eigenen Augen konnten
sie sich nun auf die Instrumente im Cockpit verlassen – und somit
auch im Dunkeln fliegen, oder bei schlechtem Wetter. Instrumente
sind in diesem Fall natürlich keine Musikinstrumente, sondern
Anzeigen über die Höhe oder Richtung des Fluges. Die Lufthansa
führte sehr früh Linienflüge ein: Der erste startete 1926 von
Berlin über Halle, Erfurt und Stuttgart nach Zürich. Die extra für
Passagiere ausgestattete Maschine hatte übrigens schon das
weltberühmte Logo auf der Heckflosse: Einen gelben Kranich auf
blauem Grund. Ein Linienflug ist ein Flug, der nach einem
bestimmten Flugplan verkehrt. Er fliegt beispielsweise immer am
Montag um 15 Uhr von London nach München. Das Gegenteil sind
Charterflüge – sie werden zum Beispiel extra vom Reiseveranstalter
für Urlauber gebucht, die nach Mallorca fliegen möchten. Auch die
Flug-Strecken wurden immer weiter – während die Lufthansa am Anfang
noch von einer deutschen Stadt zur anderen flog, machte man sich
nun auf den Weg nach Südamerika und in ähnlich weit entfernte
Regionen. Schon 1928 flog eine Maschine von Berlin nach Tokio. Der
Zweite Weltkrieg bedeutete natürlich auch für die Lufthansa große
Veränderungen. Adolf Hitler bekam im Wahlkampf ein Flugzeug zur
Verfügung gestellt – kostenlos. Dann wurden fast alle
Lufthansa-Flugzeuge in die deutsche Luftwaffe integriert – die
Lufthansa wurde zum Transportunternehmen. Sie beschäftigte übrigens
auch Zwangsarbeiter – wie viele Firmen, die heute noch existieren.
Nach Kriegsende wurde die Lufthansa von den Alliierten aufgelöst.
Genauer gesagt war das damals die alte „Deutsche Lufthansa AG“.1953
wurde dann die neue Lufthansa gegründet – sie war zunächst in
staatlichem Besitz. 1966 konnte man dann Lufthansa-Aktien kaufen.
1997 wurde die Lufthansa privatisiert. Sie hat ihren Sitz in Köln
und hat weltweit fast 119.000 Mitarbeiter. 106 Millionen Menschen
fliegen pro Jahr mit der Lufthansa und den Fluggesellschaften, die
mittlerweile zu ihr gehören, wie beispielsweise Austrian Airlines
oder Germanwings. Die Lufthansa selbst hat 272 Passagiermaschinen
im Einsatz, davon 14 Airbus A380, also die fliegenden Riesen. Ihre
Tochtergesellschaften haben noch einmal 376 Flugzeuge. Die
Maschinen der Lufthansa sind im Schnitt zehn Jahre alt – da kann
man beruhigt einsteigen, oder? Neben dem Geschäft mit den
Passagieren gibt es auch die Fracht – die Lufthansa transportiert
verschiedenste Güter von A nach B, soweit ich weiß sogar
Rennpferde. Leider hatte die Lufthansa schon einige Unfälle – zum
Glück aber seit 1993 keinen mehr. Im Gedächtnis sind dagegen noch
die Entführungen, die es vor allem in den 70er-Jahren gab: 1977
wurde beispielsweise die Lufthansa-Maschine „Landshut“ auf dem Weg
von Palma de Mallorca nach Frankfurt entführt, der Pilot wurde
ermordet. Es gibt bedrückende Spielfilme, die diesen Vorfall
thematisieren. Im neuen Jahrtausend gab es zum Glück noch keine
Lufthansa-Entführungen – hoffen wir, dass es so bleibt. Allerdings
machte Germanwings traurige Schlagzeilen, als ein Pilot mitsamt der
Maschine und allen Menschen an Bord Selbstmord beging. Das war erst
vor wenigen Monaten. Die Lufthansa sagte daraufhin ihre
Jubiläumsfeier ab – aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen der
Opfer. Somit nimmt diese Folge über die Lufthansa ein trauriges
Ende. Ich wünsche Euch aber dennoch einen guten Flug! Text der
Episode als PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg111kurz.pdf
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