Egal wie gut man eine Sprache beherrscht – wer die wichtigsten
Abkürzungen nicht kennt, der versteht nichts. Abkürzungen
entstehen, wenn vor allem lange Wörter oder Phrasen schneller
schreibbar werden sollen. Ich möchte Euch dazu eine schöne
Geschichte erzählen. Unter Briefe und Mails schreiben wir oft MfG.
Das bedeutet „Mit freundlichen Grüßen“. Es kann aber auch etwas
anderes bedeuten – und so dachte ein netter Mensch, dessen
Muttersprache nicht Deutsch ist, dass ich unter meine Mails immer
„Mitfahrgelegenheit“ schreibe. Eine Mitfahrgelegenheit ist, wenn
ich mit dem Auto irgendwo hinfahre und fremde Menschen mitnehme,
die mir dafür etwas Geld für das Benzin geben. Ihr seht also – es
kann zu Missverständnissen kommen, wenn man die Abkürzungen nicht
kennt.Vielleicht erinnert Ihr Euch an die Folge über Vereine hier
bei Slow German – da gab es die Abkürzung „e.V.“, das steht für
„eingetragener Verein“. Vor allem in Zeitungsanzeigen kommen viele
Abkürzungen vor, weil diese pro Buchstabe bezahlt werden müssen. EG
steht dann für Erdgeschoss, OG für Obergeschoss, DG für
Dachgeschoss, BLK für Balkon, DHH für Doppelhaushälfte, EBK für
Einbauküche.Aber auch in Briefen findet Ihr Abkürzungen: evtl.
steht für „eventuell“, usw. für „und so weiter“, z.B. für „zum
Beispiel“, eigtl. für „eigentlich“. Noch mehr? Gerne. „bzw.“ heißt
„beziehungsweise“, „allg.“ heißt „allgemein“. Sehr häufig ist auch
„d. h.“ für „das heißt“ und „ggf.“ für „gegebenenfalls“. Kann man
sich durch Abkürzungen wirklich Zeit sparen? „u.U.“ schon. „u.U.“
steht für „unter Umständen“, also „manchmal“. „v.a.“ wenn man es
eilig hat. „v.a.“ bedeutet „vor allem“. In Büchern werdet Ihr auch
manchmal „vgl.“ sehen, das steht für „vergleiche“. Man soll also
das was dort steht mit einem anderen Text auf einer anderen Seite
oder in einem anderen Buch vergleichen. Im Geschäftsleben gibt es
ebenfalls einige Abkürzungen, die immer wieder auftauchen. Da ist
die Geschäftsform der „GmbH“, einer „Gesellschaft mit beschränkter
Haftung“. Das sind die meisten Firmen hier. Und es gibt auch die
„AG“, die Aktiengesellschaft. Das sind die Firmen, die an der Börse
notiert sind, von denen man also Aktien kaufen kann. Vielleicht ist
es Euch schon aufgefallen, dass manche Menschen, meist sind es
Frauen, ihren Namen schreiben und dahinter „geb. Müller“ oder einen
anderen Namen. Das „geb.“ steht dann für „geborene“ Müller. Das
heißt, früher hieß die Frau Müller, dann heiratete sie und übernahm
den Namen ihres Mannes. Auch in der Zeitrechnung kommen Abkürzungen
vor – wir schreiben Jahreszahlen zum Beispiel „2016 n. Chr.“, das
wäre 2016 nach Christus. Oder natürlich „v. Chr.“, vor Christus.Und
dann sind da natürlich noch die Abkürzungen, die sehr neu in
unserer Sprache sind. In Mails wird auch oft vom „WE“ geschrieben –
das steht für Wochenende. LG steht für „Liebe Grüße“, oder GLG für
„Ganz liebe Grüße“. Durch Whatsapp und SMS werden wir einfach immer
fauler! Es gibt übrigens ein schönes Lied zu diesem Thema, und zwar
von den „Fantastischen Vier“. Es heißt MfG. Und was das bedeutet,
wisst Ihr jetzt. Oder? Hier ist es: Text der Episode als PDF:
https://slowgerman.com/folgen/sg126kurz.pdf
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