Wie Ihr wahrscheinlich wisst, lebe ich in München. München liegt im
Süden von Deutschland, genauer gesagt in Bayern. München ist die
Landeshauptstadt von Bayern. Hier leben 1,5 Millionen Menschen, und
damit ist München nach Berlin und Hamburg die drittgrößte Stadt
Deutschlands. Mitten durch die Stadt fließt ein Fluss, die Isar. Es
ist ein recht kleiner Fluss, auf ihm können keine Schiffe fahren,
weil das Wasser zu seicht ist. Jedenfalls gibt es in diesem Fluss
einige Inseln. Und auf einer dieser Inseln steht das Deutsche
Museum, über das ich Euch heute etwas erzählen möchte. Das Deutsche
Museum wurde 1925 eröffnet. Es ist das größte
naturwissenschaftlich-technische Museum der Welt. Es gibt dort
28.000 Objekte zu sehen! 1,5 Millionen Menschen kommen jedes Jahr
als Besucher in dieses Museum. Einer dieser Menschen bin ich –
unsere Familie hat eine Jahreskarte für das Museum. Das bedeutet,
wir haben uns eine teure Karte gekauft, die ein ganzes Jahr lang
gilt, und mit der wir zu dritt ins Museum gehen können, wann immer
wir möchten. Der große Vorteil davon, das habe ich letztes
Wochenende gemerkt: Wir müssen nicht in der Schlange anstehen, um
uns Karten an der Kasse zu kaufen. Wir können direkt ins Museum
gehen. Und letztes Wochenende, als es regnete und kalt war, dauerte
es über eine Stunde lang, bis man an der Kasse war! So viel Geduld
hätte ich wahrscheinlich nicht.Die wahrscheinlich berühmteste
Abteilung im Deutschen Museum ist das Bergwerk. Erst geht man viele
Stufen in den Keller hinunter, bis man im Bergwerk ankommt. Es ist
natürlich kein echtes Bergwerk, sondern nachgebaut, aber die
Atmosphäre ist bedrückend echt. Man sieht hier Pferde und Menschen
aus Holz ihre Arbeit verrichten im dreckigen, dunklen Schacht. Als
Kind hatte ich Angst davor, in diese Abteilung zu gehen. In den
Kriegsjahren versteckten sich hier unten die Münchner Bürger vor
den Bombenangriffen.Es gibt viele andere Abteilungen, die ebenso
interessant sind. Da sind die großen, alten Dampfmaschinen, die
Abteilung für Raumfahrt oder eine winzig kleine Ziegelei, also eine
Fabrik, die Ziegel herstellt. Ziegel sind rechteckige Steine, mit
denen man Häuser bauen kann. Es gibt eine Abteilung für
Musikinstrumente, eine für Mathematik, eine für Starkstromtechnik.
Hier gibt es regelmäßig Vorführungen – ein Besucher darf sich in
einen Faradayschen Käfig setzen und wird dann mit einem Blitz
„beschossen“. In einer anderen Abteilung steht ein komplettes
U-Boot, das an einer Seite aufgeschnitten wurde, damit man auch den
Motor, die Batterien und die Torpedos sehen kann.Um sich alles
anzusehen, braucht man ungefähr drei Tage. Und auch dann hat man
noch nicht alles verstanden und gelesen, was es hier zu sehen
gibt.Früher standen hier auch noch Lokomotiven, Autos und Flugzeuge
– die sind aber mittlerweile umgezogen. Es gibt zwei weitere Museen
in München, die zum Deutschen Museum gehören. Die Flugwerft
Schleißheim, wo jetzt alles zum Thema Fliegen zu besichtigen ist,
und das Verkehrszentrum an der Theresienwiese, also in der Nähe des
Oktoberfests.Während manche Abteilungen sehr neu gestaltet sind,
mit gut verständlichen Tafeln, die uns Laien die Wissenschaft
erklären, sind manch andere Abteilungen sehr veraltet. Diese werden
nun nach und nach renoviert – Ihr könnt Euch vorstellen, wie teuer
das ist!Für Kinder gibt es ein extra Kinderreich, hier können
Kinder auf einer riesigen Gitarre spielen, Flaschenzüge
ausprobieren und Kugelbahnen bauen. Falls Ihr mal nach München
kommt und das Wetter ist schlecht: Geht unbedingt ins Deutsche
Museum! Text der Episode als PDF:
https://slowgerman.com/folgen/sg130kurz.pdf
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.