Normalerweise erzähle ich dir etwas über Deutschland und die
deutsche Kultur. Jetzt habe ich mir aber eine andere Idee: Ich sage
dir, wie du einen Brief schreiben kannst. Das ist wichtig im
Alltag. Wir nehmen an, du schreibst einen formellen Brief. Das ist
ein Brief an eine Firma oder ein Amt. Kein Brief an einen Freund
oder ein Familienmitglied. Vielleicht möchtest du dich irgendwo auf
einen Job bewerben. Oder du möchtest eine Beschwerde loswerden.
Dann schreibst du einen Brief. Überlege dir zunächst gut, was du
schreiben möchtest. Alles was oben auf dem Brief steht, nennt man
Briefkopf. Ganz oben links steht deine Adresse. Du bist der
Absender. Schreibe deinen Namen auf und deine Adresse, vielleicht
auch deine Mailadresse und Telefonnummer, wenn du so erreicht
werden möchtest. Diese Daten können links oben stehen, du kannst
sie aber auch rechts oben hinschreiben. Dann schreibst du links auf
die Seite, an wen du den Brief schicken möchtest. Diese Person
nennt man Empfänger. Also erst Vorname und Nachname, dann die
Straße und Hausnummer und in die letzte Zeile die Postleitzahl und
den Ort. Oben rechts, unter deiner Adresse, steht der Ort, an dem
du den Brief schreibst, und das Datum. Also zum Beispiel München,
24. Februar 2020. Dann kommt die sogenannte Betreffzeile. Du kannst
diese fett schreiben, damit man sie gut sieht. Hier schreibst du in
einer Zeile, worum es geht. Zum Beispiel: „Ihr Schreiben vom
13.1.2020 bezüglich meiner Kündigung“. Oder „Frage zu Ihren
Produkten“. Nach dem Betreff kommt die Anrede. Sie sollte höflich
sein. Standard ist „Sehr geehrte Damen und Herren,“. Am Ende der
Anrede kommt ein Komma, der nächste Satz wird klein geschrieben.
Wenn Du weißt, welche Person den Brief bekommen soll, schreibst du
„Sehr geehrte Frau Müller,“ oder „Sehr geehrter Herr Schmid“. Als
nächstes schreibst du kurz und knapp, worum es geht. Bleibe
sachlich und schreibe höflich. Wenn du die Person ansprichst, dann
duzt du sie nicht. Siezen ist wichtig. Schreib also „ich bitte Sie“
oder „ich möchte Ihnen mitteilen, dass…“. Dann schreibst du, worum
es geht. Also zum Beispiel „Ich möchte Ihnen mitteilen, dass mein
Sohn Hans nicht mehr länger in den Schwimmunterricht kommen kann.“.
Oder „Ich weise Sie hiermit darauf hin, dass ich nicht bereit bin,
die Kosten für das Verfahren zu tragen.“ Am Ende kommt dann nur
noch die Grußformel und deine Unterschrift. Standard ist als
Grußformel „Mit freundlichen Grüßen“. Dann schreibst du deinen
ganzen Namen. Wenn der Brief mit dem Computer getippt wurde,
unterschreibst du anschließend noch einmal per Hand. Jetzt ist dein
Brief fertig. Hole dir einen Briefumschlag, ein Kuvert. Links oben
schreibst du deinen Namen und deine Adresse hin, das ist der
sogenannte Absender. Rechts unten schreibst du deutlich den
Empfänger und seine Adresse hin. Rechts oben klebt dann die
passende Briefmarke. Übrigens: Wenn du sichergehen möchtest, dass
dein Brief ankommt und dir das auch bestätigt wird, dann kannst du
ihn per Einschreiben schicken. Das kostet dann zwar mehr, aber
dafür kannst du beweisen, dass der Brief auch wirklich abgeschickt
wurde. Frag einfach beim Postamt nach oder schau im Internet, dort
kannst du dir eine Briefmarke ausdrucken. Ein kleiner Tipp von mir:
Schreib doch Menschen, die dir wichtig sind, einen netten Brief und
schicke ihn per Post! Sie werden sehr erstaunt sein und sich
freuen. Und für dich ist es eine gute Übung. Text der Episode als
PDF: https://slowgerman.com/folgen/sg206kurz.pdf
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