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Emojis statt Emotionen?

Keine durchheulten Nächte, aber auch keine Schmetterlinge im
Bauch? Das Leben plätschert so vor sich hin, aber überbordende
Freude fehlt genauso wie tief empfundene Trauer. Alles lässt mich
scheinbar „kalt“, nicht mal richtig wütend werde ich noch. Habe
ich verlernt zu fühlen?

Nicht zu wissen, ob & was man fühlt, nennt man
Gefühlsblindheit – ein gradueller Begriff, ein Spektrum.
Tatsächlich sind 10 % der Menschen mehr oder weniger gefühlblind.
Aber woran erkennt man das? Wann ist etwas ein Gefühl und wo
beginnt der Gedanke? Gefühle sind vielfach „anerzogen“, also wie
manche Verhaltensweisen in der Kindheit erlernt. Sind sie deshalb
aber weniger „echt“?

Darüber spreche ich mit Dr. Carlotta Welding, Linguistin und
Emotionswissenschaftlerin. Eine gute Balance von Gefühlen, so die
Mutter von vier Kindern, ist wichtig für unsere eigene Gesundheit
und für das Leben in der Gemeinschaft, denn die 6 Basiskategorien
von Gefühlen zum Beispiel werden von jedem Menschen überall auf
der Welt erkannt und angewendet.

Sie sagt: „Ich kann den Wecker nur ausschalten, wenn ich ihn
gehört habe.“ Soll heißen: Wir müssen die „Sprache der Gefühle“
(wieder) hören und verstehen lernen, und lernen sie zu sprechen.
Wie „Fühlen lernen“ gehen kann, erfahre ich heute.

Zu diesem Thema hat Carlotta Welding ein Buch
geschrieben: „Fühlen lernen“, Klett-Cotta 2021

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