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  4. Apropos ... Selbstbeelterung!
Wie das Gehirn lernt, dass du wertvoll bist

Selbstbeelterung, manchmal, auch „Nach- oder Neubeelterung“: Ein
Begriff aus der Psychotherapie. Aber was ist das eigentlich?

Gemeint ist damit eine therapeutische Haltung, die dem Patienten
gezielt nachträgliche, elterliche Fürsorge zukommen lässt.
Natürlich dem Rahmen einer therapeutischen Beziehung angemessen.
So beschreibt es der US-amerikanische Psychologe und
Psychotherapeut Jeffrey E. Young. Es handelt sich um
Interventionen, die das nachholen, was von den Eltern
möglicherweise nicht ausreichend gegeben werden konnte. Die
Patienten erleben auf diese Weise, was eine gute
Eltern-Kind-Beziehung ausmacht.

Ein Stück weit kann aber auch jeder von uns lernen, sich selbst
das zu geben, was die eigenen Eltern vielleicht nicht vermochten.
Dazu muss das eigene Gehirn eine ganze Menge neu lernen, und das
kann es tatsächlich bis ins hohe Alter. Neuroplastizität
heißt das: Neue Erfahrungen und Eindrücke regen neue Verbindungen
zwischen den Nervenzellen an, bauen bestehende aus, und schaffen
nach und nach eine neue Architektur im Gehirn.

Dabei können verblüffende Übungen sehr wirksam helfen: Der
Schulterwurf zum Beispiel, mit dem man Unliebsames im wahrsten
Sinne des Wortes hinter sich bringt, oder sich mit der linken
Hand die Zähne zu putzen (wenn man Rechtshänder ist).

Was außerdem das Gehirn zum „positiven Umdenken“ bewegen kann,
weiß Dr. Johanna Schulte Wermlinghoff. Sie ist Fachärztin
für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Leiterin der Ambulanz der
LWL-Klinik Marl-Sinsen.

 Mehr über sie und ihre Arbeit in der Haardklinik für
Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
erfahrt ihr hier: www.lwl-jugendpsychiatrie-marl.de

Wer beim „Reparenting“, der Neubeelterung, in die Tiefe gehen
will, wagt sich an das Fachbuch von Jeffrey E.
Young, Janet S. Klosko, Marjorie E.
Weishaar: Schematherapie - Ein praxisorientiertes Handbuch

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