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Hörgang Archiv
329 Episoden
13 Minuten
Das Wissen in der Medizin explodiert. Die Frage ist jetzt, wie es Ärzte schaffen, in ihrem medizinischen Alltag immer die richtigen Entscheidungen auf der Höhe der Zeit zu treffen. Das klassische schwarze Notizbuch mit den Tipps und Tricks aus Fortbildungen und von älteren Kollegen genügt nicht mehr. Ein Weg, um den Überblick zu behalten, den roten Faden nicht zu verlieren, ist die Ärzte-App medbee. Ihren Gründer, Dr. Andreas Strouhal, stellen wir in dieser Hörgang-Folge vor. Medbee bringt keine vollständigen Leitlinien, sondern ist spezialisiert auf prägnante alltagsrelevante Inhalte, die Smartphone-optimiert sind und aus validierten Wissensquellen stammen. Im Gespräch mit Springer-Redakteur Martin Burger erzählt Dr. Strouhal auch von seiner Doppelrolle als Mediziner, Produktentwickler und Startup-Unternehmer.
37 Minuten
Die Gesellschaft der Ärzte in Wien wurde im Vormärz, vor 185 Jahren gegründet. Sie hat viele Epochen geprägt und überdauert. Ihre wichtigsten Vertreter gehörten der Zweiten Wiener Medizinischen Schule an oder hörten auf klingende Namen der Medizingeschichte. Zu bestimmten Persönlichkeiten seien immer wieder Fragen gestellt worden, etwa zu Theodor Billroth oder Konrad Lorenz, sagt die Präsidentin der Gesellschaft, Beatrix Volc-Platzer. Punktuell sei die oft unrühmliche Rolle einiger Ärzte und ihre politischen Einstellungen erhoben worden. Billroth zum Beispiel war eine Identifikationsfigur der völkischen Studenten. Was fehlt sei eine systematische Aufarbeitung und Auseinandersetzung. Daher hat sich Volc-Platzer entschlossen, die kritischen Jahren 1930 bis 1960 gründlich erforschen zu lassen, auch wenn diese Aufarbeitung mitunter schmerzhaft sei. Projektleiter ist der Zeithistoriker Prof. Dr. Herwig Czech von der MedUni Wien. Im Podcast geht es auch um die Biografien und die Schicksale der vielen aus Wien vertriebenen jüdischen Ärzte wie Sigmund Freud oder Hans Popper.
24 Minuten
Jede fünfte Frau, die in Österreich lebt, wird ein Opfer körperlicher Gewalt oder sexueller Übergriffe. Diese Tatsache wird hierzulande gern verdrängt, mitunter sogar verharmlost. Jedenfalls genießen Frauen - offenkundig - nicht jenen Schutz, den sie benötigen. Gegen die Verharmlosung, gegen das Wegschauen sprechen sich viele Institutionen und Vereine aus – und sie tun das öffentlich. Die autonomen österreichischen Frauenhäuser (der Verein AÖF) beispielsweise organisieren seit 2010 die Ringvorlesung „EineR von fünf“ gegen die Tabuisierung von Gewalt gegen Frauen. Kooperationspartner sind die Volksanwaltschaft und die MedUni Wien. Prof. Dr. Andrea Berzlanovich leitet das Zentrum für Gerichtsmedizin der MedUni Wien. Wissenschaftsjournalistin Marlene Nowotny hat mit ihr über die diesjährigen Inhalte der Vorlesung gesprochen. Wichtig zu wissen: Die Tage vom 25. November – dem internationalen Gedenktag für alle Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden – bis 10. Dezember sind auch als "16 Tage gegen Gewalt" international bekannt. Dieser Aktionszeitraum wird weltweit genutzt, um das Ausmaß und die verschiedenen Ausprägungen von Gewalt gegen Frauen zu thematisieren und Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen als fundamentale Menschenrechtsverletzung nachhaltige Folgen für die Betroffenen selbst, aber auch für die gesamte Gesellschaft hat. Der Gedenktag geht auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal zurück, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und hatten sich an Aktivitäten gegen Diktator Trujillo beteiligt.
24 Minuten
Eines von neun Babys kommt zu früh. Auf die Welt und dann auch nach Hause. Doch noch wissen die überraschten Eltern nicht, was auf sie zukommt. Noch sind sie umgeben von fremden Ärzten und Pflegern und auch von vielen technischen Geräten. Gut, dass an der MedUni Wien-AKH Wien besonderes Augenmerk auf diese vulnerablen kleinen Patienten gelegt wird. Hier legt man auf den Hautkontakt mit den Eltern großen Wert. Darüber und über den speziellen Betreuungsbedarf und die Nachsorge, die oft einige Jahre dauern kann, spricht Wissenschaftsjournalistin Marlene Nowotny u. a. mit Sophia Brandstetter, der ärztlichen Leiterin der Frühgeborenenambulanz der MedUni Wien-AKH Wien, mit Astrid Holubowsky, pflegerische Leiterin der Intermediate Care Station, sowie mit der Psychologin Andrea Wittig.
34 Minuten
Malfatti, Wirer, Rokitansky, Billroth, Wirer,Freud - um nur wenige zu nennen. Die Wiener MedizinischeSchule hat viele berühmte Ärzte hervorgebracht. Und das Billrothhaus in der Wiener Frankgasse ist der Ort, wo man die Erinnerung an ihre Leistungen und Persönlichkeiten bewahrt. Die neue Präsidentin des Hauses, Beatrix Volc-Platzer, hat in der Ahnengalerie auch einen Ehrenplatz für eine Ärztin reserviert, das erste Mitglied der patriarchalischen Gesellschaft der Ärzte in Wien - Dora Brücke-Teleky. Mit Präsidentin Volc-Platzer erkunden wir das 1893 von Ludwig Richter nach Vorschlägen von Billroth selbst errichtete Haus und spüren den Geschichten hinter der Geschichte nach. Was geschah in der kleinen Bibliothek, wie liefen die Debatten im Festsaal des Hauses ab, wenn Sigmund Freud und Julius Wagner-Jauregg zugegen waren? Und welche bibliophilen Schätze bewahrt das Archiv?
18 Minuten
In Österreich ist jede achte Frau im Laufe ihres Lebens mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Wenn Frauen diese schwerwiegende Diagnose einer Krebserkrankung erhalten, so sollen sie sich mit ihren Sorgen nicht alleine gelassen fühlen. Das ist die Idee des Forums Krebs bei Frauen. Gegründet von zwei Onkologen der MedUni Wien und des AKH Wien in Zusammenarbeit mit dem Frauenministerium. Angeboten werden frei zugängliche Webinare für Betroffene und ihre Angehörigen. Die ersten Veranstaltungen fanden schon im Brustkrebsmonat Oktober statt, doch die Reihe läuft noch weit bis ins kommende Jahr hinein. Einer der Initiatoren ist Prof. Dr. Matthias Preusser, Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie. Wissenschaftsjournalistin Marlene Nowotny hat mit ihm über die Inhalte und Ziele des Krebsforums gesprochen.
21 Minuten
Real-World-Daten sind Daten die in der klinischen Routine anfallen. Sie bieten bisher ungeahnte Möglichkeiten die Gesundheit von Menschen zu verbessern. Das größte Potential liegt in der Optimierung von klinischen Studien, der Identifizierung von Versorgungslücken sowie in der Steigerung von Sicherheit und Wirksamkeit medizinischer Interventionen. Der Vortrag „Real World Data in Clinical Research“ von Jeffrey Brown, PhD, bietet einen Überblick für Einsteiger, garniert mit praktischen Beispielen. https://trinetx.com/healthcare-organizations
19 Minuten
Den Schweregrad von Multipler Sklerose richtig einschätzen, das Stadium, in dem sich der Patient befindet - das entscheidet über die Therapie. Nichts ist in diesem Moment also wichtiger, als ein verlässlicher Prognosemarker. Diesen haben die Forscher um Dr. Gabriel Bsteh und Prof. Dr. Thomas Berger von der Universitätsklinik für Neurologie nun vorzuweisen. Sie haben entdeckt, dass die Netzhaut des Auges herangezogen werden kann. Der Verlust an Netzhautschichtdicke in Folge eines MS-Schubes sagt nämlich die Schwere von künftigen Schüben und somit die Wahrscheinlichkeit einer Behinderung voraus.
28 Minuten
Die Gerichtsmedizinerin und Radiologin Sarah Heinze übersiedelt vom Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg nach Graz. Soweit so unspektakulär. Eine Personalie, wie sie in Medizin-Zeitschriften ständig gemeldet wird. Sollte man meinen. Doch Heinzes Wechsel nach Österreich ist die Erfüllung einer Prophezeiung. Vor 20 Jahren sagte der Pathologe Prof. Dr. Roland Sedivy einem Journalisten, dass die Zukunft der Rechtsmedizin in der Bildgebung liegt. Dieser Journalist war "Ärzte Woche"-Chefredakteur Raoul Mazhar. Er hat das folgende Interview geführt.
36 Minuten
Als die Gesellschaft der Ärzte in Wien gegründet wurde, lenkte ein gewisser Fürst Metternich die Geschicke des Landes, die ersten Versammlungen der Mediziner, die im - heute alten - AKH praktizierten, wurden von der Obrigkeit misstrauisch beäugt. Die Wurzeln der Gesellschaft reichen noch tiefer in die Geschichte, der erste Präsident, Johann Malfatti, war noch von Kaiser Joseph II. nach Wien berufen worden und saß am Krankenbett Beethovens. Doch auf ihrer großen Geschichte ruht sich die Gesellschaft, die seit 130 Jahren im Billrothhaus residiert, nicht aus. Sie fördert weiterhin den medizinischen Nachwuchs. Präsidentin Beatrix Volc-Platzer bringt frischen Wind in die altehrwürdigen Gemäuer.
25 Minuten
„Schlaf ist gesund“ – der Zusammenhang ist so banal wie richtig. Klar ist: schon ein geringfügiger Schlafmangel schwächt das Immunsystem und erleichtert Viren die Infektion. Das sind beileibe nicht die einzigen Probleme, die bei Schlafmangel auftreten können. Den Zusammenhang zwischen der Schlafqualität und der Gesundheit wissenschaftlich nachzuweisen, das ist schon weniger banal. Wissenschafts-Redakteurin Marlene Nowotny hat lieber genau nachgefragt, und zwar bei Prof. Dr. Stefan Seidel, er ist Leiter des Spezialbereichs Schlafmedizin an der MedUni Wien.
19 Minuten
Wenn man es positiv ausdrückt, dann ist die Bedeutung des Fachs Gastroenterologie und Hepatologie in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Kein Wunder: Zu diesem Fach gehören Erkrankungen, die man landläufig zu den Volkskrankheiten zählt, etwa gastrointestinale Infektionen, Divertikulose oder nicht-alkoholische Fettleber. Eine Untersuchung des Instituts für Höhere Studien hat nun ergeben, dass die jetzt schon stellenweise sehr dünne Personaldecke durch anstehende Pensionierungen noch dünner wird und mit den Anforderungen nicht Schritt halten kann. Es müssten pro Jahr fast doppelt so viele neue Ärzte nachrücken als derzeit, um diese Lücke zu schließen. Ich habe mit dem neuen Präsidenten der Gesellschaft für Gastroenterologie ÖGGH, Prof. Dr. Peter Fickert, über die Lage in seinem Fach gesprochen. Dr. Fickert ist Leiter der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie an der MedUni Graz.
24 Minuten
Der aus den USA stammende Pädiater Dr. Leo Ho spricht über das erste halbe Jahrhundert der medizinischen Hilfsorganisation, sein erstes Jahr als Präsident, die humanitäre Lage in der Ukraine und die Hoffnung auf eine gerechte Impfstoffverteilung.
11 Minuten
Kein anderer Hersteller von COVID-19-Impfstoffen hat so viel schlechte Publicity einstecken müssen wie AstraZeneca. Sein Impfstoff wurde in einigen europäischen Ländern wegen Blutgerinnseln ausgesetzt, obwohl es bei allen Impfstoffen ähnliche Berichte gab. Das ist aber nur ein Aspekt der spannenden Geschichte des AstraZeneca-Impfstoffs, auch als Vaxzevria bekannt. Entwickelt wurde das Vakzin an der Universität Oxford. Zwei der Hauptbeteiligten, die Professorinnen Sarah Gilbert und Catherine Green haben ein Buch über die Geschichte dieses umstrittenen Impfstoffs geschrieben. Sein Titel ist kurz und bündig: „Vaxxers“ - auf Deutsch etwa „Impfstoff-Mischerinnen“. Josef Broukal hat es für uns gelesen.
25 Minuten
Die Hautkrebs-Therapie entwickelt sich ständig weiter. Mit Hilfe moderner Immuntherapien überlebt fast die Hälfte der Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs mehr als 6 Jahre. Inzwischen werden Immuntherapien auch eingesetzt, wenn der Tumor und etwaige Metastasen vollständig entfernt wurden. Ziel dieser unterstützenden Therapie ist, dass sich die Erkrankung möglichst nicht weiter ausbreiten kann. Springer-Redakteurin Tanja Fabsits spricht mit Prof. Dr. Christoph Höller. Er ist Facharzt für Dermatologie und Leiter des Hauttumorzentrums an der Universitätsklinik für Dermatologie am AKH Wien. Prof. Höller ist Spezialist für die Behandlung von Patienten mit metastasiertem Melanom und führt auch klinische Studien zur Melanomtherapie durch.