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344 Episoden
13 Minuten
Unser Lied handelt von den Gegensätzen, die das Leben so mit sich bringt, Geburt und Tod, Hass und Herzenswärme, Wahrheit und Lüge, das Glück und das Leid und es handelt vom Menschen, der sich diesen Polen ausgesetzt fühlt. In Gedanke 1 und 2  gehen wir mit Georg Hinz, Kulturreferent im DOMFORUM, Mitarbeiter in der Musikredaktion des Domradios und Initiator der kölschen Mitsingreihe „Loss mer singe“,  der Frage nach: Wie hängen Weihnachten, Karneval und Bibel zusammen. Georg beginnt aber mit Hans Knipp, der dieses Jahr seinen 10. Todestag hat. Hans Knipp schafft es immer wieder auf unaufdringliche Weise zum Nachdenken anzuregen.

Die Gegensätze im Leben, das umaufgelöste Nebeneinander von Glück und Leid verursacht ja Spannungen. Um diese Spannung zu mindern, kann ich Karneval feiern; als wilde Orgie, um den Tod und den Winter zu vertreiben oder in seiner christlichen Deutung, als ausgelassenes Feiern vor der Fastenzeit. Oder ich sage ich feiere, mal jemand anders sein zu dürfen. Diese Ausgelassenheit geht immer mit dem „denk daran du musst auch mal sterben“ spazieren. Wie gehe ich damit um, dass die Dinge nicht von Dauer sind? dass es eben so oder so laufen kann?  dass man am Anfang eines Weges nicht wissen kann, wie das so wird und wo man genau ankommt? Das Lied stellt diese allzu menschlichen Fragen und gibt eher leise Antworten. Es sind drei, fast (kölsch-) pragmatische, einfache Botschaften, mit denen man schon mal weit kommen kann: „Bei sich bleiben“, „Gelassenheit üben“ und „in der Not auch mal warten und auf den neuen Tag hoffen“, und das alles am besten mit einer Melodie im Herzen, die mich hält und durch die Zeit trägt.

Für den 3.Gedanken hatte ich Vanessa Kluge angesprochen, einer Pfarrerin aus Ehrung. Sie hatte bei Ihrer Arbeit als Seelsorgerin in den  Überschwemmungsgebieten ein Bild mit einem Wappen und einem Narren gepostet hatte, das die Flut runtergerissen hatte. Der Narr und das Wappen stand auf dem Kopf. Irgendwie passt das dazu, wie ich Momentan die Welt erlebe - auf einmal steht die Welt nicht nur an Karneval auf dem Kopf. Pandemie, Hochwasser, zunehmende Spannungen in der Gesellschaft – vieles ist verrückt und die Welt scheint Kopf zu stehen. Im Februar hatten die Kölner Karnevalisten die Idee das biblische „Alles hät sing Zick“ als Motto für den kommenden Karneval zu wählen – Vanessa beantwortet uns die Frage, ob Karnevalisten vielleicht auch ganz großartige Theologen sind. Neugierig - dann einfach mal zuhören!

Und so richtig wird die Frage wie Karneval, Advent und Weihnachten und Bibel zusammenhängen in dieser Folge dann doch nicht beantwortet, es gibt aber genug Informationen, dass Du das für Dich schaffst.

Foto: Raimond Spekking

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11 Minuten
In dieser Folge, die vor allem von meinem Gast Jan Vossloh gestaltet wird, geht es um „Iris“ es ist ein Liebeslied, aus dem Film City of Angels. Im Film ist ein Engel bereit seine eigene Unsterblichkeit aufzugeben, um etwas menschliches zu spüren – Liebe. Jemand ist bereit für eine andere alles aufzugeben. Aber wird die andere Person mich wirklich verstehen? Ich möchte, dass die andere Person „weiß wer ich bin“. Das ist manchmal schwer zu verstehen, was Menschen oder eben auch Engel aus Liebe machen. Liebe zu anderen Menschen bedeutet eben immer auch sich erkennen zu geben – da soll – wenigstens für einen Moment nichts mehr Trennendes zwischen den Menschen sein – Jan erzählt uns von dem Geheimnis, wenn Trennendes zerbricht, er redet nicht von einem Engel, sondern von Jesus und seiner Liebe, die das Trennende zerbricht. Im Song heißt es: „Wenn alles zerbrochen zu sein scheint, möchte ich wissen, wer ich bin.“ Wie erkenne ich, was mich halten kann – wie gebe ich mich zu erkennen, nur so kann ich ja gesehen werden und dann eben auch zusammengehalten werden, wenn alles irgendwie zerbröselt. Das kann ich mir vorher nicht im Kopf zurechtlegen, sondern es ist ein Gefühl im Moment, etwas, das ich mit dem Herzen verstehe, genau dann wenn es gerade passiert. Unser Liebeslied weiß, was es bedeutet erkannt und verstanden zu werden, es singt von dem, was mich vor dem Zerbrechen bewahrt, es kennt das Gefühl, wenn jemand sieht wer ich bin.

And I don't want the world to see me

'Cause I don't think that they'd understand

When everything's made to be broken

I just want you to know who I am

Den Refrain liest für uns Karen aus Las Vegas. Jan ist bei Instagram als @pastor_vossloh zu finden

Foto: Ed Gregory, Warnerrecords

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13 Minuten
Im Song von Bosse geht es darum ehrlich zu sein – was bereue ich wirklich, welche Steine liegen mir im Weg oder schwer im Magen. Wie bekomme ich Kräfte oder helfende Hände, damit etwas vorbei geht. Buß- und Bettag hat vielleicht auch etwas mit Steinen zu tun, den Steinen, dem Schmutz oder dem Berg von Geröll und Schutt auf unserer Seele, Christina vergleicht unser Inneres, mit den Bergen aus Geröll und Schmerz in den Hochwassergebieten an Erft und Ahr. Manchmal werden in Beziehungen immer wieder die gleichen Steine ausgepackt und sich damit beworfen – wie schaffen wir es, dass sich Hände berühren und ein erster Glanz zu sehen ist? Dafür muss ich mich dem Begraben-Sein unter dem Mist des Lebens stellen, ich muss das in die Hand nehmen, was mir andere antun und was ich selbst verbocke. Buße ist hinsehen, echt sein, ehrlich sein – ok ich habe verkackt – das gibt es ja! Mal mit Absicht, mal aus Versehen – wie kann ich eigentlich unter der manchmal erdrückenden Last, die manchmal über mir zusammenkommt, leben. Die Steine, den Schutt, das Geröll meiner Lebensgeschichte ans Licht tragen und ausbreiten, nicht um mich zugrunde zu richten, sondern vielleicht erstmal einfach um zu weinen, was mir für ein Scheiß passiert ist. Buße bedeute da nicht mit dem moralischen Zeigefinger zu kommen, sondern es ist die Begegnung mit Gott, der den Mist nicht wegzaubert, sondern die Hand reicht, graben hilft und das flickt, was unter der Last der Steine zusammengebrochen ist. Buße bedeute mit dem nicht perfekten und auch mit dem, was kaputt und zerstört bleibt zu leben. Liebesfäden binden das zusammen, was auseinander zu bröseln droht. Gemeinschaft der Heiligen kann ich dann auch so verstehen, Gemeinschaft der heil gemachten, zusammengeflickten Kaputten, die aus dem Dunkeln verwundet und angeschlagen aber doch mit einem Lächeln ins Licht gehen. Neben Christina sind auch noch Anni und Mirko zu hören, bei Instagram als @stadt.land.pfarramt unterwegs

Foto: Marco Sensche, universal

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13 Minuten
In dieser Folge geht es um Erinnerung und Kommunikation. Das Unsagbare wir sagbar – heißt es im Song, wenn einfach so daher geredet werden darf, bleiben die Strukturen von Ausgrenzung und sogar Vernichtung lebendig. Die Ausländer, die Juden, die Flüchtlinge, die Schwarzen, die Lehrer, die Jugend von heute- wo so geredet wird geht die Freiheit verloren, die oder der zu sein, die man sein möchte – und solche Vorurteile funktionieren auch dann noch, wenn das Gegenteil bewiesen ist. Es ist wichtig zu kapieren, dass niemand frei von Vorurteilen ist – daher müssen wir immer wieder unsere Meinung kritisch hinterfragen. Uns erinnern, auf was es ankommt. Orientieren wir uns an der Mitmenschlichkeit, wenn wir über andere nachdenken.

Wie kann das gehen?

Dr. Dirk Lukassen vom EL DE Haus Köln, dem NS Dokumentationszentrum macht deutlich, dass Erinnerung immer auch Kommunikation mit heute bedeutet und auch Kommunikation untereinander und miteinander. Erinnern ist also viel mehr, als nur ein Früher denken. Der Song „Dunkles Kapitel“ hat die Botschaft, wenn niemand etwas macht, ist es irgendwann zu spät. Es liegt an uns wie viele Seiten in diesem Hass Buch vollgeschrieben werden. Leyla und Lale erzählen, was sie selbst erlebt haben und wie in der Erziehungsarbeit die Blätter in dem Buch mit bunten Geschichten vollgeschrieben werden können und nicht mit Hass.

Foto: Ronald Dick

EL-DE-Haus: https://museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/default.aspx?s=333

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9 Minuten
Ich denke, dass der Song sich auf das Buch von Ödön von Horváth – „Jugend ohne Gott“ bezieht. Alle meine Gedanken zum Buch konnte ich nicht in den Podcast packen, daher schreibe ich hier mal meine Hauptgedanken: Was tun, wenn ringsum die Vernunft kollabiert und die Entmenschlichung gefeiert wird? – Dann muss ich mir schon mal die Frage stellen, wie kann die Vernunft siegen. Und ich muss mich entscheiden, bin ich bereit den Preis zu bezahlen, den es kostet für meine Werte einzustehen. Der Lehrer in dem Buch zaudert, kämpft mit seiner Zerrissenheit. Ein Dorfpfarrer kann in dem Buch sagen: „Die Kirche steht immer auf der Seite der Reichen, weil die Reichen immer siegen.“ Es gibt so viele Themen, die in unterschiedlichen Tocotronic Songs vorkommen. Für mich geht es im Song darum, wie kommen Erwachsene und Jugendliche über die Zukunft miteinander ins Gespräch und was brauchen wir, damit uns die Gesellschaft nicht um die Ohren fliegt.

In meinen Augen zeigen die erwachsenen Jungs von Tocotronic einen liebevollen Blick auf die Jugend. Im Video werden die Jugendlichen als freie Menschen gezeigt, die Graffiti zeigen antifaschistische Parolen und das Vergnügen ist Skateboard fahren und nicht shoppen. Für Diamanten und Silberringe sind diese Menschen nicht zu kaufen. Der Song ist nicht sofort zu verstehen, weil er voller Zitate ist, einmal das Buch von Ödön Horváth und dann musikalisch Sonic Youth, vielleicht mit „Youth Against Fascism“ – wenn ich alles zusammennehme, höre ich eine Wertschätzung an die Jugend von heute, die vielleicht nicht so funktioniert, wie die Erwachsenen das gerne hätten – daher rufen Erwachsenen zu allen Zeiten: „Jugend ohne Werte“, „Jugend ohne Gott“. Im Buch von Horváth gib es den Klub, also die Jugendlichen, die etwas gegen die miesen Verhältnisse unternehmen. Ich finde der Song ist eine Einladung mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, was ist in der Zukunft wichtig – welche Zwänge empfindet ihr, die aus dem Weg geräumt werden müssen. Aber vielleicht siehst Du das ganz anders - sag es mir, ich bin gespannt.

Die Texte liest Jonathan Dorando. Die von mir im Podcast erwähnten anderen Tocotronic Songs sind in der Playlist.

Foto: Gloria Endres de Oliveira

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8 Minuten
An was denkst du, wenn du Chemnitz hörst? „Born to be Opfer“ heißt es im Song – Opfer werden wir auch dadurch, was andere über uns denken und sagen. Manchmal ist es egal was ich mache, die anderen entscheiden einfach – Du bist Opfer. Opfer sein tut weh – in Chemnitz und überall.

Opfer sein ist leider auch immer noch eine West und Ost Deutschland Geschichte – daher bin ich sehr froh über diesen West-Ost Podcast –  Das Berufskolleg Grevenbroich trifft das Berufliche Schulzentrum für Gesundheit und Sozialwesen,Chemnitz.

Wie komme ich aus dem „Born to be Opfer“ raus?

„Ich würd‘ gern mit dem Finger auf dich zeigen. Schaut ihn euch an, dieses dumme Stück Scheiße.“ Aber Felix Kummer zeigt nicht, obwohl er von dem abgestürzten Typen an der Tankstelle früher verprügelt wurde. Aus Angst vor, wird Angst um- und alles was beim Anblick der ehemaligen Stärke übrigbleibt, ist Mitleid für das was noch übrig ist. Das soll nun bestimmt nicht bedeuten, dass die Überbleibsel von Rechtsaußen pauschal zu bemitleiden sind, nein! 9010 ist einfach nur eine sehr realistische Bestandsaufnahme- Daran ist nichts schön, auch dann nicht, wenn die Gewalt verstummt. Leid und Schmerz sind nicht verschwunden. Aber, zu erkennen, aus einer echten oder gefühlten Überlegenheit nicht auf andere herabzusehen ist der Anfang eines Wegs vom Dunklen ins Helle.

Jenny und Jamie sagen im Podcast: Es kommt, auch wenn es schwer fällt, darauf an, den Blick auf den Menschen zu behalten. Ich kann mich so verhalten, dass mit mir Begegnung möglich ist. Klar, wird es Menschen geben, die das nicht wollen. Aber irgendwo muss es ja mal losgehen und eine und einer fängt an, auf Schubladen zu verzichten. Es ist nicht immer so einfach, wie es erzählt wird, die Finger mit denen wir auf andere zeigen einzuklappen und die Hände zu reichen – aber vielleicht hilft der Podcast ja  Überraschungen für möglich zu halten

Foto: Philipp Gladsome

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9 Minuten
In dieser Folge redet Steffie von @weil_ma_glaubn über Gemütlichkeit. Im Song heißt es „Wir lassen uns nicht stressen, bis der Stress nachlässt.“ In manchen Kreisen, gelten volle Kalender und das Stöhnen über die Belastungen als Beweis dafür gut zu arbeiten. Aber zu sagen: Ich gönne mir jetzt mal Gemütlichkeit, das ist nicht egoistisch, das ist nicht ignorant — das ist notwendig. Um die Notwendigkeit von Pausen zu erkennen, hilft dieser lässige Song.  Im Song heißt es: „Ich müsste – ich mach nix“ –  Also nicht einfach etwas raushauen, sich Zeit nehmen, um den anderen mit Weisheit – also mit Gerechtigkeit, Wahrheit und Respekt zu begegnen. Genügend Luft zu haben für Gemütlichkeit und die Zeit, das was ich antworte und mache vernünftig zu würzen (Kolosser 4,5+6). 

Steffie sagt im Podcast „Müssen tut ma garnix“ das ist so leicht gesagt und so schwer gelebt, weil wir uns eben oft dadurch definieren, was wir noch alles erledigen müssen. Fiva und Granada haben die Idee Gemütlichkeit und Leichtigkeit einfach ins Leben einzuplanen – schreibt es doch einfach als Termin mit euch alleine in euren Terminkalender. Denn oft sind die Pausen, die leichten und gemütlichen Momente im Leben, die Augenblicke wo sie die Ideen und die Kreativität entfalten. Gequetscht zwischen Termine haben die keinen Platz. 

Foto: fivaoffiziell

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8 Minuten
In dieser Folge geht es um unseren Instagramkonsum. Der Song beschreibt wie das Unspektakuläre toll und glamourös wird – sogar überkochendes Nudelwasser oder die Farbe des Apfelschälers können tolle Nachrichten an die Welt sein. Und es fühlt sich ja auch gut an, bewundert und geliked zu werden. Aber ganz schnell stecke ich in einer Falle – Warum ist das Leben der anderen so prima? Warum ist meins so langweilig? Warum Lina so wunder-wunderschön und ich bin mit so vielem an mir unzufrieden? Warum kann Instagram zur Falle werden? Und warum verbringe ich so viel Zeit bei Instagram? Daher geht es neben Instagram in dieser Folge auch darum, was brauche ich eigentlich, um mich gut zu fühlen. Was gibt mir Anerkennung? Ich kann sehr viel Mühe in die Inszenierung meines Alltags stecken, aber ist das notwendig, um sich anerkannt zu fühlen. Anna gibt im Podcast Gott das Mikro der Band `Von Wegen Lisbeth´ in die Hand und so entsteht ein ganz neuer Text unseres Songs der Woche – hört einfach mal in Gedanke 3 rein.

Anna ist auch bei Instagram mit der ESG Kassel als @das.a_team

Foto: Nils Lucas

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11 Minuten
Heute geht es um die Frage: "Kann es in einer chaotischen Welt voller Leid Gott geben?" Der Käptn wird jedenfalls vom Zustand dieser Welt in den Wahnsinn getrieben: „Ich kann diesen Scheiß nicht mehr länger mit ansehen." Kann ich so von Gott reden? Ich denke Klage und Wut und Zorn haben ihren Platz. Und schon Hiob geht mit Gott hart ins Gericht und Gott sagt dazu: es ist in Ordnung. Es gibt auch Klagepsalmen die deutlich sind. Und immer kommen in der Bibel der Zweifel und die Verlassenheit vor. Wenn ich aber Gott zu einem Monster mache, was ich nur noch ablehnen kann – dann wird es schwer in Kontakt zu kommen, dann verbaut diese Ablehnung den Gehörgang für einen Dialog. Wie kann das aufgelöst werden? Das komplizierte Wort, um das es geht, lautet „Theodizee“. Dieses Wort hat sich Gottfried Wilhelm Leibniz ausgedacht – es geht dann darum, wie hängen Allmacht, Gerechtigkeit und der Wille Gottes mit dem Zustand unserer Welt zusammen. Leibnitz hatte im 17.Jahrhundert das Gefühl in der besten aller möglichen Welten zu leben. Wenn es dann üble Dinge gab, dann kann ich daraus lernen oder Dinge relativieren.

Aber ist es so einfach?

Falls es eine perfekte Welt gibt, wird sie durch unser Gezerre um Macht und Einfluss manchmal sehr ungemütlich. Außerdem gibt es auch schlimme Dinge, die wir nicht erklären können. Und wir erleben derzeit  ja eine aus den Fugen gehende Welt, nix funktioniert so richtig, die Natur spielt verrückt, die Pandemie ist nicht zu kontrollieren und zu diesen Sachen kommt dann noch das, was Menschen anderen Menschen einfach so antun – da könnte uns Gott doch echt einmal in unserer Ohnmacht helfen. Im Song hört sich das so an: „Tret' ich irgendwann mal in dein Himmelreich ein, pack ich dich, und zerr dich zu uns runter! Leb' diesen Scheiß selbst, geh darin unter!“ Für mich beschreibt Käptn Peng hier die Geschichte von Jesus Christus. Jesus kann sagen „Mein Gott mein Gott warum hast du mich verlassen.“ Einsam und verzweifelt, lassen ihn die Menschen hängen. Er ist in unserem Scheiß untergegangen. Er hat sich so richtig in unser Lebensmuster verstricken lassen. Aber in ihm gibt es die Idee, wie der Ausstieg aus dem Scheiß funktionieren kann. Auch wenn es ganz hart ist, es ist nicht das Ende, da gibt es die Idee und sogar das Gefühl des „unendlichen Jetzt“.

Foto: Philip Wölke

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9 Minuten
Am 5.September feierte Ludwig Sebus seinen 96. Geburtstag mit vielen Prominenten der Kölner Musikszene. Hier konnte der Träger der Willi Ostermann Medaille sagen: „Nur dank eurer Freundschaft und Liebe bin ich so alt geworden.“ Aber er selbst ist auch jemand, der diese Liebe nicht nur durch die Musik zu den Menschen bringt, sondern auch durch sein jahrzehntelanges soziales Engagement. Heimat ist für ihn dort, wo es Austausch und Miteinander gibt, wo man sich gegenseitig sieht. Vor einigen Jahren hat er das Ostermann Lied „Heimweh nach Köln“ aufgenommen und ich freue mich sehr, dass er uns hier aus seinem fast 100jährigen Erfahrungsschatz erzählt was es bedeutet, wenn er so an seine Heimat denkt.  

Wenn ich su an ming Heimat denke…

Es ist irgendwie der Ort an dem ich das Gefühl habe, ich gehöre dazu und Ludwig Sebus hat erlebt, wie die Nazis versucht haben, Heimat für ihre Zwecke zu missbrauchen, er hat erlebt, wie Gewalt und Krieg ihn von der Heimat weggerissen haben.

Wenn ich su an ming Heimat denke..

Das hat für Ludwig Sebus nichts damit zu tun, dass eine Stadt besser ist als eine andere, sondern mit Austausch und Miteinander – das kann ich dann gesund und munter oder auch gesegnet nennen.

Die Einleitung in die einzelnen Gedanken übernimmt Ludwig Sebus Tochter Ulla, den Textausschnitt in Gedanke 2 liest Steffen.

Hier noch interessante Links:

https://www.express.de/koeln/koeln-ludwig-sebus-feiert-im-gaffel-am-dom-96-geburtstag-73016

https://www.express.de/koeln/koelner-saenger-ludwig-sebus-ueber-judenhass-71856

Infos zum Karneval: https://www.kölner-karneval.de/historie-koelner-karneval/nationalsozialismus

Foto: ZIK / Dabbelju

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17 Minuten
Sarah Voss lieferte die Angregung zu dieser Folge. Die deutschen Turnerinnen wollte die lieber in Leggins antreten. Ein Protest gegen die Botschaft: Deine Leistung ist nicht interessant genug. Es braucht deinen Körper, damit man dir gerne zusieht, damit du etwas wert bist – für Publikum, Sponsoren, Werbekunden. Und die mächtigen Funktionäre, Fotografen entscheiden was gezeigt wird. Da gibt es schon Grenzüberschreitungen und es wird deutlich, wie sehr Athleten und Athletinnen zum Spielball eines großen Geschäfts, zum Mittelpunkt einer großen Show werden. Natürlich spielen auch viele das Spiel mit, denn ein Körper ist ja auch etwas schönes, was bewundert werden kann. Aber wo sind da die Grenzen wann wird der Körper zum Objekt, welche Witze oder Bemerkungen gehen gar nicht, weil sie nur Ausdruck von Macht sind. In Gedanke 2 berichtet Marie (Instagram @zoe.asmuth1) von ihren Erfahrungen als erfolgreiche Kampfsportlerin. In Gedanke 3 sprechen Nina und Michi vom @ohmeingottcast über Ästhetik, schöne Körper, Weiblichkeit, Sexiness, Inszenierung durch andere, Selbstinszenierung, sich zeigen, angesehen werden, Bewertung, Abwertung – sich über Schönheit freuen. Das sind alles Themen, die im Song vorkommen, und die irgendwie eine Rolle spielen, wenn wir uns so gegenseitig in den bunten Bilderwelt ansehen, der wir uns, ja auch nicht ohne Freude jeden Tag aussetzen. Im Hohenlied 1,9 gibt es eine fancy gestylte Stute am Wagen des Pharao, ein Pferdchen an seinem Wagen mit ganz viel Bling Bling – wollte sie das so haben und hat sich deshalb angeboten? Was würde eine Hengstin aus dem Song zu dieser Stute sagen? Auf jeden Fall darf niemand denken, wenn jemand an einem Tag eine Stute ist, dass sie dann immer eine Stute ist, morgen kann sie auch Hengstin sein – und auf keinen Fall ist sie das Zirkuspferdchen vom Pharao! Die Texte werden von Sara @cat_rabbi gelesen.

Foto: Annette Riedl

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8 Minuten
In dieser Folge geht es um die „Schönheit der Chance“. Wir sind kurz nach den Sommerferien, wir haben gerade unsere Koffer ausgepackt. Aber irgendwie packen wir sie anders aus als früher. Vieles von unserem Grundvertrauen ist weg. Brennendes Südeuropa, Flüsschen in der Eifel werden zu zerstörerischen Fluten, dazu das politische Durcheinander an vielen Orten. Etwas Unbeherrschbares kommt zu uns - ganz nah, greifbar und dieses mal trifft es Menschen, die ich ganz konkret kenne – Ich stelle fest: so kann es nicht mehr weiter gehen – und dieses mal ist das kein bloßer Gedanke mehr, sondern ein Gefühl, was mir ordentlich Bauch und Kopfschmerzen macht. In dieser Situation besingen Tomte wie wichtig es ist, sich gegenseitig zu halten. Beziehungen, die stimmen, sind dann das was Halt gibt, was Durchhalten lässt "durch den Krach und Schmutz und Staub". Und vielleicht sogar noch mehr - das aneinander Festhalten der Zusammenhalt, hilft, dass "die in Sorge sind nach Hause kommen". „Nach Hause“ ist hier für mich der Ort, wo ich sagen kann – „alles ist gut“ „es ist in Ordnung“ – es ist Frieden – oder biblisch gesprochen Schalom, es gibt jetzt wirklich erstmal gar nichts, über das ich mir Sorgen machen müsste. Schalom entsteht durch Beziehungen die stimmen, und Beziehungen die stimmen können wir „Liebe“ nennen. In meinen Augen beschreiben Tomte hier sogar die Liebe, die in der Bibel den Tod überwindet – die „bleibt“ wie es da so oft heißt, die Liebe die stärker ist als der Standort unserer Körper. "Bring sie, die in Sorge ist nach Hause und wir schworen uns zu behalten", das kann dann ein Ort werden wo wir uns behalten – wo wir uns festhalten, egal was und die Biologie so sagt. Ich bin begeistert von Zeilen wie:  „wir unser Leben lieben, so spät es auch ist“ -  Egal wie spät wir dran sind – immer ist da eine Chance für die Liebe, die Beziehung – "ich schwör ich halte durch" – was für ein tolles Bekenntnis zueinander. Dadurch entsteht eine Vorstellung für eine Zukunft und es lässt uns nicht verzweifeln – denn die Sonne geht gar nicht unter – auch wenn ich manchmal das Gefühl habe es wäre so - "in all dem Krach und Schmutz und Staub" in Trauer und Tränen dreht sich die Erde weiter – dies kann ich fühlen, wenn jemand sagt: "ich schwör ich halte durch und behalte dich" – immer – die Liebe bleibt. Und dieses Bekenntnis bedeutet dann den Zenit, den Höhepunkt des Himmels zu buchstabieren, also das was Himmel ausmacht. Wo das gelingt bringe ich die Liebe dahin – "wo die Menschen schutzlos stehen, so wie ich so wie wir". Daher ist es gut zusammen zu leben und dabei gemeinsames den Himmel/den Zenit zu buchstabieren Z wie Zuneigung, E wie ewig, N wie Nähe, I wie intensiv, T wie Treue.

Viele Ideen für Gedanke 1 verdanke ich Ilka Werners Post auf Instagram - @ilka_werner_sg, am 13.August

Foto: Ingo Pertrammer

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10 Minuten
Die drei kleinen Vögel im Song stehen für eine andere Lebenseinstellung - ihre frohe Botschaft lautet: „Mach dir keine Sorgen – alles wird gut“. Wir werden eigeladen nach dem zu suchen, was uns wirklich glücklich macht. Denn wenn aller Besitz weg ist, dann bleibe nur noch ich – kann ich in mir selbst zufrieden sein?

Don't worry about a thing

Cause every little thing gonna be all right

Bob Marley ist für mich im positiven Sinn ein frommer Mann – er hält sich nicht für den Größten, sondern geht dankbar mit seien Gaben um, er setzt sich für ein „zusammen“ ein – für unsere Gemeinschaft – so bedeutet dann fromm sein, in Beziehung, zu sich selbst zu sein, zu den anderen und dann eben auch im guten Kontakt zu der Kraft zu sein, die alles zusammen hält – ich nenne sie Gott-

Sorgt Euch nicht!

Was können wir also von den Vögeln lernen – Marei @mareiroe (Instagram) kennt sich gut mit Vögeln aus – sie hat für diese Folge Three Little Birds ausgesucht, die uns inspirieren können – ein Rotkelchen, einen Mauersegler und einige Spatzen.

Bob Marley geht in dem Song über seine Türschwelle. Die "Türschwelle" ist für mich die Einladung auch einfach auf die schönen Sachen zu achten, die einem so vor die Tür gelegt werden. Leider sitzen wir häufig zu viel drinnen - auch im übertragenen Sinn, es fehlt das aus sich heraustreten, die Öffnung - wenn wir die Einladung annehmen und mit Bob Marley über die Türschwelle in die Welt der Vögel treten, dann bekommen wir Sonnenschein und Musik, dann erfahren wir etwas vom Licht und der Stimmung vom großen Festmahl von dem Jesus erzählt, das kann echt gute Laune schenken.

Manche Menschen meinen ja, dass nur bestimmte Musik und nur eine bestimmte Kleidung passend sind, Jesus, Bob Marley und die Vögel sagen uns aber: es geht um Fest und Freude, daher kommt auch gerne mit ausgefallener Kleidung, bunten Haaren und gerne auch aufregenden Fingernägeln und Lippenstift und gut riechen darfst du auch.

Aber oft bleiben wir drinnen in unseren Kirchen in unserer Welt – und kreisen um uns selbst, stellen Bedingungen und schimpfen auf die Menschen, die nicht kommen, oder die uns zu anders sind.

Der „Three Little Birds Lebensstil“ sagt uns, geht über eure Türschwelle, begegnet euch, wendet euch einander zu – macht euch nicht verrückt, sondern seid ruhig verschwenderisch an Liebe, Zuwendung, guter Laune und rechnet da nicht auf. Klappt die erhobenen Zeigefinger ein und reicht euch die Hände.

Was können wir also von den Vögeln lernen – Marei kennt sich gut mit Vögeln aus – sie hat für uns in dieser Folge Three Little Birds ausgesucht, die uns inspirieren können – ein Rotkelchen, einen Mauersegler und einige Spatzen.

Die Songtexte werden von Lisa gelesen.

Foto: Neville Garrick/Universal

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10 Minuten
In dieser Folge ist Nina aus Landshut mit dabei, sie verrät uns, warum sie im ersten Lockdown an den FC Liverpool denken musste. Und wer an den FC Liverpool denkt, denkt automatisch auch an "You’ll Never Walk Alone". Ein faszinierendes Lied, ganz anders als „We Are The Champions“ kennt dieses Lied Niederlagen und Durststrecken und nicht nur Triumphe. "You’ll Never Walk Alone" singen Menschen beim Sieg, aber auch wenn ganz schlimme Dinge ausgehalten werden müssen. Es ist die ultimative Fußballhymne. 

"You´ll Never Walk Alone" – 30 Jahre mussten es die Fans des FC Liverpool singen, bis sie endlich wieder Meister waren. 10 Jahre länger musste das Volk Israel durch die Wüste gehen und uns erscheinen die 20 Montate Pandemie schon endlos lang - "You’ll Never Walk Alone" zeigt uns, dass das Singen die Hoffnung lebendig hält - und deshalb singen wir Hoffnungslieder, sie helfen durchzuhalten, auch in der Kirche, Nina nennt hier Jesaja 43 und Psalm 23 – Wenn das Wasser bis zum Hals steht, gibt es Kraft mit Hoffnung im Herzen die nächsten Schritte zu unternehmen.

Neben der klassischen Gerry & The Pacemaker Version gibt es in der Playlist noch Versionen von Johnny Cash und Frank Sinatra.

Und am Ende wird dann noch den Text von „You´ll Never Walk Alone“ so gelesen wie er in Liverpool klingt, Danke Nuala, Deutsche Kirche Liverpool

@goodnewsfromla ist der Name von Nina bei Instagram

Foto: Bradford Timeline/Pop Weekly 2-28/CC BY-NC 2.0

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8 Minuten
Bewegt von den vielen ehrenamtlichen Helfer in den Überflutungsgebieten, wollte ich in unserer Podcast Reihe einen der ehrenamtlichen Helfer zu Wort kommen lassen. Und ich freue mich, dass Thomas gleich zugesagt hat. Der Song, den sich Thomas ausgesucht hat, passte dann zufällig gut zur Sommerausgabe unseres Gemeindebriefes, dort beschreibe ich ein Denkmal, dass mir in Grevenbroich durch einen Spaziergang aufgefallen ist, da trägt ein Mädchen ihre Schwester Huckepack – manche sagen sogar, dass ein ganz ähnliches Denkmal in den USA die Hollies zum Song inspiriert hatte, oder ein Text, der diese Situation beschreibt. Manchmal geht es eben für einen selbst nicht weiter und dann brauche ich eine Schwester oder einen Bruder, der mich trägt – einfach so, und ein Buch, ein Song oder ein Denkmal helfen mir dies nicht zu vergessen: Wenn es darauf ankommt, ist die erste Hilfe erstmal füreinander da zu sein. Im Podcast versuchen wir zu klären, was motiviert, freiwillig und ehrenamtlich Menschen in Not zu unterstützen. Eine Gesellschaft hält deswegen zusammen, dass es Menschen gibt, denen das Schicksal der anderen nicht egal ist, die bereit sind, etwas zu riskieren, damit andere nicht vor die Hunde gehen. Das sind Situationen, da kann dann gesagt werden, ich schaff das schon: Sie ist nicht schwer, sie ist meine Schwester, er ist nicht schwer, er ist mein Bruder – aber Thomas verrät uns ganz am Ende auch, welche Typen dann doch ganz schön heavy sind – schwer zu er-tragen.

Übrigens das Denkmal „Huckepack“ steht an der Ecke Arndtstraße/Uhlandstraße, für alle die in Grevenbroich wohnen oder dafür mal hier vorbei kommen wollen.

Die Songtexte liest Jilian

Foto: Parlophone/Warner Music

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