gut in Beziehung Archiv
80 Episoden
9 Minuten
Urlaub klingt nach Entspannung, Nähe und gemeinsamer Zeit. Und doch erlebe ich immer wieder, dass gerade diese Tage Paare unter Druck setzen. Erwartungen steigen, Unterschiede werden sichtbarer, kleine Irritationen bekommen mehr Gewicht. In dieser Folge schaue ich darauf, was im Urlaub zwischen Paaren passiert – und wie ein anderer Blick auf Bedürfnisse und Dynamiken neue Verbindung möglich macht.
13 Minuten
Viele Paare berichten, sie hätten ja Zeit – aber keine Energie füreinander. Der Alltag ist voll, die Kräfte sind knapp, und selbst geplante Auszeiten bringen sie nicht wirklich näher. In dieser Episode schaue ich darauf, warum gemeinsame freie Zeit nicht automatisch Paarzeit ist – und wie eine kleine innere Verschiebung wieder echte Begegnung möglich macht.
13 Minuten
Manchmal sage oder tue ich etwas in meiner Beziehung und denke direkt danach: Das bin doch gar nicht ich. Meine Reaktion passt nicht zu dem, was ich eigentlich will – und trotzdem passiert sie. In dieser Folge schaue ich auf innere Anteile, die in bestimmten Momenten das Steuer übernehmen. Ich lade dazu ein, diese inneren Bewegungen nicht als Fehler zu sehen, sondern als Hinweise. Wenn ich erkenne, welcher Teil in mir gerade spricht oder mich schützt, entsteht mehr Wahlfreiheit im Kontakt.
26 Minuten
Ich erlebe im Gespräch, wie stark sich unser innerer Zustand verändert, wenn wir uns bewusst in die Natur begeben. Waldbaden ist dabei kein esoterisches Konzept, sondern eine konkrete Praxis der Wahrnehmung, Entschleunigung und Selbstregulation. Ich lade dazu ein, den Wald nicht als Kulisse, sondern als Beziehungsraum zu verstehen. Wer anders wahrnimmt, begegnet sich selbst und dem Gegenüber oft klarer.
15 Minuten
Ich beobachte, wie selbstverständlich Technologie Teil unseres Beziehungsalltags geworden ist. Smartphones, Apps und Medien verbinden uns, erleichtern Organisation und schaffen gemeinsame Erlebnisse – und gleichzeitig schleichen sich Ablenkung und Distanz oft unbemerkt ein. In dieser Folge richte ich den Blick darauf, wie unsere digitale Nutzung Beziehung beeinflusst. Nicht als Technik-Kritik, sondern als Einladung zur Wahrnehmung: Wo unterstützt uns Technologie – und wo wäre mehr bewusste Präsenz heilsam?
22 Minuten
Ich schaue in dieser Folge auf ein bekanntes Beziehungsmuster: Schuld wird weitergegeben, verschoben oder zurückgespielt. Gespräche drehen sich im Kreis, jeder fühlt sich missverstanden, und echte Klärung bleibt aus. Ich lade dazu ein, Blameshifting nicht moralisch zu sehen, sondern systemisch zu verstehen. Wenn ich erkenne, was diese Dynamik schützt, entsteht ein neuer Blick auf Beteiligung und Verantwortung.
13 Minuten
Viele Paare verlieren nicht die Liebe – sie verlieren den Fokus. Der Alltag füllt sich, die Zeit miteinander schrumpft, und irgendwann ist die Beziehung das, was übrigbleibt, wenn alles andere erledigt ist. In dieser Episode nehme ich das Buch Essentialismus von Greg McKeown als Ausgangspunkt und übertrage seine Kernidee – weniger, aber besser – auf das Paar-Leben. Drei Grundannahmen helfen dabei: Du hast die Wahl, wie du deine Zeit und Energie einsetzt. Fast alles ist unwichtig. Und Kompromisse sind unvermeidbar. Diese Folge richtet sich an Paare, die das Gefühl kennen, im Alltagssog zu versinken – und die wieder bewusster entscheiden wollen, was wirklich zählt. In meiner Praxis südlich von Berlin begleite ich Paare genau in diesem Prozess: vom Erkennen über das Loslassen bis zur konkreten Veränderung.
17 Minuten
Appelle scheitern nicht selten – wegen Ideenklau, wegen Spontanitätskillern oder weil das bloße Aussprechen eines Wunsches beim anderen Widerstand auslöst. Im letzten Teil dieser Kommunikationsserie geht es um genau diese Dynamiken und um die Frage, welche Formen von Appellen es gibt und wie offene Kommunikation gelingen kann. Verdeckte Appelle ermöglichen es, etwas zu erreichen, ohne sich zu zeigen – sie verweisen aber oft auf alte Verletzungen. Paradoxe Appelle funktionieren durch Umkehrung: Statt gegen den Wunsch des anderen anzukämpfen, gibt man ihm Raum. Offene Appelle schließlich sind direkt, klar und zukunftsorientiert.
18 Minuten
Warum beschäftigen uns bestimmte Gespräche noch Stunden später? Weil wir auf der Beziehungsseite einer Botschaft besonders genau hinhören. In dieser Folge – dem dritten Teil der Serie zum Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun – geht es um genau das: die Du-Botschaft und die Wir-Botschaft, die in jedem Gespräch mitschwingen, ob wir es wollen oder nicht. Ich erkläre, wie das Bild, das ich mir von meinem Lieblingsmenschen mache, durch Projektion und Übertragung verzerrt werden kann – und warum es Streit gibt, wenn dieses Bild stark vom Selbstbild meines Gegenübers abweicht. Außerdem geht es darum, wie das, was ich meinem Partner immer wieder sage, langfristig sein Selbstkonzept formt. Was wir wiederholt hören, beginnen wir irgendwann zu glauben. Schließlich schauen wir auf die drei Beziehungsformen nach Schulz von Thun – symmetrisch, komplementär, metakomplementär – und warum Beziehungsthemen so häufig auf der Sachebene ausgetragen werden, anstatt offen besprochen zu werden.
51 Minuten
Wer dauerhaft für andere da ist – als Elternteil, als Partner, als Fachkraft –, kennt das Gefühl: Irgendwann ist der Tank leer. Konflikte eskalieren schneller, Geduld schwindet, und die Sehnsucht, dass jemand anderes endlich übernimmt, wird größer. Achtsames Selbstmitgefühl (MSC) setzt genau hier an. Es geht nicht um Selbstoptimierung, sondern um eine innere Haltung: sich selbst so zu begegnen, wie man einer guten Freundin begegnen würde. In diesem Interview erklärt Dörte Westphal – Achtsamkeitslehrerin und ausgebildete MSC-Lehrerin – was diese Praxis von klassischer Stressreduktion unterscheidet, wie sie sich auf Paardynamiken auswirkt und warum das Nervensystem in Konflikten oft schneller reagiert als unser Verstand. Wir sprechen über konkrete Alltagsübungen, über den Unterschied zwischen Entspannung als To-do und echter Selbstfürsorge, über Akzeptanz in langen Beziehungen und über die Frage, was es bedeutet, Verantwortung für das eigene Wohlbefinden zu übernehmen. Dörte bietet achtwöchige MSC-Kurse sowie Elternkompass-Kurse online an – bundesweit buchbar
14 Minuten
Sachliche Kommunikation klingt zunächst einfach: beim Thema bleiben, Argumente abwägen, keine Emotionen reinlassen. Doch genau dieses Verständnis von Sachlichkeit führt in Paargesprächen häufig in die Sackgasse. Die Sachebene nach Schulz von Thun meint etwas anderes: Sie ist der Raum, in dem unterschiedliche Standpunkte gleichwertig nebeneinanderstehen dürfen – getragen von Respekt und echter Neugier für die Lebenserfahrung des anderen. In dieser Episode gehe ich der Frage nach, wie Sachlichkeit und Emotionalität zusammenhängen, warum Störungen Vorrang haben und was echte Sachthemen von Pseudothemen unterscheidet. Ich stelle das S-Ich-Wir-Modell vor und zeige, wie sich Ungleichgewichte in diesem Dreieck auf die Kommunikation auswirken. Außerdem erkläre ich, wann und warum Verständlichkeit in der Paarkommunikation eine Rolle spielt – und was wirklich hilft, wenn man sich häufig missverstanden fühlt. Diese Episode ist Teil 2 einer Serie über die vier Seiten einer Nachricht. Meine Praxis für Paartherapie liegt südlich von Berlin.
27 Minuten
Kommunikationsprobleme in Paarbeziehungen entstehen selten durch das, was gesagt wird – sondern durch das, was gehört wird. Schulz von Thun beschreibt das mit seinem Vier-Seiten-Modell: Jede Botschaft enthält gleichzeitig einen Sachinhalt, einen Appell, einen Beziehungsaspekt und eine Selbstoffenbarung. Diese Folge ist der Auftakt einer vierteiligen Serie und widmet sich der Selbstoffenbarungsseite. Im Zentrum steht die Frage, warum wir im Gespräch – und besonders im Streit – so ungern zeigen, was in uns vorgeht. Ich erkläre das Konzept der Selbstoffenbarungsangst, ihren Ursprung in der Kindheit und die drei Strategien, mit denen wir uns schützen: Imponieren, Fassade aufbauen, Verkleinern. Der Lösungsansatz liegt in dem, was Carl Rogers Kongruenz nennt: übereinstimmen mit dem, was ich fühle, wahrnehme und nach außen zeige. Abschließend gibt es fünf praktische Kommunikationsregeln nach Ruth Cohn.
12 Minuten
Alltag und Arbeit auch echte Paarzeit entsteht? In dieser Folge nehme ich euch mit in meine persönliche Jahresplanung: Was hat uns als Paar im letzten Jahr gut getan, was hat gefehlt, und was wollen wir im neuen Jahr anders oder bewusster angehen? Die Struktur ist einfach und übertragbar: große Events, regelmäßige Paar-Dates, Alltagsmomente. Für alle drei Bereiche stelle ich konkrete Fragen, die helfen, nicht nur zu träumen, sondern wirklich zu planen. Thorsten Köcher ist Paartherapeut im südlichen Berliner Umland.
18 Minuten
Weihnachten soll schön sein – und wird es manchmal nicht. Das Essen muss stimmen, die Stimmung auch, und gleichzeitig kommen Menschen zusammen, die sich das ganze Jahr kaum sehen. Unterschiedliche Erwartungen, unterschiedliche Bedürfnisse – und schon ist der erste Konflikt da. In dieser Episode zeige ich dir, wie du mit dem Riemann-Thomann-Modell die Bedürfnisse deiner Gäste besser erkennst. Das Modell beschreibt vier grundlegende Orientierungen: Nähe, Distanz, Dauer und Wechsel. Jeder Mensch hat seine eigene Homebase auf dieser Landkarte – und wer versteht, wo jemand steht, kann viel besser auf ihn eingehen. Du erfährst, was der Nähetyp zu Weihnachten braucht, warum der Distanztyp am liebsten ein gutes Buch hätte, wie du den Dauertypen mit Verlässlichkeit abholen kannst – und was den Wechseltypen antreibt. Mit diesem Wissen kannst du Weihnachten nicht nur entspannter, sondern auch aufmerksamer gestalten. Ich begleite Paare aus dem Raum südlich von Berlin.
13 Minuten
Viele Menschen spüren, dass ihnen in ihren Beziehungen etwas fehlt – nicht Zuneigung, sondern Echtheit. Sie sagen nicht, was sie wirklich denken. Sie fühlen, was sie fühlen, erlauben es sich aber nicht. Sie warten auf Erlaubnis, anstatt zu handeln. Virginia Satir, eine der einflussreichsten Familientherapeutinnen des 20. Jahrhunderts, hat für genau dieses Dilemma ein klares Konzept entwickelt: die 5 Freiheiten. In dieser Episode stelle ich sie vor – nicht als Theorie, sondern als gelebte Einladung. Die 5 Freiheiten beschreiben eine innere Haltung: im Moment wahrzunehmen, was wirklich da ist. Das auszudrücken, was man denkt und fühlt. Zu den eigenen Emotionen zu stehen. Das zu erbitten, was man braucht. Und in eigener Verantwortung Risiken einzugehen. Diese Freiheiten helfen nicht nur im Alltag – sie sind ein Fundament für echte, lebendige Paarbeziehungen.