Zugehört! Der Podcast des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
Interviews des ZMSBw zu Militärgeschichte, Militärsoziologie und Sicherheitspolitik: für Wissenschaft, Bundeswehr und Gesellschaft
Interviews des ZMSBw zu Militärgeschichte, Militärsoziologie und Sicherheitspolitik: für Wissenschaft, Bundeswehr und Gesellschaft
Podcaster
Episoden
27.03.2026
44 Minuten
Direkt nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion 1941 meldeten sich Frauen freiwillig bei der Roten Armee, um zu kämpfen. Sie waren in gemischten Einheiten eingesetzt und wurden auch von der Wehrmacht gefangen genommen. Hauptmann Luisa Eckert und Obergefreiter der Reserve Philipp Janssen vom ZMSBw sprechen über die sowjetischen Soldatinnen in deutscher Kriegsgefangenschaft.
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26.02.2026
48 Minuten
Prof. Dr. Thomas Kühne und Carolin Kaiser forschen zu Männlichkeit und Militär.
Militär und Männlichkeit waren in der deutschen Kaiserzeit bis 1918 und lange darüber hinaus eng miteinander verbunden, was sich in der oft gestellten Frage „Haben Sie gedient?“ niederschlug. Das Militär formte nach Ansicht der Zeitgenossen erst einen Mann zum echten Mann, der dadurch in die Lage versetzt wurde, sein Land und seine Familie zu verteidigen und für sie zu sorgen. Und so klar den Männern dieser Zusammenhang war, umso verwunderlicher ist es, dass die Erforschung dieser Verbindung lange ein Desiderat der Geschichtswissenschaft blieb.
Militär und Männlichkeit waren in der deutschen Kaiserzeit bis 1918 und lange darüber hinaus eng miteinander verbunden, was sich in der oft gestellten Frage „Haben Sie gedient?“ niederschlug. Das Militär formte nach Ansicht der Zeitgenossen erst einen Mann zum echten Mann, der dadurch in die Lage versetzt wurde, sein Land und seine Familie zu verteidigen und für sie zu sorgen. Und so klar den Männern dieser Zusammenhang war, umso verwunderlicher ist es, dass die Erforschung dieser Verbindung lange ein Desiderat der Geschichtswissenschaft blieb.
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22.01.2026
48 Minuten
Kaiserliche Schutztruppe – dieser Begriff klingt defensiv und vermittelt ein Gefühl der Sicherheit. Tatsächlich stand er aber für militärische Gewalt als zentralem Instrument kolonialer Herrschaft. Wessen Schutz war also gemeint – und vor wem sollte geschützt werden?
In dieser Podcastfolge, moderiert von Dr. Christian Stachelbeck, Leiter des Forschungsprojekts Deutsches Militär im kolonialen Einsatz 1880–1918. Ein Kontinuum der Gewalt, sprechen Dr. Pierre Köckert, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften, und Christian Senne, Dozent für Militärgeschichte an der Marineunteroffizierschule, über Entstehung, Auftrag und Praxis der kaiserlichen Schutztruppe. Aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten die Gesprächspartner die Schutztruppe als militärischen, polizeilichen und administrativen Gewaltakteur.
In dieser Podcastfolge, moderiert von Dr. Christian Stachelbeck, Leiter des Forschungsprojekts Deutsches Militär im kolonialen Einsatz 1880–1918. Ein Kontinuum der Gewalt, sprechen Dr. Pierre Köckert, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften, und Christian Senne, Dozent für Militärgeschichte an der Marineunteroffizierschule, über Entstehung, Auftrag und Praxis der kaiserlichen Schutztruppe. Aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten die Gesprächspartner die Schutztruppe als militärischen, polizeilichen und administrativen Gewaltakteur.
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19.12.2025
1 Minute
Dr. Peter Tauber befasst sich mit der Frage, wie es um die Sicherheit Deutschlands steht und welche politischen, militärischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen dafür notwendig sind. Diese „Zugehört“-Folge wurde bei der 64. Internationalen Tagung für Militärgeschichte (ITMG) im November 2025 im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden aufgezeichnet.
Begriffe wie Kriegstüchtigkeit und Wehrhaftigkeit waren lange Zeit nicht im öffentlichen Diskurs Deutschlands präsent, heute stehen sie in dessen Fokus. Ausgehend von der Beobachtung, dass die Geschichte der Bundesrepublik als eine fortwährende Suche nach Sicherheit verstanden werden kann, ordnet der Parlamentarische Staatssekretär a.D. und promovierte Historiker Peter Tauber die aktuellen sicherheitspolitischen Debatten ein. Unsere Sicherheit als gemeinsame Aufgabe
Taubers Vortrag beleuchtet drei zentrale Ebenen: die Rolle der Politik, den Zustand der Bundeswehr und die Verantwortung der Gesellschaft. Besonders ausführlich geht Tauber auf die gesellschaftliche Dimension von Sicherheit ein. Er verweist auf aktuelle Studien des ZMSBw, die zeigen, dass sich das Bedrohungsbewusstsein in der deutschen Bevölkerung seit 2022 deutlich verändert hat. Sicherheit dürfe nach Tauber nicht allein als Frage von Zuständigkeiten verstanden werden, sondern als gemeinsame Verantwortung. Die zentrale Frage laute daher nicht nur, wie sicher Deutschland ist, sondern was heute getan werden muss, um auch künftig in Frieden und Freiheit leben zu können.
Begriffe wie Kriegstüchtigkeit und Wehrhaftigkeit waren lange Zeit nicht im öffentlichen Diskurs Deutschlands präsent, heute stehen sie in dessen Fokus. Ausgehend von der Beobachtung, dass die Geschichte der Bundesrepublik als eine fortwährende Suche nach Sicherheit verstanden werden kann, ordnet der Parlamentarische Staatssekretär a.D. und promovierte Historiker Peter Tauber die aktuellen sicherheitspolitischen Debatten ein. Unsere Sicherheit als gemeinsame Aufgabe
Taubers Vortrag beleuchtet drei zentrale Ebenen: die Rolle der Politik, den Zustand der Bundeswehr und die Verantwortung der Gesellschaft. Besonders ausführlich geht Tauber auf die gesellschaftliche Dimension von Sicherheit ein. Er verweist auf aktuelle Studien des ZMSBw, die zeigen, dass sich das Bedrohungsbewusstsein in der deutschen Bevölkerung seit 2022 deutlich verändert hat. Sicherheit dürfe nach Tauber nicht allein als Frage von Zuständigkeiten verstanden werden, sondern als gemeinsame Verantwortung. Die zentrale Frage laute daher nicht nur, wie sicher Deutschland ist, sondern was heute getan werden muss, um auch künftig in Frieden und Freiheit leben zu können.
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14.11.2025
51 Minuten
Vor 70 Jahren, am 12. November 1955: Die Bundeswehr feiert ihren Gründungstag. Wie entstand im westlichen Teil des zerstörten Deutschlands mit seinem diktatorischen Erbe eine neue Armee der Demokratie? Darüber spricht Prof. Dr. Sönke Neitzel von der Universität Potsdam mit Oberstleutnant Michael Gutzeit aus dem ZMSBw.
Die noch junge Bundesrepublik bekommt nur zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Streitkräfte, auch mit alten Wehrmachtssoldaten. Die Gründung der Bundeswehr markiert für Westdeutschland einen Wendepunkt auf dem Weg von Besatzung zu Bündnispolitik und westdeutscher Souveränität. Doch der Weg dorthin war hart umkämpft: Der Koreakrieg hatte den Westen unter Führung der USA alarmiert, während in Deutschland Proteste gegen eine Wiederbewaffnung aufflammten. Denn die Angst vor einem „Staat im Staate“ saß nach historischen Erfahrungen tief. Altes und Neues
Im Gespräch mit Sönke Neitzel beleuchtet die neue Zugehört-Folge die politischen, militärischen und gesellschaftlichen Spannungen während der Aufbauzeit der Bundeswehr. Besonders die ersten zwanzig Jahre nach ihrem Gründungstag liegen im Fokus, denn diese waren doch so prägend wie wenige danach. Die Entstehung der „Himmeroder Denkschrift“ als Schlüsseldokument der westdeutschen Wiederbewaffnung, aber auch der Personalgutachterausschuss und seine Arbeit demonstrieren, wie stark ehemalige Wehrmachtsangehörige am Neuaufbau der Streitkräfte beteiligt waren. Gleichzeitig entstand mit der „Inneren Führung“ das Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform“ – ein Versuch, demokratische Verantwortung und soldatische Tradition zu verbinden. Aber die neue Führungsphilosophie war alles andere als unumstritten. Licht und Schatten
Dazu sprechen wir über innere Konflikte wie die Auseinandersetzung der „Leutnante von Hamburg“ mit den „Hauptleuten von Unna“. Auch Skandale und Affären werden thematisiert, wie das Iller-Unglück 1957, der Spiegel-Skandal von 1962, die Nagold-Affäre 1963, oder die von der Schnez-Studie 1969 ausgelöste Debatte. Neben allen Zweifeln der Nachkriegszeit sprechen wir aber auch über Lichtblicke, wie die Fluthilfe der Bundeswehr an der Elbe im Jahr 1962. Des Weiteren spannt die Folge einen Bogen von der Einführung der Wehrpflicht und der Atomwaffenfrage bis hin zur Ostpolitik der 1970er-Jahre, in einer Zeit, als die Bundeswehr eine Stärke von fast einer halben Millionen Soldaten erreicht. Am Ende zieht Prof. Neitzel eine Bilanz, vor allem darüber, was wir aus unserer Geschichte für unsere Gegenwart und Zukunft lernen können.
Die noch junge Bundesrepublik bekommt nur zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Streitkräfte, auch mit alten Wehrmachtssoldaten. Die Gründung der Bundeswehr markiert für Westdeutschland einen Wendepunkt auf dem Weg von Besatzung zu Bündnispolitik und westdeutscher Souveränität. Doch der Weg dorthin war hart umkämpft: Der Koreakrieg hatte den Westen unter Führung der USA alarmiert, während in Deutschland Proteste gegen eine Wiederbewaffnung aufflammten. Denn die Angst vor einem „Staat im Staate“ saß nach historischen Erfahrungen tief. Altes und Neues
Im Gespräch mit Sönke Neitzel beleuchtet die neue Zugehört-Folge die politischen, militärischen und gesellschaftlichen Spannungen während der Aufbauzeit der Bundeswehr. Besonders die ersten zwanzig Jahre nach ihrem Gründungstag liegen im Fokus, denn diese waren doch so prägend wie wenige danach. Die Entstehung der „Himmeroder Denkschrift“ als Schlüsseldokument der westdeutschen Wiederbewaffnung, aber auch der Personalgutachterausschuss und seine Arbeit demonstrieren, wie stark ehemalige Wehrmachtsangehörige am Neuaufbau der Streitkräfte beteiligt waren. Gleichzeitig entstand mit der „Inneren Führung“ das Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform“ – ein Versuch, demokratische Verantwortung und soldatische Tradition zu verbinden. Aber die neue Führungsphilosophie war alles andere als unumstritten. Licht und Schatten
Dazu sprechen wir über innere Konflikte wie die Auseinandersetzung der „Leutnante von Hamburg“ mit den „Hauptleuten von Unna“. Auch Skandale und Affären werden thematisiert, wie das Iller-Unglück 1957, der Spiegel-Skandal von 1962, die Nagold-Affäre 1963, oder die von der Schnez-Studie 1969 ausgelöste Debatte. Neben allen Zweifeln der Nachkriegszeit sprechen wir aber auch über Lichtblicke, wie die Fluthilfe der Bundeswehr an der Elbe im Jahr 1962. Des Weiteren spannt die Folge einen Bogen von der Einführung der Wehrpflicht und der Atomwaffenfrage bis hin zur Ostpolitik der 1970er-Jahre, in einer Zeit, als die Bundeswehr eine Stärke von fast einer halben Millionen Soldaten erreicht. Am Ende zieht Prof. Neitzel eine Bilanz, vor allem darüber, was wir aus unserer Geschichte für unsere Gegenwart und Zukunft lernen können.
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