Morgenimpuls Archiv
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Ich bin seit zwei Tagen in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach zu einem Kurs. Novizinnen und Novizen, also quasi die Klosterazubis mit ihren NoviziatsbegleiterInnen treffen sich mehrmals im Jahr, um zu Themen des Ordenslebens ins Gespräch zu kommen. Da geht es um die Grundzüge mit den drei Gelübden der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams, um Gemeinschaftsleben und Individualität, um Formen des Kirche-Seins heute und vieles mehr. Da in vielen Klöstern und Gemeinschaften oft einzelne junge Schwestern oder Brüder sind, ist es schwierig, zu vielfältigen Meinungen und Debatten zu kommen. Deshalb sind solche Treffen in großen Gruppen so wichtig. Diesmal ist das Thema "Ordensleben heute" und das ist eigentlich das beständige Thema über die Jahrhunderte des Ordenslebens. Wie kann das gehen in der jeweiligen Gesellschaft, in der Art, wie Kirche derzeit lebt, wie die einzelnen Glaubenden ihren Auftrag verstehen? Die einzelnen Klöster und Gemeinschaften leben nach den Ordensregeln ihrer Gründer und Gründerinnen. Aber die Art und Weise, wie das gelebt werden kann, muss immer neu angeschaut und angepasst werden. Und da sind die jungen Leute in den Klöstern oft die treibenden Kräfte, die alles ausprobieren, vieles hinterfragen und manches für absolut nicht mehr lebbar erkennen. Und dann wird es spannend: Gehen die langjährigen Ordensmitglieder damit um, lassen sie sich auf Gespräche und Austausch ein, können sie damit leben, dass Neues ausprobiert und erprobt werden kann? Ganz häufig ist das tatsächlich so und manchmal reichen ein oder zwei engagierte junge Leute, um Dinge in Bewegung zu bringen, die allen helfen, neu über ihren Weg im Orden nach zu denken. Klöster und Orden waren damit immer schon Vorreiter und Avantgarde der Kirche auf der gemeinsamen Suche nach Gott und einer Spiritualität des Lebens, die nicht in Strukturen und erarbeiteten Papieren, sondern in lebendigen Glauben und gelebtes Evangelium investiert. Ich bin gespannt, welche Themen wir aus unserem Kurs mit nach Hause nehmen, welche Anregungen uns munter machen für die nächste Zeit.
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Am Freitag war eine große Geburtstagsehrung in Berlin. Eine kleine zierliche Frau mit einem strahlenden Lächeln bekommt Glückwünsche zu ihrem 102. Geburtstag, den sie am Sonntag feiert. Margot Friedländer ist eine der besonderen starken Frauen, die es in unserem Land so viele gibt. Nachdem ihre Mutter und ihr jüngerer Bruder verhaftet und ins KZ gebracht worden sind, versteckt sie sich zwei Jahre lang und wird dann doch noch 1944 gefasst und ins KZ gebracht. Im Kopf behält sie für immer das Wort ihrer Mutter, dass sie ihrer Tochter über eine Bekannte übermitteln ließ: "Versuche Du, Dein Leben zu machen!" Zunächst kann sie damit nichts anfangen und ist eher entsetzt, dass sie sich allein durchschlagen soll. Aber im KZ trifft sie, welch ein Wunder bei diesen Menschenmassen, einen früheren Bekannten. Gemeinsam überleben sie das KZ und das wirre Kriegsende und wandern 1946 in die USA aus, wo sie heiraten und Jahrzehnte zusammenleben. Mit 88 Jahren, da ist sie schon lange verwitwet, kehrt sie in ihre Heimatstadt Berlin zurück. Nicht in das Land der Täter, wie sie betont, sondern in das Land derer, die in dritter und vierter Generation nach dem Naziterror hier leben. Und sie geht seit dieser Zeit unermüdlich in Schulen und Jugendtreffs, um jungen Leuten aus dieser Zeit und aus ihrem Leben zu erzählen und um Wachsamkeit gegenüber rechten Tendenzen zu werben. Der Berliner Bürgermeister Wegner schreibt zu ihrer Würdigung: "Ihr Lebensweg ist ein eindrucksvolles Zeugnis von Stärke, Resilienz und einer unerschütterlichen Hoffnung, die viele Menschen inspiriert." Ihre unerschütterliche Hoffnung ist ihr in einer der schlimmsten Phasen ihres Lebens durch die Botschaft ihrer Mutter zugekommen. Die sie erst ganz schrecklich findet und gar nicht wusste, was sie damit anfangen soll. "Versuche Du, Dein Leben zu machen!" Ich glaube, dass viele Menschen so ein Hoffnungswort in sich tragen, dass sie durch einen lieben Menschen, das berührende Letzte Wort eines Sterbenden, oder durch einen Bibelvers, ein Gedicht, einen Song bekommen haben. Schauen Sie doch mal, welches Hoffnungswort Ihnen zurzeit zum Leben hilft!
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Da schaue ich doch mal vergangene Woche ganz früh ins Morgenmagazin hinein und erlebe echt eine Überraschung: mit Begeisterung kündigt die Moderatorin an, dass ja schon bald der Heilige Abend ist und man sich schonmal einstimmen muss, und dass der erste Weihnachtsmarkt in Essen eröffnet worden ist und er auch am längsten dauern wird, nämlich bis zum 30. Dezember. Hier dauert Weihnachten länger als 8 Wochen ist eine Hauptschlagzeile und auch, dass er "musikalisch – kinderfreundlich – erlebnisreich" ist. Ach ja, und dass Adventsfans in anderen Städten noch ein wenig warten müssen. Adventsfan – das hat mir gefallen. Also Menschen, die sich sehr für den Advent begeistern, die seine Ideen supporten, wie man neudeutsch sagt, also unterstützen. Ich bin tatsächlich ein Adventsfan. Ich freue mich auf die Zeit der Vorbereitung auf die Feier der Ankunft unseres Herrn, die wir Jahr für Jahr feiern. Ich freue mich auf die, jeden Sonntag ein bisschen hellere Beleuchtung durch die Kerzen am Adventskranz und auf die Texte aus der Bibel, die mich immer mehr hinführen zum großen Geheimnis der Menschwerdung unseres Gottes in Jesus Christus. Ich freue mich auf die ruhigere Zeit des Jahres, in der ich seit Jahren nur wenige Einladungen annehme und immer wieder darauf hinweise, dass nicht der Advent, sondern die Weihnachtszeit die große Zeit des Feierns ist. Und ich liebe die Musik die zu dieser Zeit gehört, die sehnsuchtsvollen und strengen Lieder und Gesänge und die Roratemessen, die noch mal mehr und anders das Geheimnis verkünden und trotzdem geheimnisvoll bleiben. Aber, ganz unter uns: Weihnachtsmärkte sind schon auch schön und den einen oder anderen werden wir auch besuchen. Weil es zusammen Spaß macht, weil das Plaudern mit den Budenbetreibern schön ist, weil man die eine oder andere gute Idee für eine liebe Weihnachtsgabe bekommt, weil kalte Füße und Glühwein, die freudigen Gesichter der Leute und der vielfältige Duft einfach auch zum Winter gehören. Alles zu seiner Zeit. Adventsfan sein und Adventsmärkte im Dezember genießen. Vorfreudig.
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Eine wirklich große Frau, obwohl sie nach Längenmaßen eher klein war, ist am 31.Oktober in Trier gestorben. Schwester Dr. Lea Ackermann. In Völklingen geboren wurde sie zunächst Bankkauffrau. Aber weil ihre Sehnsucht nach Freiheit und Weite und Reisen so groß war, ist sie in eine Ordensgemeinschaft eingetreten, die als Missionarinnen in Afrika tätig sind. Sie studierte dann Sprachen, Theologie, Pädagogik und Psychologie und wurde 1977 an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der Arbeit "Erziehung und Bildung in Ruanda" in Pädagogik promoviert. Als Lehrerin in Ruanda und Kenia hat sie dann erlebt, wie gerade Mädchen und Frauen dort immer öfter zu Sexsklavinnen werden mussten und keine Rechte hatten. Da hat es bei ihr geklickt, wie sie oft betont hat und hat dort für sich ihre Aufgabe und ihre Mission gefunden. 1985 hat sie den Verein SOLWODI gegründet, die sich genau um diese Menschen kümmert und hat gegen unglaublich viele Widerstände, auch in ihrer eigenen Ordensgemeinschaft, ein großes Werk aufgebaut. Bei einer Veranstaltung an der Universität Bonn habe ich sie vor Jahren kennengelernt und sie hat mich sehr beeindruckt. Fit und vital und sehr engagiert hat sie aus ihrem Leben erzählt und dann mit noch mehr Energie über die Katastrophe der Ausbeutung von Flüchtlingsfrauen und Frauenhandel auch hier bei uns in Deutschland. Mir persönlich und vielen Menschen, die dabei waren, hat sie die Augen geöffnet für das Leid der Frauen mitten in unserem Land und für die Möglichkeiten die es doch bereits gibt, um ihnen zu helfen. Sie hat für ihr Engagement unzählige Preise und Auszeichnungen bekommen und sie hat die ihr dabei gebotene Bühne immer benutzt, um das Thema der Frauenrechte und der Ausbeutung der Prostituierten ins Bewusstsein zu rufen. "Um Gottes Willen, Lea" hat ein Bekannter ausgerufen, dem sie mitgeteilt hatte, dass sie in einen Orden eintreten will. Ja, um Gottes Willen zu erfüllen ist sie Ordensfrau geworden und ER, dieser Gott, hat sie um der Frauen willen, in seinen Dienst genommen und ihr die Sehnsucht nach Freiheit und Weite der Kinder Gottes erfüllt und ihr die Power gegeben, die sie gebraucht hat. Um Gottes Willen – setzen Sie doch mal jetzt Ihren Namen dahinter und lassen Sie sich überraschen, was Gottes Wille heute für Sie ist.
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Auf meinem Heimatfriedhof im Eichsfeld habe ich gelegentlich Aufkleber an den Grabsteinen gesehen auf denen gewarnt wurde, dass das „Denkmal“ nicht mehr sicher genug steht und neu befestigt werden muss. Das Wort Denkmal in diesem Zusammenhang finde ich gar nicht so schlecht. Darauf steht ja meist der Name des Verstorbenen und die Geburts - und Sterbedaten. Manchmal ist darauf ein Kreuz, oder eine abgeknickte Rose, ein Marienbild oder eine Sonne eingraviert. Und dann bedeutet Denkmal: denk doch mal an mich. Und dafür hat die Kirche einen besonderen, eigenen Tag, den heutigen Tag Allerseelen. Wenn wir zum Friedhof gehen, miteinander beten und singen und dann die Gräber gesegnet werden, dann denken wir an unsere Toten. Und mit allen Glaubenden Menschen ahnen wir, dass alle Verstorbenen nicht ins Bodenlose gefallen sind, wenn sie gestorben sind, sondern aufgefangen von Gottes Hand. Die Namen unserer Toten sind also nicht nur eingemeißelt auf dem Grabstein, dem Denkmal, sondern, sie sind geschrieben in die Hand Gottes. „Mein bist Du, ich habe Dich beim Namen gerufen.“ So spricht Gott zu jedem Menschen im Moment des Sterbens. Wir leben im Moment in einer Phase, in der der Glaube an ein Leben nach dem Tod nicht mehr selbstverständlich ist. Aber viele Menschen haben eine Sehnsucht nach einem erfüllten, vollen, intensiven Leben hier. Das führt bei vielen zur Sorge etwas zu verpassen, weil ja mit dem Tod, nach ihrer Ansicht alles aus ist. Der Glaube an die Auferstehung dagegen schenkt uns eine gewisse Gelassenheit, eine Nüchternheit in der Betrachtung unseres Lebens, wo nicht alles erreicht werden kann und erreicht muss, was es an Möglichkeiten gibt. Unsere Botschaft vom ewigen Leben ist darum auch eine Botschaft für das Leben jetzt. Denk mal daran und besuche die Gräber deiner Lieben im Glauben und in der Hoffnung auf das Leben mit Gott, heute und in den Ewigen Zeiten.
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Heilig sein oder ein heiligmäßiges Leben führen – Das klingt oft alles so weit weg und so unwirklich wie ein unerreichbares Ideal. So als ob Menschen, die wir als heilig bezeichnen, nie irgendwann auch nur irgendeinen Fehler in ihrem Leben gemacht haben dürfen. Und weil niemand von uns fehlerlos ist, wirken Heilige mit den Geschichten, die sich oftmals um sie herum ranken, meist wie Gestalten in weiter Ferne. Doch wer sich mal mit der Lebensbeschreibung einzelner Heiliger beschäftigt, wird feststellen, dass da oftmals nicht alles Gold ist, was glänzt. Allein schon im Kreis der zwölf Apostel gab es Maulhelden, die Jesus alles Mögliche versprochen, dann aber völlig versagt haben wie zum Beispiel Petrus, der Jesus gleich dreimal verleugnet hat. Mancher Heiliger hatte zuvor ein zügelloses Leben geführt, sich auf Kosten anderer bereichert wie der Zöllner Matthäus. Und schauen wir in die spätere Geschichte, dann entdecken wir Heilige, die ein merkwürdiges Frauenbild hatten, die zum Kreuzzug aufgerufen oder die in manchen anderen Fragen Dinge vertreten haben, über die wir heute mit dem Kopf schütteln. Aber alle diese Fehler und Schwächen zeigen uns doch, dass Heilige damals wie heute Menschen wie Du und ich waren und immer noch sind. Und das wiederum rückt sie wieder nah an uns heran. Sie zeigen uns nämlich, dass auch wir zur Heiligkeit berufen sind, wie man so schön sagt. Paulus schreibt das an seine Gemeinde in Ephesus: „Gott erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt.“ Es ist also kein Führerschein den wir brauchen, um zu beweisen, wie gut wir als Christen funktionieren. Es ist kein Stempel der beweist, welche Stationen wir erfolgreich durchlaufen haben. Es ist kein kirchliches Führungszeugnis das anzeigt, dass wir für bestimmte Jobs etwas taugen. Heiligkeit entsteht nicht aus uns selbst heraus. Sie ist ein Geschenk Gottes, das wir nur anzunehmen brauchen. Und da doch fast alle gerne Geschenke bekommen, brauchen wir sie nur anzunehmen. Heute ist eine gute Gelegenheit dazu.
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Im 150. Jubiläumsjahr unserer Ordensgemeinschaft (2013), haben wir alle deutschen Schwestern nach ihren Lieblingsgebeten gefragt. Wir haben sie gesammelt und daraus ein Heft gemacht, das jeder Konvent bekommen hat. Und es gibt Gebete, die sind so schön, und passen so gut zur jeweiligen Schwester, dass wir immer neu unsere Freude daran haben. Gestern war ein Gebet dran, dass schon über 500 Jahre alt ist. Es stammt von Teresa von Avila und hat so viel Witz und Charme, dass wir immer wieder vergnügt zuhören. Ich will es Ihnen heute früh in den Tag mitgeben und vielleicht hilft es Ihnen, für ein kleines Lächeln in den Tag. Teresa betet also: „Oh Herr, Du weißt besser als ich, dass ich von Tag zu Tag älter und eines Tages alt sein werde. Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen. Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen. Lehre mich, nachdenklich (aber nicht grüblerisch), hilfreich (aber nicht diktatorisch) zu sein. Bei meiner ungeheuren Ansammlung von Weisheit erscheint es mir ja schade, sie nicht weiterzugeben. Aber Du verstehst - oh Herr - dass ich mir ein paar Freunde erhalten möchte. Bewahre mich vor der Aufzählung endloser Einzelheiten und verleihe mir Schwingen, zum Wesentlichen zu gelangen. Lehre mich schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden. Sie nehmen zu - und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr. Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir Krankheitsschilderungen anderer mit Freude anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen. Lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich mich irren kann. Erhalte mich so liebenswert wie möglich. Ich möchte kein Heiliger sein, mit ihnen lebt es sich so schwer, aber ein alter Griesgram ist das Krönungswerk des Teufels. Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken und verleihe mir, oh Herr, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen. Amen. "
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Ach je, wenn ich übern Tag aus dem Fenster schaue dann ist es nicht mehr so vergnüglich. Es ist grau als Grundfarbe, es regnet schon wieder, die noch vorhandenen Blätter an den Bäumen sind eher grau-braun-schwarz-matschig und man sieht schon, was man beim Rausgehen merken wird: kalt, windig, nass, usselig. Die Natur stirbt ab und die Bäume und Sträucher und alles, was uns vom Frühling bis jetzt so begeistert hat, zieht sich zurück und bereitet sich auf den Winter vor. Und dann kommen für uns die Tage des Totengedenkens und der Gänge zum Friedhof. Irgendwie passt es ziemlich gut zu unserer nasskalten, dunklen Herbststimmung und oft sind die leuchtenden Lampen auf den Gräbern die einzigen Lichtblicke. Bei unserer Assisifahrt vorletzte Woche waren auch zwei Frauen dabei, deren Ehemänner erst vor kurzem gestorben waren. Und beide haben zwischendurch geäußert, dass dieses Zusammensein mit anderen, ihnen wunderbar über diese Zeit geholfen hat. Eine Begebenheit war besonders berührend. Wie an jedem Abend sind wir in einem schönen Raum zusammen gewesen, haben den Tag reflektiert, manchmal noch gesungen und gebetet und natürlich den köstlichen italienischen Wein sehr genossen. Und am anderen Morgen haben mir einige erzählt, dass am vergangenen Abend Sterben, Tod und Trauer, Beerdigung und Hoffnung auf Leben nach dem Tod das Thema waren. Und bei vielen Teilnehmenden sind Tränen geflossen, weil sie alle schon an Sterbebetten gesessen, liebe Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet und Trauerphasen bewältigt haben. Miteinander diese dunklen Tage von Herbst, aber auch Sterben, Tod und Trauer zu begehen, nicht auszuweichen oder zu vermeiden, tröstet sehr und hilft, den eigenen Trauerprozess zu leben und das Denken an die lieben Verstorbenen leichter und hoffnungsfroher zu machen.
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Manche der Kurzlesungen, die in Laudes oder Morgenimpuls vorgelesen werden, sind so wunderbare Handlungsanweisungen, dass man gar nicht mehr viel dazu sagen muss. Die heutige Lesung aus dem Epheserbrief ist so ein Text. Da heißt es: "Über eure Lippen komme kein böses Wort, sondern nur ein gutes, das den, der es braucht, stärkt und dem, der es hört, Nutzen bringt. Beleidigt nicht den Heiligen Geist Gottes, dessen Siegel ihr tragt für den Tag der Erlösung. Jede Art von Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung und alles Böse verbannt aus eurer Mitte! Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat." Bei einem Bibelgespräch mit unseren alten Schwestern haben wir zu einer ähnlichen Stelle dann versucht, das Ganze möglichst konkret zu machen. Das mit dem "kein böses Wort sagen" ist ja sehr präsent, aber manchmal rutscht einem doch eins heraus. Aber dann ist Vergebung und die Bitte um Vergebung genau richtig. Nur ein gutes Wort sagen, dass dem anderen Nutzen bringt, ist auch nicht so einfach, wie es klingt. Ein Tipp war: einfach mal jemanden für das, was sie oder er Gutes tut, loben. Vieles ist uns im normalen Ablauf so selbstverständlich. Aber das viele Gute, dass getan wird, ist eben nicht selbstverständlich, sondern die Entscheidung eines Menschen für das Gute. Und so ist ein Lob für das gut Getane, auch eine Anerkennung für die gute Entscheidung. Den Heiligen Geist Gottes nicht zu beleidigen, was bedeutet das dann? Wenn wir glauben, dass Gott der Schöpfer alles Guten ist und in uns seinen Geist hineingelegt hat, ist es eine Beleidigung dieses guten Geistes, wenn durch uns Ungutes und Negatives geschieht oder wir sogar Böses oder Verleumderisches gutheißen. Es ist also manchmal nicht ganz so leicht wie es klingt und nicht ganz so easy, wie wir manchmal meinen. Es ist gut, am frühen Morgen darüber nachzudenken und Gott zu bitten, dass er uns bei unserem Mühen hilft.
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Jetzt hat mich der Alltag wieder. Gestern Abend aus Assisi heimgekehrt, heißt es nun: auspacken, Wäsche waschen, Mitbringsel an die Frau oder die Schwester bringen, Fotos sortieren und erzählen, erzählen, erzählen. Es war eine wunderschöne Reise mit 25 gleichgesinnten Frauen, die neugierig waren auf Franziskus und Klara und auf all das Schöne dieser Reise. Und ich habe immer gemerkt, wie sehr sie aufgesogen haben, was ich so erzählt habe und immer auch wieder nachgefragt und Bücher gekauft und so weiter. Und jede hat natürlich auch ihre innere Sammlung schöner Bilder, herzlicher Begebenheiten und zufällig erlebtem Wunderbaren. Und jetzt ist, wie nach allen Reisen, die Frage nach der Nachhaltigkeit; nicht unbedingt nach der ökologischen, die mit Busfahren und in einem Quartier bleiben sehr gut ist. Es geht um die Nachhaltigkeit im Christsein. Die Begeisterung für Franziskus, der auf die Bitte Jesu hört, ihm seine Kirche wieder auf zu bauen, ist die eine Seite. Die andere Seite ist immer die Frage an uns selber, was ich, was Sie, was wir machen können, um diesen Auftrag Jesu zu erfüllen. Und die Antwort gilt nicht kollektiv, sondern einzeln und persönlich. "Was geht ab?" fragen Jugendliche und wollen wissen, was dran ist, was gerade läuft, was gerade gemacht oder unternommen werden könnte. Genau das ist die Frage. In Greccio haben wir bewundert, dass Franziskus in seiner Krippenspielinszenierung das neugeborene Gotteskind in den Herzen der Menschen wieder erweckt hat. Welche Bedeutung hat dann die kommende Advents- und Weihnachtszeit? Feiern wir wieder unser behaglich, betulich, gut bürgerliches Fest oder lassen wir den menschgewordenen Gottessohn unser Leben durcheinanderbringen? "Machs wie Gott – werde Mensch" ist ein netter Slogan. Aber notwendiger scheint mir, mit der eigenen Menschwerdung immer weiter zu machen und Mensch und Mitmensch zu werden und mich und meine Möglichkeiten zu nutzen. Aus deiner unbegreiflichen Liebe bist du als Mensch zu uns gekommen. Niemand willst du allein lassen. Herr, gib uns offene Herzen für dich und für die Menschen: für die, mit denen wir unser Leben teilen, für die, die zu uns kommen, für die, an die uns dein Auftrag weist.
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In diesen Tagen des aktuellen Krieges in Israel und Palästina und im Gedenken an all die anderen Kriege, die zurzeit geführt werden, liegt immer ein wenig Verzweiflung in allen Friedensgebeten, in allen Bemühungen um Frieden. Wir haben bei unserem Aufenthalt in Assisi gleichzeitig mit einer unserer Pfarrkirchen zu Hause ein Friedensgebet gehalten, um uns zu beteiligen und die dringende Bitte um Frieden Gott und den Staatslenkern und den Kriegsparteien ans Herz zu legen. In einem Flur im Sacro Convento in Assisi, direkt gegenüber der Sala di Pace, hängt seit kurzem ein sehr eindrückliches graffitiähnliches Gemälde von Mauro Pallotta, das er dem Konvent geschenkt hat. Es zeigt Papst Franziskus, der sehr behände und sehr energisch eine steile Mauer hinaufklettert, um zu Franziskus von Assisi zu kommen, vor dem das Wort "Peace" prangt. Am Fuß der Wand liegt die Aktentasche des Papstes, aus der der Fanschal seines argentinischen Lieblingsfußballvereins heraus lugt. Daneben steht eine Leiter, die er für die ersten Meter wohl benutzt hat. Dieses Bild hat mich berührt und gleichzeitig aufgeheitert. Wenn man weiß, dass der Papst ein alter Herr ist, der bestimmt nicht mehr klettern kann, versteht man das Anliegen des Künstlers. Viele von uns denken auch, dass wir wohl kaum etwas an diesen Kriegen ändern können und schon gar nichts an der hohen Mauer des Hasses und der Gewalt. Aber wir können beten und selbst die kleinsten Möglichkeiten sollten wir nutzen, um Frieden in uns selbst, in unseren Familien, in den Nachbarschaften und Gemeinden zu schaffen. Der große Friede beginnt im Kleinen. Und die Bitte um Frieden ist der Schrei der Kinder Israels und Palästinas, der Ukraine, des Jemen und all der vielen, die ganz real heute um ihr Leben bangen müssen. Beten wir heute und jeden neuen Tag um Frieden auch mit den Worten von Papst Franziskus: "Mach uns bereit, auf den Notschrei unserer Bürger zu hören, die uns bitten, unsere Waffen in Werkzeuge des Friedens zu verwandeln, unsere Ängste in Vertrauen und unsere Spannungen in Vergebung. Halte in uns die Flamme der Hoffnung am Brennen, damit wir mit geduldiger Ausdauer Entscheidungen für den Dialog und die Versöhnung treffen, damit endlich der Friede siege. Amen."
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Mit 17 haut sie von zuhause ab, weil sie nicht machterhaltend verheiratet werden will. Sie flüchtet zu Brüdern eines neuen Bettelordens, beansprucht Kirchenasyl und klammert sich am Altar fest, als sie mit Gewalt zurückgeholt werden soll. Sie lebt nur ganz kurz bei gut abgesicherten Benediktinerinnen und dann bei Aussteigerinnen, die als Waldschwestern leben. Dann findet sie ihren Ort und immer mehr junge Frauen folgen ihr. Sogar ihre leiblichen Schwestern und ihre Mutter. Ein Kardinal hat die Idee, einen neuen weltweiten Klausurorden zu gründen und will diese Gemeinschaft als Prototyp. Aber die junge Frau kommt immer mehr in Konflikt mit der Amtskirche, weil die Ideen dazu zu lasch sind. Ein Papst mischt sich ein und schreibt eine Ordensregel für Frauen. Da wird es der Frau zu bunt. Sie schreibt als erste Frau der Kirchengeschichte eine eigene Ordensregel mit demokratischen Elementen, der Betonung der Eigenverantwortung jeder Schwester und dem besonderen Augenmerk auf dem Privileg der Armut, also dem Privileg, ohne Absicherung zu leben. Bei einem Besuch legt sie sich lautstark mit dem Papst an und hat nicht vor nachzugeben. Als ein anderer, späterer Papst den Schwestern jeglichen Kontakt mit den Minderbrüdern verbieten will, tritt sie in den Hungerstreik, bis diese weltfremde Verordnung aufgehoben wird. Mit einer Königstochter in Prag tritt sie in einen angeregten Briefwechsel und die beiden Frauen bestärken sich auf ihrer Suche nach dem Weg der Art, wie sie vor Gott und für die Menschen leben wollen. Bei einem drohenden Überfall einer fremdländischen Armee stellt sie sich ihnen betend mit der Monstranz in den Weg. Das Kloster und die Stadt werden vor der Zerstörung bewahrt. Sie ist die liebevolle Chefin und macht auch jede Drecksarbeit. Aber sie bleibt stur, streng und energisch, wenn es darum geht die Zukunft ihrer Gemeinschaft zu verwässern oder in seichte Bahnen zu lenken. Zwei Tage vor ihrem Tod gibt der Papst nach und bestätigt ihre Ordensregel mit dem Privileg der Armut. Klara von Assisi, eine Aussteigerin völlig anderer Art. Mit energischen Zielen und liebevollem Dienst an den Mitmenschen, mit Bereitschaft bis in den Tod zu gehen und unkaputtbarem Gottvertrauen, mit jugendlich-fraulicher Frische und innerer und äußerer Schönheit und einem Leben im Dienst vor Gott und in brennender Liebe zu Christus, die auf dem Sterbebett sagt: "Herr sei gelobt, weil Du mich geschaffen hast." Ein Gebet für Sie und mich für heute über den Tag.
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In zwei Monaten und einem Tag ist der Heilige Abend. Und dann ist Weihnachten und wir feiern das unbegreifliche Geheimnis, dass Gott seinen Sohn sendet, um den Menschen deutlich zu machen, dass sie geliebt und erlöst sind. Und Franz von Assisi möchte das noch mehr deutlich machen und nicht nur das Evangelium vom Fest vorlesen und darüber predigen, sondern er möchte es sehen und spüren und erleben. Also bittet er einen bekannten Mann, ihm in Greccio alles vorzubereiten mit Ochs und Esel und Schafen und den Hirten aus der Umgebung. Und sie singen und beten und hören das wunderbare Evangelium und Franziskus predigt selbst so ergriffen, dass die Leute fast fühlen können, wie das schlafende Kind in der Krippe lebendig wird. Und es ist ein Sinnbild dafür, dass der Glaube an die Gegenwart des neugeborenen Gottessohnes in den Herzen der Menschen wieder erwacht ist. Diese Feier war genau vor 800 Jahren, an Weihnachten 1223 in Greccio, der Einsiedelei im Rietital. Und wir machen heute, also nachher gleich, eine Fahrt dorthin. Wir werden hören und schauen, die alten Texte lesen und Gesänge singen, die genau das zum Inhalt haben: "Zu Bethlehem geboren ist uns ein Kindelein" – Und es geht nicht um rührseliges Feiern und Erinnern. Es geht um das Erkennen, dass dieser Gott nicht der strenge, strafende Richtergott ist, der hoch oben in der Ferne thront, sondern der liebende Vater, der seinen eigenen Sohn sendet, damit wir wieder klar kriegen, dass wir geliebte Kinder dieses Gottes sind. Und dann werden wir ein Lied singen, dass ich gerade erst entdeckt habe. Es hat auf die Melodie "Großer Gott wir loben Dich" einen ganz anderen Text, den Pfarrer Ueli Greminger geschrieben hat: Kleiner Gott, wir lieben dich. Kind, uns rührt das Schwache, Zarte. Wieder zeigt an Weihnacht sich: Weiches bricht das Starke, Harte. Klein fängst du auf Erden an, dass der Mensch dich lieben kann. Gott zeigt sich als Menschenkind, denn wir fürchten seine Größe. Weil wir eingeschüchtert sind, zeigt sich Gott in seiner Blöße. Und er zittert und er friert, dass der Mensch die Angst verliert. Kleiner Gott, dich lieben wir. Klein ist noch dein Reich auf Erden. Schwache Menschen dienen dir, und dein Reich wird grösser werden. Friede sei in diesem Haus und dring in die Welt hinaus.
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In Assisi sind wir unterwegs und schauen und hören Stationen des Lebens von Franziskus und Klara und ihre Prägungen. Bei den Elternhäusern der beiden ergab sich natürlich die Frage, nach der Prägung durch die Eltern und vielerlei Hinsicht. Auf Religion und Kultur, auf Bildung und Herzensbildung. Und die Frage an jede und jeden von uns, was uns von unseren Eltern so mitgegeben worden ist, welche Eigenschaften ich eher vom Vater, welche Prägungen ich von der Mutter habe, wem ich äußerlich und innerlich ähnlich bin, wie das abnabeln und das distanzieren gelungen ist und auch, wie ich Dinge an die eigenen Kinder und Kindeskinder weitergegeben habe. Bei Franziskus hat der nach Reichtum und Macht strebende Vater sein restliches Leben nicht geschafft damit umzugehen, dass sein Sohn so aus der Art geschlagen ist und seine Reichtümer verschmäht hat. Und auch Franziskus hat später sehr darunter gelitten, dass er seinem Vater vor aller Augen die Klamotten vor die Füße geworfen hat und verkündet hat: „Von nun an werde ich nicht mehr sagen: Vater Pietro Bernardone, sondern nur noch Unser Vater im Himmel“ Später hat ihm das immer selbst leid getan, aber in dieser Phase des Suchens nach dem je eigenen Weg, war das so radikal notwendig. Ich denke viele von Ihnen haben ähnliche Erfahrungen gemacht. In der Phase der Selbstfindung im eigenen Leben oder auch der eigenen Kinder, muss man manchmal radikal sein. Aber es ist nie zu spät, wieder neu zu beginnen und alte Fäden neu zu knüpfen. Franziskus hatte eine sehr schöne Version gefunden. Immer wenn er in der Stadt seinen Vater getroffen hat, und der ihn beschimpft und bedroht hat, hat er den nächst besten Bettler gebeten, ihn zu segnen. Und bei Klara war es sogar so, dass die Verwandtschaft sie mit Gewalt aus dem Kloster nachhause holen wollte. Und erst als sie den Schleier vom Kopf gerissen und ihren kahlrasierten Kopf gezeigt hat, haben sie begriffen, dass es ihr voller Ernst war und man sie von nun an in Ruhe gelassen hat. Aber diese radikale Entscheidung hat bewirkt, später ihre eigene Schwester und sogar ihre Mutter ihr nachgefolgt ist. Die Prägungen durch die Eltern ist das eine, die eigenen Entscheidungen dann das andere. Und vielleicht ist heute beim „Vater Unser“ die Gelegenheit, unsere Entscheidungen vor Gott zu tragen und um seinen Segen zu bitten für alles, was heute zu entscheiden ist.
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Wir sind im Bus in Richtung Italien gefahren, haben eine Zwischenübernachtung eingelegt und sind dann über die Alpen gedüst. Es ist ein Traum. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich etwas verpasse, wenn ich nicht aus dem Fenster schaue um alles zu sehen: die wundervollen Berge, den Nebel am morgen und die Sonne später, die Flüsse und Bäche und die tobenden Wolken. Und dabei fiel mir interessanter weise ein, dass ein Slogan der friedlichen Proteste in der DDR hieß: "Weltanschauung kommt von Welt anschauen!" Das kann nur verstehen, wer im abgeschotteten Land leben musste und nur, wenn man genug Geld hatte, in die Länder östlich der DDR fahren konnte, aber immer eingetrichtert bekommen hat, dass die sozialistische Weltanschauung die Beste ist. Das fand ich als reisehungrige Jugendliche irgendwie ein Hohn, weil man sich ja nichts anschauen konnte. Und jetzt, jetzt können wir reisen, aber schauen wir uns die Welt und die Menschen an oder bleiben wir in einer abgeschotteten Touristenblase ohne Kontakt zur realen Welt unseres Reiselandes? Manche aus meiner Verwandtschaft bleiben mit Vergnügen in ihren perfekten Urlaubsressorts und verlassen es nur für geführte Bustouren. Meine Pilgergruppe ist da anders. Und ich freue mich darüber. Wir schauen jeden Tag ein oder zwei bedeutsame Stätten von Franziskus und Klara an und sie hören und erfahren die Geschichten dazu und sie sind den Rest des Tages damit beschäftigt, die Stadt zu erleben, zu durchstreifen, sich ruhige Plätze zum Verweilen zu suchen, Tagebuch zu führen und sich am Abend darüber auszutauschen, was sie Neues für sich selbst entdeckt haben. Und sowas geht ja nicht nur auf Reisen. Auch Sie zuhause können heute mal aufmerksam schauen, ob Sie anderes sehen oder hören oder erfahren als an normalen Tagen, ob sie eine Zeit der Stille im Trubel Ihres Alltags finden, in dem sie ihren Herzschlag zur Ruhe bringen und Ihre Gedanken in andere Richtungen bewegen können. Und vielleicht finden Sie am Abend jemanden, mit dem Sie die neu gemachten Erfahrungen austauschen können: die Menschen mit denen Sie leben, Kollegen oder Nachbarn, Zufallsbekanntschaften oder Gott, der immer da ist und zuhört, wenn Sie mit ihm plaudern möchten.