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Heute feiert die Kirche, feiern wir das Fest des heiligen Lukas. Er gilt als Verfasser des gleichnamigen Evangeliums und der Apostelgeschichte, auch wenn das nach der neuesten theologischen Forschung wahrscheinlich gar nicht stimmt. Aber das kennen wir ja von vielen anderen Zuschreibungen auch. Und ändern wird das vermutlich nicht viel daran, dass weiterhin diese beiden wundervollen Bücher im Neuen Testament dem heutigen Tagesheiligen zugeschrieben werden. Was mich an den Lukas-Texten so fasziniert, ist ihre soziale Ausrichtung. Das Lukas-Evangelium ist das einzige der vier kanonischen Evangelien, das die Kindheitsgeschichte Jesu beinhaltet. Was wäre der Heilige Abend ohne diese herzzerreißende Erzählung von Maria und Josef, die in einem Stall übernachten müssen, weil in der Herberge kein Platz ist? Jesus kommt mitten in unserer kalten Realität, in unserem Chaos zur Welt. Um wem wendet sich Jesus als Erwachsener im Lukasevangelium zu? Es sind gerade hier die Armen, die Verachteten und die Verlassenen, die seine Nähe spüren. Das Gleichnis vom reichen Prasser, der in Saus und Braus lebt, während an seiner Türschwelle der arme Lazarus liegt und Hunger leidet, das findet sich nur bei Lukas. Mir gefällt dieser starke soziale Aspekt in diesen Texten, der auch heute von seiner Aktualität nichts verloren hat. Was geht es uns hier in Mitteleuropa gut, während an den Außengrenzen Menschen unter unwürdigen Bedingungen leben müssen. Aber Gott lässt die Armen und Ausgegrenzten nicht allein. "Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehn", singt Maria im Magnificat, auch ein Text aus dem Lukasevangelium. Und jeden Morgen im Morgengebet beten wir einen weiteren wundervollen Gesang aus diesem Evangelium, das Benedictus. Da singt Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufer: "Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes und unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens." – Wie aktuell doch diese knapp 2.000 Jahre alten Texte sind! Aber sind sie nicht auch furchtbar naiv, wenn wir uns die Realität anschauen? Ich glaube, dass Lukas realistisch genug war. Sein Evangelium und seine Apostelgeschichte sind zugleich eine Botschaft an uns, nämlich dass es an uns liegt, diese Welt menschlicher und sozial gerechter zu machen. So wird das Reich Gottes dann auch sichtbar.
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Und jetzt gleich sitzen wir im Bus. 25 Frauen auf dem gemeinsamen Weg nach Assisi. Wir haben drei Jahre Verspätung, Sie wissen schon, wir hatten da eine Pandemie, die eine solche Reise für Jahre unmöglich gemacht hat. Aber wir haben es für dieses Jahr probiert. Zuerst ein Infoabend mit viel mehr Anmeldungen, als wir mitnehmen wollten und dann, ein paar Wochen vorher einen wunderbaren Abend mit italienischem Mit- bring-Buffett. Und jetzt ist es soweit. Die Koffer sind gepackt und jeweils ein Rucksack für den Tag und die Übernachtung unterwegs. Und Liederbücher und Gebetshefte, Reiseführer für eine der schönsten Städte, die ich kenne. Und im Herzen ganz viele Geschichten und Gebete von Franziskus und Klara und unbändige Lust, das alles den Frauen zu vermitteln, die schon in den Vortreffen Vorfreude hatten. Wir alle sind gespannt. Ich bin immer wieder überrascht und begeistert, dass zwei Heilige, die schon vor mehr als 800 Jahren gelebt haben, weiterhin eine solche Anziehungskraft auf die Menschen in aller Welt ausübt. Zwei Heilige, die unterschiedlicher nicht sein konnten: er als reicher Sohn eines erfolgreichen europareisenden Tuchhändlers, der alles daransetzt, seinen Sohn reich und berühmt zu machen. Und sie, von Adel aber informiert über alles, was die Helikoptereltern damals von ihren Töchtern lieber fernhalten wollten: Not, Krankheit, Krieg und Tod in der Umgebung. Und Franz legt Reichtum und den berühmten Namen wie alte Kleider ab und schnappt sich ein graues Bettelgewand mit Strick, und Klara flüchtet den Reichtum und den behüteten Wohnturm durch die Tür des Todes, lässt sich die Haare abschneiden und findet eine neue Version weiblichen, selbstbestimmten Lebens in dieser Kirche und der sich auflösenden mittelalterlichen Gesellschaft. Beide Geschichten sind überaus spannend und nicht ein bisschen fromm und glatt. Eher hart und abenteuerlich mit Hunger und Krankheit, mit Missverstehen und kirchlicher Verfolgung, mit eigenen Verwandten, die sie erst zurückholen wollen und dann selbst ins Kloster gehen. Diese beiden Menschen, auf deren Spuren wir uns ab heute begeben, zeigen immer wieder, dass Gott immer Ideen hat, wie er seine Menschen verlocken kann, sein Evangelium zu leben und seine frohe Gottesbotschaft zu verkünden. Damals wie heute.
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Ich bin mit meinem Auto bisher immer noch überall da hingekommen, wo ich hin wollte oder musste. Also bin ich auch dieser Tage mittags losgefahren zu einem Termin. Unsere kleine Straße ist eine Einbahnstraße und am Ende muss man links abbiegen. Da standen aber zwei Fahrzeuge. Ein Sprinter mit Stahlstufen für eine Baumaßnahme und ein anderes Fahrzeug, regulär geparkt. Kein Durchkommen. Der Chef der Firma rät mir, drehen und zurückfahren. Aber das ging nicht, wegen der engen Einbahnstraße. Dann schaute er sich das Ganze an und sagte ganz locker: Da passen sie mit ihrem kleinen Auto durch. Ich bin nicht sehr mutig in solchen Sachen und dachte sofort: Oh ich trau mich nicht. Und, als ob er es gehört hätte ruft er: "Vertrauen Sie mir, ich winke sie durch" Also hab ich tief Luft geholt und mich ganz auf seine winkenden Hände verlassen und bin, nach seinen Anweisungen gefahren und bei gefühlt 10 Millimeter auf jeder Seite, tatsächlich da durchgekommen. "Sie fahren 1 A" hat er mir noch zugerufen und ich habe mich gefreut. Aber mir war klar, ohne sein Winken, und ohne mein Vertrauen in seine Fähigkeiten, hätte ich das nie geschafft. Ich bin mir sicher, dass das schon Viele von Ihnen auch so erlebt haben. Menschen die in ihrer Zeit ihren Mitmenschen Wegweiser geworden sind, feiern wir heute auch dafür. Hedwig v. Andechs, die Herzogin von Schlesien, hat zu Beginn des 13. Jahrhunderts dafür gesorgt, dass die Menschen in ihrem Land in Kriegen und Katastrophen versorgt und in Glauben und Leben unterrichtet wurden. Fast 600 Jahre vorher hat Gallus, als Mönch und Einsiedler den Glauben im Frankenreich und am Bodensee verkündet und die große Abtei Sankt Gallen steht am Ort seiner Einsiedlerzelle. Und Margareta Maria Alacoque, die im siebzehnten Jahrhundert gelebt und entdeckt hat, dass die Liebe zu Jesus Christus ihr alle Möglichkeiten des Lebens eröffnet, wenn sie wirklich an sein liebevolles Herz glaubt und ihm vertraut. Ihre Formen der Herz-Jesu-Verehrung sind uns heute eher fremd und komisch, aber viele ihrer Aussagen sind absolut normal und heutig. Sie sagt einmal: "Beunruhigen Sie sich nicht, sondern haben Sie großes Vertrauen in die barmherzige Güte Jesu"! Da ist es wieder, das Vertrauen in die, die uns helfen, die uns Wege weisen, auf deren winkende Hände wir uns voll und ganz verlassen können.
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Für heute früh habe ich für die Gebetszeit einen Text ausgewählt, der mir so gut gefällt, dass ich ihn auch für Sie hier im Morgengebet nehmen möchte. Er ist von Marianne Williamson aus ihrem Buch "A return to love". Darin heißt es: "Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind. Unsere tiefgreifendste Angst ist, über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns Angst macht. Wir fragen uns: Wer bin ich, mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen? Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen? Du bist ein Kind Gottes. Sich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt. Es ist nichts erleuchtetes daran, sich so klein zu machen, dass andere um dich herum sich nicht unsicher fühlen. Wir sind alle dazu bestimmt, zu leuchten, wie es Kinder tun. Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren. ER ist nicht nur in einigen von uns, ER ist in jedem Einzelnen. Und wenn wir unser eigenes Licht erscheinen lassen, geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun. Wenn wir von unserer Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere." Soweit Marianne Williamson. Wow, was für eine Ermutigung: Wir sind als Kinder Gottes geboren worden, damit wir sein Licht in die Welt bringen. Wir brauchen uns für unsere Talente und Fähigkeiten nicht zu entschuldigen, wir haben sie ja von Gott. Unsere Aufgabe ist es, sie einzusetzen für die Menschen in allem, was wir heute zu tun und zu tragen und zu lassen haben. "Wir sind alle dazu bestimmt, zu leuchten, wie es Kinder tun. Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren."
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Wenn ich morgens in mein Büro gehe und mich an meinen Schreibtisch setze, öffne ich meinen Computer und dann erscheint jeden Tag ein neues, bezauberndes Bild. Meist sind es unglaubliche Landschaften, die ich noch nie gesehen habe, manchmal sind es Straßenzüge in besonderem Morgen- oder Abendlicht, manchmal Tiere in ihrer Umgebung und manchmal Details oder Nahaufnahmen von einem faszinierenden Naturschauspiel – einem Regenbogen oder einem Wasserfall, blühende Alpenwiesen oder tiefe Strudel in einem sonst sehr klaren See mit ruhiger Oberfläche. Manchmal sitze ich dann da uns staune und träume und bekomme Fernweh und kann mich gar nicht sattsehen. Und dann steht heute im Stundenbuch ein Hymnus, der mir auch vom Schauen und Sehen erzählt, aber eben nicht nur. Da heißt es: Öffne meine Augen, Herr, für die Wunder deiner Liebe. Mit dem Blinden rufe ich:  Heiland, mache, dass ich sehe. Öffne, meine Ohren, Herr, für den Anruf meiner Brüder. Lass nicht zu, dass sich mein Herz ihrer großen Not verschließe. Öffne meine Hände, Herr, Bettler stehn vor meiner Türe und erwarten ihren Anteil. Christus, mache, dass ich teile. Wenn es gut geht, schaffe ich schonmal beides: das Schauen und Sehen und Staunen und das Hören, aber auch das Herz öffnen und das Teilen. Weil alles zusammengehört: das Berührtwerden von der Schönheit der Schöpfung und das Bewegtwerden vom Anruf der Mitmenschen aus Not und Bedürftigkeit und das Handeln aus Nächstenliebe.
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Ich sitze in der Anbetungskapelle unseres Mutterhauses. Es ist noch ziemlich dunkel und nur die Beleuchtung des Tabernakels mit der Monstranz und einige kleine Deckenleuchten sind eingeschaltet. Die Fenster stehen offen und mit dem Wind und der frischen Luft wehen Vogelstimmen herein. Es klingt, als würden sich die Vögel leise gegenseitig wecken und für den neuen Tag ermuntern. Und ich höre ein dauerhaftes Rauschen, mal leiser, mal lauter, in schneller Folge vom charakteristischen Klacken, wenn die Fahrzeuge die Dehnungsfugen überqueren, unterbrochen. Es ist die benachbarte Autobahn mit den Autos und LKWs die schon früh unterwegs sind und dieses Dauerhintergrundgeräusch liefern. In meinem Kopf laufen Hintergrundbilder von der Tagesschau gestern Abend mit der Gewalt gegen Israel, den Vergeltungsschlägen gegen den Gaza Streifen und Tränen, Schreien und Verzweiflung und einen Verteidigungsminister, der mit martialischen Worten die nächsten Strafmaßnahmen verkündet. Und in meinem Herzen tobt die Not der Menschen dort und die eigene hilflose Ratlosigkeit. Immer mehr Schwestern kommen leise in die Kapelle, verneigen sich oder knien nieder, beten an und gehen auf ihre Plätze. Und ich glaube, dass es fast jeder Schwester so geht wie mir. Und wir sitzen oder knien in der geglaubten Gegenwart des allmächtigen Gottes, der ein Gott des Friedens ist für seine Menschen und der in und mit den Menschen leidet und weint. Und dann fällt mir ein, dass heute an den heiligen Papst Johannes XXIII. gedacht wird. In den Wirren der Kubakrise 1962 vermittelt er und am Morgen des 24. Oktober lässt er in der amerikanischen und in der sowjetischen Botschaft in Rom seinen Friedensappell überreichen. Einen Tag darauf machte der Heilige Vater seinen Appell in einer Ansprache bei Radio Vatikan öffentlich: "Wir flehen alle Regierenden an, vor dem Schrei der Menschheit nach Frieden nicht taub zu bleiben...die Verhandlungen wiederaufzunehmen...Gespräche auf allen Ebenen und zu jeder Zeit in Gang zu bringen, zu begünstigen und zu akzeptieren, ist eine Regel der Weisheit und Klugheit...". Und seine Vermittlung war damals von Erfolg gekrönt. Im Namen des dreifaltigen Gottes, der ein Gott des Friedens ist. Und dann beginnt unser gemeinsames Morgenlob mit der Bitte um Frieden. Dringlich und trotzdem in Ruhe, mit dem Gesang der Vögel und dem Rauschen der Autobahn im Hintergrund und mit wehem Herzen und der vor Gott gebrachten Ratlosigkeit und Hoffnung.
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Es ist Krieg und wie immer steht man erschrocken da und kann es nicht glauben. Die palästinensische Hamas hat völlig überraschend mit allen verfügbaren Mitteln Israel angegriffen und mit Raketen und Bomben, mit Feuerballons und Soldaten als Windsurfer. Die israelische Armee war völlig überrascht und unvorbereitet und musste erst Reaktionsstrukturen und Befehlsketten neu aufstellen. Das ist doch wie "Auge um Auge und Zahn um Zahn" wie im alten Testament, sagte gestern jemand. Aber das stimmt nicht. Auge um Auge und Zahn um Zahn bedeutete damals, wie heute, die Verhältnismäßigkeit zu wahren und nur im gleichen Maß Revanche zu nehmen. Da aber kommt dann die wütende Reaktion, die seit Jahrtausenden immer gleich ist: "wir werden ihnen zeigen, was sie da angerichtet haben, wir werden so zurückschlagen, dass sie es nie wieder wagen werden, wir werden mit voller Kraft den Gegner vernichten". Tja, und so stehen wir und sind hilflos und ratlos. Wir wissen um die komplizierte Lage im Nahen Osten, um die verzweifelten jungen Palästinenser, die Generation für Generation keine Hoffnung haben. Wir wissen um die Verzweiflung Israels, die ein Land bewohnen, dass ihnen nicht gehört und den Zorn der Radikalen auf beiden Seiten immer wieder anheizen. Wenn miteinander reden nicht gewollt ist und Verhandlungen seit langem nicht mehr stattfinden, bleibt nur die Gewalt. Und jeder weiß, dass Gewalt nur weitere Gewalt auslöst und es immer Menschen trifft, die auf beiden Seiten friedlich leben und Angst um ihr Dasein haben. Uns und allen, die an einen friedensstiftenden Gott glauben bleibt das Gebet: "Du Gott des Friedens, mit Angst und Sorge blicken wir nach Israel und in die Palästinensergebiete. Tausende von Menschen sind in diesem Konflikt bereits gestorben, nun stehen sich Tausende von Soldaten und Terroristen gegenüber, den Finger am Abzug tödlicher Waffen. Wir bitten Dich für alle Soldaten an den Kontaktlinien: Stärke ihre Herzen und ihre Nerven, dass nicht eine unbedachte Handlung noch größeres Leid auslöst. Wir bitten Dich für alle, die im Großen und Kleinen Verantwortung für Politik tragen: Lass sie ihr Heil nicht in Militärallianzen und Machtprojektionen suchen, sondern stärke ihren Willen zum Frieden, ihren nüchternen Blick auf Sicherheitsinteressen und ihre Kreativität für einen friedlichen Umgang mit Spannungen. Amen"
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Vergangene Woche hat die Weltsynode im Vatikan begonnen. Und es ist ziemlich interessant zu beobachten, wie Einzelne und Gruppen diese ersten Tage beurteilen und bewerten. Sich Sorgen machen um die Kirche ist ein Hauptmotiv. Die einen machen sich Sorgen darüber, dass sich zu viel ändern könnte, sogar das Wort Gottes könnte verändert werden, beklagen hochbesorgte Kardinäle und schicken Dubia – Zweifelsanfragen – an den Papst. Die anderen machen sich Sorgen, dass sich zu wenig ändern könnte und es bei all den festgefahrenen, unbearbeiteten Sachen bleibt, die die Gläubigen weltweit aus der Kirche treiben, weil sie die Hoffnung auf Veränderung verloren haben. Die einen gieren nach jedem Wort aus dem Mund des Papstes, der es ja wissen muss und sind enttäuscht, wenn es nicht nach ihrem Gusto ausfällt. Die anderen sind weiterhin guter Hoffnung, weil sie sagen: Schon dass jahrelang weltweit gefragt worden ist und dass jetzt an runden Tischen zusammengesessen und geredet wird, ist ein Fortschritt ohnegleichen. Die einen beklagen, dass die Altherrenriege in ihren Gewändern Macht demonstriert, die anderen freuen sich, dass endlich auch Frauen und Nichtgeweihte Gläubige mit Stimmrecht eingeladen und dabei sind. Die eine bejubeln die neue Enzyklika des Papstes zum Klimaschutz als großen Wurf und gute Anleitung, die anderen werfen ihm vor, dass er weiterhin viel zu wenig konkret ist. Die einen sagen, da kommt sowieso nichts bei rum und sind resigniert und die anderen beten seit Wochen um die Hilfe des Heiligen Geistes, dem sie zutrauen, dass er Ordnung ins Chaos bringt, dass er hören und reden lehrt, dass er Menschen zusammenbringen kann, die sich sonst unchristlich unversöhnlich in ihren Argumenten gegenüberstehen und dem anderen das Katholisch sein absprechen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen damit geht. Ob es Ihnen egal ist oder ob Sie die eine oder die andere Position beziehen. Ich bin und bleibe eine Christin in guter Hoffnung auf das Wirken des Heiligen Geistes und auf die Wirksamkeit von Gebet und Fürbitte. Wenn ich das nicht wäre, wäre ich kein Christ. Ich hoffe also und bete und bin trotzdem auch unsicher, wohin das Ganze führen soll und weiß auch, dass es Enttäuschungen geben wird. Aber ich traue Gott mehr zu als unversöhnlich sich gegenüberstehenden Parteiungen. Und ich glaube, Gott hat viel Geduld mit uns. Haben wir sie auch – mit Gottvertrauen und Glaube, Hoffnung und Liebe.
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Morgen, am Samstag, gibt es ein Fest, das viele nicht mehr kennen: das Rosenkranzfest. Natürlich geht es dabei nicht um den Rosenkranz, sondern um diese Gebetsform mit dem "Gegrüßet seist Du Maria" und den Stationen aus dem Leben Jesu.  Als Kind habe ich immer mit meiner Tante den Rosenkranz gebetet und es war eine wunderbare Einschlafhilfe am Abend. Vor einigen Jahren haben wir mal bei einem Mädchenwochenende einen sehr kreativen Rosenkranz gebetet, der ein richtiger Muntermacher war. Wir hatten im großen Saal mit 55 Lichterbechern einen leuchtenden Rosenkranz ausgelegt und haben dann die einzelnen Gesätze mit Körperübungen verbunden, die aus dem Sport als Zirkeltraining bekannt sind. Die Idee dahinter fanden die Mädels sehr einleuchtend. Glaube und Körper gehören zusammen. Ich kann nicht ohne meinen Körper glauben und gerade durch ihn bekommt mein Glaube Fleisch und Blut, Hand und Fuß. Der Rosenkranz ist eigentlich ein sehr meditatives Element, bei dem ich mich nicht unbedingt großartig bewegen muss. Aber beim Zirkeltraining werden die verschiedenen Muskelgruppen trainiert, damit man fitter und munterer wird. Hier ist nun beides miteinander verbunden: die innere Einkehr und Elemente des Rosenkranzes sowie körperbetonte Elemente aus dem Zirkeltraining. Beides zusammen kann unseren Körper mit unserem Glauben verbinden. Ich selber bete den Rosenkranz am liebsten beim Spazierengehen. Beim Gehen verbinden sich die Gedanken und Gebete mit dem Rhythmus des Gehens und es entsteht ein Gespür vom Unterwegs sein mit Gott. An der Hand Mariens das Leben Jesu betrachten ist eine sehr schöne Idee dieser Art von Gebet. Und manchmal, wenn ich betend hier um den Obersee laufe, sehe ich oft ältere muslimische Herren, die ihre Gebetsschnüre in den Händen haben und die 99 Namen Gottes beten und wir fühlen uns wunderbar verbunden.
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Es gibt immer mal Sachen, die gibt es eigentlich nicht. Die sind so verblüffend und surreal und finden doch statt. Am 3. Oktober abends waren wir mit vielen Schwestern und Besuchern in der Mutterhauskirche um den Transitus, den Heimgang des heiligen Franziskus zu feiern. Wie üblich bei solchen kleineren Feiern begleitete der Organist nicht an der großen Orgel oben, sondern unten an der kleinen, elektronischen Orgel. Nach der Begrüßung und dem ersten Lied wurden die ersten Texte vorgetragen und ich habe von vorn aus dem Augenwinkel gesehen, dass der Organist nach hinten gegangen ist und dann durch die Tür verschwand. Zwei Schwestern gingen zur Orgel und dann kam eine von ihnen nach vorn, um kurz zu informieren, dass die Orgel brennt und man sie jetzt kurz löschen müsse. Zwei Gottesdienstbesucher kamen zu Hilfe, derweil der Organist das nächste Lied von der großen Orgel angestimmt und begleitet hat. Nachdem der Schaden behoben war, eine der helfenden Schwestern mit der Violine ihren Part gespielt hat, wurde es wieder ruhig und meditativ und wir haben in Ruhe den Gottesdienst weitergefeiert. Hinterher, bei Suppe und Brot und Begegnung war es einfach entzückend mitzubekommen, dass alle die Ruhe bewundert haben, mit der wir das Problem gelöst und dann einfach weitergefeiert haben. Man kann also die Feier einteilen in die Phase, bevor die Orgel gebrannt hat und die Phase danach. Mir scheint, dass diese kleine Begebenheit gar nicht so schlecht als Beispiel dienen kann. Manchmal werden die kleineren oder größeren Unfälle, Ereignisse oder Schadensfälle am ehesten gelöst, indem man sie mit Gelassenheit behebt und in Ruhe tut, was dran ist. In diesem Fall: Elektronik ausschalten, Stecker ziehen, Rückwand abschrauben, Schaden begutachten, löschen und dann alles weitere veranlassen. In einem Text des Transitus ging es darum, dass die Liebe des Heiligen Franziskus zu Jesus Christus so stark war, dass sie in den Menschen damals bis heute ein heiliges Feuer entfacht hat. Durch dieses Feuer konnten sich Millionen von Menschen im Laufe der Jahrhunderte für die Kirche, für die Menschen, für die Armen, Alten und Kranken und Hilfsbedürftigen einsetzen, ohne danach zu fragen, was es ihnen bringt. Dieser Abend hat mir also zwei Seiten deutlich gemacht: gelassen bleiben, wenn etwas ins Brennen gerät, was gelöscht werden muss und andererseits das Feuer im Herzen nicht löschen, sondern andere damit anstecken und Liebe, Hilfsbereitschaft und die Freude an Gott am Brennen halten.
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Es ist weit über 800 Jahre her, aber manchmal scheint es mir, als sei das eine Geschichte von heutigen jungen Erwachsenen. Der junge Mann hatte alles, was man sich so wünscht: einen reichen Papa, der seinen Sohn gern mit allem ausgestattet hat, was er haben wollte, ein Mutter, die ihn über alles liebte und mit ihrer Liebe die Härten des Vaters abgemildert hat, französisches und italienische Blut in den Adern und somit eine angenehme Stimme, überschäumendes Temperament und tänzerische Begabung, eine große Clique von Kumpels und Saufkumpanen, deren Anführer er gern war – aber er hatte keine Idee, was er mit seinem Leben machen sollte. Als Tuchhändler, Kaufmann und Europareisender zu leben, war irgendwie am Anfang spannend, aber eigentlich nicht seins, ein angesehener Ritter in einem großen Heer schon eher: aber eine Stimme im Inneren sagt ihm: Geh nach Hause, Ich werde Dir sagen, was zu tun ist. Ein dritter Versuch, als junger Stadtbürger in den Krieg gegen die Feindesstadt Perugia zu ziehen, endete im Gefängnis und dann – wieder in Freiheit – in Depressionen und tiefste innere Verzweiflung. In seiner Not brüllt er den Herrn am Kreuz in San Damiano an: "Was willst Du eigentlich von mir?" und er hört: "Bau mir meine Kirche wieder auf, siehst Du nicht, wie sie zerfällt?" Nach dem ersten Erschrecken und der ersten Verblüffung wird klar: Jetzt endlich hat er eine Idee, einen Plan, einen Auftrag für sein Leben – Kirche bauen. Erst baut er die steinernen kleinen Kapellen und Kirchen ringsum auf und merkt später: Nein, es geht nicht um einen Kirchbauverein, es geht um alle Getauften, die in Wirklichkeit die Kirche Gottes sind. Er hat bei allem Leiden an den Zuständen in der Kirche sehr genau gehört, dass der Herr vom Kreuz gesagt hatte: "Baue mir meine Kirche wieder auf" – nicht für die Päpste, Bischöfe und Prälaten, die die Kirche mehr schlecht als recht geleitet haben, sondern für ihn, den geliebten Jesus Christus, der ihn persönlich angesprochen hatte. Und er lebt und betet und arbeitet und singt und leidet und pflegt Aussätzige und immer mehr Brüder kommen dazu. Und immer mehr Menschen spüren durch ihn ihren Auftrag: Baue meine Kirche wieder auf! Das ist es, was uns Franziskus von Assisi mit auf den Weg und auch heute mit in den Tag gibt: Da wo Du lebst, da wo Du arbeitest, da wo Gott Dich hingestellt hat: Baue seine Kirche wieder auf! Und vergiss nicht zu singen und den Schöpfer für seine Geschöpfe zu danken. 
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Heute ist für mich ein wirklich großer Feiertag. Der Tag der Deutschen Einheit ist so sehr mit meinem Leben, meiner Biografie verbunden, dass ich gar nicht anders kann, als ihn heute mit Ihnen zu bedenken und ins Gebet zu nehmen. Und wir werden das den ganzen Tag in unseren Gebeten und Gottesdiensten heute tun und im schon traditionellen Glas Sekt um 11.00 Uhr "Einigkeit und Recht und Freiheit" singen, wobei mir immer, immer die Tränen kommen, jedes Jahr. Und ich werde immer wieder betonen, dass ich so dankbar bin über diese verwirrende Zeit vor 1989 und das Durcheinander danach, über all die Dinge, die niemand ahnen konnte und auch alle Sachen, die falsch gemacht worden sind. Es gab eben keine Blaupause für die Wiedervereinigung eines geteilten Landes. Die Gemeinschaft der Weltkirche und das Wissen, dass Gott alle Dinge zum Guten wenden kann, hat unendlich vielen Menschen über die schlimmen Jahrzehnte der DDR Mut und Kraft gegeben. Die Fürbitte für die Einheit des Landes, die Freiheit der Kirche und den Frieden in der Welt wurde bei jedem großen Gottesdienst und bei jeder Wallfahrt gebetet. Und dann kamen die Montagsgebete, die Demonstrationen und die Gewaltlosigkeit der Menschen und eine Einsicht, die sehr spät, aber sehr eindrücklich kam. Der langjährige Chef der Staatssicherheit, Erich Mielke, hat in einem Prozess sehr irritiert zu Protokoll gegeben: "Wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete." Kerzen und Gebete sind viel mehr, als wir oft selbst denken und für wichtig halten. Trauen wir uns immer wieder, alle unsere Anliegen vor Gott zu bringen und nicht zu resignieren, wenn es in Kirche und Gesellschaft schwierig und oft nahezu unmöglich ist. Und wenn Sie mögen, kommen Sie heute Abend um 18.00 Uhr zum "Transitus" in die Mutterhauskirche in Olpe, wo wir mit Kerzen und Gebeten für Kirche und Gesellschaft und den Frieden in der Welt beten werden.
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"Da hast Du aber einen guten Schutzengel gehabt" ist eine Aussage, die wir schon mal hören oder selber sagen, wenn jemand echt Glück gehabt hat in einer Situation, die auch sehr viel schlimmer hätte ausgehen können. Oder noch witziger, oft als Aufkleber an Autos zu finden: "Fahre nicht schneller als Dein Schutzengel fliegen kann" soll also heißen: Gott sendet Dir einen Engel der Dich begleitet und Dir hilft und zur Seite steht und beschützt. Aber Du musst schon noch Deinen Anteil tun und Gott nicht herausfordern durch total falsches Verhalten. Schon in den Schriften des Alten Testamentes der Bibel ist der "Engel Gottes" der hilfreiche Bote Gottes In späteren Schriften finden wir Namen von Engeln, denen bestimmte Aufgaben zugewiesen sind. Im Neuen Testament spielen die Engel eine Rolle im Leben Jesu und der Urkirche. Es gibt die dämonischen Mächte, und es gibt auch die guten Engel, die den Menschen helfen, sie führen und beschützen. Der Glaube an die Schutzengel stützt sich vor allem auf einen Satz im Matthäusevangelium. Da heißt es bezugnehmend auf die Kleinen und Wehrlosen: Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters. Wenn dieses Fest über die Jahrhunderte geschafft hat, den Glaubenden deutlich zu machen, dass ihr Gott sie nicht allein lässt und ihnen seine Engel zum Schutz zur Seite stellt, dann kann ich auch einer Engelverehrung etwas abgewinnen, die ja dann eigentlich eine Form von Dankbarkeit gegenüber Gott und seinem Schutz und Segen ist. Aber ich kann auch dem Gedanken etwas abgewinnen, dass Gott uns füreinander als Schutzengel auswählt und uns den Auftrag gibt, dass wir aufeinander achten und einander schützen, in welcher Form auch immer.
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Heute feiern wir mit der Kirche des Himmels das Fest der heiligen Erzengel. Eine Umfrage zeigt, dass viele Menschen an die Gegenwart von Engeln glauben – weil sie Dinge erlebt haben, die zwischen Himmel und Erde passieren, die wir mit unserem naturwissenschaftlich geprägten Verstand nicht ergründen können. Der Erzengel Michael stellt uns quasi die Frage: wer ist wie Gott? Und da gibt es im Laufe der Menschheitsgeschichte nicht so wenige, die sich selbst für Gott gehalten haben und dann aber die Menschen ins Unglück gestürzt haben. Die Frage danach, wer Gott für mich ist, sortiert die Verhältnisse neu: dieser Gott will Leben in Fülle für alle, und nicht Menschen, die sich als kleine oder große Götter aufspielen. Der Erzengel Gabriel weiß: meine Kraft ist Gott und bringt deshalb nicht seine Ideen und Podcasts, sondern Gottes Wort und Botschaft zu den Menschen. "Meine Kraft ist Gott!" Das hat auch Maria verstanden, als Gabriel sie bat, die Mutter Jesu zu werden. "Wer bin ich, dass du mich fragst?" hat sie erschrocken gemeint. Und dann doch zugestimmt – im Vertrauen auf diese Kraft Gottes. Gabriel, der Bote Gottes, hat diese Botschaft für uns: Du darfst darauf vertrauen, dass Gott deine Kraft ist, wenn du dich einsetzt für Veränderungen. Und Rafael, hat durch die Bedeutung seines Namens einen Zuspruch an uns: "Gott heilt!" Bei Darstellungen dieses Erzengels findet sich manchmal die lateinische Inschrift: "Medicina Dei". Gott hat eine Medizin für uns. Er ist der Arzt, der uns heilen kann von unseren Süchten, der uns befreien kann von unseren Abhängigkeiten, der uns helfen kann, Egoismus und Selbstsucht zu überwinden. Dieser Erzengeltag, ein ganz normaler Freitag heute eigentlich, kennt noch einen Brauch, den mir als Kind mein Opa noch erzählt hat: alles, was an diesem Tag noch auf den Feldern und an den Bäumen ist, gehört den Armen. Alles, was bis dahin nicht geerntet und eingeholt worden ist, darf von denen genommen werden, die es nötig brauchen. Ein sehr schöner, sehr starker Brauch, um deutlich zu machen, dass dieser Gott ein Gott des Lebens ist, der uns Kraft gibt und uns heilsam zur Seite steht.
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Ich hatte eine ältere Cousine, die Lioba hieß. Ich hatte als Jugendliche den Namen nie vorher gehört und fand ihn interessant. Und neuerdings kenne ich einige Mädchen und Frauen, die diesen Namen tragen. Ihn trug eine der starken Frauen in der Kirche im 8. Jahrhundert im Frankenreich, also im heutigen mittleren und südlichen Deutschland, die die Art des Kirche-Werdens im frühen Mittelalter sehr geprägt hat. Lioba wird in Wessex in England um 705 geboren und einer der Verwandten der Familie ist der spätere Bonifatius, der Apostel der Deutschen. Ihre Eltern sind so glücklich über dieses einzige Kind, dass sie es Gott weihen und mit 15 Jahren zur Bildung und Erziehung in ein Benediktinerinnenkloster geben. Um 735 folgte Lioba der Bitte des Bonifatius um ihr Mitwirken; er hoffte, mit den gebildeten angelsächsischen Ordensfrauen sein Missionswerk zu veredeln. Er begann um Würzburg und in Thüringen Frauenklöster einzurichten, einen Vorposten bildete das Kloster Tauberbischofsheim. Bonifatius berief Lioba zur Äbtissin dieses Klosters und als Leiterin der übrigen von ihm gestifteten Klöster. Besonders widmete sie sich der Erziehung von Frauen und Töchtern des Adels. Auch Lioba selbst gründete in den folgenden Jahren mehrere Klöster. In Tauberbischofsheim richtete sie eine Klosterschule ein, in welcher der Lehrerinnennachwuchs für die neu gegründeten Klöster seine Ausbildung erhielt. Lioba also, eine kluge und weitsichtige Frau, die Planen und Bauen, Gründen und Lehren, mit Beten und Singen, mit Lesen und Leben aus dem Evangelium verbunden hat. Sie hat ein Werk geschaffen, das bis heute gültig ist: Mädchen und jungen Frauen zu Bildung und Ausbildung zu verhelfen, das umliegende Land zu kultivieren und im Kontakt zu den Herrschern ihrer Zeit als besonders gütig zu dem Armen bekannt zu sein. Sie hat große Klöster gegründet und geleitet und hatte in der Kirche ihrer Zeit eine hoch angesehene Stellung. Der heilige Bonifatius, der Apostel der Deutschen, hat erkannt, dass nur Frauen und Männer zusammen diese Kirche gestalten und glaubwürdig das Evangelium Jesu Christi zu den Menschen bringen können.
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