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Fokus bauMENSCH Archiv

6 Episoden
32 Minuten
Warum Innovation im Bau nicht an Technik oder Budget scheitert, sondern an Vertrauen, Führung und guter Zusammenarbeit. "Das Fundament ist Sozialkapital – und wenn das da ist, kann man innovative Bauten darauf stellen."

Innovation ist in aller Munde. Was macht wirklich innovationsfähig? Dieser Frage gehen Stefan Kurt und Cinzia Saurenmann mit Lorenz Meyer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Integration und Partizipation an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW in Olten, in dieser Folge gemeinsam nach. Anhand seiner Masterarbeit erklärt Lorenz, warum nicht der Chef oder die Chefin über Erfolg entscheidet, sondern die Qualität der Beziehungen im Team. Es geht um Vertrauen, eine gesunde Fehlerkultur und Partizipation. Was das für Projektteams auf dem Bau bedeutet – gerade dann, wenn sie neu zusammenkommen und unter Zeit- und Kostendruck stehen – und was es braucht, hörst du in dieser Folge. Zum Schluss gibt Lorenz eine einfache, sofort umsetzbare Empfehlung für mehr Innovation im Betrieb.

[00:32] Warum Innovation im Bau nur langsam vorankommt

[01:22] Gast kennenlernen | von der Arbeitsintegration zur Innovationsforschung

[03:03] Transfer in die Baubranche | gemeinsame Überzeugungen

[05:58] Begriffsklärung | Was ist Sozialkapital?

[06:55] Wertekapital, Führungskapital und Netzwerkkapital | Teile vom Sozialkapital

[07:58] Partizipation, von Information bis Mitentscheiden

[10:22] Basis für gelungene Zusammenarbeit und Leistungsfähigkeit

[12:58] Warum ist es sinnvoll ins Sozialkapital zu investieren?

[13:09] Begriffsklärung | Was ist Innovation überhaupt?

[15:01] Die drei Ebenen von Innovation

[15:45] Was kann die Führung machen?

[17:08] Vertrauen, Fehlerkultur und Zusammenarbeit im Bau

[20:43] Projektstart | Vertrauen von Anfang an bauen ...

[23:40] ... und immer wieder justieren.

[24:59] So zahlt sich Investition ins Sozialkapital aus

[25:43] Und was jetzt? | Empfehlung für den Bau

[26:46] Quick-Win | Klein anfangen und Fragen stellen

[29:41] Fazit | Das soziale Fundament für Innovation

[30:58] Abschluss & Ausblick

Gast: Lorenz Meyer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Integration und Partizipation, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, Olten – zum LinkedIn-Profil

Quick Win: Die eine Frage, die Innovation auslöst

Frage deine Mitarbeitenden regelmässig "Wie würdest du das machen?" Gerade Fachkräfte mit viel Erfahrung haben oft andere Perspektiven und gute Ideen. Innovation entsteht nicht durch grosse Würfe, sondern indem man im Kleinen anfängt, Bestehendes zu hinterfragen. Stell deinem Team diese Woche die Frage und erkundet gemeinsam neue Wege.

Glossar dieser Folge:

Sozialkapital: Die Qualität der Beziehungen in einem Unternehmen – zeigt sich in Zufriedenheit, Gesundheit und Erfolg der Mitarbeitenden.

Wertekapital: Teil des Sozialkapitals – gemeinsame Überzeugungen und Werte, die im Alltag gelebt werden.

Netzwerkkapital: Teil des Sozialkapitals – wie intern und extern zusammengearbeitet wird und wie mit Konflikten umgegangen wird (soziale Beziehungen, Kontakte und Integration in der Organisation).

Führungskapital: Teil des Sozialkapitals – wie Führung im Unternehmen gelebt und erlebt wird, unabhängig von einzelnen Personen an der Spitze (Klarheit, Haltung und Wirkung).

Partizipation: aktive Beteiligung, Mitbestimmung und Teilhabe von Menschen an Entscheidungen, Prozessen und dem gesellschaftlichen Leben, die sie selbst betreffen.

Arbeitsintegrationsbetrieb: Betrieb, der Menschen (z.B. Jugendliche, junge Erwachsene) auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt begleitet.

Fokus bauMensch - Weil Bauen wieder Freude machen soll.

Wie steht es um das Sozialkapital in deinem Team? Teile diese Folge mit Baumenschen, die in ihrem Betrieb mehr Innovationskraft freisetzen möchten.

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Mehr zu Cinzia Saurenmann: www.cinziasaurenmann.ch

Mehr zu Stefan Kurt: www.atriom.ch

Jingle: Benjamin Pogonatos
34 Minuten
Herausforderung Baukommunikation – der Eisberg, der zwischen uns steht

"Ich sehe nicht in deinen Kopf, ich sehe nicht, was du siehst, wenn du mir etwas erzählst." – Warum 80 Prozent unserer Kommunikation unsichtbar bleiben und wie eine einzige Frage jeden Knoten löst.

In dieser Folge sprechen Stefan Kurt und Cinzia Saurenmann mit Rima Badeen, Coach, Supervisorin und Dozentin über die Herausforderungen der Baukommunikation. Anhang des Eisbergmodells zeigt Rima, warum nur ein Bruchteil der Kommunikation auf der Sachebene stattfindet und der grösste Teil auf der verborgenen Beziehungsebene läuft. Sie erklärt typische Muster, die zu Missverständnissen führen, warum Nachfragen oft hilfreicher ist als Wiederholen, und liefert ein Praxisbeispiel direkt von der Baustelle. Zum Schluss gibt es eine Atemübung, mit der du dich in hitzigen Gesprächsmomenten selbst regulieren kannst.

[01:08] Pläne und Verträge allein reichen nicht

[02:02] Gast kennenlernen | vom Journalismus zum Coaching

[04:35] Drei wichtige Dinge

[08:24] Begriffsklärung | Was ist Kommunikation eigentlich?

[09:20] Das Eisbergmodell | Sach- und Beziehungsebene

[12:48] Warum rein sachlich lösen nicht funktioniert

[13:24] Die Angelrute | Nachfragen statt wiederholen

[16:29] Typische Muster und Trigger in der Kommunikation

[18:34] von Emotionen und Überlebensmechanismen

[19:53] Die Sache mit dem Bodenablauf

[21:42] Angeln statt Festhalten an Prozessen

[24:52] Haltung vor Kompetenz

[29:03] Quick-Win | Die Angelrute auswerfen

[30:35] Übung | Atmen als Selbstregulation

[31:03] Abschluss & Ausblick

Gast: Rima Badeen, Coach, Supervisorin und Dozentin für Führungs- und Teamentwicklung – www.klarsicht-coaching.ch

Übung: Atmen als Selbstregulation

Leg deine Hand auf deinen Bauchnabel und atme tief durch die Nase in den Bauch ein, sodass sich die Bauchdecke nach aussen wölbt. Atme danach langsam durch den leicht geöffneten Mund wieder aus. So schaffst du dir im Gespräch einen kurzen Moment, um innezuhalten und bei dir selbst anzukommen, bevor du reagierst.

Quick Win: Nachfragen statt Vermuten – die Angelrute auswerfen

Wenn dich in einem Gespräch etwas irritiert oder komisch vorkommt, nimm das zum Anlass, nachzufragen: "Wie meinst du das genau?" Oder "Magst du mir das kurz erklären?" Diese kleine Frage öffnet oft die Tür zur Beziehungsebene und löst Missverständnisse schneller als jede Wiederholung.

Glossar dieser Folge:

Eisbergmodell: Kommunikationsmodell, das zwischen der sichtbaren Sachebene (ca. 10-20%) und der verborgenen Beziehungsebene (ca. 80-90%) unterscheidet.

Sachebene: der Inhalt einer Aussage – Worte, Fakten, Informationen

Beziehungsebene: die unausgesprochene Ebene der Kommunikation – Emotionen, Erwartungen, Prägungen, Bedürfnisse

Fight-Flight-Freeze: Überlebensmechanismen, die bei gefühlter Bedrohung oder Stress aktiviert werden

Fokus bauMensch - Weil Bauen wieder Freude machen soll.

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Jingle: Benjamin Pogonatos
29 Minuten
"Organisationen sind höchst interdependent." – Warum dein Bauprojekt tickt wie ein Fussballspiel und welche drei Strukturen in jeder Organisation gleichzeitig am Werk sind.

In dieser Folge sprechen Stefan und Cinzia mit Luzia Anliker, Beraterin, Coach und Dozentin, über die steigende Komplexität in Organisationen, Projekten und der Zusammenarbeit. Anhand griffiger Bilder von der Uhr bis zum Fussballspiel erklärt Luzia den Unterschied zwischen kompliziert und komplex. Im Zentrum der Folge stehen die drei Strukturen jeder Organisation: die formelle (hierarchische), die informelle (soziale) und die wertschöpfende Struktur. Wer diese drei Strukturen kennt, hat einen anderen Blick auf Organisationen und kann auf eine andere Art darin wirksam sein.

Die Folge zeigt, warum viele Organisationen noch zu stark auf die formelle Struktur ausgerichtet sind und was damit blockiert wird. Sie zeigt auch, was es statt dessen braucht, um mit Komplexität und Dynamik unterwegs zu sein.

• [01:45] Gast kennenlernen | Crearium in allen Branchen

• [03:13] Komplexität steigt seit 1970!

• [05:50] Komplex vs. kompliziert

• [09:58] Übung | Skizze Organisationsstruktur

• [10:56] Blick auf deine Darstellung

• [11:43] Die drei Strukturen: formell, sozial, wertschöpfend

• [13:19] Warum die formelle Struktur oft blockiert

• [16:25] Wertschöpfung stärken!

• [19:31] Erkenntnisse, Widerstände und Veränderung

• [23:53] Perspektive wechseln

• [25:12] Quick-Win | Fokus auf die Wertschöpfung

• [26:15] Abschluss & Zusammenfassung

Gast: Luzia Anliker, Beraterin, Coach und Dozentin – www.crearium.ch

Buch: Komplexithoden von Nils Pfläging z.B. bei Buchhaus

Übung: Skizze deiner Organisation (Mach die Übung bevor du dir die Folge ganz anhörst.)

• Stell dir deine Organisation vor. Wenn du sie zeichnen müsstest, wie würdest du sie darstellen?

• Mach dir ein Bild im Kopf oder drück kurz auf Stopp und hol dir ein Blatt Papier und Stift dafür.

• Hör die Folge an und schau dir immer wieder deine Darstellung an.

• Wenn du möchtest, kannst du zum Schluss versuchen alle drei Strukturen deiner Organisation kurz und knapp darzustellen.

Quick Win: Fokus auf die Wertschöpfung

• Frage dich regelmässig, wozu ein Arbeitsschritt eigentlich gerade dient? Wo entsteht Wertschöpfung, und wo bin ich nur beschäftigt?

• Überlege dir in welcher Struktur du deine Laufbahn entwickeln möchtest. Teaser: Das muss nicht die Karriereleiter in der formellen Struktur sein.

• Als Führungsperson: Ermächtige Teams, möglichst autonom vorwärtszugehen.

• Als Organisation/Geschäftsführung: Welche Balance der Strukturen brauchen wir, damit wir zukunftsfähig sind?

Glossar dieser Folge:

- Taylorismus: Ist ein von Frederick Winslow Taylor Ende des 19. Jahrhunderts entwickeltes Prinzip der Arbeitsorganisation. Ziel ist die radikale Steigerung der Arbeitsproduktivität durch die strikte Trennung von Hand- und Kopfarbeit sowie die Zerlegung von Arbeitsprozessen in kleinste, repetitiv ausführbare Einheiten.

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Jingle: Benjamin Pogonatos
36 Minuten
"Ich kann mich ja nicht halbieren als Mensch." – Warum unklare Rollen auf dem Bau zu Reibung führen und wie du deine eigenen Rollen wieder sichtbar machst.

In dieser Folge sprechen Stefan Kurt und Cinzia Saurenmann mit Organisationsentwickler und Dozent Marc Gassmann über das Konzept der Rolle – und warum es im Bauprojekt so oft für Reibung sorgt. Sie klären den Unterschied zwischen Rolle und Position, zeigen anhand des Bühnenbilds, wie man bewusst zwischen Rollen wechselt, und sprechen über typische Rollenkonflikte wie den Spagat zwischen Teamleitung und Projektleitung. Zum Schluss gibt's eine konkrete Übung, um die eigenen Rollen und Stärken sichtbar zu machen.

• [01:36] Gast kennenlernen | Vom Reissbrett zur Organisationsentwicklung

• [03:45] Begriffsklärung | Rolle vs. Position

• [07:10] Die Bühnen-Metapher & Rollenwechsel

• [11:11] Rollenwechsel in der eigenen Organisation

• [13:16] Unklare Rollen, was tun?

• [15:21] Das Mobile-Bild

• [17:36] Rollen bewusst machen & Coaching bei neuen Rollen

• [18:54] Reflektieren heisst lernen – die Löffel-Gabel-Geschichte

• [22:51] Wann entstehen Rollenkonflikte, wie erkenne ich sie..

• [24:22] und was kann ich tun?

• [28:30] Quick-Win

• [33:01] Übung | Rollenfinder und Stärkentransfer

• [34:24] Abschluss & Rückblick

Gast: Marc Gassmann, Organisationsentwickler und Dozent – www.comteamgroup.com/schweiz⁠

Übung: Rollenfinder und Stärkentransfer

Schreibe alle Rollen auf, die du aktuell in Beruf, Zuhause und Freizeit innehast. Notiere zu jeder Rolle die grössten Herausforderungen sowie deine Stärken – und prüfe, ob eine Stärke aus einer Rolle auch in einer anderen Rolle nützlich sein könnte.

Quick Win: Kennenlernen als erster Meilenstein

Stelle dein Team zu Beginn eines Projekts bewusst zusammen und schafft Raum, um sich gegenseitig kennenzulernen und Erwartungen sowie Zuständigkeiten offen zu klären. Klarheit über Rollen bringt Ruhe und macht die Zusammenarbeit effizienter.

Glossar dieser Folge:

• AKV: Aufgaben, Kompetenzen, Verantwortung

• KPI (Key Performance Indicator) ist eine messbare Leistungskennzahl

• Supervision: begleitete Reflexion der eigenen Rolle und des eigenen Handelns im Berufsalltag

Fokus bauMENSCH – Weil Bauen wieder Freude machen soll.

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Jingle: Benjamin Pogonatos
11 Minuten
Fokus bauMENSCH geht live.

Cinzia und Stefan stellen sich vor, sprechen über ihre Wurzeln in der Baubranche und darüber, warum sie diesen Podcast machen. 

Bauen ist Teamwork. Und trotzdem dreht sich in Ausbildungen und Meetings vieles um Planung, Kosten und Termine.

Der Mensch und die Zusammenarbeit bleiben dabei oft auf der Strecke. Das wollen die beiden ändern.

 

In dieser Folge geht es darum, was gute Zusammenarbeit im Bau ausmacht und warum der Blick auf den Menschen genauso wichtig ist wie der Terminplan.

Fokus bauMENSCH - Weil Bauen wieder Freude machen soll.

 

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Jingle: Benjamin Pogonatos
71 Sekunden
Fokus bauMENSCH ist der Podcast über Menschen, Führung und Baukultur. Einmal im Monat mit spannenden Gästen, kniffligen Fragen und Themen rund um Zusammenarbeit, Führung und Projektabwicklung.

Fokus bauMensch - Weil Bauen wieder Freude machen soll.

Der Podcast erscheint ab dem 6. Juli 2026, jeden ersten Montag im Monat. Um keine Folge zu verpassen, abonniere unseren Podcast.