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Wer schreibt denn sowas? Archiv

22 Episoden
21 Minuten
1987 brachte die Rockband R.E.M. ihren Song „It’s the End of the World as We Know It (And I Feel Fine)“ heraus und eroberte die Dancefloors des Planeten. Heute, beeindruckt von einem sich immer deutlicher abzeichnenden weltweiten Klimawandel, fragt der Buchautor Hermann Theisen, ob man diesen Song immer noch ohne Beklemmung hören könne. „Können wir wirklich ernsthaft fine sein – und die Party einfach endlos weitergehen lassen, so als wäre nichts gewesen und als gäbe es kein Morgen?“, fragt er. Und er fragt das nicht nur sich selbst, sondern 50 andere Vertreter unterschiedlicher Professionen und Altersgruppen, die er in dem Buch „Klimawende jetzt“ zu Wort kommen lässt.
24 Minuten
Johannes Liess hat sich einen Ruf als Dorfretter erworben. 2003 zog der weltläufige Architekt, der international als Büro- und Projektleiter für die österreichischen Stararchitekten von Coop Himmelb(l)au gearbeitet hat, mit seiner Familie ins mecklenburgische Lüchow, einem Nest, das außer einem Briefkasten, einer Bushaltestelle und fünf letzten Bewohnern im Rentenalter kaum mehr ein Lebenszeichen aussandte. Innerhalb von zehn Jahren gelang es ihm, das Dorf wiederzubeleben, heute wohnen über 60 Menschen in Lüchow, darunter fast die Hälfte Kinder. Bereits 2011 schrieb Liess darüber einen 300 Seiten dicken Roman unter dem Titel „Artgerecht leben: Von einem, der auszog, ein Dorf zu retten“. Jetzt hat er ein neues Buch geschrieben, keinen Roman, sondern ein Sachbuch, das sich streckenweise jedoch auch poetisch gibt. Es geht in dem Buch um Wege zu einer „lebensfördernden Ökonomie“, die der Autor sich als „Wirtschaften mit Herz & Verstand“ vorstellt.
20 Minuten
Der 1949 geborene Achim Bubenzer hat ein erfolgreiches Leben als Physiker hinter sich, u.a. war er am Aufbau einer Pilotfertigungsanlage für Solarmodule beteiligt und Professor und Rektor einer Hochschule. Er könnte, wie er selbst schreibt, sein „Leben als rüstiger Pensionär beim Radeln und Baden am Starnberger See oder an lauen Sommerabenden bei einem Glas kühlen Weißwein genießen“. Er könnte auch an der Tankstelle für 150 Euro Diesel tanken und in seinem „bequemen Volvo 1.000 oder sogar 1.400 Kilometer fahren, auch im tiefsten Winter bei Eis und Schnee im gemütlich warmen Innenraum oder im Hochsommer bei über 40 Grad kurz vor Mailand mit Klimaanlage bei angenehmen 20 Grad“. Warum macht Achim Bubenzer das keinen Spaß (mehr)?
28 Minuten
Die UN-Behindertenrechtskonvention wurde im Jahr 2006 verabschiedet und 2008 von der deutschen Bundesregierung übernommen. Sie sollte einen Paradigmenwechsel einleiten. Die Verantwortung für die Inklusion sollte künftig nicht mehr bei den Menschen mit Behinderungen liegen, „die sich so anpassen müssen, dass sie zum Beispiel in der Schule oder Arbeitswelt integriert werden können, sondern die Schule bzw. Arbeitswelt muss so gestaltet sein, dass Menschen unabhängig von ihren körperlichen, geistigen, sinnlichen oder psychischen Voraussetzungen daran teilhaben können“. Jochen Mack untersucht in seinem Buch „Zusammen. Vielfalt. Leben!“, inwieweit dieser grundsätzliche Wandel in unserer Gesellschaft angekommen ist bzw. was wir noch tun sollten, um eine inklusive Gesellschaft zu werden.
19 Minuten
Lähmende Meetings, endlose Diskussionen, entscheidungsschwache Teams und unflexibles Projektmanagement charakterisieren ein großen Teil der Arbeitswelt in Organisationen, Unternehmen und Verwaltungen. Wer darunter leidet, könne sich wahrscheinlich „gar nicht vorstellen, dass es Möglichkeiten gibt, diese Formate mit mehr Flow zu gestalten“, vermuten Laurent Burst und Nadja Schnetzler in ihrem Buch „Zusammenarbeit im FLOW“.
15 Minuten
Seit dem ersten Bericht des Club of Rome (CoR) sind über 50 Jahre vergangen. Können wir uns darüber freuen, dass der seinerzeit projektierte zivilisatorische Zusammenbruch nicht eingetreten ist? Vor allem Ökonomen würden dies zuweilen triumphierend ins Feld führen, berichten die Autoren des neuen CoR-Berichts, für den es jetzt eine spezielle Ausgabe zur Situation in Deutschland gibt, der mit Unterstützung von Wissenschaftler(inne)n des Wuppertal Instituts entstanden ist („Earth for All Deutschland. Aufbruch in eine Zukunft für Alle“). Also, wie steht es um unsere Erde?
23 Minuten
Bei der Mobilitätswende geht es nicht nur um eine Lösung für das Energieproblem. Sondern auch um die Frage, wie wir den städtischen Lebensraum sozial verträglich gestalten. In dieser Diskussion wurde bisher ein Aspekt total vernachlässigt. Während wir in der verkehrspolitischen Stadtentwicklung Alternativen diskutieren, die die Vermeidung unnötiger Mobilität, das Verkehrsmittelangebot, die Nutzungsformen und die Antriebstechnologie betreffen, wird der fünfte Aspekt völlig ausgeblendet: die Frage, wie viel Raum die genutzten und bereitgestellten Verkehrsmittel eigentlich beanspruchen. Drei Verkehrsplaner der Universität Kassel haben jetzt zusammen mit dem kreativen Mobilitäts-Vordenker Konrad Otto-Zimmermann das erste Standardwerk zu diesem Thema erarbeitet, das sie unter dem Begriff „Feinmobilität“ publizieren.
29 Minuten
Können Philosophen der Antike, die vor 2000 Jahren gelebt haben, für unsere Zeit nützlich sein? Oder uns sogar sagen, wie erfolgreiches Führen und Managen geht? Unternehmensberater wie Alexander Zock bejahen das. In seinem Buch „Der Weg der Stoa in der Führung“ verrät uns Zock auch, warum und wie.
19 Minuten
50 Jahre nach den Grenzen des Wachstums legt der Club of Rome wieder eine dringliche Warnung vor. In fünf Lebensbereichen gehe es jetzt nicht mehr um eine bloße Wende unseres Wirtschaftens und Lebens, jetzt sei die Kehrtwende in vielen Bereichen notwendig, um ein erträgliches Leben für alle Menschen dieses Planeten sicherzustellen. Studentinnen und Studenten der Leuphana Universität (Lüneburg) haben zusammen mit ihren Professor(inn)en den „Survivalguide für unseren Planeten“ analysiert und sind zu dem Schluss gekommen: In dem Buch werden zwar die Ziele dargestellt, also was geschehen müsste, aber nicht das Wie. Deshalb tauge „Earth for All“ „nur bedingt als tatsächliche Überlebensanleitung“, sei zu vage und unkonkret. Die jungen Leute belassen es aber nicht bei der Kritik, sondern sie legen ein eigenes Buch vor mit dem Titel „Wie genau die Welt retten?“
23 Minuten
Es gibt wohl kaum eine Wirtschaftsbranche in unserem Land, die als weniger konservativ und staubtrocken gilt als die Steuerberater. Da fällt es schon extrem auf, wenn ein Steuerbüro sich auf seiner Website so darstellt, ich zitiere. „… in unserer Kanzlei pflegen wir ein warmes Miteinander. Oder wie man im Steuerjargon sagt: Work-Life-Bilanz.“ Kommt also auch in dieser Branche jetzt „New Work“ an und prägt eine humanere Arbeitswelt? Und ist diese Tendenz nur aus der Not des Fachkräftemangels geboren – oder sind auch andere Faktoren am Werk? Das fragen wir heute den Autor des soeben erschienen Buches „Neue Arbeitswelt in der Steuerberatung“. Ralf Haase ist Leiter der Personalabteilung einer mittelgroßen Steuerberatung in Berlin. Er könnte uns also aus dem Nähkästchen berichten…
24 Minuten
Der Begriff „Macht“ weckt meistens negative Assoziationen. Unterdrückung, Machtmissbrauch und Fremdbestimmung schwingen sofort mit. Dass jetzt ausgerechnet eine Autorin, die ihr Leben lang in hierarchiefreien Projekten, Gemeinschaftsinitiativen und der selbstverwalteten Öko-Szene unterwegs war, eine Lanze für Macht, Rang und Hierarchie bricht, mag verwundern. Aus der persönlichen Sicht von Eva Stützel, Autorin des Buches „Macht voll verändern“, ist das aber gar kein Widerspruch. Die Psychologin beobachtet seit langem, dass Initiativen, die aus dem Paradigma von „Macht ist böse“ kommen, sich selbst schwächen. 
22 Minuten
Eine aktuelle Umfrage bestätigt, was man schon des Öfteren vermutet hat: Bei den Jungen, der sogenannten Generation Z, hängen sich weniger Menschen im Job so rein wie die Babyboomer es tun oder getan haben. Der Wirtschaftspsychologe Ingo Hamm, Professor für Wirtschaftspsychologie, ehemaliger McKinsey-Berater, Gründer und Konzernmanager, befürchtet, dass die jungen Menschen damit in ein psychologisches Dilemma geraten. Er stellt fest, dass sie zwar ihre persönliche Selbstbestimmung über die klassischen Anreize – Gehalt, Status und Karriere – stellen, aber ohne zu wissen, was sie wirklich antreibt: „Sie verweigern die Möhre, ohne zu wissen, was sie stattdessen wirklich wollen. Sie wissen, dass sie kein Esel sein wollen – aber was dann?“ In seinem neuen Buch „Lust auf Leistung“ formuliert Hamm ein Gegenprogramm gegen die gängige New Work-Ideologie, die viel dafür tue, „dass Arbeit nicht mehr nach Arbeit aussieht und sich vor allem nicht mehr danach anfühlt.“ Menschen wollen arbeiten, stellt der Psychologe fest, weil und wenn sie darin die Quelle ihrer Selbstwirksamkeit finden. Was macht die Generation Z also falsch?
33 Minuten
„Ende oder Wende“ könnte man das ökoemanzipatorische Projekt übertiteln, das in den letzten fünfzig Jahren zunehmende Breitenwirkung entfaltet hat. Entweder schaffen wir die große Wende hin zu einer nachhaltigen, klimaverträglichen Wirtschaftsform – oder wir riskieren, dass kommende Generationen einen zunehmend lebensfeindlichen Planeten managen müssen und unser heutiger Wohlstand definitiv vorbei ist. Erst jüngst hat der Club of Rome in einem neuen Bericht seine Warnungen weiter verschärft, er fordert jetzt mehr als eine Wende – nämlich eine Kehrtwende.

Und dennoch scheint die Alternative falsch zu sein. Weder Ende noch Wende sind bisher eingetreten. Stattdessen stehen wir heute vor Einsichten, die uns desillusionieren. Zunehmend, so hält uns der Politikwissenschaftler Ingolfur Blühdorn vor Augen, "erweist sich die Überzeugung als unhaltbar, dass mehr Demokratie unbedingt zu mehr Nachhaltigkeit führe". Stattdessen spreche viel dafür, "dass gerade der politische Druck für mehr demokratische Teilhabe immer schon ein wesentlicher Motor der fossilen Wachstumswirtschaft war sowie auch der fortgesetzten Externalisierung sozialer und ökologischer Kosten". 

Öffnet sich die Schere zwischen demokratischer Freiheit und ökologischen Zwängen also immer weiter – und müssen wir uns für das eine oder das andere entscheiden?
25 Minuten
Es gab eine Zeit, da konnte man „bedenkenlos aus den Bächen und Flüssen unserer Heimat“ trinken. Der studierte Hydrobiologe Clemens Kuhnitzsch kann sich vorstellen, dass kommende Generationen dies auch wieder tun könnten. Auch wenn „unsere Flüsse und Bäche global gesehen die am meisten gefährdeten Ökosysteme“ heutzutage darstellen und sowohl unter Verbauung und Übernutzung als auch unter den massenhaften Einträgen von Schadstoffen, Mikroplastik und Chemikalien leiden.
24 Minuten
Wer Organisationen wirksam verändern, anpassungsfähiger, flexibler und nachhaltiger machen möchte, müsse Organisationen erst einmal verstehen, so Christina Grubendorfer. In ihrem 368 Seiten dicken Buch „The Real Book of Work“ versucht die Autorin unsere Verstehensfähigkeit dadurch zu verbessern, dass sie mit systemischem Blick sowohl auf die Schwachseiten der diversen Management-Mythen als auch auf die grundlegende Funktionsweise von Unternehmen und Organisationen blickt.
Wer schreibt denn sowas?

Wer schreibt denn sowas?

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