BOOK SHOT. Literatur beflügelt. Archiv
176 Episoden
5 Minuten
Die Schattenfängerin erzählt die Geschichte von Stella, die mit ihrem Vater zurückgezogen lebt, während die psychisch kranke Mutter abwesend ist. Der Vater reist jedes Jahr zu totalen Sonnenfinsternissen und prägt Stellas Alltag mit seinen Erzählungen, Bildern und Instrumenten. Nach seinem plötzlichen Tod bleibt Stella allein zurück und muss sich erstmals selbstständig im Leben und in ihrem sozialen Umfeld zurechtfinden. Mit Erreichen der Volljährigkeit begibt sie sich selbst auf eine Reise zu einer Sonnenfinsternis in den Kongo, um die Faszination des Vaters zu verstehen. Dabei stößt sie auf verborgene Aspekte seiner Vergangenheit und ihrer eigenen Herkunft.
Valerie Springer: „Poetisch, bildstark, melancholisch.“
Valerie Springer: „Poetisch, bildstark, melancholisch.“
5 Minuten
Der Roman erzählt von dem gefeierten Maler Louis Creutz, der Kunst und Menschen gleichermaßen als Material begreift. Besonders Frauen werden für ihn zu Modellen, die er nutzt und zurücklässt. Als er sich der jungen Astrid nähert, verbindet sich künstlerischer Ehrgeiz mit emotionaler Kälte und Machtkalkül.
Mosebach zeigt, wie Geniekult Rücksichtslosigkeit legitimiert. Am Ende steht eine Katastrophe, die von Beginn an absehbar ist.
Valerie Springer: »Kalt, präzise, unerbittlich.«
Mosebach zeigt, wie Geniekult Rücksichtslosigkeit legitimiert. Am Ende steht eine Katastrophe, die von Beginn an absehbar ist.
Valerie Springer: »Kalt, präzise, unerbittlich.«
5 Minuten
In dieser Familie gilt ein unumstößliches Prinzip: Es darf keine Geheimnisse geben. Der Vater Damián bestimmt mit Disziplin, Sparsamkeit und der Forderung nach vollständiger Ehrlichkeit den Alltag seiner Frau und der Kinder. Was nach Fürsorge klingt, wird zu einem System stiller Kontrolle. Unter der Oberfläche wachsen Anpassung, Verstellung und leiser Widerstand. In fragmentarischen Szenen zeigt Sara Mesa, wie das Gutgemeinte zum Zwang wird und Erziehung ein Leben lang prägt.
Valerie Springer: „Leise, analytisch, eindringlich.“
Valerie Springer: „Leise, analytisch, eindringlich.“
5 Minuten
Der Roman erzählt von der philosophischen Aktivistengruppe Aletheia, die für eine absolute Wahrheit kämpft und sich gegen Fake News richtet. Die Gruppe lebt in einem besetzten Haus in Wien und plant künstlerische Aktionen. Erzählt wird aus der Perspektive von Byproxy, einer jungen Rollstuhlfahrerin, die nach einem Unfall obdachlos wird und sich der Gruppe anschließt. In langen Prüfungen erarbeitet sie sich deren Vertrauen und wird zu einer zentralen Figur. Gleichzeitig verbirgt sie eine Schuld aus ihrer Vergangenheit. Während Aletheia ihre große Aktion vorbereitet, geraten sowohl die Erzählerin als auch der Wahrheitsanspruch der Gruppe zunehmend ins Wanken.
Valerie Springer: „Klug, radikal, beunruhigend
Valerie Springer: „Klug, radikal, beunruhigend
5 Minuten
„Denken statt Scheinsicherheit“ ist ein kurzer essayistischer Radiobeitrag, in dem Valerie Springer sich mit Offenheit und Lernfähigkeit beschäftigt und mit der Frage, wie wir mit Unschärfe, Komplexität und vorschnellen Gewissheiten umgehen.
Ausgangspunkt ist das Konzept der Neuroplastizität, weitergedacht nicht nur als biologischer Ansatz, sondern als innere Haltung.
Im Zentrum steht das beweglich Bleiben im Denken: ohne Naivität, ohne einfache Antworten, aber mit Verantwortung und Aufmerksamkeit.
Eine fünfminütige Jahresreflexion, nicht-kommerziell, werbefrei und jenseits von Parolen.
Ausgangspunkt ist das Konzept der Neuroplastizität, weitergedacht nicht nur als biologischer Ansatz, sondern als innere Haltung.
Im Zentrum steht das beweglich Bleiben im Denken: ohne Naivität, ohne einfache Antworten, aber mit Verantwortung und Aufmerksamkeit.
Eine fünfminütige Jahresreflexion, nicht-kommerziell, werbefrei und jenseits von Parolen.
5 Minuten
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, in der Jetztzeit und im Jahr 2119, einer durch Klimafolgen stark veränderten Zukunft. Im Mittelpunkt steht der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe im Jahr 2119, der nach einem verschollenen Gedicht sucht, das der Dichter Francis Blundy vor über 100 Jahren seiner Frau Vivien widmete. Das nur einmal vorgetragene Gedicht wurde zum Mythos. Metcalfes Recherche führt ihn in das Leben des Dichterpaares und zu widersprüchlichen Spuren, die auf eine geheime Liebe und ein Verbrechen hinweisen.
Valerie Springer: „Dystopisch, nachdenklich, elegant.“
Valerie Springer: „Dystopisch, nachdenklich, elegant.“
5 Minuten
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“: Wie dieser Satz entstehen konnte und was er heute bedeutet, untersucht der deutsche Philosoph Jürgen Goldstein. Er zeigt, wie Begriffe wie Bildung, Individualität, Freiheit, Selbstbestimmung und politische Teilhabe sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt haben, oft gegen große Widerstände. Und er entwirft eine Perspektive darauf, wie eine humane Welt auch künftig möglich bleiben kann.
Valerie Springer: „Klar, tiefgründig, notwendig.“
Valerie Springer: „Klar, tiefgründig, notwendig.“
5 Minuten
Twist erzählt vom Journalisten Anthony Fennell, der in Kapstadt an Bord eines Tiefseekabel-Reparaturschiffs geht, um über die unsichtbare Infrastruktur unserer globalen Kommunikation zu berichten. Er trifft auf den rätselhaften Missionschef John Conway, dessen Vergangenheit und innere Brüche ihn immer stärker in ihren Bann ziehen. Als ein massiver Kabelbruch ganz Afrika vom Netz trennt, sticht das Schiff in See und die Reise wird zunehmend zu einer psychologischen Expedition. Zwischen Ozeantiefe, technischer Präzision und menschlicher Verletzlichkeit verdichten sich die Spannungen, bis ein Anschlag auf Conways Frau Zanele alles ins Wanken bringt. Der Roman verknüpft äußere Katastrophe und innere Abgründe zu einer Geschichte über Verbindung, Verlust und die Fragilität der Welt, von der wir leben.
Valerie Springer: „Tief, atmosphärisch, fesselnd.“
Valerie Springer: „Tief, atmosphärisch, fesselnd.“
10 Minuten
Valerie Springer untersucht in ihrem Radiobeitrag "Das unvollendete Versprechen", was vom Menschenrechtsversprechen von 1948 geblieben ist, und wie es sich heute im Alltag zeigt. Sie beschreibt die Spannung zwischen globalen menschenrechtlichen Standards und der Verantwortung jedes Einzelnen, im Kleinen Haltung zu zeigen. Für sie beginnen Menschenrechte im Zwischenmenschlichen, im Nicht-Schweigen, ohne dabei den Staat aus seiner menschenrechtlichen Pflicht zu entlassen. Ein persönlicher Beitrag, der Universalität neu und praxisnah denkt.
Buchempfehlung: „Menschlichkeit. Vom Plan der Humanisierung der Welt“ vom Philosophen Jürgen Goldstein
Buchempfehlung: „Menschlichkeit. Vom Plan der Humanisierung der Welt“ vom Philosophen Jürgen Goldstein
5 Minuten
Die 80jährige Natascha Wodin blickt auf ihr Leben zurück und begegnet den körperlichen und seelischen Herausforderungen des Alterns. Im Zentrum steht ihre späte Liebe zu Friedrich, einem ebenfalls alten, schwer kranken Mann, dessen Nächte von Schmerzen, Müdigkeit und der Nähe zum Tod geprägt sind. Die Beziehung der beiden ist von Nähe und Fremdheit zugleich bestimmt, getragen von Zärtlichkeit, Angst und gegenseitiger Verletzlichkeit. Während die Erzählerin den Alltag des Alters mit schonungsloser Klarheit beschreibt, verwebt sie ihre Beobachtungen mit Erinnerungen, Reflexionen und der Frage nach Würde und Sinn am Ende des Lebens. Das Buch ist ein leiser, poetischer Blick auf Vergänglichkeit und auf die Möglichkeit, selbst im letzten Lebensabschnitt noch einmal Liebe zu finden.
Valerie Springer: „Zärtlich, unbeschönigt, wahr.“
Valerie Springer: „Zärtlich, unbeschönigt, wahr.“
5 Minuten
Ernst H. Gombrichs Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser ist ein Kinderbuch von 1935, das sich wohltuend von heutigen Formaten unterscheidet: erzählerisch, geduldig und voller Zuneigung zum Stoff. Auf rund 300 Seiten spannt Gombrich den Bogen von der Entstehung des Sonnensystems über frühe Hochkulturen bis zum Ersten Weltkrieg. Er verzahnt große geschichtliche Entwicklungen mit kleinen, lebendigen Episoden, die Zeiten und Figuren nahbar machen. Das Buch wurde international ein Erfolg, bevor die Nationalsozialisten es wegen seines pazifistischen Tons verboten. Später vielfach aktualisiert, gilt es bis heute als Meisterstück klarer, zugänglicher Geschichtsvermittlung.
Valerie Springer: „Klar, warmherzig, zeitlos.“
Valerie Springer: „Klar, warmherzig, zeitlos.“
25 Minuten
Valerie Springer erzählt von Krishna, Magdalena und Elena. Drei Frauen, drei Leben, drei Formen von Gewalt, sichtbar und unsichtbar, körperlich, psychisch und digital.
Es sind keine Sensationsgeschichten, sondern Alltagsrealitäten, wie sie überall passieren können. Der Beitrag zeigt, wie leise Gewalt beginnen kann, wie schwer sie zu erkennen ist, und wie viel Mut es braucht, sie zu beenden. Und er macht deutlich: Jede Frau, die Hilfe bekommt, verändert die Zukunft.
Wenn ihr selbst betroffen seid oder jemanden kennt, der Hilfe braucht: Die österreichweite Frauenhelpline 0800 222 555 ist rund um die Uhr erreichbar, anonym und kostenlos. Auch online ist Hilfe möglich: https://haltdergewalt.at/ bietet anonyme Chatberatung.
Es sind keine Sensationsgeschichten, sondern Alltagsrealitäten, wie sie überall passieren können. Der Beitrag zeigt, wie leise Gewalt beginnen kann, wie schwer sie zu erkennen ist, und wie viel Mut es braucht, sie zu beenden. Und er macht deutlich: Jede Frau, die Hilfe bekommt, verändert die Zukunft.
Wenn ihr selbst betroffen seid oder jemanden kennt, der Hilfe braucht: Die österreichweite Frauenhelpline 0800 222 555 ist rund um die Uhr erreichbar, anonym und kostenlos. Auch online ist Hilfe möglich: https://haltdergewalt.at/ bietet anonyme Chatberatung.
5 Minuten
Anna flüchtet sich seit ihrer Kindheit vor dem Spiegel in fremde Leben, um der Enge ihres Alltags mit ihrer psychisch kranken Mutter zu entkommen. Als Schauspielerin führt sie diese erlernte Rolle fort und hält ihre wahre Vergangenheit verborgen. Nach ihrem Durchbruch als TV-Kommissarin erhält sie anonyme, bedrohliche Briefe, die auf ein altes Geheimnis anspielen. Gleichzeitig taucht ihr Jugendfreund Mario wieder auf – der Einzige, der weiß, was damals geschah. Als weitere Menschen aus jener Zeit in Annas Leben zurückkehren, muss sie sich der Frage stellen, wer sie verfolgt und was wirklich ans Licht kommen soll.
Valerie Springer: „Psychologisch, atmosphärisch, spannungsgeladen.“
Valerie Springer: „Psychologisch, atmosphärisch, spannungsgeladen.“
5 Minuten
Simone Weil gilt als eine der klarsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts, deren Gedanken inmitten heutiger Krisen neue Orientierung bieten. Der Philosoph Byung-Chul Han führt in seinem Essay in ihr Denken ein und zeigt, wie sie eine Wirklichkeit jenseits von Konsum, Leistung und ständigem Funktionieren eröffnet. Für Weil entsteht Sinn nicht durch Erfolg oder Produktion, sondern durch Loslassen, Stille und die Hinwendung zum Wesentlichen und zum Göttlichen. Ihre Spiritualität versteht Gott nicht als Wesen, sondern als Erfahrung von Tiefe – als seltene Momente innerer Ruhe, die spürbar machen, dass Leben mehr ist als Verbrauch. Han zeigt, dass ihre Gedanken zu mehr Frieden, Tiefe und Schönheit führen könnten, wenn wir uns von ihnen inspirieren lassen.
Valerie Springer: "klar. poetisch. kompromisslos."
Valerie Springer: "klar. poetisch. kompromisslos."
5 Minuten
Der Buchhalter Justus hat einen Umschlag an sich genommen, der für Rose bestimmt war. Bei Rose wohnt er zur Miete. Jetzt plagt ihn sein Gewissen. Und sein Leben ändert sich! Vermutungen, Zweifel und Nachforschungen, die er zunächst auf Roses Leben bezieht, übertragen sich bald unmerklich auf sein eigenes. Dieser Wandel kommt Justus durchaus gelegen. Es ist der Gegenentwurf zu seinem bisher schwunglosen Leben.
Valerie Springer: “Witzig, wach, wortstark.”
Valerie Springer: “Witzig, wach, wortstark.”