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MDR KULTUR trifft: Menschen von hier Archiv

55 Episoden
39 Minuten
„Via Regia - jüdisch - unterwegs“ heißt es im Themenjahr „TACHELES. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“ in einer Kooperation der Leipziger Notenspur e.V. mit dem Sechsstädtebundfestival e.V.“. Felix Papenhagen, ausgebildeter Zimmermann, studierter Kulturwissenschaftler und promovierter Judentumsforscher ist Verantwortlicher für die Jüdische Projektfamilie beim Notenspur Leipzig e.V. Die Veranstaltungsreihe „Via Regia - jüdisch - unterwegs“ lädt zu 38 Konzerten, Lesungen, Fahrradtouren und musikalischen Wanderungen entlang der historischen Handelsstraße zwischen Görlitz und Leipzig ein. Zu den Höhepunkten gehören der Schneeblumen-Gedenkweg zwischen Leipzig und Meißen, sowie das Konzert „Gershwin & Weill - eine transatlantische Begegnung“ in Kamenz. Der Schneeblumen-Gedenkweg erinnert, daß nach der Befreiung des KZ Buchenwald am 11. April 1945 in der Nacht des 13. April 1945 an die 1500 Zwangsarbeiterinnen, jüdische Ungarinnen und französische politische Gefangene vom KZ Buchenwald-Außenlager Wolfswinkel/ Markkleeberg durch die verdunkelten Straßen Leipzigs getrieben wurden. Viele der Frauen überlebten den Marsch in der eisigen Nacht, der sie nach Theresienstadt bringen sollte, nicht. Für andere war es ein entbehrungsreicher Weg in ein neues Leben.

In Rostock wurde Felix Papenhagen 1980 geboren. Nach dem Abitur absolvierte er von 1999 bis 2000 in Haifa/ Israel seinen Zivildienst. Danach ließ sich Felix Papenhagen in Frankreich als Zimmermann ausbilden und war in diesem Beruf tätig. Ab April 2004 studierte er in Freiburg im Breisgau Judaistik und Europäische Ethnologie. Von 2010 bis 2014 hatte er ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Universität Leipzig im Rahmen eines Graduiertenkollegs inne. 2014 promovierte Felix Papenhagen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit der Arbeit „Wem gehört der Schrank mit heiligen Büchern? Jüdische Religion im Kontext israelischer Popularmusik.“ 2015 bis 2017 war Felix Papenhagen Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Maimonides Centre for Advanced Studies - Jewish Scepticism an der Universität Hamburg. 2018 bis 2019 wirkte er als Projektmanager bei der Aufbauwerk Region Leipzig GmbH und von 2019 bis 2021 als Assistent für Qualitätsentwicklung Grund- und Musikschulen der Rahn Education in Leipzig. 2021 bis 2023 arbeitete Felix Papenhagen als Referent im Schulmanagement-Bereich der Dr. P. Rahn & Partner Schulen in freier Trägerschaft Gemeinnützige Schulgesellschaft GmbH. Seit Mai 2023 ist er Mitarbeiter des Notenspur Leipzig e.V. Seit 30 Jahren spielt Felix Papenhagen Geige und Gitarre und sang im Rostocker Choralchor. Moderation Thomas Bille

Redaktion: Angelika Zapf
44 Minuten
Mit dieser Anlage und in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie sollten neue Maßstäbe in der Menschenaffentierhaltung gesetzt werden. Wissenschaftler untersuchen nunmehr seit 25 Jahren im Leipziger Pongoland das Verhalten und die Erkenntnisprozesse von Orang-Utans, Schimpansen, Gorillas und Bonobos. Der Zoo Leipzig gehört heute zu den modernsten Zoos im 21. Jahrhundert. 2001 wurde auch die Löwensavanne eröffnet, 2003 die Tiger-Taiga und 2004 die Kiwara-Savanne. Ein besonderer Höhepunkt war 2011 die Eröffnung der Tropenerlebniswelt Gondwanaland, einzigartig in Europa. An die 650 Tierarten leben derzeit in sechs Erlebniswelten. Im vergangenen Jahr konnte das umgebaute Terrarium der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Derzeit wird noch an Feuerland und den Asiatischen Inselwelten gebaut. Bis zum 150. Geburtstag des Zoo Leipzig im Jahr 2028 soll die Umsetzung des Masterplans und damit die von Jörg Junhold im Jahr 2000 vorgestellte Vision für den „Zoo der Zukunft“, in dem artgemäße und naturnahe Tierhaltung miteinander vereint sind, abgeschlossen sein.

Im brandenburgischen Ortrand wurde Jörg Junhold 1964 als Sohn einer Tierarztfamilie geboren. Nach dem Abitur mit Berufsausbildung Baufacharbeiter in Riesa und Wehrdienst in Halle studierte Jörg Junhold von 1985 bis 1990 Veterinärmedizin an der Universität Leipzig, absolvierte anschließend und bis 1993 ein Forschungsstudium an der Chirurgischen Tierklinik der Universität Leipzig und promovierte 1994. Von 1992 bis 1997 arbeitete Jörg Junhold als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Marketing-Management bei der Effem GmbH, dem europäischen Marktführer für Tiernahrung. Im Jahr 1997 wurde er zum Direktor und Geschäftsführer des Leipziger Zoos berufen Er ist Mitglied in zahlreichen internationalen und nationalen Institutionen, Gremien und Verbänden. Bis Sommer 2025 war Jörg Junhold zudem sechs Jahre Präsident des Verbandes der Zoologischen Gärten.

Moderation: Ellen Schweda

Redaktion: Angelika Zapf
47 Minuten
Der in Halle lebende Martin Becker hatte sich in den vergangenen Jahren mit seinen autofiktionalen Romanen einen Namen gemacht. Dann aber begab er sich auf ein völlig neues Terrain und holte sich für seinen ersten Krimi die langjährige Radio-Feature- und Schriftstellerkollegin Tabea Soergel aus Köln zur Seite. Nach „Die Schatten von Prag. Kischs erster Fall“, legten sie Ende vergangenen Jahres „Die Feuer von Prag. Kisch ermittelt“ im Kanon Verlag vor.“ Der erste Band spielt im Prag von 1910 kurz vor dem Weltuntergang. Die Erde soll den Schweif des Halley´schen Kometen kreuzen. Während alle zum Himmel schauen haben die Verbrecher auf Erden ein leichtes Spiel. Egon Erwin Kisch, Reporter der „Bohemia“, ermittelt auf eigen Faust in seinem ersten Fall. Der zweite Band „Die Feuer von Prag. Kisch ermittelt“ spielt im Prag von 1913 am Vorabend des Ersten Weltkrieges. Martin Becker und Tabea Soegel lassen Egon Erwin Kisch und seine Kollegin Lenka Weißbach im berühmtesten Spionagefall der k.u.k. Monarchie ermitteln. Ein Lesegenuß für alle, die historische Krimis und Humor mögen und eine Liebeserklärung an das alte Prag dazu.

In Dormagen in Nordrhein-Westfalen wurde Tabea Soergel 1983 geboren. Ab 2002 studierte sie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Seit 2005 arbeitet sie als freiberufliche Radio-Autorin für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und veröffentlicht literarische Text in Magazinen und Anthologien. Bis 2018 hatte Tabea Soergel ihren Lebensmittelpunkt in Leipzig, dann zog sie nach Köln. Mit Martin Becker produzierte sie von 2019 bis 2022 den Podcast „DuMont auf Sendung. Der Podcast mit Büchern“. Martin Becker kam 1982 in Attendorn in Nordrhein-Westfalen zur Welt. In der sauerländischen Kleinstadt Plettenberg wuchs er auf. Zunächst studierte er zwei Semester Germanistik und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum, bevor er 2003 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig studierte. Seit 2005 ist er freiberuflicher Schriftsteller und Hörfunk-Journalist, zog von Leipzig nach Berlin und arbeitete vornehmlich für den WDR, kehrte nach Leipzig zurück, lebte zeitweilig in Prag und heute in Halle. Über 50 Hörspiele und Features für die ARD entstanden, unter anderem aus Kanada, Brasilien und den USA, viele davon realisiert zusammen mit Tabea Soergel. 2007 erhielt Martin Becker eine Einladung zum Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt. Im selben Jahr erschien im Luchterhand Literaturverlag sein Erzählband „Ein schönes Leben“. Romane, Erzählungen und Sachbücher folgten, mit Preisen und Auszeichnungen bedacht. 2016 erhielten Martin Becker und Tabea Soergel den Deutsch-tschechischen Journalistenpreis.

Moderation: Ellen Schweda

Redaktion: Angelika Zapf
37 Minuten
Lena Schätte hat gleich zwei Preise abgeräumt: den Bachmann-Preis und dazu noch den mit 7.500 Euro dotierten Publikumspreis.

Auch bei der Bewerbung um die Aufgabe der Stadtschreiberin von Erfurt konnte sie sich unter 59 Bewerbern durchsetzen. Mit Schreibwerkstätten, Gesprächsrunden und Lesungen möchte sie sich direkt ins Stadtleben einbringen, aber auch schreibend Zeit in Cafés oder im öffentlichen Raum verbringen. „Schreiben in den Zwischenräumen“ nennt sie es, wenn sich ihre Gedanken in Worte geformt auf Notizzettel, im Handy oder kleinen Notizbüchern wiederfinden. „Schreiben ist meine Art, das Leben auszuhalten“, formuliert Lena Schätte und, daß sie Orte anziehen, die noch nicht auserzählt sind, wie sie auch in Erfurt mit der ersten Begegnung fand. Der Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ beginnt mit den Sätzen „Meine Mutter bringt uns Töchtern Dinge bei. Andere Dinge, als mit geradem Rücken am Esstisch zu sitzen, als Danke und Bitte zu sagen, andere Dinge als ihrem Sohn. Sie bringt uns bei, dass Schnaps Ärger bedeutet“, um Zeilen später zu dem Satz zu kommen „Und sie bringt uns bei, dass eine Frau immer Fluchtgeld haben muß.“ Eine klare, direkte, dichte, aber manchmal auch zärtliche Sprache findet Lena Schätte. Motte wird die Protagonistin von ihrem Vater genannt. Der Roman erzählt von einer Arbeiterfamilie in den Neunzigerjahren im Sauerland, da wo auch Lena Schätte aufwuchs, aber die Geschichte könnte überall spielen. Denn Menschen trinken überall. Auf dem Dorf. In der Stadt. In unterschiedlichen sozialen Milieus. Ort, Zeit und Handlung von „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ sind global übertragbar, sagt Lena Schätte. In Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen wurde Lena Schätte 1993 geboren. 2014 debütierte sie mit dem Roman „Ruhrpottliebe“, erschienen im Marlon Verlag. Parallel zum Schreiben arbeitete Lena Schätte als Psychiatriekrankenschwester im Ruhrgebiet, bis sie 2020 ein Studium des Literarischen Schreibens am Deutschen Literaturinstitut Leipzig aufnahm. 2023 war sie Hausgast im Literarischen Colloquium Berlin, erhielt ein Aufenthaltsstipendium des Berliner Senats und arbeitete in der Redaktion der Anthologie „Tippgemeinschaft“ mit. Sie arbeitete bei suchtkranken Menschen in Lüdenscheid und widmete sich weiter dem literarischen Schreiben. Heute lebt Lena Schätte im nordrhein-westfälischen Altena. Im Café des Hagebaumarktes im benachbarten Ort Neuenrade schrieb sie den Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“, erschienen im S. Fischer Verlag. Dafür erhielt Lena Schätte 2024 den W.-G.-Sebald-Literaturpreis und den Förderpreis Nordrhein-Westfalen.

Eine Sendung von März 2026.

Moderation: Julia Hemmerling

Redaktion: Angelika Zapf
50 Minuten
In der Begründung der Jury heißt es „Daniela Danz gehört zu den unverwechselbaren Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Als Lyrikerin verfügt sie mit beinahe schlafwandlerischer Sicherheit über ein breites Formenspektrum, das von alkäischen Oden über Prosagedichte bis hin zu eigenen schöpferischen Formen reicht, zuletzt im Gedichtband Portolan." Ebenfalls im Wallstein-Verlag erschien der Essay-Band „Nichts ersetzt den Blick ins Gelände“ (2023). Hier spürt sie dem eigen und dem Schreiben der anderen nach. Aber auch als Librettistin wird Danila Danz hörbar. Zusammen mit dem Komponisten Ben Frost arbeitete sie an der Oper „Der Mordfall Halit Yozgat“, basierend auf einer Recherche von Forensic Architecture über den neunten Mord des NSU. Am 06. April war Halit Yozgat in einem Internetcafé in Kassel von Unbekannten erschossen worden. Erst fünf Jahre später stuften die Behörden den Mord als rechtsextremistisch ein und ordneten ihn dem sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrund“ zu. Doch bei der juristischen Aufarbeitung blieben viele Fragen offen. Die Uraufführung, die wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste, war im Mai 2025 in Hannover. Das Weimarer Deutsche Nationaltheater hat die Oper jetzt in ihren Spielplan aufgenommen. Die Premiere von „Der Mordfall Halit Yozgat“ ist dort am 12. März zu sehen.

Seit 2021 ist Daniela Danz die Leiterin des Bundeswettbewerbs „Demokratisch Handeln“, ein Kinder- und Jugendwettbewerb zur Förderung der demokratischen Kultur, der 1990 gegründet wurde und Demokratieprojekte aus dem schulischen und außerschulischen Bereich auszeichnet. Am Wettbewerb teilnehmen können alle jungen Menschen vom Kindergartenalter bis 25 Jahre. Im März jeden Jahres stehen die Gewinner fest. Präsentiert werden sie beim Junify Demokratiefestival im Sommer in Berlin.

In Eisenach wurde Daniela Danz 1976 geboren, in Gotha und Wutha-Farnroda wuchs sie auf. Sie studierte Kunstgeschichte und Germanistik in Tübingen, Prag, Berlin, Leipzig und Halle und promovierte über den „Krankenhauskirchenbau der Weimarer Republik“. Daniela Danz hatte Lehraufträge in Osnabrück und an der Universität Hildesheim. Von 2003 bis 2010 war sie als Kunstinventarisatorin für die Evangelische Kirche tätig. Zudem übernahm sie Lehraufträge für Kreatives Schreiben an den Universitäten Hildesheim und Osnabrück. 2013 folgte die Promotion mit der Dissertation „Herzpunkt der Anlage. Der Krankenhauskirchenbau der Weimarer Republik“. 2010 gründete Daniela Danz die Internationale Schüler-Textwerkstatt „Svolvi“. 2013 bis 2020 leitete sie das Literaturmuseum Schillerhaus Rudolstadt in Thüringen. Seit 2002 ist Daniela Danz als freiberufliche Autorin tätig und lebt mit ihrer Familie in Kranichfeld. Ihre schriftstellerische Arbeit umfasst Lyrik, Prosa, Essays und Kinderliteratur. Auch ist sie als Librettistin tätig und arbeitet mit Filmschaffenden zusammen. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und einige ihrer Texte in Zusammenarbeit mit Komponisten vertont. 2024 hatte Daniela Danz eine Poetikprofessur in Bamberg inne. Sie ist Vizepräsidentin der Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz, sowie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Bayerischen und der Sächsischen Akademie der Künste. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien.

Moderation: Carsten Tesch

Redaktion: Angelika Zapf
47 Minuten
„An die Substanz. Bauhaus Dessau 100.“ Vor 100 Jahren zog das Bauhaus nach Dessau und das wird seit September 2025 mit Ausstellungen, künstlerischen Programmen, Konferenzen und zahlreichen Festen gefeiert. Höhepunkt ist am 28. März die Eröffnung der Hauptausstellung „Glas, Beton, Metall“, sowie drei kleinere Freiluftpräsentationen. Das Jubiläumsjahr will auch daran erinnern, warum das Bauhaus im Jahr 1925 nach Dessau kam: Aus ideologischen Gründen hatte die konservative Thüringer Landesregierung dem Bauhaus in Weimar die Finanzierung drastisch gekürzt. Zeitgleich nahmen die diffamierenden Angriffe auf das Bauhaus zu. 1933, ein Jahr nach dem erzwungenen Umzug des Bauhauses von Dessau nach Berlin, wurde es unter dem Druck der Nationalsozialisten als „entartet“ aufgelöst. Regina Bittner ist die Leiterin der Bauhaus-Akademie und Stellvertretende Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau. In ihren Verantwortungsbereich fallen die Konzeption und Lehre der postgradualen und transdisziplinären Programme zur transkulturellen Moderne in der Design-, Architektur- und Bauhausforschung. Regina Bittner kuratierte zahlreiche Ausstellungen zum Bauhaus und zur Kulturgeschichte der Moderne, u.a. 2019 die Sammlungspräsentation Versuchsstätte Bauhaus. Sie war u.a. von 2017 bis 2019 kuratorische Beraterin des Forschungs- und Ausstellungsprojektes Bauhaus Imaginista, im gleichen Zeitraum Jurymitglied der Kulturstiftung des Bundes zum Fond Bauhaus. Heute und seit 2019 ist Regina Bittner Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Mies van der Rohe Haus Berlin. Die Mitarbeit in internationalen Jurys und Kuratorien ist fester Bestandteil ihrer beruflichen Praxis. In die Jubiläumsausstellung in Dessau „Glas, Beton, Metall“ ab 28. März gab sie ihr Wissen in den Ausstellungsbaustein „Bauhaus im Glas“ ein. Regina Bittner treibt an, alltägliche Begebenheiten und Artefakte als Verflechtungsgeschichten zu erzählen, herauszufinden, warum diese für Menschen bedeutsam geworden sind. Und, sie mag und schätzt die Zusammenarbeit mit internationalen Studierenden und jungen Forscherinnen. Das „Bauhaus Lab“ unter Ihrer Leitung bietet dazu viele Möglichkeiten. Jährlich lädt das „Bauhaus Lab“ acht junge internationale professionelle Architekten, Designer, Forscher und Kuratoren zu einer dreimonatigen Kollaboration ans Bauhaus ein, um an einem ausgewählten Objekt der Bauhausgeschichte Facetten transkultureller Kulturproduktion zu erforschen und daraus eine gemeinsame Ausstellung zu erarbeiten.

In Freiberg in Sachsen wurde Regina Bittner geboren. Sie studierte Kulturwissenschaften und Kunstgeschichte an der Universität Leipzig und promovierte am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität zu Berlin. Ihre Forschungen bewegten sich anfangs mit Studien zu urbanen und regionalen Transformationsprozessen in Ostdeutschland. Von 1996 bis 1998 unternahm Regina Bittner ethnografische Studien zum regionalen Strukturwandel einer altindustriellen und schrumpfenden Region mit dem Fokus auf Wohnkulturen und Nachbarschaftsbeziehungen, die 1998 unter dem Titel „Kolonien des Eigensinns“ veröffentlicht wurden. In ihrer Dissertation befaßte sie sich mit dem Identitätsbildungsprozeß der Stadt Dessau als Bauhausstadt. Seit 2019 ist Regina Bittner Honorarprofessorin am Institut für Kunstgeschichte und Archäologie der Martin-Luther-Universität in Halle. Von 2021 bis 2022 war sie Gastprofessorin am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig.

Moderation: Thomas Bille

Redaktion: Angelika Zapf
46 Minuten
Iryna Fingerova, geboren 1993 in Odessa und in einer jüdischen Familie aufgewachsen, kam 2019 nach Deutschland. Mit ihrem Mann und ihrer Tochter lebte und arbeitete sie zunächst drei Jahre in Kamenz. Beide sind Ärzte. Heute leben sie in Dresden und Iryna Fingerova arbeitet neben dem Klinikalltag wieder und zudem als Journalistin und Schriftstellerin. Am 20.02. erschien im Rowohlt Verlag ihr neuer Roman „Zugwind“, übersetzt von Jakob Walosczyk. Der Angriffskrieg Rußlands auf die Ukraine am 24.02.2022 hinterlässt auch im Leben von Iryna Fingerova Spuren, wie im Leben ihrer Protagonistin Mira Zehmann: Hausärztin, Mutter, Ehefrau, deren Welt mit den Bomben auf die alte Heimat aus den Fugen gerät und einen erbarmungslosen Zugwind durch ihr Leben wehen lässt. Mit Schlafstörungen, Panikattacken und Erschöpfungssymptomen stehen die ukrainischen Patienten Schlange, um bei Mira Zehmann Trost, Heilung und Mitgefühl zu suchen. Doch diese kommt mit der Zeit für sich selbst zu dem Schluss: Sie muss nach Odessa reisen, muss ihre neunzigjährige Großmutter besuchen, das Meer sehen und mit ihren Freunden tanzen gehen.

Iryna Fingerova veröffentlichte bislang Erzählungen, Romane, Theaterstücke, Essays und Kinderbücher. „Zugwind“ ist ihr dritter Roman und der erste, den sie in Teilen auf Deutsch verfasst hat. Sie schreibt für den Züricher Tagesanzeiger, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Literaturzeitschriften im deutschsprachigen Raum. Iryna Fingerova erhielt 2025 den 2. Platz beim Literaturpreis „Schreiberei“ des Leykam Verlag und war 2025 mit „Wunden überall“ für den Deutschen Sozialpreis nominiert. Sie ist Gründerin und Kuratorin des in Odessa ansässigen „Theaters der Ohren“. In Dresden engagiert sich Iryna Fingerova aktiv im 2022 gegründeten Begegnungs- und Integrationszentrum „Ukrainisches Haus“, ist Vorstandsmitglied Plattform Dresden e.V. - Förderung deutsch-ukrainischer Kulturbeziehungen.

Moderation: Ellen Schweda

Redaktion: Angelika Zapf
42 Minuten
Holger Lemme ist seit Oktober 2025 der kaufmännische Geschäftsführer des Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation in Halle. Das Verfahren für die Besetzung der Programmdirektion, zuständig für die inhaltliche Ausrichtung und Forschung, läuft noch. Der Bundestag hatte im Mai 2022 für die Einrichtung eines Zukunftszentrum für Europäische Transformation und Deutsche Einheit gestimmt. Vor drei Jahren entschied sich eine 15-köpfige Jury für den Standort Halle. Den Architektur-Wettbewerb gewann im April 2025 das Berliner Büro Richter Musikowski. Der 60 Meter hohe, zeltartige Glasbau soll am Riebeckplatz entstehen und im Jahr 2030 seine Türen öffnen. Ein Abbild davon hängt derzeit in einer Etage der städtischen Wohnungsgesellschaft in Halle, dort wo Holger Lemme und die ersten 12 Mitarbeiter bereits an den Inhalten für ein Dialog- und Debattenort für die ganze Gesellschaft arbeiten. Das Zukunftszentrum soll ein Ort für Begegnung, Wissenschaft und Kultur werden, mit dem Auftrag, Erfahrungen von Aufbruch und Wandel sichtbar zu machen, den Dialog über Vergangenheit und Gegenwart zu fördern und Impulse für die Gestaltung künftiger Transformationen zu geben. Zudem will es Plattform für Austausch und Vernetzung zwischen Gesellschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur sein, in Deutschland und im europäischen Kontext. Und, das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation in Halle lädt bereits 2026 mit verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen dazu ein daran mitzuwirken. In Halle wurde Holger Lemme 1974 geboren. Von 1994 bis 1999 studierte er Kommunikations - und Medienwissenschaften, Anglistik und Psychologie an der Universität Leipzig, war selbständiger Kommunikationsberater und Webdesigner und wissenschaftliche Hilfskraft im Rektorat der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bis er von 2000 bis 2007 als Communications Specialist für die Dow Olefinverbund GmbH in Schkopau arbeitete. Zeitgleich absolvierte Holger Lemme berufsbegleitend den Studiengang Umweltmanagement, Umweltrecht, Ökonomie an der Universität Lüneburg. Von 2007 bis 2011 war er Public Affairs Leader bei der Dow Europe GmbH in Hogen in der Schweiz. Anschließend wirkte Holger Lemme von 2011 bis 2022 als Studienleiter Arbeit und Wirtschaft an der Evangelischen Akademie Thüringen, war 2013 bis 2022 stellvertretender Direktor und 2018 amtierender Direktor der Evangelischen Akademie Thüringen. Von 2022 bis 2025 hatte er das Amt des Verwaltungsleiters der Stiftung Bauhaus Dessau in Dessau-Roßlau inne. Moderation:   Julia Hemmerling Redaktion:     Angelika Zapf Moderation: Julia Hemmerling

Redaktion: Angelika Zapf
45 Minuten
In der langen Liste seiner Produktionen im vornehmlich klassischen Musikbereich ist es das erste Portrait eines bildenden Künstlers. Mit dem außergewöhnlichen Auftrag an den Leipziger Maler Michael Triegel im Jahr 2000 kam Paul Smaczny die Idee diesen über letztendlich fünf Jahre mit der Kamera zu begleiten. Mit sensiblem Blick aus nächster Nähe verfolgte er die Neugestaltung der 1541 zerstörten Mitteltafel des Cranach-Altars im Naumburger Dom durch Michael Triegels Hand. Der Künstler gewährte ihm Zutritt in sein Atelier, gab Einblick in sein handwerkliches Können, sein Verständnis von Leben, Kunst und Religion, seinen Blick auf Welt, die Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Kurz vor Abschluss des bislang größten Werkes von Michael Triegel im Jahr 2022 äußerte ICOMOS, das Fachgremium der UNESCO, Bedenken gegen den Altar im Westchor des Naumburger Doms. Zweimal wurde er auf- und abgebaut. 2025 fand er schließlich für zwei Jahre Domizil im Vatikan in Rom, da Naumburg die Aberkennung des UNESCO-Welterbetitels drohte. Diese nicht vorhersehbare Entwicklung forderte auch vom Regisseur eine Entscheidung. In Abensberg, im niederbayerischen Landkreis Kelheim, ca. 30 km südwestlich von Regensburg und ca. 40 km östlich von Ingolstadt, wurde Paul Smaczny 1957 geboren, dort wuchs er auf. In Regensburg und Paris studierte er Rechtswissenschaften, Romanistik und Germanistik. Von 1986 bis 1989 arbeitete Paul Smaczny in Frankreich am Theater als Regieassistent und Dramaturg. 1989 wechselte er als Regisseur und Redakteur zu Film und Fernsehen und realisierte zahlreiche internationale Dokumentarfilme vor allem im Bereich der klassischen Musik. Zu seinen vielfach preisgekrönten Filmen zählen, „Claudio Abbado - Die Stille hören. Skizzen für ein Portrait. “, „Entre-Quatre-z-Yeux“, „Maestros in Democracy“, „Multiple Identities - Encounters with Daniel Barenboim.“ Für den Film “Knowledge is the Beginning - Daniel Barenboim and the West-Eastern Divan Orchestra” erhielt Paul Smaczny u.a. den International Emmy Award 2006 und den Klassik-Echo-Preis für die beste DVD Produktion. Ab 1995 leitete Paul Smaczny den Produktionsbereich der Firma EuroArts Music und war von 2000 bis 2009 deren Geschäftsführer mit Sitz im Mendelssohnhaus in Leipzig. Das Unternehmen EuroArts mit Niederlassungen in New York und Berlin galt neben der britischen Konkurrenz von RM Arts und NVC Arts als führende TV-Produktions- und Vertriebsfirma für Klassik und Jazz. 2010 gründete Pauls Smaczny in Leipzig dann seine eigene Firma ACCENTUS Music und ein gleichnamiges DVD Label. Bereits im ersten Jahr wurden Produktionen wie „Evgeny Kissins Warschauer Chopin-Projekt“ oder Daniel Barenboims pianistischer Beitrag zum Chopin-Jahr 2010 realisiert, Claudio Abbados erste Konzertaufzeichnung mit dem Simón Bolìvar Jugendorchester oder seine Fortführung des Mahler-Zyklus mit dem Lucerne Festival Orchestra. Weltpremiere legte er auf DVD vor, vier fast vergessene Kantaten von Wilhelm Friedemann Bach, zu Ehren seines 300. Geburtstages. 2012, dem Jahr des 800jährigen Bestehens des Thomanerchors, kam ein Film über den Knabenchor ins Kino und ins internationale Fernsehen. Weiterhin erschienen 2012 „John Cage – Journeys in Sound“, 2014 „Music, a Journey for Life - Riccardo Chailly“, 2016 „Zhu Xiao-Mei - How Bach Defeated Mao“, 2018 „Gidon Kremer - Die eigene Stimme finden“ und 2022 „When Music resounds, the soul is spoken to - Herbert Blomstedt“.

Moderation: Carsten Tesch

Redaktion: Angelika Zapf
42 Minuten
Mitten im Zentrum von Halle fand Jonas Schütte eine Wohnung, die sich als Wohnzimmertheater anbot und einen kunstaffinen Vermieter dazu. Jonas Schütte gründete den Kaulenberg e.V., der sich als Plattform für Freie Darstellende Künste in Halle und Sachsen-Anhalt versteht. Der Verein betreibt die Volksbühne am Kaulenberg, wirkt darüber hinaus in verschiedenen Kooperationen und etablierte sich zu einem wichtigen kulturellen Anlaufpunkt in der Region. Mit zeitgenössischem Theater und sozialkritischen Themen bietet die Volksbühne ein abwechslungsreiches Programm mit lokalen, nationalen- und internationalen Künstlern und Jonas Schütte inmitten als Schauspieler, Regisseur, Autor und Produzent. Am 30. Januar steht „Hamlet und ich“ auf dem Spielplan und am 31. Januar 14.00 Uhr „Romeo vs Julia: Liebe auf Ableben“ und ab 19.30 Uhr „Die Unendliche Geschichte“. In Konstanz am Bodensee wurde Jonas Schütte 1983 geboren, in Ravensburg wuchs er auf. Dort fand er durch die Theaterautorin und Regisseurin Ingrid Lausund u.a. „Der Tatortreiniger“ über drei Projekte das Theater kennen und lieben. Von 2005 bis 2009 studierte Jonas Schütte an er Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin Schauspiel. In der Spielzeit 2008/ 2009 arbeitet er ein Jahr im Theater an der Rott in Eggenfelden unter dem damaligen Oberspielleiter Brian Lausund. Von 2009 bis 2013 wurde Jonas Schütte dann festes Ensemblemitglied an neuen theater Halle. Anschließend arbeitete er als freiberuflicher Schauspieler, Regisseur, Autor und Produzent im deutschsprachigen Raum, lebend in Halle und Berlin. 2017 realisierte Jonas Schütte zusammen mit dem preisgekrönten Zauberkünstler Markus Zink und dem Sounddesigner Stephan Kloß die Uraufführung von Jan-Philipp Sendkers Bestseller „Das Herzenhören“ am Studio Halle. 2018 übernahm er die Regie der MDR Comedy-Sendung „Zärtlichkeiten im Bus“. Zudem produzierte er die Science-Fiction-Theater-Comedy-Serie „SOAP - Siebte Ostdeutsche All Patrouille“. Seit 2009 engagiert sich Jonas Schütte für Kinder- und Jugendkultur in Halle, gründete u.a. das „Projekt „Die Bude“ und 2015 „Das Größere Übel“. Moderation: Thomas Bille

Redaktion: Angelika Zapf
44 Minuten
Der undotierte Preis DER FAUST würdigt in acht Kategorien, sowie mit einem Preis für das Lebenswerk, Kulturschaffende, deren herausragende Leistungen wegweisend für das deutsche Theater sind. Vergeben wird die Auszeichnung von der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und dem Deutschen Bühnenverein. Die Neuproduktion „Sleepless“ von Dennis Krauß feierte am 17.04.2024 im Opernhaus Chemnitz seine Premiere. Grundlage ist der Erzählband „Trilogie“ des norwegischen Autors Jon Fosse, 2023 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Eine kluge mutige Arbeit, die publikumswirksam ihren eigenen Weg sucht und selten in der Interpretation von zeitgenössischen Opern zu erleben ist, so die Jury-Begründung in der Kategorie Regie Musiktheater. Derzeit arbeitet Dennis Krauß an der Neuproduktionen von „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart am Theater Chemnitz. Die Premiere ist am 30. Januar. Kein moralisches Lehrstück, heißt es in der Ankündigung, sondern ein faszinierender Balanceakt zwischen Komödie und Tragödie, Chaos und Ordnung, Freiheit und Zwang, zwischen der grotesken Komik des Maskenballs und der tödlichen Ernsthaftigkeit des Abgrunds, der in der universellen Frage mündet: Wie viel Individualität kann eine Gesellschaft ertragen, bevor sie ins Wanken gerät? In Berlin wurde Dennis Krauß 1991 geboren. An der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin studierte er Regie und arbeitete anschließend als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner. Dennis Krauß war Assistent am Schauspiel Frankfurt, dem Berliner Ensemble und später als langjähriger Mitarbeiter von Regisseur und Bühnenbildner Ulrich Rasche an international renommierten Theater- und Opernhäusern wie dem Residenztheater München, dem Burgtheater Wien, der Staatsoper Stuttgart, dem Grad Théatre de Genève und den Salzburger Festspielen tätig. Mit der Inszenierung von „Tristan und Isolde für Kinder“ im Rahmen der Bayreuther Festspiele 2021 und neu inzensiert für das Tokyo Spring Festival 2024 erlangte Dennies Krauß erste überregionale Aufmerksamkeit. Mit Benjamin Brittens „A Midsummer Night`s Dream“ debütierte er 2022 als Regisseur und Bühnenbildner am Theater Aachen. Es folgten Engagements an den Theatern Krefeld-Mönchengladbach, Chemnitz und Regensburg. Zuletzt eröffnete Dennis Krauß mit „Der fliegende Holländer“ am Theater Osnabrück die aktuelle Spielzeit.

Moderation: Ellen Schweda

Redaktion: Angelika Zapf
42 Minuten
Zusammen mit Sebastian Miedtank betreibt Babett Baraniec eine digitale Begleitplattform, die Krebspatientinnen und -patienten, sowie ihre Angehörigen mit verständlichen Expertenkursen, praktischen Selbstmanagement-Tools und Online-Gesprächsforen durch die jeweiligen Therapiephasen begleitet, finanziert über günstige Mitgliedsbeiträge. Das Angebot umfaßt interaktive, evidenzbasierte Lernmodule zu Themen wie Diagnoseverständnis, Symptom- und Nebenwirkungsmanagement, Ernährung, Sozialrecht oder Komplementärmedizin, um Betroffene bei ihren Entscheidungen zu unterstützen. Das 2023 gegründete Unternehmen Gesundheitsedukation Babett Baraniec, Sebastian Miedtank GbR - Krebs Campus schafft somit auch Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung und trägt dazu bei, daß das Gesundheitssystem langfristig entlastet wird, so die Begründung der Jury. Diese besteht aus Vertretern von Stiftungen, Wohlfahrtsverbänden, Hochschulen, Wirtschaftsförderung, Kreativwirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Babett Baraniec treibt an, daß Wissen Angst kleiner macht, die Selbstwirksamkeit stärkt. Sie selbst war nach dem Studium in der medizinischen Grundlagenforschung tätig, promovierte in Neurobiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, als sie 2012 schwanger wurde und mit der Geburt Ihrer Tochter die Diagnose Leberkrebs erhielt. Metastasen fanden sich in den Folgejahren auch der Bauchdecke, der Nebenniere und in der Lunge. 19 Operationen liegen hinter ihr. Dennoch absolvierte Babett Baraniec in Gera noch einen Master-Studiengang in Medizinpädagogik und unterrichte viele Jahren angehende Pflegefachkräfte.

In Leipzig wurde Babett Baraniec 1976 geboren, dort wuchs sie auf. Schon als Kind interessierte sie, herangeführt durch den Großvater, die Biologie. Nach dem Studium in Leipzig war sie von 2004 bis 2009 am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf im Zentrum für Molekulare Neurobiologie wissenschaftliche Angestellte und promovierte dort. 2009 bis 2012 war Babett Baraniec wissenschaftliche Angestellte an der Universität zu Lübeck am Institut für Anatomie. 2017 bis 2019 absolvierte sie an der Hochschule für Gesundheit Gera den Masterstudiengang Medizinpädagogik. Babett Baraniec lebte und arbeitete als Medizinpädagogin fünf Jahre in Plauen, u.a. am Helios Vogtland-Klinikum Plauen, zog 2021 nach Leipzig und arbeitete dort im Helios Park-Klinikum Leipzig an der Berufsfachschule und gründete im Februar 2023 in Leipzig die Gesundheitsedukation Babett Baraniec, Sebastian Miedtank GbR - Krebs Campus.

Moderation: Thomas Bille

Redaktion: Angelika Zapf
44 Minuten
Seit Mai 2025 ist Bernd Ebert Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Eine der zentralen Fragen ist für den Kunsthistoriker und Generaldirektor „Was ist ein Museum?“ Und was kann es als Institution, als Museumsverbund leisten. Zu den Staatlichen Kunstsammlungen gehören zwölf Museen, darunter das Grüne Gewölbe, die Gemäldegalerie Alte Meister, das Albertinum, das Kupferstich-Kabinett, die Rüstkammer, der Mathematisch-Physikalische Salon, das Münzkabinett, das Kunstgewerbemuseum, sowie die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen und weitere Sammlungen, die an verschiedenen Orten in historischen Gebäuden wie dem Residenzschloss, dem Zwinger und dem Jägerhof beheimatet sind.

Das Jahr 2026 begann für Bernd Ebert am 09. Januar mit einer feierlichen Schlüsselübergabe für zwei fertiggestellte Festräume im Dresdner Schloss. Das ehemalige Residenzschloss ist eines der prominenten Aushängeschilder Dresdens. Im Februar 1945 wurde es bei der Bombardierung Dresdens stark beschädigt, seit 40 Jahren wieder aufgebaut und restauriert. Fürs Publikum werden sich der jetzt der Große Ballsaal und der Propositionssaal erst im April öffnen, wenn dort die neue Dauerausstellung „Masken und Kronen - Festkultur und Herrschaftspräsentation am sächsischen Hof“ eröffnet wird. Zwei weitere große Ausstellungen für 2026: Ab 08. Februar, dem 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker, wird im Albertinum die Ausstellung „Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch. Die großen Fragen des Lebens“ eröffnet und im Semperbau am Zwinger ist im September „Correggio. Berührend menschlich“ zu sehen.

In Berlin wurde Bernd Ebert 1972 geboren, dort wuchs er auf. In Dresden absolvierte er Anfang der 90er Jahre zunächst eine Ausbildung bei der Deutschen Bank zum Bankkaufmann. Anschließend studierte Bernd Ebert in Bonn Kunstgeschichte, Rechtswissenschaft und Betriebswirtschaft. 2005 promovierte er zu den niederländischen Barockmalern Simon und Isaack Luttichuys. Mehrjährige Forschungsaufenthalte führten in dafür in die Niederlande. Anschließend arbeitete Bernd Ebert für Privatsammlungen, den Kunsthandel, war für zahlreiche Museen wie die Kunsthalle Emden, das Metropolitan Museum of Art in New York, die Newtown Galleries in Johannesburg, die National Gallery of South Africa und das Irma Stern Museum Kapstadt tätig. 2005 bis 2013 war Bernd Ebert zunächst als wissenschaftlicher Museumsassistent in der Generaldirektion und Gemäldegalerie, später als wissenschaftlicher Referent des Generaldirektors der Staatlichen Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz tätig. 2011 forschte er u.a. als Gastwissenschaftler am Getty Research Institute in Los Angeles. 2013 bis April 2025 leitete Bernd Ebert die Sammlung für Holländische und Deutsche Barockmalerei an der Alten Pinakothek München der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und war damit verantwortlich für die Staatsgalerien in Bayreuth und Bamberg.

Moderation: Ellen Schweda

Redaktion: Angelika Zapf
45 Minuten
Jeffrey Döring ist freier Regisseur, Dramaturg und Produzent aus Leipzig. 2024 war er für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST für seine Produktion RUSALKA nominiert. 2024 auch hat Jeffrey Döring die Dokumentar-Oper mit der Musik von Béla Bartók „Blaubarts Burg - Klänge der Einsamkeit“ im Zentrum für immersive Medienkunst, Musik und Technologie in Leipzig auf die Bühne gebracht. Am 18. Dezember 2025 war die französischsprachige Premiere an der Opéra de Lille. Im Januar tourt das Stück dann durch Provinzen in Nordfrankreich. In Greiz wurde Jeffrey Döring geboren, im sächsischen Elsterberg wuchs er auf. Von 2010 bis 2013 studierte er an der Freien Universität Berlin Theaterwissenschaft, Philosophie und Germanistik. Anschließend und bis 2015 nahm er ein Masterstudium der Dramaturgie an der Akademie für Darstellende Kunst und der Filmakademie Baden-Württemberg auf. Jeffrey Döring war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und des Reemtsma Begabtenförderungswerkes. Zwischen medialer Installation und gamifizierter Performance liegen seine Inszenierungen, die u.a. bei den „Raumwelten“ in Ludwigsburg, am Theater Rampe in Stuttgart, am Volkstheater Rostock, auf der Kulturinsel Stuttgart, bei „Podium“ - Festival Esslingen, der Oper Stuttgart, sowie der Kunsthalle Tübingen und dem Landesmuseum Württemberg präsentiert wurden. Ein weiterer Schwerpunkt von Jeffrey Döring liegt in der Arbeit mit Gehörlosen und die Erforschung der Deutschen Gebärdensprache auf der Bühne. Produktionen mit dem Deutschen Gehörlosentheater waren in München, Berlin, in Esslingen, Karlsruhe und Hamburg zu sehen. Jeffrey Döring ist Gründer und künstlerischer Leiter der freien Theater- und Mediengruppe „Goldstaub e.V.“. Mit zahlreichen Preisen und Stipendien wurden seine Arbeiten gewürdigt. 2025 übernahm Jeffrey Döring die Künstlerische Leitung des Greizer Theaterherbstes. Moderation: Carsten Tesch

Redaktion: Angelika Zapf
41 Minuten
Am 20.12. jährt sich der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Sechs Menschen starben, über 300 wurden verletzt. Als Sprecher des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit Halle -Jena - Magdeburg konnte Prof. Martin Walter damals sehr schnell erste Antworten zum Umgang in Ausnahmesituationen den Betroffenen zur Hand geben und an einem eng vernetzten stufenweisen organisierten Netzwerk aus Fachleuten für erst später sichtbare werdende Trauma mitwirken. Er ist Psychiater und Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Jena und nahm zudem Kontakt zu den Kollegen seines Fachs auf, die 2016 die Menschen nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche Erstversorgten.

Die Landeshauptstadt Magdeburg hat für den 20.12.2025 gemeinsam mit Kirchen und Religionen, mit Vereinen und Initiativen einen Gedenktag vorbereitet, um an jene Menschen zu erinnern, die ihr Leben verloren oder körperlich und psychisch verletzt wurden. Den Auftakt bildet um 11.00 Uhr ein öffentlicher Ökumenischer Gedenkgottesdienst in der Johanniskirche. Von 17.30 bis 18.30 Uhr ist die Gedenkstunde für Betroffene und Hinterbliebene, sowie geladene Gäste in der Johanniskirche.

In Leipzig wurde Martin Walter 1978 geboren. Die Eltern reisten mit dem damals elfjährigen Sohn und seinem Bruder im Herbst 1989 in die Bundesrepublik Deutschland aus. Martin Walter wuchs in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz auf und mehre Jahre in einem kleinen Dorf in der Eifel. Von 1999 bis 2006 studierte er Humanmedizin und Philosophie in Magdeburg, Lyon, Kansas und Zürich. Längere klinische Auslandsaufenthalte führten ihn nach Bosnien-Herzegowina und Tansania. 2006 bis 2012 absolvierte Martin Walter die Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Dissertation und Habilitation in Magdeburg. 2012 bis 2020 wirkte er als Arbeitsgruppenleiter am Leibniz Institut für Neurobiologie in Magdeburg, von 2016 bis 2019 war er W3-Professor und Leitender Oberarzt an der Universitätsklinik für Psychiatrie Tübingen und 2016 bis 2020 Arbeitsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik in Tübingen. Seit 2019 ist Martin Walter Lehrstuhlinhaber und Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie Jena. Seit 2021 ist er außerdem Sprecher des Standortes Halle – Jena - Magdeburg des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit, seit 2023 Präsident des Ärzteverbandes LongCovid und seit 2024 Vize-Präsident, Deutsche Gesellschaft für Biologische Psychiatrie, Leiter der Therapiestudie zur Ketamin-augmentierten Psychotherapie bei Behandlungsresistenter Depression. 2011 bis 2014 nahm Martin Walter Gastprofessuren in New Jersey, USA an und von 2011 bis 2014 an der Chinese Academy of Science in Peking, China. Seit 2014 lehrt er am Tianjin Mental Health Institute in Tianjin, China.

Moderation: Carsten Tesch

Redaktion: Angelika Zapf