Österreich - die ganze Geschichte Archiv
127 Episoden
37 Minuten
Was macht Bruno Kreisky zum Mythos? Kreisky war in vielerlei Hinsicht ein Widerspruch in sich selbst - und genau das macht ihn in den Augen seiner Zeitgenossen so interessant. Ein Sozialist mit einer ausgeprägten Bewunderung für die k.u.k. Monarchie, ein Bürgersohn in den Reihen der Arbeiterjugend und ein Opfer des NS-Terrors, der ehemalige Nationalsozialisten öffentlich in Schutz nimmt? Historiker und Kreisky-Biograph Oliver Rathkolb im Gespräch mit Mariella Gittler über einen Reformer, der die Zweite Republik geprägt hat wie kaum ein anderer.
20 Minuten
Was wird aus Geschichte, wenn alles digital ist – und vieles schon wieder verschwindet?
In dieser Folge von „Österreich – die ganze Geschichte“ spricht Mariela Gittler mit dem Historiker Oliver Rathkolb über die Zukunft der Zeitgeschichteforschung. Zwischen Fake News, KI-generierten Texten und einer drohenden „archivarischen Katastrophe“ stellt sich die Frage: Wie schreibt man Geschichte, wenn die Quellen der Gegenwart flüchtiger sind als je zuvor?
Rathkolb erzählt, warum ihn die „Hinterbühne“ der Ereignisse mehr fasziniert als die Schlagzeilen, welche Tabus er mit seiner Forschung gebrochen hat – und weshalb Österreich in Sachen Aufarbeitung noch Nachholbedarf hat. Ein Gespräch über Neugier, Verantwortung und den Versuch, Ordnung in das digitale Gedächtnis unserer Zeit zu bringen.
In dieser Folge von „Österreich – die ganze Geschichte“ spricht Mariela Gittler mit dem Historiker Oliver Rathkolb über die Zukunft der Zeitgeschichteforschung. Zwischen Fake News, KI-generierten Texten und einer drohenden „archivarischen Katastrophe“ stellt sich die Frage: Wie schreibt man Geschichte, wenn die Quellen der Gegenwart flüchtiger sind als je zuvor?
Rathkolb erzählt, warum ihn die „Hinterbühne“ der Ereignisse mehr fasziniert als die Schlagzeilen, welche Tabus er mit seiner Forschung gebrochen hat – und weshalb Österreich in Sachen Aufarbeitung noch Nachholbedarf hat. Ein Gespräch über Neugier, Verantwortung und den Versuch, Ordnung in das digitale Gedächtnis unserer Zeit zu bringen.
25 Minuten
Mariella Gittler spricht mit Oliver Rathkolb, einem der bekanntesten Zeitgeschichtler Österreichs, über den langen Atem der Vergangenheit. Über Lehrer, die das Denken öffnen. Über die Freiheit im Forschen. Und über die Rückkehr der Angst in einer globalisierten Welt. Ein Gespräch über die Arbeit eines Historikers, den Wert von interaktivem Unterricht, die Verantwortung der Geschichtswissenschaft – und über die Frage, warum unsere Zeit vielleicht wieder zu einem „nervösen Zeitalter“ geworden ist.
22 Minuten
Flucht, Vertreibung und Neubeginn: Diese Folge von "Österreich, die ganze Geschichte" erzählt von der Migration während und nach dem Zweiten Weltkrieg – vom „Brain Drain“ vertriebener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über Zwangsarbeit und Displaced Persons bis zur Rückkehr jüdischer Emigrantinnen und Emigranten. Auch die Ungarnkrise von 1956 sowie die Ankunft der ersten Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter prägen das Bild einer bewegten Migrationsgeschichte Österreichs. Mariella Gittler unterhält sich darüber mit Prof. Barbara Stelzl-Marx.
19 Minuten
Wie ging Österreich nach 1945 mit seiner NS-Vergangenheit um? Vom Mythos des „ersten Opfers“ über das lange Schweigen bis zur Waldheim-Affäre und den heutigen Formen der Erinnerungskultur. Prof. Dr. Barbara Stelzel-Marx erklärt im Gespräch mit Mariella Gittler, wie sich Österreichs Gedenken entwickelt hat – von Entnazifizierung, Familienerinnerungen und Schulunterricht bis zu Stolpersteinen, Straßennamen und staatlichen Initiativen.
20 Minuten
Nach dem Krieg müssen Kinder oft große Anpassungsfähigkeit beweisen. Tausende sind das Produkt einer freiwilligen, häufig aber auch unfreiwilligen Verbindung einer Österreicherin, mit einem Besatzungssoldaten. Diese Besatzungskinder sind in vielen Fällen Opfer von Diskriminierung und oft ein Leben lang auf der Suche nach den eigenen Wurzeln. Mariella Gittler im Gespräch mit Professorin Barbara Stelzl-Marx. Wie fühlt es sich an, das Kind eines ehemaligen Feindes zu sein?
24 Minuten
Im Zweiten Weltkrieg wächst eine Generation heran, die früh auf den Willen Hitlers eingeschworen wird. Wer nicht zur Volksgemeinschaft gehört bleibt ausgeschlossen, oder wird verfolgt. Mariella Gittler im Gespräch mit der Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung, Professorin Barbara Stelzl-Marx. Was bedeutet es im Krieg Kind zu sein?
27 Minuten
Vom Zarenreich über die Sowjetunion bis ins heutige Russland – die Beziehungen zwischen Wien und Moskau sind von Machtpolitik, Ideologie und pragmatischen Bündnissen geprägt. Sabrina Peer spricht mit Wolfgang Müller über entscheidende Wendepunkte dieser langen Geschichte: vom Ersten Weltkrieg und der Revolution 1917 über die Rolle der Roten Armee in der Befreiung Wiens 1945 bis zu Neutralität, Handel und politischem Dialog im Kalten Krieg. Wie beeinflussten Misstrauen und gegenseitige Interessen das Verhältnis? Und warum ist das Erbe dieser Vergangenheit bis heute spürbar?
1 Stunde 3 Minuten
1955 endet eine Ära der Besatzung: Mit der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrags in Wien verlässt das Land den Brennpunkt der Supermächte und betritt die Bühne als neutrale Republik. Sabrina Peer spricht mit Wolfgang Müller über die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen, die Rolle der Alliierten und die diplomatischen Manöver, die Österreichs Souveränität möglich machten. Wie gelang es, im geteilten Europa einen Konsens zwischen Ost und West zu finden? Und was ist überhaupt ein "Staatsvertrag"?
39 Minuten
Die Welt lebt im Schatten atomarer Zerstörung – und doch verändert sich das Kräfteverhältnis zwischen Ost und West. Sabrina Peer spricht mit Wolfgang Müller über die zweite Hälfte des Kalten Kriegs: von der Kuba-Krise und dem atomaren Gleichgewicht des Schreckens über Entspannungspolitik und neue Rüstungswettläufe bis zu den Konflikten in Afghanistan und Mittelamerika. Wie verschoben sich die globalen Machtblöcke? Welche Rolle spielten Protestbewegungen, Menschenrechtsfragen und wirtschaftlicher Druck? Und warum endete dieser jahrzehntelange Konflikt schließlich ohne einen großen Krieg?
39 Minuten
In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg formt sich eine neue Weltordnung – und mit ihr ein gefährlicher Machtkampf zwischen den USA und der Sowjetunion. Sabrina Peer spricht mit Wolfgang Müller über die globale Dimension des Kalten Kriegs: vom Korea-Krieg als erstem großen Stellvertreterkonflikt bis zu den Weichenstellungen, die später den Vietnamkrieg möglich machten. Wie prägten Blockbildung, Rüstungswettlauf und ideologische Fronten die internationale Politik? Und warum waren die frühen 1950er Jahre entscheidend für den Verlauf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts?
34 Minuten
Diese Episode zeichnet die Geschichte der Ernährung in Österreich nach: von der höfischen Überfülle bis zur Mangelwirtschaft der Weltkriege, von bäuerlichen Essgewohnheiten bis zur heutigen Überflussgesellschaft. Eine kulinarische Zeitreise durch soziale Unterschiede, historische Krisen – und kulturellen Wandel. Es sprechen Sabrina Peer und Prof. Ernst Langthaler, Wirtschafts- und Sozialhistoriker an der Johannes Kepler Universität Linz.
25 Minuten
Heute ist sie allgegenwärtig: im Tofu, im Tierfutter, im Bioladen. Doch die Sojabohne hat eine lange, überraschend politische Geschichte – auch in Österreich. Diese Folge verfolgt ihren Weg von der Weltausstellung in Wien 1873 über ihre strategische Rolle im Zweiten Weltkrieg bis zum globalen Siegeszug im 20. und 21. Jahrhundert. Wie wurde Soja vom Agrar-Experiment zur globalen Schlüsselressource? Und weshalb trug sie zeitweise den Beinamen „Nazibohne“? Darüber spricht Sabrina Peer mit Prof. Ernst Langthaler, Wirtschafts- und Sozialhistoriker an der Johannes Kepler Universität Linz.
22 Minuten
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt in Österreich der wirtschaftliche Wiederaufbau – doch unter der Oberfläche des sogenannten „Wirtschaftswunders“ wirken alte Strukturen weiter. Diese Folge beleuchtet, wie sehr die österreichische Wirtschaft der Zweiten Republik vom Erbe des Nationalsozialismus profitierte. Darüber spricht Sabrina Peer mit Prof. Ernst Langthaler, Wirtschafts- und Sozialhistoriker an der Johannes Kepler Universität Linz.
29 Minuten
In dieser Folge von „Österreich – Die ganze Geschichte“ spricht Sabrina Peer mit Prof. Ernst Langthaler, Wirtschafts- und Sozialhistoriker an der Johannes Kepler Universität Linz, über die bewegte Geschichte des österreichischen Bodens. Wann wurde Landbesitz überhaupt möglich? Welche Rolle spielte die Revolution von 1848? Und warum spiegelt sich die bäuerliche Identität sogar in der Bundeshymne und auf alten Schillingmünzen wider?