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Dokumentation und Feature Archiv

57 Episoden
30 Minuten
2010 ausgezeichnet als Vogel des Jahres war er einst Sinnbild für eine geglückte Rückkehr einer fast verdrängten Art: der Komoran. Heute, 16 Jahre später, hat sich das Bild grundlegend gewandelt. Der Kormoran steht im Zentrum einer zunehmend zugespitzten Debatte. Seine Bestände sind vielerorts stabil bis hoch, regional nimmt die Anzahl der Vögel weiter zu und mit ihnen der Konflikt um Fischbestände, Artenschutz und Nutzung der Gewässer.

Ein Feature über Natur im Ungleichgewicht, über Verantwortung und die Frage, wie Artenschutz in Zeiten ökologischer Kipppunkte neu gedacht werden muss. Der Hörfunkautor Jan Schilling begleitet sächsische Fischer, die den schwarzen Vogel ins Visier nehmen und besucht Brandenburger Kormorankolonien.

Feature von Jan Schilling

Mit: Fabian Busch, Jürgen Schulz

Regie: Tobias Barth

Produktion: MDR 2013

Online verfügbar bis 6. März 2027
33 Minuten
Es ist der 4. Mai 1934. Am Ufer der Saale in Bad Dürrenberg, Sachsen-Anhalt, eilt Grabungstechniker Henning zu einer tumultartigen Notgrabung. Beim Kanalschachten im Kurpark waren Arbeiter an der Gradiermauer auf ein Grab gestoßen. Für den Tag darauf plant der Kurpark ein Volksvergnügen. Hektisch birgt er das Skelett, kritzelt mit Bleistift den Fundort auf einen Zettel und lässt die Grube zuschütten.

Im Museum für Frühgeschichte Halle attestieren zwei überzeugte Nationalsozialisten eine Sensation: Das Skelett sei ein weißer Mann, beerdigt zur Bronzezeit vor Tausenden Jahren - der Archetyp des Ariers, entdeckt in mitteldeutscher Heimaterde! Sie veröffentlichen ihre Theorie vom Ursprung der arischen Rasse in Preußen und präsentieren die Dürrenberger Knochen als Beleg.

Fast 90 Jahre später wird der komplette Gencode entschlüsselt. Was die Archäogenetiker entdecken: Das reichste Grab der Mittleren Steinzeit, das je in Europa gefunden wurde, gehörte einer Frau. Sie lebte vor rund 9.000 Jahren und war als Schamanin offenbar weithin bekannt. Beerdigt wurde sie wie eine Königin, mit ungewöhnlichen Mengen an Grabbeigaben, Ketten, Masken aus geschnitzten Tierknochen, Steinklingen, gebettet in einen Kokon aus weißem Ton. Besonders überraschte ihr Äußeres: Die Schamanin hatte helle Augen, pechschwarzes Haar und sie war dunkelhäutig.

Produktion: DLF 2025

Verfügbar bis 26. Februar 2027
54 Minuten
Über drei Jahre lang arbeiteten die beiden Berliner Filmstudenten Julius und Moritz an ihrem Animationsfilm "Butty". Mit ihrem Film wollten sie den Sprung in die große Filmwelt schaffen und der Weg doprthin führt auch über verschiedene Festivals. Als eines Tages die Nachricht eintrifft, sie seien disqualifiziert worden und sie ihre Einreichung zurückziehen mussten, werden sie hellhörig. "Butty" kursiere bereits online und wird einem Filmemacher aus den USA zugeordnet, so die Begründung.

Die Filmstudenten sind sich sicher, dass es sich um eine Verwechslung handeln muss. Doch je mehr sie der Sache nachgehen, desto unglaublicher wird die Geschichte des "talentierten Mr. F." aus den USA, der ihren Animationsfilm offensichtlich geklaut hat, der Titel und Credits veränderte und sich schließlich im Rampenlicht von Filmfestivals und US-amerikanischen TV-Shows sonnte.

"Der talentierte Mr. F. – Die Jagd auf einen Filmdieb“ ist eine Produktion der Neuen Flimmer GmbH im Auftrag des MDR in Zusammenarbeit mit ARD Kultur, BR, RBB und HR.

Buch/Regie: Igor Plischke

Umarbeitung: Ulf Köhler

Verfügbar bis 23. Februar 2027
55 Minuten
Die Geheimrede Chruschtschows, gehalten am 25. Februar 1956 auf dem XX. Parteitag der KPdSU, war der vorläufige Höhepunkt der Entstalinisierungsbemühungen nach dem Tod Stalins, zu denen die Separierung von Innenministerium und Staatssicherheit ebenso gehörten, wie vorzeitige Haftentlassungen. Chruschtschows Politik und seine Stalinkritik blieben jedoch inkonsequent. Am Leninschen Prinzip der Alleinherrschaft der Partei rüttelte er in keiner Weise - im Gegenteil.

Dennoch regte sich in der Folge bei vielen Menschen eine gewisse Hoffnung auf eine liberalere Politik. Die Partei- und Staatsbürokratie verzögerte bzw. verhinderte die Reformbestrebungen. In Ländern wie Ungarn oder Polen wurde die Geheimrede Chruschtschows als Ermutigung für den Beginn bzw. die konsequente Fortsetzung eigener Entstalinisierungsansätze und der Zurückgewinnung der nationalen Souveränität interpretiert. Einsetzende Demonstrationen und Massenproteste ließ Chruschtschow von sowjetischen Truppen brutal niedergeschlagen.

Die SED-Führung unter Ulbricht und Pieck wies die Stalinkritik Chruschtschows innerlich zurück. Eine breite Debatte über die Beschlüsse und die Geheimrede des XX. Parteitages unterbindend, verfolgte die SED-Führung nach der Niederschlagung der Proteste in Polen und Ungarn Kritiker in und außerhalb der SED. Obwohl alle politischen Reformbemühungen Mitte der 1950er Jahre scheiterten, sahen sich die nachfolgend Regierenden gezwungen, ihr Handeln stärker von dem Stalins abzusetzen. Wesentlicher ist jedoch, dass die Geheimrede die antistalinistische Kommunikation in der Gesellschaft einleitete, die bis zu Chruschtschows Sturz 1964 relativ offen, anschließend im Untergrund geführt wurde.

Feature von Meinhard Stark

Mit: Ulrike Krumbiegel, Sergej Gladkich, Thomas Stecher, Martin Seifert, Alexander Brabandt

Schnitt: Hans-Peter Ruhnert

Ton: Holger Kliemchen

Regie: Sabine Ranzinger

Produktion:  Mitteldeutscher Rundfunk 2006

Verfügbar bis 16. Februar 2027
55 Minuten
Im Frühjahr 1978 erschien nahezu zeitgleich in beiden Teilen Deutschlands Erich Loests Roman "Es geht seinen Gang oder Mühen in unserer Ebene" - im Westen vielfach übersetzt, verfilmt und Schullesestoff, wurde er im Osten zunächst in ungewohnt kleiner Auflage gedruckt, wenig später verboten. Das bewirkte auf literarischem, was ehedem die Ausbürgerung Wolf Biermanns auf politischem Gebiet bewirkt hatte.

Sieben Jahre Zuchthaus und schwere Krankheit lagen hinter dem Autor Erich Loest, mit Krimis hatte er sich finanziell über Wasser halten müssen. Doch nun schrieb er mit diesem Werk gegen alle von oben verordneten Tabus an: Wahrhaftig, präzise, witzig. "Das gelbe Buch" avancierte binnen kurzem zu einem Kultroman. Wie heftig, ja hysterisch, Staat, Stasi, die Kulturfunktionäre reagierten, dokumentierte Loest später in seinem Bericht "Der Vierte Zensor".

Die Autorin befragt Personen, die damals mit der Veröffentlichung des Buches "Es geht seinen Gang" befasst waren", es gefördert oder verhindert haben.

Feature von Linda Rotta

Regie: Sabine Ranzinger

Produktion: MDR 2003

Verfügbar bis 19. Februar 2027
32 Minuten
Heute gilt Brunnenkresse als "Superfood" und "Powergemüse" und dient mit seiner scharfen, leicht senfigen Note in den feinsten Gourmetrestaurants als Küchenkraut und Blattgemüse. Auch King Charles III. bekam zu seinem Antrittsbesuch im Schloss Bellevue im März 2023 einen Salat aus Erfurter Brunnenkresse serviert.

Ralf Fischers Familie baut seit sechs Generationen die Brunnenkresse an - ein mühsames Geschäft, für das der Gärtner viel Hingabe und Erfahrung braucht. Nun kommt der 71-Jährige langsam an seine körperlichen Grenzen. Er sucht einen Nachfolger. Aber wer will schon die mühsame, hochsensible und auch nicht sehr einträgliche Arbeit des Brunnenkresseanbaus übernehmen?

Feature von Antje Kirsten

Regie: Andreas Meinetsberger

Ton & Technik: Steffen Brosig und Christian Grund

Mitteldeutscher Rundfunk 2023

Verfügbar bis 6. Februar 2027
53 Minuten
Deutschland verfügt über viele heimische Quellen für Lithium, dem wichtigsten Batterie-Rohstoff der Welt. Dennoch steigt die Abhängigkeit von China und Chile jedes Jahr. Die Politik will das ändern und plant milliardenschwere Großprojekte. Doch alle liegen weit hinterm Zeitplan. Warum?

Das ARD Radiofeature forscht nach Gründen und verfolgte die Projekte über ein Jahr – wie die größte geplante Lithium-Mine in Zinnwald im Erzgebirge oder die vielversprechende Lithium-Gewinnung aus flüssiger Sole in der Altmark und im Rheingraben.

Feature von Heidi Mühlenberg

Produktion: MDR 2026

Verfügbar bis zum 01.01.2028
30 Minuten
Oft wird er herbeigesehnt, der Ruhestand. Doch wenn es dann soweit ist, folgt nach dem letzten Glas zum Abschied oft die Ernüchterung. Man wird nicht mehr gebraucht, hat keine Aufgabe und mit einem Mal ein "Unwertgefühl". Auch dem Autor Wolfgang Bauernfeind ging es so, er saß nach 40 Berufsjahren als Radioredakteur plötzlich zu Hause und dachte: Und was kommt jetzt? Das Zauberwort hieß: "Senior Expert Service", ein Name, der für ihn zuerst wie eine Verschwörung klang, wie ein Geheimbund graumelierter Rentner.

Gefördert von Industrie- und Handelskammer und zwei Bundesministerien hat der "SES" in den vergangenen Jahren 12.000 Rentner in die Welt geschickt und auch für den Autor fand sich für drei Monate eine Lehrer-Stelle an einem College in Phnom Penh/Kambodscha. Doch es muss nicht immer die Ferne sein. Die Bandbreite der Helfer in Deutschland reicht von der Krankenschwester bis zum Chefarzt, vom Meister bis zum Geschäftsführer. Ziel ist es, zum Beispiel Jugendliche, die zuvor oft Probleme hatten, erfolgreich zu einem Abschluss zu führen. Inzwischen gibt es bundesweit über 10.000 Anfragen für diese "rettenden Engel". Und so werden in Zukunft noch viele Ruheständler, die sich noch nicht zur Ruhe setzen wollen, das Gefühl haben, gebraucht zu werden.

Feature von Wolfgang Bauernfeind

Regie: Der Autor

Sprecher: Gerd Wameling

Produktion: MDR 2017

Das Feature ist bis 30. Januar 2027 online verfügbar.
30 Minuten
Im März 2020 entdeckt eine knapp dreijährige Tochter die "Zauberflöte" – ein Ereignis, das bald Pandemie und Lockdown überstrahlt. In Zeiten des Homeoffice wird die Zauberflöte zum omnipräsenten Familien-Event und die Wohnung zur Bühne für eine Aufführung, die niemals endet. Doch es stehen auch immer mehr Fragen im Raum: Was für eine Kultur- oder Naturgewalt entfaltet sich hier eigentlich? Was hat die Zauberflöte mit uns zu tun und was fangen wir heute mit ihren weniger zeitlosen Passagen und Inhalten an? In welcher Welt wollen wir leben, wenn der Tag die Nacht besiegt?

Feature: Lars Meyer

Sprecher: Conny Wolter und der Autor

Regie: Ulf Köhler

Ton und Technik: Holger König und Steffen Brosig

Redaktion: Tobias Barth

Produktion: MDR 2021

Verfügbar bis 22. Januar 2027
56 Minuten
Das männliche Geschlecht gilt heute als übernervös und schnell gekränkt, als von Komplexität überfordert und tendenziell gewalttätig. Zunehmend wird die Welt wieder von "echten Männern" regiert, zur wilden Begeisterung ihrer Anbeter – und zum wachsenden Entsetzen des aufgeklärten Rests. Wie sehen sie die Welt? Wie geht es ihnen wirklich?

Autor Tom Schimmeck nimmt eine Stichprobe, an einem beinahe beliebig gewählten Ort: in Magdeburg, wo seit Otto dem Großen Herrscher zuhause waren und die AfD bald alleine regieren will. Eine Erkundung in der Grundschule und im Stadion, im Jugendzentrum und im Landtag. Mit der alten Frage: Wann ist ein Mann ein Mann?

Feature von Tom Schimmeck 

Ton, Technik und Regie: Der Autor

Deutschlandfunk 2026

Verfügbar bis 20. Januar 2027
29 Minuten
Wenn Du aus der Dachluke schaust, umgibt Dich ein Panorama des Windes: Du siehst vom jüngsten Sturm abgeknickte Bäume und das Haus des Nachbarn, dem letztens ein Tornado das Dach abgefetzt hat: 50 Quadratmeter Flachdach mit einem Ruck weg. Du kannst eine historische Mühle sehen und viele neue Windkraftanlagen. Du siehst wirbelnde Staubfahnen auf trockenem Acker und am Horizont die Rauchfahne des Gaskraftwerkes, sie zeigt Dir die Windrichtung an. Bei Nordwind trägt der Wind das Rauschen der Autobahn heran und bei jedem Wind sind nachts die Frachtflugzeuge zu hören, Klimakiller, die im Anflug auf Schkeuditz ihre Landeschleife drehen. Zeit für eine lokale Recherche über den Wind, über die Kraft zwischen Hoch und Tief, zwischen Säuseln und Sturm. Und darüber wie Klimaerhitzung spürbar wird.

Feature von Tobias Barth

Mit Benjamin Kramme als Erzähler

Produktion: MDR 2022

Verfügbar bis 16. Januar 2027
58 Minuten
Harsewinkel – eine ostwestfälische Provinzstadt und der Ort, an dem Autor Tobias Siebert seine Kindheit und Jugend verbrachte. Mit einem ambivalenten Gefühl blickt er heute auf die Zeit in der Stadt zurück, in der auch die AfD-Parteivorsitzende Alice Weidel aufwuchs. Lange Zeit mied Siebert den Ort seiner Herkunft. Doch ein Fund auf dem Dachboden seiner Mutter bringt Veränderung: Eine alte Kassette, auf der sein verstorbener Vater über seine Erlebnisse in der Hitlerjugend spricht. Dieser Moment wird zum Auslöser einer intensiven Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.

Mehrmals reist der Autor zurück nach Harsewinkel, um den Spuren seiner Vergangenheit nachzugehen. Was hat das Aufwachsen auf dem Land in ihm hinterlassen? Welche Geschichten wurden verdrängt – bei ihm selbst, in der Stadt, in der Gesellschaft? Dabei stößt Siebert auch auf die Jugendjahre von Alice Weidel und auf eine tiefsitzende, bis heute spürbare Verdrängung der NS-Vergangenheit.

Feature: Tobias Siebert

Sprecher: Oscar Hoppe, Lou Strenger, Hans Henrik Wöhler

Ton und Technik: André Lüer

Regie: Giuseppe Maio

Redaktion: Tobias Barth

Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2025

Verfügbar bis 16. Dezember 2026
55 Minuten
Er begleitet uns, schenkt uns romantische Stunden und weckt Sehnsüchte und Phantasien. Sein Silberschein inspiriert bis heute zahllose Dichter, Maler und Komponisten, beschäftigt Filmemacher und Philosophen. Schon seit Urzeiten hat der Mond uns fasziniert. Sein regelmäßiges Werden und Vergehen, das die Menschen als Kreislauf des Lebens deuteten, weckte ihren Wunsch, Phänomene der Natur zu verstehen und den Weltraum zu erforschen. Und daran hat sich bis auf den heutigen Tag nichts geändert.

Seit einigen Jahren versuchen immer mehr Menschen, wieder im Einklang mit der Natur zu leben. Da wird gegärtnert mit dem Mond, gebacken und gekocht mit dem Mond, gesät und geerntet mit dem Mond, geliebt, gebaut, gereist und geheilt mit dem Mond. Und Wissenschaftler bemühen sich immer wieder aufs Neue, Licht in das Dunkel der Mutmaßungen zu bringen und auch die letzten Geheimnisse unseres stillen Begleiters zu entschlüsseln.

Feature von Steffi Mannschatz

Mit Ilja Richter, Hermann Treusch, Donata Höffer, Daniela Hoffmann

Regie: Nikolai von Koslowski

Produktion: MDR 2008

Verfügbar bis 6. Dezember 2026
35 Minuten
In selbstgewählter Einsamkeit Gott nahe sein. Das war das Motiv der Eremiten in der Thebais. Ein frommer Wunsch, der oft klösterlichen Massentourismus nach sich zog. Das 19. Jahrhundert brachte die Einsiedler dann wieder in Mode, oft jedoch als romantischer Ziergegenstand missverstanden.

Heute ist es auf unserem überbevölkerten Planeten fast unmöglich geworden, vernünftig einzusiedeln. Und doch, nicht nur die Zahl der tätigen Eremiten steigt seit 10 Jahren drastisch an, nein, Einsiedeln ist eine Massenbewegung geworden. In selbstgewählter Einsamkeit vor dem Bildschirm oder am Terminal sich selbst nahe sein. So lautet die neue Definition. Das Training zum Einsiedler beginnt bei uns schon in früher Kindheit. Ein Land voller Singles. Sicherheit in der Abgeschiedenheit der eigenen Klasse. Die einsame Spitze des Ich-Kults. Hannelore Hippe analysiert ein weiteres Mal unseren sogenannten Lifestyle, entdeckt archaische Wünsche hinter modernen Lebensformen.

Feature von Hannelore Hippe

Redaktion: Holger Jackisch

Sprecher: Franziska Grashoff, Markus Kaloff und Axel Thielmann

Schnitt und Ton: Hans Blache und Dietmar Hagen

Regie: Hannelore Hippe

Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk 1996

Verfügbar bis 28. November 2026
56 Minuten
In den Anfängen der USA existierten neben dem Englischen viele andere Sprachen. Einige aus dieser Zeit haben überlebt; zum Beispiel Navajo, Gullah, Pennsylvania Deitsch oder der französische Dialekt Cajun. Auf seiner 5000 Kilometer langen Reise lässt sich Alessandro Bosetti in diesen Sprachen die Geschichte des Landes erzählen. Er hört von Columbus' Ankunft aus der Sicht von Ureinwohnern, und ein amischer Christ gibt Martin Luther King als Übersetzer der Bibel an. Doch Bosettis Suche gilt nicht nur vergessenen Sprachen. Er will die Vielfalt eines Landes wiederfinden, das nach außen oft genug als Motor der weltweiten Gleichmacherei erscheint.

Feature von Alessandro Bosetti: geboren 1973 in Mailand, Radioautor, Klangkünstler und Komponist. Die meisten seiner Arbeiten drehen sich um den Klang von Sprachen.

Übersetzung: Ingo Kottkamp

Regie: Alessandro Bosetti

Produktion: Deutschlandradio 2009

Mitwirkende: Bettina Kurth, Robert Frank, Janna Horstmann, Ilka Teichmüller

Verfügbar bis 23. November 2026