Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

Dokumentation und Feature Archiv

57 Episoden
51 Minuten
Zum 100. Geburtstag von Günter de Bruyn

Günter de Bruyn hat mit der ihm gemäßen leisen Beharrlichkeit seines Schreibens und öffentlichen Wirkens eine unverzichtbare Position in die Öffentlichkeit gebracht. In vielem setzt er eine deutsche Traditionslinie fort, die er selbst am deutlichsten in seinem Buch über Jean Paul festgemacht hat: Es ist der spielerische, leichte Blick aus der Provinz, in dem das große Weltgefüge aufklart und verwunden werden kann.

In Werken wie "Buridans Esel", "Märkische Forschungen" oder "Neue Herrlichkeit" hat er präzise Zeit- und Gesellschaftsdiagnosen gestellt. Seine autobiografischen Bücher "Zwischenbilanz" und "Vierzig Jahre" geben ein differenziertes, dichtes Bild des geteilten Deutschlands, das alle Nostalgiker und Vereinfacher überdauern wird.

Feature von Helmut Böttiger

Produktion: MDR 2006

Verfügbar bis 23. Oktober 2027
55 Minuten
Charkiw, die zweitgrößte Stadt der Ukraine, 40 Kilometer bis zur russischen Grenze. 17 Sekunden Vorwarnzeit bei einem Raketenangriff. Zehntausende Einwohner haben Charkiw seit Februar 2022 Richtung Westen verlassen, viele neue sind aus den umkämpften Gebieten im Osten gekommen:

Die junge Ärztin Sofiia aus Kupjansk ist im Jeep einer Hilfsorganisation unterwegs, um Alte und Kranke in frontnahen Dörfern medizinisch zu versorgen. Über die Straßen hier sind Netze gespannt. Fahrer Chris hat dennoch den Drohnendetektor immer im Blick. Vor drei Jahren kam er als Volunteer aus den USA, ursprünglich für drei Wochen, dann blieb er. So wie Fuminori Tsuchiko, 77 Jahre alt, aus Tokio. Anfangs verteilt er Lebensmittelspenden in der Metro, inzwischen hat er im Problembezirk Saltywka eine Bibliothek für Kinder aufgemacht. Im legendären "Hell's Kitchen" kochen ukrainische Frauen seit Beginn der Vollinvasion täglich 1.300 Portionen frisches Essen für Soldaten. Unterstützt von freiwilligen Helfern aus der ganzen Welt. Charkiw ist längst ein Symbol für ukrainische Widerstandskraft und internationale Solidarität.

Feature von Lorenz Hoffmann

Produktion: MDR 2026

Verfügbar bis 20. Oktober 2027
30 Minuten
Uns alle umgibt, umspannt und taktet eine Dimension: die Zeit. Das Feature "Die Zeit im Club" widmet sich Fragmenten, die ein Erleben "außerhalb der Zeit" beschreiben – beim Hineingehen, Eintauchen, Genießen und Verabschieden von Clubkultur, wie sie einmal war. Es geht um Freundschaft, Verliebt- und Hyped-sein, um das schlechte Gewissen nach einer langen Nacht im Club, um Befreiung, Angst, Tod - und um die Erkenntnis, dass sich "die Zeit" nicht wiederholen lässt. Das Feature ist eine persönliche Geschichte, die im Spannungsfeld einer Generation auch Kollektivität verhandelt und nach gemeinsamen Werten sucht. Es fragt: Was bleibt von der Zeit im Club?

Begleiten Sie die Autorin mit auf den Dancefloor, ins Backstage, auf eine Afterhour und auf dem Heimweg aus dem Club. Tauchen Sie ein in die Gedankenwelt einer Raverin, die keine mehr ist, die aber auch nicht loslassen kann. Noch nicht.   

Feature von Nastassja von der Weiden

Produktion: MDR 2024

Verfügbar bis 21. September 2027
1 Stunde 17 Minuten
Joachim Ringelnatz, der 1883 als Hans Bötticher in Wurzen geboren wurde, war Sachse, Seemann, Dichter, Maler und Kabarettist. Als Schöpfer des Kuttel-Daddeldu, als Verfasser skurriler Nonsens-Verse und bewegender Gedichte, wird er bis heute geliebt und bei vielen Gelegenheiten zitiert.

Kaum der Schule entronnen, von der er schreibt: "Keines der Lehrfächer regte mich an. Ich war in allen schlecht", zieht er nach Hamburg und bald treibt ihn das Fernweh in einem Segelschiff um die Welt. Als der Krieg beginnt, meldet er sich freiwillig, wird Kommandant eines Minensuchbootes und eröffnet in den Gefechtspausen eine Tierschau. Um die Person des Mannes mit dem Vogelgesicht ranken sich zahlreiche Legenden. Erzählt werden sie vom Seemann Hanns H. Schlünz, von Muschelkalks Schwester und von Lilly Uhl, der die Spielnachmittage mit Ringelnatz bis heute unvergessen geblieben sind. Und alles fügt sich zu dem Bild eines ungewöhnlichen Mannes, der sich den Luxus bewahrt hatte, die Welt mit kindlicher Unvoreingenommenheit zu betrachten und dessen scheinbar heitere Verse politisch genug waren, um von den Nationalsozialisten verboten zu werden.

Feature von Wolfgang Knape

Produktion: MDR 2002

Verfügbar bis 15. November 2026
53 Minuten
Der Maler Strawalde heißt eigentlich Böttcher, Jürgen Böttcher und als "Strawalde" hängen seine Bilder inzwischen in vielen bedeutenden Kunstsammlungen dieser Welt. Als Böttcher, Jürgen Böttcher, hat er unvergleichbare Dokumentarfilme gedreht, im DEFA-Studio für Dokumentarfilme, in der DDR. Um Fronarbeit kam Jürgen Böttcher allerdings auch nicht herum. Der Staat dankte sie ihm mit Preisen. Eine Ehrung als bildender Künstler erfuhr er nach "Deutschlands Heirat".

Böttcher-Strawalde wuchs in Strawalde, einem Ort in der Oberlausitz auf: Kriegskind, von 1949 bis 1953 Studium an der Akademie für Bildende Künste in Dresden, danach Lehrer für Malerei an der Volkshochschule in Dresden, später Regiestudium an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg. Der Hörfunkautor Günter Kotte zeichnet ein akustisches Porträt des Künstlers.

Feature von Günter Kotte

Mit Klaus Manchen

Produktion: MDR 2004

Verfügbar bis 20. Juli 2027
55 Minuten
Im Mai 1914 leiht sich der 32-jährige Max Pechstein von seinem Kunsthändler Wolfgang Gurlitt 10.000 Mark und reist mit seiner Frau Lotte zur deutschen Insel-Kolonie Palau. Ihren einjährigen Sohn lassen sie bei den Großeltern in Zwickau zurück. Während sich für den deutschen Expressionisten der Traum vom Malerparadies in der Südsee zu erfüllen scheint, stellt sich bei der Künstlergattin alsbald Heimweh ein. Ihr erst 2016 veröffentlichtes Tagebuch erzählt von der Reise und vom Leben auf der Insel. Anfang August 1914 notiert sie: "Max hat es schön, er kann gehen, wann und wo er will - ich immer allein. Er hat oft schlechte Laune."

Der Aufenthalt auf der Insel soll nur wenige Wochen dauern. Am 8. Oktober 1914 besetzt die japanische Armee den Archipel und deportiert die Pechsteins und alle anderen deutschen Kolonisten nach Nagasaki in die Gefangenschaft. Angeregt vom exklusiven Material aus Lottes Reisetagebuch und bisher ebenfalls unveröffentlichten Autographen Max Pechsteins (1881-1955), erzählt das Feature von den Ansichten eines Künstlerpaares auf großer Fahrt.

Feature von Jürgen Balitzki

Regie: Nikolai von Koslowski

Mit: Erwin Schastok (Erzähler), Lisa Hrdina (Lotte), Stephan Grossmann (Max), Susanne Bard

Produktion: MDR 2026

Verfügbar bis 29. Juni 2027
53 Minuten
Im Osten war der Schriftsteller Tschingis Aitmatow der große Hoffnungsträger. Im Westen galt er als Exot. Seine Literatur wurde in über 90 Sprachen übersetzt.

Der Autor Günter Kotte lernte Tschingis Aitmatow 1963 bei der Kartoffelernte in Bühlau, bei Dresden, kennen. Jahre später besuchte er ihn in Moskau, dann in Luxemburg. So entstand über die Jahre eine gute Freundschaft.

Feature von Günter Kotte

Regie: Günter Kotte

Produktion: MDR 2002

Verfügbar bis 27. April 2027
30 Minuten
Nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl im Mai 1986 waren im angrenzenden Weißrussland etwa 5000 Orte verstrahlt. Darunter auch Tschausy, die Heimatstadt von Olga Kapustina. Sie war damals gerade ein Jahr alt und die Folgen der Katastrophe gehörten zu ihrem Alltag.

Feature von Olga Kapustina

Regie: Stefan Kanis

Mitwirkende: Uve Teschner, Marina Frenk

Produktion: MDR 2011

Verfügbar bis zum 25. April 2027
55 Minuten
Nach dem GAU im April 1986 kam radioaktive Strahlung nicht nur als Wolke nach Deutschland, sondern auch auf Rädern: auf Lastwagen, PKW und Zügen. Unter großer Geheimhaltung wurden die Fahrzeuge beim Grenzübertritt in die damalige DDR gewaschen. Zum Beispiel unweit von Küstrin-Kietz an der Grenze zu Polen. Heute ist nichts mehr davon zu sehen. Doch die Gerüchte bleiben: viele Einsatzkräfte der Waschaktion hätten nichts von der Gefahr gewusst und seien später an Krebs gestorben. Wieviel Wahrheit ist noch übrig, 40 Jahre und einen Systemwechsel später?

Feature von Robert Dobe

Regie: Felicitas Ott

Produktion: SWR 2021

Verfügbar bis zum 21. April 2027
30 Minuten
Wie schön waren doch die wilden 90er-Jahre, als im unsanierten Leipzig gefühlt jede Woche ein neuer Club eröffnete, in Abrisshäusern und Fabrikhallen. Den Sound von damals hat man noch im Ohr, doch plötzlich sind 20, 30 Jahre vergangen. Das Nachtleben hat sich verändert – und der Mensch auch. Kann man das Gefühl von damals wieder aufleben lassen? Wohin geht man, wenn man mit Ü40 und älter mal wieder tanzen will? Autorin Judith Burger wandelt auf den nächtlichen Pfaden ihrer Jugend und trifft unter anderem DJ Donis und einen Swing-Tänzer. Eins wird schnell klar: Tanzen macht glücklich und es ist nie zu spät, die Nacht zum Tag zu machen.

Feature von Judith Burger

Mit Anja Schneider

Regie: Stefan Kanis

Produktion: MDR 2016

Verfügbar bis 18. April 2027
30 Minuten
Im Mai 1943 wird Gert Schramm in einer Autowerkstatt in Langensalza verhaftet. Der 15-jährige Lehrling kommt in Polizeigewahrsam, wird von der Gestapo verhört und am 20. Juli 1944 ins Konzentrationslager Buchenwald eingeliefert. Der Grund: Gert Schramms Hautfarbe ist schwarz. Seine Mithäftlinge verstecken ihn vor den Nazis in der Mitte vom Block. Am 11. April 1945 erleben die 21.000 Häftlinge ihre Befreiung und die Ankunft der US-Armee. Schramm arbeitet nach Kriegsende zuerst bei den Amerikanern, dann als Dolmetscher bei der Sowjetischen Militäradministration. Dann geht er nach Frankreich, siedelt 1955 mit seiner Frau und seinen Kindern in die Bundesrepublik über und kommt 1964 mit seiner Familie in die DDR. Nach einigen Jahren in der "Wismut" wechselt er zum VEB Kraftverkehr Eberswalde, holt seinen Abschluss als Kfz-Mechaniker und Kfz-Meister nach, wird Werkstattleiter, später Abteilungsleiter. 1985 macht er sich als Taxi- und Speditionsunternehmer selbständig.

Feature von Angelika Zapf

Mit Arianne Borbach, Martin Seifert, Axel Thielmann

Regie: Henry Bernhard

Produktion: MDR 2012

Verfügbar bis 11. April 2027
55 Minuten
1861 führte der Erfinder Philipp Reis der Physikalischen Gesellschaft zu Frankfurt am Main eine Apparatur vor, die mit Hilfe eines Schweinedarms Schall in elektrische Impulse umwandelte – die Basis für das Mikrofon. Im Berlin der 1920er-Jahre schuf Georg Neumann sein legendäres Kondensator-Mikrofon. Den Militärs und Propagandisten galt dessen Massenproduktion als kriegswichtig; sie wollten die Welt besiegen und beschallen. Aus der in Thüringen versteckten Fabrik wuchs die beste Mikrofonfirma der DDR, die heutige Microtech Gefell GmbH. Für jeden Klang gibt es längst das passende Mikro. Doch das Streben nach dem optimalen Schallwandler geht weiter. Eine Rundreise zu Konstrukteuren, Koryphäen und Klangkünstlern und in die Geschichte des Mikrofons.

Feature von Tom Schimmek

Mit Matthias Ponnier und Walter Niklaus

Regie: Andreas Meinetsberger

Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2007

Verfügbar bis 4. April 2027
30 Minuten
Der britische Astrophysiker Stephen Hawking (1942-2018) wurde schon zu Schulzeiten mit Einstein verglichen. Hawking war allerdings ein schmächtiger Junge, zu schmal, um in seine Schuluniform zu passen. Im Alter von 22 Jahren diagnostizierte man bei ihm Amytrophe Lateralsklerose (ALS), und gab ihm nur noch wenige Jahre zu leben. Doch statt in die Umlaufbahn zu wechseln, wurde er zum Popstar der Wissenschaft, lieferte erstaunliche Erkenntnisse zu schwarzen Löchern, jagte seine Kinder mit dem Rollstuhl über den englischen Rasen und spielte in populären TV-Serien mit.

Am 14. März 2018 starb Stephen Hawking im Alter von 76 Jahren.

Feature von Anna Lila May

Regie: Ulf Köhler

Mit: Ulrike Krumbiegel - Erzählerin, Petra Hartung - Übersetzerin, David Bennent - Stephen Hawking

Produktion: MDR 2019

Verfügbar bis 27. März 2031
56 Minuten
"Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise ..." Der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher wird von einem gewaltigen Jubelschrei unterbrochen. 5.000 Personen im Garten des Palais Lobkowicz - der bundesdeutschen Botschaft in Prag - geben ihren Gefühlen freien Lauf. Der Lärm verschluckt das Satzende: "dass heute Ihre Ausreise möglich geworden ist." Es war der 30. September 1989. Kaum verließen die ersten Flüchtlinge das Gelände der Botschaft mit Zügen in Richtung Bundesrepublik, kamen immer mehr Menschen aus der DDR, um über Prag in den Westen auszureisen. Einige von ihnen hielten sich wochenlang auf dem Gelände der BRD-Botschaft auf. Insgesamt sollen es über 70.000 Menschen gewesen sein, die auf diesem Weg die DDR verließen, so der Botschafter Hermann Huber. In den Tagen der Belagerung befürchtete der damalige Hausherr, dass unter den katastrophalen hygienischen Bedingungen Seuchen ausbrechen. Erst als am 3. November die tschechoslowakische Regierung DDR-Bürgern, die sich in der bundesdeutschen Botschaft aufhielten, die direkte Ausreise über ihre Grenzen erlaubte, entspannte sich die Situation im Palais Lobkowicz.

Feature von Tobias Barth:

Tobias Barth (1970-2026) arbeitete als Industriekletterer und in Umweltprojekten, lernte Tischler und studierte Medienwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaft in Leipzig und Basel. Seit 1997 arbeitet er als freier Autor, Regisseur und Produzent. Am 28. Februar 2026 verstarb unser Kollege, Freund und Gefährte im Garten eines Freundes an einem Herzinfarkt.

Regie: Sabine Ranzinger

Produktion: MDR/WDR 1999
28 Minuten
Der 22. April 1723 ist ein Schlüsseldatum in der Musikwelt. An diesem Tag wählte der Rat der Stadt Leipzig einstimmig Johann Sebastian Bach, bis dahin Hofkapellmeister des Fürstenhauses Anhalt-Köthen, zum Thomaskantor und städtischen Musikdirektor. Allerdings war er für die Ratsherren nur die "vierte Wahl", sie hätten lieber seine Komponistenkollegen Georg Philipp Telemann, Christoph Graupner oder Johann Friedrich Fasch in dieser Position gesehen.

Und auch für Bach selbst war der Wechsel von Köthen nach Leipzig eher eine Verlegenheitslösung als ein Karrieresprung. Denn das Amt eines Hofkapellmeisters genoss im Barock höheres Ansehen als das Kantors und Schulmeisters. Am wenigsten begeistert war Bach von der Aussicht, die Knaben des Thomanerchors nicht nur in Musik, sondern auch in Latein unterweisen zu müssen. Dennoch: Jede Woche schreibt Bach eine neue Kantate und führt sie auf – eine selbstgestellte Mammutaufgabe – die er nicht durchhalten wird. Der Grund dafür: Eine "wunderliche, der Music wenig ergebene Obrigkeit" bereite ihm "Verdruss".

Das Feature von Claus Fischer erzählt von Bachs Dienstantritt in Leipzig als einem holprigen Moment, aus dem dennoch Musikgeschichte wurde.

Regie: Andreas Meinetsberger

Mit: Benjamin Kramme, Axel Thielmann, Conny Wolter 

Produktion: MDR 2023

Verfügbar bis 13. März 2027.