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Dokumentation und Feature Archiv

57 Episoden
1 Stunde 17 Minuten
Die fränkische Stadt Bamberg wird oft mit Prag verglichen. Zum Weltkulturerbe zählend, gilt sie als Inbegriff einer mittelalterlichen deutschen Stadt. Eine Reise in der Weihnachtszeit lässt dies besonders intensiv erfahren: Funkelnde Lichter, Frost, Wunder an Baukunst und gespannte Neugier. Da ist der 1007 erbaute Dom, der Glanz des Barocks in den Kirchen, der leuchtende Markt mit feinem Rauchbier. Auf Schnur gereihte Glasbläsereien aus Lauscha und Gablonz, Eisvögel, Trompeten, Schlitten, Monde. Wunderliches und Wunder: 578 farbige Pflanzen bilden seit 400 Jahren den einzigartigen Himmelsgarten an der Decke in St. Michael mit aufschlussreicher, den Menschen einst vertrauter Symbolik. Die Messen in brechend vollen Kirchen folgen Liturgien, die nur den Ältesten noch vertraut sind. So setzt die Stadt jeder von ihr hervorgerufenen Schwärmerei eine wunderbare, hintergründige Ernüchterung entgegen.

Feature von Sylvia Kabus

Regie: Sabine Ranzinger

Produktion: MDR 2005

Verfügbar bis 20. November 2026
24 Minuten
Am 13. August 1962 meldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung, ein großer Teil der Belegschaft der Leuna-Werke hätte an zwei Tagen gestreikt. Anlass dieses Streiks seien erhöhte Leistungsforderungen bei schlechter Lebensmittelversorgung gewesen. Erst durch motorisierte Einheiten der Roten Armee und deutsche Soldaten sei der Streik beendet worden. Die überlieferten Akten belegen, dass es zu dieser Zeit große Unruhe gab in Leuna. Aber einen Streik dieses Ausmaßes? Warum ist bisher so gut wie nichts darüber bekannt? Wurde dieses gigantische Vorkommnis erfolgreich vertuscht oder handelt es sich um eine westdeutsche Zeitungs-"Ente"?

Essay von Udo Grashoff

Sprecher: Martin Reik, Peter W. Bachmann, Udo Grashoff

Redaktion: Katrin Wenzel

Ton und Technik: Holger Kliemchen und Hans-Peter Ruhnert

Regie: Andreas Meinetsberger

Produktion: MDR 2012

Verfügbar bis 21. November 2026
52 Minuten
"Wenn die Schlote rauchen, war das immer ein Zeichen für Wohlstand.", sagt der Leunaer Schriftsteller Jürgen Jankofsky. Heute entweicht ihnen "guter" weißer Rauch. Die Landschaft um das Leunawerk blüht. Die Saale, einst eine schaumführende grün-braune Kloake windet sich durch die Aue und ist Bade-und Angelgewässer. Die kleine Stadt Leuna, in der annähernd so viele Menschen leben wie es Arbeiter im Leunawerk, dem größten deutschen Chemiestandort, gibt, ist geputzt, saniert, die Gemeinde mitsamt der zu ihr gehörenden Dörfer, ist reich. Die Menschen sind auf feinen Sportplätzen unterwegs, haben funktionierende Vereine mit hunderten Mitgliedern. Geglückte Transformation innerhalb der letzten 35 Jahre? Leuna - ein "Leuchtturm", die vielleicht einzige gelungene "Sanierung" einer einstigen DDR-Industrie.

Und dennoch sitzt die AfD mit großer Mehrheit im Stadtrat. Und dennoch gibt es zahlreiche Bürgerinitiativen, die sich gegen neue gigantische Solarparks oder einen Messturm des Deutschen Wetterdienstes, gegen eine Stromtrasse, gegen Hochwasserpolder mitten durch die Aue wehren. Parallel dazu fordert der Leunachef, die Pipelines nach Russland wieder aufzumachen, weil Energie, die das Werk braucht, zu teuer geworden ist, weil die Chemieindustrie in der Krise steckt, weil sonst Massenentlassungen drohen. Deutschlandweit löste das Verwunderung und Entsetzen aus.

Sind die Menschen nun die ewig Gestrigen? Die "Ossis", die keine Lust mehr auf eine erneute Transformation haben? Russland-Versteher? Müde vom Sich-Verändern? Ende der Dankbarkeitserwartung an Ostdeutsche, mit der sich fast alles rechtfertigen lässt? Sind sie nicht genau damit: mit Bürgerinitiativen, Protest und der Forderung nach schnellen finanziellen Lösungen, eigentlich angekommen in der Demokratie, im kapitalistischen System?

Feature von Christoph Peters

Produktion: MDR 2025

Verfügbar bis 18. November 2026

Den Film "Leuna-Komplex – Stadt, Land, Werk" hier anschauen.
55 Minuten
Wenn die Erinnerungen hochkommen, erzählt Veteranin Christore aus Thüringen, "rutschen einem manchmal einfach die Beine weg". Sechsmal war sie für die Bundeswehr im Auslandseinsatz, auf dem Balkan und in Afghanistan. "Das schlägt immer durch, wenn man nicht damit rechnet", sagt Jobst, ihr Mann. Die Zahl der Ex-Krieger mit schweren Traumata steigt. Nur zögernd sprechen sie von ihren Kriegserlebnissen und den Panikattacken und Depressionen, dem Zittern und Schwitzen noch Jahre nach der Schlacht. Die Bundeswehr setzt auf mehr Psychologen, testet Online-Therapien. Denn aller Technik zu Trotz: Der Soldat muss immer ganz nah ran: Patrouille fahren, Deckung suchen, schießen. Und danach klarkommen mit den Bildern, den Träumen, der Angst. "Leid, das nicht spricht", sagt Standortpfarrer Frank, "presst das beladene Herz, bis dass es bricht."

Feature von Tom Schimmeck

Sprecherin: Shenja Lacher

Regie: Andreas Reinetsberger

Produktion: MDR 2018

Verfügbar bis 15. November 2026
53 Minuten
Wie werden wir in Zukunft, wenn Holz, Kohle, Öl und Gas immer mehr an Akzeptanz verlieren, heizen? Kontroverse Antworten bestimmen und prägen die Debatten politisch, wirtschaftlich und sozial und heizen sie auf. "Wir haben Fehler gemacht", sagt Stefan Wenzel, ehemaliger parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, im Rückblick. Zu groß wäre der mediale Widerstand gegen moderne, aber vermeintlich teure und stromfressende Wärmepumpen gewesen, zu groß das Beharrungsvermögen der Hausbesitzer, die sich nicht vorschreiben lassen wollten, ihre alten Öl- und Gaskessel rauszuschmeißen. Und so wurde das Regierungsziel, 500.000 Wärmepumpen jährlich zu installieren, weit verfehlt und die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes zum Fallstrick für die Ampelkoalition.

Kurz nach dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung sagte Katherina Reiche, die neue Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, der Klimaschutz sei zuletzt vielleicht "überbetont" worden. Es brauche eine "Neuausrichtung der Energiewende", aber keine "Lex Wärmepumpe".  Dabei gilt auch für die neue Bundesregierung das Pariser Abkommen und die Aussage: Deutschland muss bis 2045 klimaneutral sein. Noch aber stammen drei Viertel der genutzten Heizenergie aus Öl oder Gas. Der Gebäudesektor verfehlt deshalb regelmäßig die Klimaziele. Deutschland muss das Tempo also anziehen. Die Doku geht der Frage nach, ob Deutschland die Wärmewende noch schaffen kann – trotz globalem Handelskonflikt, hartem Wettbewerb und neuer politischer Rahmenbedingungen.

Druck im Kessel – Doku über die Tücken der Wärmewende

ARD-Radiofeature von Lydia Jakobi und Tobias Barth

Ton und Technik: Steffen Brosig und Holger König

Regie: Nikolai von Koslowski

Produktion: MDR 2025

Verfügbar bis 4. August 2026
31 Minuten
Das Chemnitzer Heckert-Gebiet entstand ab 1974 als eines der größten Neubaugebiete der DDR. Es verkörpert die Beton gewordene Utopie einer klassenlosen, gleichmacherischen Gesellschaft. Geplant für fast 100.000 Menschen, durchlebte die Plattenbausiedlung nach der Friedlichen Revolution und den Verwerfungen der Nachwendezeit eine Art Metamorphose. Der Großteil der alten Bewohnerinnen und Bewohner flüchtete nach 1990 ins Umland, in den Westen. Neue Geflüchtete wurden einquartiert in die Wohnblöcke, die durch Umbau und Abriss heute mit mehr Raum und Luft für Lebensqualität ausgestattet sind. Das Feature zeichnet ein audiophones Porträt eines Stadtviertels, das mit seiner ganz eigenen Transformationsgeschichte maßgeblich zur Wahl von Chemnitz als "Kulturhauptstadt Europas" beigetragen hat.

Feature von Merle Hilbk

Sprecher: Petra Hartung und Nils Andé Brünnig

Ton und Technik: Holger Kliemchen und Steffen Brosig

Regie: Carina Pesch

Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2025

Verfügbar bis 8. November 2026
55 Minuten
Die Nazis kommen an die Macht und erobern gleich den Rundfunk. Die führenden Männer des Rundfunks in der Weimarer Republik werden entlassen, unter ihnen Hans Bredow, der Vater des Rundfunks, wie er auch genannt wird. Einige müssen ins Konzentrationslager nach Sachsenhausen, wie Alfred Braun, die Stimme der Funkstunde, Erfinder der Reportage und Hörspielmann. Goebbels spricht im Lichthof zu den Intendanten der verschiedenen Reichssender und schwört sie auf die Ideologie der Nationalsozialisten ein. Rundfunk wird Volksrundfunk, die Reichsrundfunkgesellschaft wird dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda unterstellt. In den letzten Kriegsmonaten wird auch das Haus des Rundfunks zur Festung erklärt, fällt den Russen im Mai 1945 aber unzerstört in die Hände.

Die Feature-Reihe von Wolfgang Bauernfeind umfasst mehrere Teile. In der Audiothek können Sie alle fünf Episoden der Chronik hören: https://www.ardaudiothek.de/sendung/das-haus-des-rundfunks/85335392/

Mitwirkende:

Regie: Wolfgang Bauernfeind

Produktion: Rundfunk Berlin-Brandenburg

Darsteller*innen: Ulrich Noethen und Uta Hallant
1 Stunde 5 Minuten
Die "Friedliche Revolution" von 1989 hätte auch anders verlaufen können. Noch im Herbst wollte die SED-Führung 85.939 Bürger in Lager sperren. Feature von Patrick H. Waldthaler über ein dunkles Kapitel DDR-Geschichte.
29 Minuten
Gekocht, gebraten, gerieben gehört sie zu unserem täglichen Leben: die Kartoffel. Doch was uns heute selbstverständlich erscheint, hat eine lange Geschichte. Ein Feature von Gerhard Pötzsch.
29 Minuten
Als im April 1978 mit dem Abspann des Fernsehfilms "Über sieben Brücken musst du gehn" der gleichnamigen Poptitel verklang, ahnte noch niemand, dass ein Welt-Hit geboren worden war. Feature von Gerhard Pötzsch
56 Minuten
Der Vater geht nach dem Krieg aus Köln in die DDR: auf der Suche nach dem besseren Deutschland. Der Sohn macht sich nach dem Fall der Mauer in Gegenrichtung auf: aus ähnlichem Grund. Feature von Günter Kotte
29 Minuten
Hierzulande gehört der Senf in nahezu jede Küche. Günter Kotte hat Senfmüller in Sachsen und Thüringen besucht und erzählt von einem sehr speziellen Genussmittel.
23 Minuten
Keine Zunft nimmt sich so schön selbst auf den Arm: Waren früher die Bratschisten im Fokus der Musiker-Witze, so scheinen es heute eher die Gitarristen zu sein. Hören Sie ein Best of präsentiert von Bodo Kommnick.
58 Minuten
In den 1930er-Jahren ließ Stalin von Zwangsarbeitern den Weißmeer-Ostseekanal ausheben. Mehr als 25.000 Menschen kamen dabei ums Lebens. Die Zigarettenmarke "Belomorkanal'" bewog Autor Günter Kotte zu einer Spurensuche.
30 Minuten
Zu DDR-Zeiten hielt sich die Mär, die bulgarisch-türkische Grenze sei leicht zu überwinden. Im Herbst 1988 wagte Hendrik Voigtländer aus Ostberlin mit einem Schulfreund einen Fluchtversuch. Feature von Rayna Breuer.