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Baby und Boomer Archiv

36 Episoden
34 Minuten
In dieser Episode meldet sich Lea direkt aus San Francisco, wo sie auf dem Weg nach Argentinien aufgrund bürokratischer Hürden beim Visum erst einmal gelandet ist. Ausgehend von den allgegenwärtigen KI-Werbetafeln im Silicon Valley sprechen wir über den rasanten Wandel und die Triebfedern der aktuellen KI-Industrie. Wir diskutieren, dass der momentane Boom vor allem von B2B-Effizienzsteigerungen, massiven Investitionen und spieltheoretischer Konkurrenzlogik zwischen Unternehmen und Staaten angetrieben wird. Gleichzeitig kommen wachsende Sicherheitsbedenken, Warnungen von Brancheninsidern und die Frage nach ethischer Kontrolle und Regulierung zur Sprache. Zudem entsteht ein spannender Generationendialog darüber, wer heute die Verantwortung und den Hebel für gesellschaftliche Veränderung trägt – etablierte Entscheider oder die junge Generation.
56 Minuten
In dieser Episode reisen wir mit Lea nach Tansania und tauchen in die Entstehung ihrer neuen Klimawandel-Dokumentation ein. Lea berichtet mit vollem Einsatz – und einer ordentlichen Erkältung – von ihren Erlebnissen in einer ländlichen Gemeinde. Statt auf komplexe, abstrakte Politik setzt sie vor Ort auf die Kraft von konkreten, menschlichen Geschichten. Ein Beispiel dafür ist die Protagonistin Maria, die mit recycelten Briketts nicht nur die Umwelt schützt, sondern auch das Leben der Frauen vor Ort revolutioniert.

Warum der Schlüssel zu echter Veränderung oft in einfachen, lokalen Lösungen liegt.

Eine inspirierende Folge über die Macht des Erzählens und die kleinen Schritte, die Großes bewirken.
32 Minuten
Lea und Oliver treffen sich in Indien, in Varanasi — einer der ältesten Städte der Welt, laut, bunt, chaotisch und spirituell zugleich. Sie reden über ihre ersten Eindrücke der Stadt, über das Essen (inklusive Maggi als universelles Grundnahrungsmittel auf indischen Speisekarten), und über einen Abend, der sich festgesetzt hat: ein Besuch am Manikarnika Ghat, dem heiligen Verbrennungsplatz am Ganges.

Dort, wo täglich rund 250 Leichname verbrannt werden, werden die beiden mit einem grundlegend anderen Umgang mit dem Tod konfrontiert — öffentlich, rituell, direkt. Sie erklären den Ablauf der hinduistischen Bestattungsrituale, das Konzept von Moksha (der Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburt) und was das über Gesellschaft, Kastensystem und westliche Verdrängung des Todes aussagt.

Am Ende eine klare Reiseempfehlung — aber mit dem Hinweis: Varanasi ist Indien pur, aber nicht ganz Indien. Wer nur diese Stadt sieht, verpasst die enormen Kontraste des Landes.
19 Minuten
Lea Leisse und ihr Team von Crux Productions drehen im Sommer einen Dokumentarfilm entlang der ostafrikanischen Küste -- von Nairobi bis Südafrika. Zehn Wochen, drei junge Aktivistinnen, konkrete Klimalösungen vor Ort. Der Ansatz: Statt abstrakter Klimapolitik persönliche Geschichten erzählen, die Hoffnung und Handlungsfähigkeit zeigen. Entstanden ist die Idee aus einer ersten Doku an ihrer internationalen Uni Minerva, die es bis ins Europäische Parlament schaffte. Aktuell läuft eine Fundraising-Kampagne -- das Team braucht ca. 10.000 Euro. Zu finden auf Instagram, LinkedIn und GoFundMe unter Crux Productions.

https://www.gofundme.com/f/young-filmmakers-document-climate-solutions
25 Minuten
Lea berichtet aus Hyderabad, Indien. Unser Thema ist Geschlechtervielfalt und die Rolle nicht-binärer Identitäten. In Indien ist die Vorstellung, dass es mehr als zwei Geschlechter oder wandelbare Geschlechterrollen gibt, tief in der Kultur verankert. Die klare, binäre Trennung der Geschlechter entstand vor allem durch den kolonialen Einfluss der Briten – vor der Kolonialisierung war die indische Gesellschaft in dieser Hinsicht deutlich offener.

Schon in der Mythologie gibt es zahlreiche Gottheiten, die weibliche und männliche Aspekte in sich vereinen. Dennoch erleben Transgender-Personen auch heute noch gesellschaftliche und berufliche Einschränkungen – sie dürfen etwa nicht in allen Berufen arbeiten.

Darüber hinaus sprechen wir über die verschiedenen Grade gesellschaftlicher Akzeptanz und darüber, dass progressive Ideen Zeit brauchen, um sich wirklich durchzusetzen.
23 Minuten
Lea (GenZ- Baby) berichtet mir, Oliver, dem Boomer, über die schnellen Lieferservices in Indien. Sie ist in Hyderabad und dort gibt es Instamart und ähnliche Services, die alles liefern - vom iPhone und Goldmünzen bis zur Joghurt. An vielen Stellen gibt es in den Städten Dark Stores, also kleine Lagerhäuser, die im Fall einer Bestellung die Ware innerhalb von 10 Minuten zusammenstellen und ausliefern. Dieses Business hat in Indien einen Umfang von 10 Milliarden US Dollar im Jahr. Probleme gibt es dadurch auch - die Begegnungsplätze werden weniger. Und gerade das ist heute so wichtig. Lea zitiert einen bekannten Soziologen: "A city is a place where strangers are likely to meet". Doch die Lieferung ist unpersönlich und verringert die Kommunikation zwischen den Menschen. Auf der Habenseite steht, dass 8 Millionen Menschen in Indien zur Zeit im Liefersektor beschäftigt sind. In vier Jahren sollen es 23 bis 24 Millionen sein. Eine boomende Industrie.... Lea stellt zwei Fragen: Was macht diese Gig Economy mit der Gesellschaft und den Arbeitsverhältnissen? Sehen wir in Indien hier eine Entwicklung die die Zukunft für Deutschland zeigt?
47 Minuten
Lea (das GenZ Baby) ist in der Hightech City Hyderabad und ich, Oliver (der Boomer), bin in Südafrika. 

Wir sprechen Fleischkonsum in Afrika und die pflanzliche Küche auf Sri Lanka, der Ort, wo Lea zuletzt war. 

Ernährung ist oft Identitätspolitik. Der “default” in Sri Lanka und Indien ist vegetarisch. Fleisch ist da eher die Beilage. Das hat auch religiöse Gründe, denn der Buddhismus vertritt die Idee der Gewaltlosigkeit, Ahinsa. Leben darf nicht beendet werden. Fleisch ist daher schlechtes Karma. Im Hinduismus ist Fleischverzicht auch eine Frage des Reinheitsgebots und der Verehrung von Gottheiten. Auch Ayurveda verzichtet auf Fleisch.

Lea als langjährige Veganerin plädiert dafür, dass wir schleunigst weg vom Fleisch kommen müssen. Weil wir es übertrieben haben und es aus Klimasicht unverantwortlich ist.

Als Boomer komme ich aus der Bewertung von Fleisch als Zeichen von Wohlstand. Der Sonntagsbraten zeigt in der Nachkriegszeit: Wir habe es geschafft. Doch nun isst man mit schlechtem Gewissen. "Man müsste doch weniger Fleisch essen." Die Gesellschaft ändert sich nicht schnell, alles braucht Zeit. Ich rege eine Abkehr über den Weg des “Hin zu” an: Hin zu gesunderer Ernährung und deshalb weniger Fleischkonsum.
36 Minuten
Lea und Oliver sprechen anfangs über das wuselige Indien und die Diversität in diesem Land. Dann reden wir über Sprache, über Freedom of Speech, Zensur, Unterdrückung von Sprachkultur und die spezielle Situation auf der Inselgruppe Okinawa, die zu Japan gehört. Hintergrund des Gesprächs ist der ganz neue Film von Lea und Crux Productions: "What they didn’t teach us"

https://bit.ly/49wzcjG

Dann geht es um Sprache als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und Identität, wir reden über Akzente in der Sprache und dass Menschen nicht wegen ihrer Sprache diskriminiert werden dürfen. Lea erwähnt auch ein spannendes Buch über Identität und Sprache: "Sprache und Sein", von Kübra Gümüsay. Zum Schluss geht es noch um Emojis, die emotionale Sprache heute oft ersetzen.
39 Minuten
Dieses Mal geht es um ein Projekt von Lea und ihrer Produktionsfirma Crux. Das Team von Crux besucht Okinawa und filmt dort eine Dokumentation - über die indigene Bevölkerung dort, die Auswirkungen des Klimawandels auf die dortigen Korallen und Riffe, über die Handwerkskultur und die Menschen dort, die zu Japan gehören, aber ganz eigene Wurzeln haben. Die Frage der Dokumentation: Was können wir von indigenen Völkern für die Zukunft lernen? Boomer schweigt, Baby trägt vor - sehr spannend.
41 Minuten
Diesmal reden Lea und Oliver über die Folgen aus dem Tōhoku-Erdbeben und Tsunami am 11. März 2011, bei der über 20.000 Menschen umkamen. Lea hat fünf Tage in Kamaishi verbracht und wurde in einer Gruppe von 50 Studenten über die Katastrophe informiert. Als Folge hat der Katastrophenschutz viele Massnahmen entwickelt, um bei einem neuerlichen Beben besser vorbereitet zu sein. Wir reden über ein Erdbeben der Stärke 6,7, das sie selbst erlebt hat und das Wunder von Kamaishi, als sich bei dem Tsunami von 2011 über 3000 Schulkinder vor den Wellen retten konnten. Und die beiden reden über eine alte Dame und einen alten Baum, die beide Symbolkraft haben.
25 Minuten
Lea und Oliver sprechen über das, was Japan aus unserer Sicht besonders macht. Über Regeln und Prinzipien, die manchmal Sinn machen, aber manchmal auch über das Ziel hinausschießen. Über das No-Theater, sich verbeugende Manager in teuren Anzügen, Schaffner im Shinkansen und die Grundprinzipien der japanischen Lebensphilosophie. Mehrere traditionelle Konzepte tragen zum harmonischen Alltag bei:

• Ikigai – beschreibt den persönlichen Lebenssinn. Japaner suchen täglich nach einem Gleichgewicht zwischen dem, was sie lieben, was sie gut können, was die Welt braucht und was ihnen Wert gibt. Diese Haltung fördert Zufriedenheit, Dankbarkeit und Ausgeglichenheit .

• Kaizen – die kontinuierliche Verbesserung in kleinen Schritten. Diese Denkweise motiviert dazu, beständig, aber gelassen an sich selbst zu arbeiten – sowohl im Beruf als auch im Privatleben.

• Wabi-Sabi – die Schönheit des Unvollkommenen. Dieses Prinzip hilft, Fehler, Vergänglichkeit und Einfachheit zu akzeptieren, was Gelassenheit und Bescheidenheit im Alltag fördert .

• Omoiyari – Empathie und Rücksicht. Es bedeutet, die Gefühle und Bedürfnisse anderer zu spüren, ohne dass sie ausgesprochen werden müssen.

• Enryo – Zurückhaltung. Man drängt sich nicht auf, vermeidet Konfrontationen und lässt anderen Raum, um das gesellschaftliche Gleichgewicht zu wahren.

• Shoshin – was „Geist des Anfängers“ bedeutet. Shoshin fordert dazu auf, auch mit viel Erfahrung und Wissen stets eine offene, neugierige und lernbereite Haltung wie ein Anfänger einzunehmen.
42 Minuten
Wir sprechen in dieser ersten Podcastfolge nach dem Sommer über Japan, die Eigenheiten der Japaner, seltsame Rituale, Disziplin, Höflichkeit und Respekt.
42 Minuten
Diesmal reden wir über ein Buch von Eva Illouz, der Soziologin, die kritisiert, dass unsere Gesellschaft stark über Emotionen gesteuert wird: "Die Zukunft der Gefühle".

Sie sagt: Digitale Plattformen und das Internet haben Gefühle zu einer eigenen Währung gemacht. Emotionen werden im virtuellen Raum nicht nur ausgedrückt, sondern oft authentischer erlebt als in der realen Welt. Die Emotionen selbst werden zu Waren (Emodities, Emotionen und Commodities).

Wir streiten darüber, ob die digitale Welt eine neue Form der „entertained loneliness“ schafft: Viele Menschen sind allein, aber durch digitale Angebote werden sie emotional stabilisiert und unterhalten. Nutzen Influencer durch authentisch wirkende Emotionen dies aus? Welche Rolle spielt die Emotion in der Politik?

Wir einigen uns zum Schluss der Folge auf den Gedanken, dass eine Notwendigkeit realer, gemeinschaftlicher Erfahrungen besteht. Wir brauchen ein lebendiges Miteinander und echte, handfeste Erfahrungen in der realen Welt, um der Scheinwelt der digitalen Authentizität etwas entgegenzusetzen. (Einfacher gesagt, als getan, denn wir brauchen ein Bewusstsein für das Problem, um dann zu Veränderungen zu kommen.)
34 Minuten
Diesmal reden wir über die smarten, neuen Skills, die man nun braucht. Yuval Noah Harari hat einmal sinngemäß gefragt, was man einem 17-jährigen jetzt raten solle. Seine Antwort war: "Hör nicht auf Deine Eltern". Es war sein Hinweis, dass sich die Welt einfach so schnell entwickelt, dass wir gar nicht mehr aus der Vergangenheit lernen können. Heute müssen wir aus der Zukunft lernen - die Skills, die uns weiter helfen.

Die GenZs sollten, so Lea, sich in das Unbequeme wagen, die Comfort Zone verlassen, selber machen, nicht durch KI machen lassen. (The power of inconvenience). Auch braucht man Sozialkompetenz, denn hier hat die GenZ Bedarf. Weiter brauchen wir zum Beispiel Resilienz, mentale Gesundheit und die Fähigkeit, analytisch zu denken. Aus Boomer Sicht ist eine wichtige Fähigkeit, immer neugierig zu sein und neue Skills lernen zu wollen - aber auch Altes zu verlernen. Und das ist ganz schön schwer ... Viel Spaß mit der neuen Folge. Kommentare an ol@oliverleisse.com, danke!
24 Minuten
Wir reden über ein schwieriges Thema, die Situation im Land der ehemals unbegrenzten Möglichkeiten. Die Diskussion beginnt mit der ironischen Anekdote, dass ein französischer Politiker die Freiheitsstatue zurückfordert ... und dann geht es um die zunehmend prekäre und unsichere Situation für internationale Studierende. Neben vielen Sorgen bleiben wir hoffnungsvoll.