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Hasophonie Archiv
43 Episoden
34 Minuten
Hat Gott einen Plan für unser Leben? Das hängt davon ab, wen du fragst. Die einen sagen: „Gott liebt dich und hat einen Plan für dein Leben“ oder „Gott hat dich mit einem Plan erschaffen“. Andere behaupten das Gegenteil: „Gott hat nie gesagt: Ich habe einen Plan für dein Leben“ oder „Glaubenslüge Nr. 6: Gott hat einen Plan für dein Leben“. Manuel Schmid hat sogar ein ganzes Buch mit dem Titel „Gott hat keinen Plan für dein Leben“ geschrieben. Auch Paulus hat dazu eine Meinung, und die lässt sich aus seiner Selbstvorstellung und anderen Aussagen im Römerbrief ableiten. In der neuen Folge von Hasophonie bringe ich das Buch von Manuel Schmid und den Brief des Apostels ins Gespräch miteinander.
26 Minuten
Paulus beginnt seinen Brief an die Christen in Rom sehr ungewöhnlich. Seine Einleitung sprengt die Briefkonventionen der Antike. Und seine Selbstvorstellung beginnt er, für ihn untypisch, damit, dass er sich als „Sklave Christi Jesu“ bezeichnet. Wie kann man etwas so Schönes wie die Beziehung zu Jesus mit einer der hässlichsten Institutionen vergleichen, die die Menschheit hervorgebracht hat? Es gibt zwei Deutungsmöglichkeiten: Man kann seine Selbstbezeichnung aus der jüdischen Tradition (vor allem dem Tanach, unserem Alten Testament) erklären oder aus der römischen Stadtkultur. In beiden findet man Möglichkeiten, das Bild der Sklaverei so zu interpretieren, dass man versteht, warum Paulus es gebraucht. Weil man bei ihm oft auf eine ähnliche Alternative stößt, lohnt es sich, an diesem Beispiel zu zeigen, wie man zu einem Ergebnis kommt.
33 Minuten
Es ist um das Jahr 56. Paulus sitzt in Korinth und diktiert seinem Schreiber Tertius einen Brief an die Christen in Rom. Dieser Brief sollte zu einer der einflussreichsten Schriften der Geschichte werden. Lange Zeit hielt man ihr für einen „Abriss der christlichen Lehre“ (Melanchthon), die finale systematische Darstellung der Theologie des Apostels. Doch in den letzten Jahrzehnten hat sich zunehmend die Einsicht durchgesetzt, dass auch der Römerbrief – wie die anderen Paulusbriefe – ein Situationsbrief ist. Sein Aufbau und Inhalt sind bestimmt von der schwierigen Situation, in der sich die Christen in Rom gerade befinden, und von einem Anliegen, das Paulus an sie hat. Auch er ist gerade in einer heiklen Lage, und wenn er die römischen Christen als Unterstützer gewinnen will, muss er zunächst einige Missverständnisse aufklären, die seine Lehre für viele verdächtig gemacht haben. Diesen Hintergrund stelle ich in der neuen Folge von Hasophonie vor, mit der ich meine Auslegung des Römerbriefs beginne. Und ich führe schon einmal zwei weitreichende Konsequenzen an, die sich aus dieser Sicht des Briefes ergeben.
29 Minuten
In der neuen Folge von Hasophonie geht es ein letztes Mal um Denkfehler und Trugschlüsse der Bibelauslegung, und als Fallbeispiel spielt wieder die Apostelin Junia aus Römer 16,7 die Hauptrolle. Es gibt zu ihr eine schöne Geschichte, die wir uns genauer anschauen. Mit dieser Geschichte verbindet sich erneut ein Ausflug in die psychologische Gehirnforschung, bei dem wir sehen, warum Menschen vorschnell bloße Vermutungen für gesicherte Erkenntnisse halten – eine Hauptursache für falsche Schlussfolgerungen aus Bibeltexten.
40 Minuten
In den letzten Folgen habe ich am Fallbeipiel der Apostelin Junia (Röm 16,7) einige typische Schwachpunkte der Bibelauslegung aufgezeigt. In dieser Folge setze ich das fort. Dabei weitet sich der Horizont von Junia zu anderen Frauen des Neuen Testaments. Es geht um folgende Fragen: (1) Paulus spricht in der Grußliste von Römer 16 von allen Frauen nur Junia den Titel „Apostel“ zu. Was hat Junia, was die anderen nicht haben? (2) Gibt es noch andere Apostelinnen? (3) Können wir einige von ihnen identifizieren? (4) Was macht ihren Apostelstatus aus? Woran erkennen wir, dass eine Frau Apostelin ist? Und schließlich: (5) Wenn Junia unter den Aposteln berühmt ist, warum erfahren wir im NT nicht mehr über sie? Oder vielleicht doch? Während ich diese Fragen beantworte, illustriere ich einen weiteren häufigen Auslegungsfehler: die „selektive Wahrnehmung“. Sie besteht darin, dass man Aussagen in der Bibel einfach nicht wahrnimmt, die nicht den eigenen Erwartungen entsprechen, obwohl sie klar vor Augen stehen.
53 Minuten
In dieser Folge geht es um die wichtigste und häufigste Fehlerquelle für Bibelauslegungen – den sogenannten Bestätigungsfehler. Er besteht darin, dass wir Bibeltexte nicht sagen lassen, was sie sagen, sondern sie im Sinne vorgefasster Überzeugungen umdeuten. Ich illustriere ihn mit einem informativen Streifzug durch 2000 Jahre frauenfeindlicher Theologiegeschichte. Dabei komme ich darauf zu sprechen, wie die Reformation und die Katholische Kirche eine große Chance vertan haben. Und ich erzähle, wie die Theologin Bernadette Brooten die weibliche Junia wiederentdeckte, nachdem alle Welt sie zu einem Mann erklärt hatte.
23 Minuten
Ich habe mich jetzt einige Wochen lang intensiv mit „Kognitiven Verzerrungen“ beschäftigt, mit all den Tricks, die unser Gehirn drauf hat, um uns in die Irre zuführen. Es gaukelt uns Wahrscheinlichkeiten vor, lässt uns Fehlschlüsse als logisch erscheinen und vermittelt uns Gewissheit auch da, wo wir falsch liegen. Das tut es leider auch in der Bibelauslegung – bei jedem, vom einfachen Bibelleser bis zum Fachtheologen. In der neuen Folge meines Podcasts fange ich an, einige der wichtigsten kognitiven Verzerrungen vorzustellen. Es geht zuerst um den „Verfügbarkeitsfehler“. Mein Fallbeispiel ist wieder Junia aus Römer 16,7. Nebenbei erkläre ich, warum Leute lieber über Asylrecht diskutieren als über Geschwindigkeitsbegrenzungen. Ich begründe, warum wir uns bei der Frage nach der Ordination von Frauen nicht allzu sehr von 1. Korinther 14 und 1. Tim 2 beeindrucken lassen sollten. Und ich erzähle, warum ich viel Literatur von Leuten lese, die eine andere theologische Richtung vertreten als ich. Ich brauche sie, um kognitiv etwas weniger verzerrt zu sein und meine eigenen Irrtümer so weit wie möglich zu verringern.
35 Minuten
In dieser Folge beschäftige ich mich mit der Fehleranfälligkeit von Bibelauslegungen. Einige Ursachen von Denkfehlern und Trugschlüssen zeige ich an einem Fallbeispiel – dem Streit um eine Junia aus Römer 16,7: „Grüßt Andronius und Junia … die berühmt sind unter den Aposteln.“ Zwei Fragen haben in den vergangenen 50 Jahren die Gemüter erhitzt: War Junia eine Frau oder ein Mann? Und wenn sie eine Frau war, war sie auch eine Apostelin oder genoss sie nur einen guten Ruf bei den Aposteln? Vor 50 Jahren waren fast alle überzeugt, dass Junia ein Mann ist. Heute gehen die meisten von einer Apostelin Junia aus. Sie ist ein wichtiges Argument für Frauen, die in ihren Kirchen für Gleichberechtigung kämpfen. Für die, die das verhindern wollen, ist sie ein lästiges Argument. Wegen dieser Bedeutung zeichne ich die Schritte genau nach, die zum Ergebnis führen, dass Junia eine Frau sein muss. Ich tue das so niederschwellig und anschaulich wie möglich, damit alle nachvollziehen können, warum wir uns hier inzwischen auf sicherem Boden bewegen. Außerdem können so Leute, die sich bisher kaum oder gar nicht mit Theologie beschäftigt haben, aber neugierig sind, was die Experten eigentlich so machen, einmal einen Einblick gewinnen, wie neutestamentliche Wissenschaft arbeitet. Sie gleicht oft einer minutiösen Detektivarbeit, mit der geduldig Indizien zusammengetragen werden, um zu einem Ergebnis zu kommen. Aber wie alles Menschliche, kennt auch diese Detektivarbeit Licht und Schatten. Es gibt Sternstunden und wichtige Entdeckungen, aber auch dunkle Kapitel, Fake News und Blindheit für Fakten.
35 Minuten
Wie kürzlich angekündigt, plane ich eine Podcast-Reihe über den Römerbrief. Vorab werde ich einige Vorüberlegungen veröffentlichen, die darüber Auskunft geben, mit welch einer Sicht und Haltung ich dieses Vorhaben angehe. Damit hoffe ich gleichzeitig, anderen Anregungen für ihren Umgang mit der Bibel zu geben. Ich beginne mit einer Folge, in der ich mich mit einem Phänomen beschäftige, das von Anfang an die Bibel begleitet hat.
(1) Auf der einen Seite wurden und werden der Römerbrief und darüber hinaus die ganze Bibel sehr unterschiedlich verstanden. Seit 2000 Jahren gibt es Christen, die ihre eigene Auslegung für die richtige halten, denen aber von anderen Christen zum Teil heftig widersprochen wird. Manchmal sind es einzelne Theologen, manchmal ganze Denominationen, die über die angemessene Deutung streiten. Manchmal debattieren sie über die Erklärung einzelner Passagen, manchmal darüber, wie ganze biblische Bücher zu verstehen sind. Und immer wieder gab und gibt es Neuerungen. (Was Luther im Römerbrief sah, hatte in den 1500 Jahren vor ihm kaum jemand in gleicher Weise gesehen, aber bis heute lesen viele evangelische Christen diesen Brief so selbstverständlich nur mit Luthers Augen, als ob es keine anderen Augen gäbe.) Die Geschichte des Verstehens der Bibel war und ist oft eine verwirrende Geschichte.
(2) Auf der anderen Seite haben in den vergangenen 2000 Jahren Menschen trotz ihrer unterschiedlichen und einander widersprechenden Deutungen erlebt, dass die Bibel sie zum Glauben an Jesus gebracht, ihnen Heil vermittelt und ihr Leben verändert hat. In den Erweckungsbewegungen des 18. Jahrhunderts waren John Wesley und George Whitefield die beiden wichtigsten Prediger (mit Ausnahme vielleicht von Jonathan Edwards). Beide gerieten in heftigen Streit. Bestimmte Aussagen, die man im Römerbrief, aber auch sonst findet, verstand Whitefield so, dass die Vorherbestimmung und Erwählung durch Gott entscheidet, wer gerettet wird. Wesley hingegen vertrat die Auffassung, dass es am freien Willen des Menschen liegt. Doch unter der Verkündigung beider machten Menschen ganz ähnliche tiefgehende Bekehrungserfahrungen, die zu einer ähnlich intensiven Jesus-Beziehung führten. Entgegengesetzte Erklärung – gleiche Wirkung. Der Gott der Bibel wohnt oft beiderseits der exegetischen Schützengräben. Bis heute verhindern Missverständnisse und Irrtümer nicht, dass Menschen in der Bibel ihm begegnen.
Was hat es mit der Bibel auf sich, dass sie seit 2000 Jahren die Menschen beständig auf der Suche nach der richtigen Auslegung hält, ohne dass diese Suche jemals endgültig abgeschlossen wäre? Dass sie aber gleichzeitig beständig Menschen Heil und Leben vermittelt, selbst wenn diese vieles falsch deuten? Ich habe dazu ein Modell entwickelt, das ich in der neuen Folge von Hasophonie vorstelle: „Wie man sich in der Bibel zurechtfindet und Entdeckungen macht“.
(1) Auf der einen Seite wurden und werden der Römerbrief und darüber hinaus die ganze Bibel sehr unterschiedlich verstanden. Seit 2000 Jahren gibt es Christen, die ihre eigene Auslegung für die richtige halten, denen aber von anderen Christen zum Teil heftig widersprochen wird. Manchmal sind es einzelne Theologen, manchmal ganze Denominationen, die über die angemessene Deutung streiten. Manchmal debattieren sie über die Erklärung einzelner Passagen, manchmal darüber, wie ganze biblische Bücher zu verstehen sind. Und immer wieder gab und gibt es Neuerungen. (Was Luther im Römerbrief sah, hatte in den 1500 Jahren vor ihm kaum jemand in gleicher Weise gesehen, aber bis heute lesen viele evangelische Christen diesen Brief so selbstverständlich nur mit Luthers Augen, als ob es keine anderen Augen gäbe.) Die Geschichte des Verstehens der Bibel war und ist oft eine verwirrende Geschichte.
(2) Auf der anderen Seite haben in den vergangenen 2000 Jahren Menschen trotz ihrer unterschiedlichen und einander widersprechenden Deutungen erlebt, dass die Bibel sie zum Glauben an Jesus gebracht, ihnen Heil vermittelt und ihr Leben verändert hat. In den Erweckungsbewegungen des 18. Jahrhunderts waren John Wesley und George Whitefield die beiden wichtigsten Prediger (mit Ausnahme vielleicht von Jonathan Edwards). Beide gerieten in heftigen Streit. Bestimmte Aussagen, die man im Römerbrief, aber auch sonst findet, verstand Whitefield so, dass die Vorherbestimmung und Erwählung durch Gott entscheidet, wer gerettet wird. Wesley hingegen vertrat die Auffassung, dass es am freien Willen des Menschen liegt. Doch unter der Verkündigung beider machten Menschen ganz ähnliche tiefgehende Bekehrungserfahrungen, die zu einer ähnlich intensiven Jesus-Beziehung führten. Entgegengesetzte Erklärung – gleiche Wirkung. Der Gott der Bibel wohnt oft beiderseits der exegetischen Schützengräben. Bis heute verhindern Missverständnisse und Irrtümer nicht, dass Menschen in der Bibel ihm begegnen.
Was hat es mit der Bibel auf sich, dass sie seit 2000 Jahren die Menschen beständig auf der Suche nach der richtigen Auslegung hält, ohne dass diese Suche jemals endgültig abgeschlossen wäre? Dass sie aber gleichzeitig beständig Menschen Heil und Leben vermittelt, selbst wenn diese vieles falsch deuten? Ich habe dazu ein Modell entwickelt, das ich in der neuen Folge von Hasophonie vorstelle: „Wie man sich in der Bibel zurechtfindet und Entdeckungen macht“.
49 Minuten
„Gott braucht keine Opfer, um zu vergeben. Er ist die Liebe.“ Solche Sätze hört oder liest man heute oft. Die Deutung des Kreuzes als stellvertretende Strafübernahme durch Jesus ist bei vielen in Misskredit geraden, und die Diskussion darüber polarisiert die fromme Szene. Für die einen ist die traditionelle Deutung Herzstück ihres Glaubens und Grund tiefer Dankbarkeit. Für die anderen ist sie nicht mehr nachvollziehbar oder sogar anstößig. An dieser Debatte beteilige ich mich mit der neuen Folge von Hasophonie. Mir ist aufgefallen, dass beide Seiten in diesem Streit oft etwas Wichtiges übersehen oder nicht genug berücksichtigen: Sie behandeln Vergebung meist als bilaterales Geschehen zwischen Gott und Mensch: Wie bekommt der Sünder einen gnädigen Gott? Aber wo es Täter gibt, gibt es auch Opfer. Es geht um ein trilaterales Geschehen zwischen Gott, Tätern und Opfern (wobei Menschen mal das Eine, mal das Andere sind). Jede Lehre über Sühne und Versöhnung muss sich an Vorgängen wie Sklaverei, Genozid oder Apartheid bewähren. Und da tauchen Fragen auf wie: Ist es recht, wenn Gott, weil er die Liebe ist, Sünden einfach so vergibt, die gar nicht gegen ihn, sondern gegen andere Menschen verübt wurden? Muss da nicht mehr geschehen? Mit solchen Fragen beschäftige ich mich in dieser Folge.
33 Minuten
Für die meisten Menschen ist Gebet eine Aktivität: Man bittet Gott um etwas oder man will ihm etwas mitteilen. Die Psalmen kennen noch eine weitere Art des Betens, die keine Tätigkeit, sondern ein Verweilen ist: das schweigende Gebet, die „Stille zu Gott“. Darum geht es in dieser Folge: Worin besteht sie? Was bewirkt sie? Welche Hindernisse gibt es?
43 Minuten
Wenn Christen andere Christen bekämpfen, ist das vor allem eine Frage der Wahrnehmung. Was sehen sie im anderen? Was finden sie so schlimm, dass ihnen friedliche Koexistenz nicht möglich erscheint, sondern gewarnt und ablehnend Stellung bezogen werden muss. Damit sind wir beim Thema der „Geistlichen Unterscheidung“. Sie – und das mit ihr verbundene Charisma (1. Korinther 12,10) – hat in der Geschichte des Christentums eine wechselhafte Rolle gespielt. Zu manchen Zeiten und bisweilen auch heute war und ist sie ein Kampfbegriff. Christen verstehen dann darunter vor allem einen Fahndungsauftrag. Es gilt, Ketzer zu entlarven und den Bösen bzw. das Böse überall dort aufzuspüren, wo es sich versteckt hält. Nun ist es in der Tat so, dass die geistliche Unterscheidung auch zum Immunsystem des Leibes Christi gehört, durch die er sich vor wesensfremden Elemente schützt. Die meisten ihrer Funktionen liegen aber nicht hier. Die Discretio – so nannte man sie früher – befähigt uns, (1) das Gute auch da zu entdecken, wo wir es nicht erwartet hätten, (2) mit uns selbst und anderen gut umzugehen und (3) von der Bibel einen solchen Gebrauch zu machen, dass uns nicht ihr Buchstabe die Luft abschnürt, sondern ihr Geist uns Leben einhaucht.
39 Minuten
Wenn ich mich derzeit mehrfach zum Konflikt zwischen bibeltreuen und postevangelikalen Christen äußere, dann liegt das daran, dass ich zu beiden grundsätzlich ein gutes Verhältnis habe. Ich hatte enge Beziehungen und gute Freundschaften mit Vertretern beider Seiten, als ich noch aktiv war – jetzt im Ruhestand lebe ich eher zurückgezogen. Bei beiden habe ich Gott erlebt, bei beiden Gutes entdeckt. Deshalb bedaure ich, dass beide oft nicht miteinander können.
Eigentlich wollen beide etwas Gutes: Bibeltreue Christen möchten der Bibel zur vollen Geltung verhelfen, postevangelikale Christen möchten den Glauben befreien von dem, was Menschen einengt und unfrei macht. Aber bei beiden empfinde ich, dass sie ihr jeweiliges Anliegen nicht immer angemessen vertreten. Beide können übers Ziel hinausschießen, und dann kann es kontraproduktiv werden.
Ich meine, dass bibeltreue Christen nichts verlieren müssten, wenn sie ihre Haltung zur Bibel noch einmal überdenken würden. Und ich meine, dass postevangelikale Christen etwas gewinnen könnten, wenn sie ihre Dekonstruktionen gelegentlich überdenken würden.
Eigentlich wollen beide etwas Gutes: Bibeltreue Christen möchten der Bibel zur vollen Geltung verhelfen, postevangelikale Christen möchten den Glauben befreien von dem, was Menschen einengt und unfrei macht. Aber bei beiden empfinde ich, dass sie ihr jeweiliges Anliegen nicht immer angemessen vertreten. Beide können übers Ziel hinausschießen, und dann kann es kontraproduktiv werden.
Ich meine, dass bibeltreue Christen nichts verlieren müssten, wenn sie ihre Haltung zur Bibel noch einmal überdenken würden. Und ich meine, dass postevangelikale Christen etwas gewinnen könnten, wenn sie ihre Dekonstruktionen gelegentlich überdenken würden.
42 Minuten
Die Debatte zwischen „bibeltreuen“ und „postevangelikalen“ Christen geht weiter, und ich schaue mir die Sache weiter an und versuche, ihr noch mehr auf den Grund zu gehen. In dieser Folge geht es darum, dass ich glaube, dass dieses Duell in der falschen Arena ausgetragen wird. Das, worüber in Bezug auf die Bibel gestritten wird, ist nicht das, worauf es wirklich ankommt. Unsere Beziehung zur Bibel liegt auf einer anderen Ebene als der, auf der hier debattiert wird. Um das zu zeigen, lade ich ein zu einem Streifzug durch Bibel und Kirchengeschichte, bei dem wir auf interessante Fundstücke stoßen.
23 Minuten
Gelegentlich steigt über der christlichen Szene Pulverrauch auf und kündet von einem Schusswechsel zwischen Christen, die durch ihren gemeinsamen Glauben getrennt sind. Dann kann es gut sein, dass die Beteiligten bibeltreue und postevangelikale Christen sind. Normalerweise halte ich mich aus solchen Konflikten raus und bleibe in Deckung, aber jetzt betrete ich einmal die Arena, nicht um mitzuschießen, sondern um mir genauer anzuschauen, worum es geht: vordergründig sind es Fragen um die Bibel, aber dahinter sehe ich Dynamiken am Werk, die leicht übersehen werden.