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Radetzkystrasse 1 Archiv

115 Episoden
25 Minuten
Als das vorarlberg museum coronabedingt geschlossen war, nutzten die beiden Kulturvermittlerinnen Elvira Flora und Claudia Schwarz die Zeit, um sich ihren langersehnten Wunsch zu erfüllen und schrieben, zeichneten und konzipierten ihr interaktives Kindersachbuch „Vorarlberg erzählt – Die große Geschichte vom kleinen Land“, das 2022 im Tyrolia Verlag erschienen ist. Ein Buch, das mit Rätseln, Bildern, Wimmelbildern, Fotos, Sach- und Erzähltext die vielen kleinen Geschichten der Vorarlberger Geschichte erzählt. Jenny Spiegel redet mit Elvira und Claudia über die Herausforderung 160.000 Objekte aus dem Museumdepot zu erfassen, wie es sich anfühlt Geschichtensammlerin zu sein und warum gerade Hohenems in Bezug auf die Vorarlberger Literaturgeschichte eine besondere Rolle spielt. Außerdem gehen sie den Fragen nach, wie das vorarlberg museum die junge Genration ins Museum lockt und wie ein Museum der Zukunft agieren kann.  

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Elvira Flora und Claudia Schwarz!  
22 Minuten
Die preisgekrönte Autorin und Illustratorin Raffaela Schöbitz schafft das, was auf den ersten Blick unmöglich scheint: Sie faltet die große Welt der griechischen Mythologie auf der kleinen Fläche das Daumenkinos auf. Mit der Figur der treuen Penelope, die in Homers Odyssee über 20 Jahre auf ihren Mann Odysseus wartet, entwirft Raffaela Schöbitz für die Daumenkino-Edition ‚Großes kleines Kino‘ des Literaturhauses Vorarlberg eine bild- und sprachgewaltige Geschichte über das Erzählen. Penelope, die gleichermaßen in ihrem Schicksal gefangen ist und dessen Fäden doch selbst in die Hand nimmt, wird zum Sinnbild für die Frage, welche Erzählfäden sich in welche Kontexte einweben und wem die Geschichte gehört, wenn die Erzählerin dahinter längst zu Staub zerfallen ist. In der Radetzkystrasse 1 spricht die Autorin, deren Kinderbuch ,Graue Riesen' 2020 in die Kollektion des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises aufgenommen wurde, mit Frauke Kühn über die emanzipatorischer Kraft dieser antiken Frauenfigur, über feine Verknüpfungen zur Villa Franziska und Iwan Rosenthal in Hohenems, über das Zeichnen im Kopf und über Bilder, die mehr erzählen als der Text. Außerdem verrät sie, warum man ihr Daumenkino von hinten und vorn erleben kann.  

  

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Raffaela Schöbitz 

Hier findet ihr alle Informationen zum Daumenkino! 
22 Minuten
Die Geheimnisse des Waldes – ein Buch, das der Förster, Waldpädagoge und Autor Jürgen Thomas Ernst eigentlich gar nicht schreiben wollte. Glücklicherweise scheint sein Verleger über beste Überredungskünste zu verfügen. Nach sieben Romanen gibt Jürgen Thomas Ernst deshalb nun in seinem ersten Sachbuch Einblicke in den Wald, die viele seiner Leser:innen so wahrscheinlich noch nie gesehen haben. Die Langsamkeit und Achtsamkeit, die der Autor als kleines Kind auf dem Hof seiner Großeltern und auf Streifzügen mit seiner Großmutter im Wald erleben durfte, haben den Naturliebhaber schon in frühen Jahren geprägt. In der Radetzkystrasse 1 blickt Jürgen Thomas Ernst mit Frauke Kühn auf diese frühen Erlebnisse zurück und erzählt davon, wie er diese Art, die Natur und damit auch Wesentliches über sich selbst zu erfahren, bis heute an Erwachsene, vor allem aber an Kinder weitergibt. Mit seinem Buch bringt der Autor den Wald auf vielfältige Weise wieder als Schatzort in unser Bewusstsein. Ein Ort, der sich nicht nur als Lösungsort für so manches menschliches Weh erweist, sondern sich auch als ein starkes soziales Gefüge darstellt.  

Vielen Dank für das feine Gespräch, ⁠Jürgen Thomas Ernst⁠! 

Mit dieser Folge verabschieden wir uns in eine kleine Frühjahrspause! Wir freuen uns auf ein Wiederhören mit euch am 5. Mai 2023!  

 

Jürgen Thomas Ernst: Geheimnisse des Waldes, 2023, braumüller.
24 Minuten
Wenn Sprache und Musik wie Wellen fließen, geht in Siljarosa Schletterer das Lyrikherz auf. 2022 erschien ihr erster Lyrikband „azur ton nähe - flussdiktate“ im Limbus Verlag. Für die Flussdiktate hat die Lyrikerin, Autorin und Kulturvermittlerin der Fluss- und Seenlandschaft Mitteleuropas zugehört und den Wörtern gelauscht, die in den Wellen wohnen. „Bäche sprechen ihre eigenen Sprachen“, schreibt die Autorin und taucht im Gespräch mit Frauke Kühn tiefer in die Seelen eines jedes Flusses oder Baches ein, der ihr begegnet ist. Diese Bachverliebungen stehen für Siljarosas Überzeugung, dass in der Natur einem immer wieder das DU begegnen wird. Es geht um die Kraft des nature writings, den Klang von Sprache, eine Literaturlandschaft, die auch von Preisen und Stipendien bestimmt wird und um die Bewegung des Wassers, sowohl in der Natur als auch in der Sprache.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Siljarosa Schletterer!
24 Minuten
Ganz allmählich schlägt das Literaturhaus Vorarlberg in der sich noch in der Renovierung befindlichen Villa Franziska und Iwan Rosenthal in Hohenems seine Wurzeln. Im Park des 1890 erbauten Hauses stehen zwei eng ineinander verschlungene Bäume. Zumindest einer davon, bewohnt den Garten bereits seit rund 130 Jahren. Nach einem langen Dornröschenschlaf stehen die Bäume nun aufgrund der Sanierung der Villa und der Umgestaltung des Parkareals inmitten einer beeindruckenden Baustelle.  

Der Vorarlberger Baumpfleger Stefan Gieselbrecht und sein Team haben beide Bäume im Blick und stellen über präventive Maßnahmen sicher, dass sie die Aktivitäten auf der Baustelle unbeschadet überstehen. In der Radetzkystrasse 1 spricht er mit Frauke Kühn darüber, welche Gefahren für Bäume auf Baustellen und in den Gärten lauern, welche Methoden er anwendet, um Baumschäden zu erkennen und zu heilen und warum vor allem alter Baumbestand unbedingt erhalten werden muss. Dabei wird mit jedem Satz Stefan Gieselbrechts tiefe Leidenschaft für das Verstehen der Lebensabläufe und der Anatomie des Baumes spürbar. Eine Leidenschaft, die ihn schon bis zu 50 Meter in die Höhe geführt hat und deshalb nicht nur Kenntnisse über verschiedenste Baumfragen, sondern vor allen Dingen auch spezielle Seilklettertechniken voraussetzt.  

Rund um die beiden Bäume hinter dem Literaturhaus Vorarlberg zeigt sich Stefan Gieselbrecht zuversichtlich. Er geht davon aus, dass sie im später öffentlichen Park des Areals den Besucher:innen noch viele Jahrzehnte lang Freude und Schatten spenden werden!

Vielen Dank für das feine Gespräch, Stefan Gieselbrecht!
18 Minuten
Genauso wie Rohdiamanten einem Schliff unterzogen werden,ist es auch das Ziel des Lektorats, einen Text vor seiner Publikation in seine größte Strahlkraft zu bringen. Aber woran erkennen Lektor:innendas Potenzial eines Texts und wie kann dieses wirkungsvoll sichtbar gemacht werden ohne die Handschrift der Autor:innen, das Wasserzeichen eines Textes, zu verwischen? Wie gehen Lektor:innenmit Autor:innen über deren Herzenswerk ins Gespräch und an die Arbeit?  

 

Evelyn Bubich, selbst Autorin, Veranstalterin und Rezensentin, vor allem aber Lektorin, spricht in der Radetzkystrasse 1 gemeinsam mit Frauke Kühn über die verschiedenen Ebenen eines Lektoratsprozesses. Die gebürtige Klagenfurterin gibt Einblick in ihre Zusammenarbeit mit Autor:innen, erzählt aber auch vom Umgang mit dem eigenen Text in dieser sensiblen Phase des Schreibprozesses, von den besonderen Herausforderungen des Lyrik-Lektorats und von der Unsichtbarkeit der Lektor:innen außerhalb des Literaturbetriebs.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Evelyn Bubich!
27 Minuten
Wer Amerika wann entdeckt hat, ist kein Geheimnis. Doch welcher Irrtum hat dazu geführt, dass der Kontinent ganz offensichtlich nicht nach seinem Entdecker Christoph Kolumbus benannt wurde und welche Rolle spielt die Vorarlberger Montfortstadt Feldkirch in diesem Zusammenhang?  

Diese spannende Geschichte, die gleichzeitig ein Seefahrerabenteuer und ein Meilenstein der historischen Kartographie ist und darüber hinaus von einem 380 Jahre langen Dornröschenschlaf erzählt, faltet Dr. Philipp Schöbi im Gespräch mit Frauke Kühn in der Radetzkystrasse 1 auf. Der Mathematiker, der mit einer großen Lieben zur Literatur und einem unerschütterlichen Forschergeist ausgestattet ist, bahnt einen Weg durch die Irrtümer und Annahmen des 15. Jahrhunderts, die zur Entdeckung und Benennung Amerikas geführt haben. Er erzählt von Zufällen und fraglichen Ereignissen, die den Lauf der Geschichte bestimmt haben, und nimmt uns mit auf eine Odyssee von Amerika bis ins Vorarlberger Unterland. Er erzählt von dem allerersten schriftlichen Beleg Amerikas und davon, wie die neue Welt erstmals aufs Papier kam. Ein Papier das knapp 400 Jahre wie vom Erdboden verschluckt schien und Anfang des 20. Jahrhunderts von Pater Josef Fischer der Stella Matutina in Feldkirch als Sensationsfund wieder aufgestöbert wurde.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Philipp Schöbi!

Schöbi, Philipp: „Die Wiederentdeckung von Amerikas Taufschein – Wie ein Pater der Stella Matutina, Josef Fischer SJ, die längst verschollene Geburtsurkunde Amerikas wiederfand“, in: Montfort, Zeitschrift für Geschichte Vorarlbergs, 74. Jahrgang, Band 2, Studien Verlag 2022, S. 55-80.
23 Minuten
Mit kraftvoller Ruhe lässt Sarah Kuratle ihre Texte nach außen frei. Ihr Anliegen ist es, ihre Worte nicht nur im Arbeitszimmer, sondern auch dort laut werden zu lassen, wo sie andere Menschen erreichen können. Die Autorin und Bibliothekarin, geboren in Bad Ischl, studierte und lebte zwischenzeitlich in Graz und Wien, bis sie sich nun in Vorarlberg niedergelassen hat. Einer der Gründe dafür ist / mag die Nähe zur nichtmenschlichen Welt am Land sein, die für Sarah Kuratle besonders bedeutungsvoll sowohl fürs Schreiben als auch für das Leben ist.

Im Gespräch mit Frauke Kühn schildert die Schriftstellerin, wie sie mit dem Erfolg ihres im Otto Salzmüller Verlag erschienen Debütromans Greta und Jannis. Vor acht oder einhundert Jahren umgeht und ob er ihr Schreiben beeinflusst. Sarah Kuratle erzählt die tragische Liebesgeschichte rund um Greta und Jannis in unzähligen Fragmenten, die sich nach ihren ganz eigenen magischen Gesetzmäßigkeiten wieder zusammenfügen. Zeitsprünge, Perspektiven oder auch Motivanleihen aus Märchen oder Musik werden zum Erzählstrom, der die Leser:innen mitzieht und sie einlädt sich von der ganz eigenen Rhythmik und Melodie der Autorin tragen zu lassen. Dabei entsteht der Eindruck, als gäbe es in Sarah Kuratles Geschichten kein letztes Wort und kein Ende, sondern ein immerwährendes Erzählen.

In der Radetzkystrasse 1 gibt die junge Autorin Einblick, wie sie beim Schreiben ein feines Netz zwischen scheinbar Gegensätzlichem webt, und damit nicht weniger als die große Wahrheit erzählt über das Märchenhafte und das Wahre, über die Zeitlosigkeit der Liebe und ihre Tabus, über die Gegenwart und ihre Vergangenheit.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Sarah Kuratle!
22 Minuten
Obwohl die Jugend bekanntlich vergänglich ist, gibt es Themen und Fragen, die sich bereits in jungen Jahren in die Köpfe der Heranwachsenden graben und diese wohl lebenslänglich nie mehr verlassen. Schriftsteller Andreas Jungwirth besucht in seinen Jugendromanen persönliche Erfahrungen und Erinnerungen und geht dabei dem zeitlosen Streben nach Authentizität, Wirklichkeit und Liebe auf den Grund. Der in Linz geborene Autor und Schauspieler hat am Wiener Konservatorium Schauspiel studiert und sich im deutschsprachigen Raum auch im Theater und vor allen Dingen durch das Hörspiel etabliert. Zu Gast in der Radetzkystrasse 1 erläutert Andreas Jungwirth den Reiz, sich mit seinen Erzählungen an junge Menschen zu wenden. Gemeinsam mit Frauke Kühn vergleicht er die Jugend der 70er mit der von heute. Außerdem gibt er Einblick, wie Hören und Lesen erlernt werden können und wie er mit seinen jugendlichen Leser:innen in den Austausch geht.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Andreas Jungwirth!
23 Minuten
Frieda Paris ist Autorin, stammt aus Ulm und studiert Sprachkunst im Masterstudiengang an der Angewandten in Wien. Zu Gast in der Radetzkystrasse 1 schildert sie ihre Liebe zum Hören und wie sie diese Leidenschaft mit dem Schreiben verknüpft. Sie erzählt, wie das Hörspiel ihren Ruhepuls flattern lässt und ihre Wahrnehmung andere Wege geht, wenn sie dort stehen bleibt, wo andere weitergehen, ohne sich umzublicken. Aus dem Gesehenen, vor allem aber aus dem Gehörten schöpft sie Inspiration und vermittelt beides in ihren Texten - auch in ihrer Lyrik, in der Zeit und Raum andere, nicht lineare Wege gehen. Räume in denen auch die Leser:innen aufblitzen. Bevor Frieda am Ende der Folge aus ihrem aktuellen Langgedicht ‚Im Handgelenk ein Vogel‘ liest, geht sie dem Bild nach, wie es um die Lyrik auf dem Büchermarkt bestellt wäre, wenn diese unter den gleichen Voraussetzungen wie so mancher Thriller starten könnte.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Frieda Paris!
19 Minuten
Denise Sterr hat Verlagsherstellung studiert und öffnet damit in der Radetzkystrasse 1 heute eine Tür zu einem ganz besonders schönen Bereich des Literaturbetriebs, denn Denise Sterr ist freie Buchgestalterin. Mit ihrer stark handwerklich geprägten Arbeit entscheidet sie, wie Bücher, die wir im Buchladen erwerben, aussehen und vor allem, wie sie sich anfühlen. Ob Prägung, offener Schnitt oder Leineneinband – bei all dem geht Denise Sterrs Herz auf. Während viele ein Buch erwerben, weil sie der Autor/die Autorin anspricht, der Titel oder vor allem der Inhalt, kauft Denise Sterr immer wieder Bücher, weil sie sich einfach schön anfühlen. Nach Carlsen in Hamburg, Piper in München und dem Klaus Wagenbach Verlag in Berlin lebt sie nun in Vorarlberg. In der Radetzkystrasse 1 leuchtet Denise Sterr mit Frauke Kühn die Zusammenhänge zwischen Buchinhalt und -form sowie die Parameter aus, die bei der Buchgestaltung eine Rolle spielen und sie erinnert sich an die Kunst des Wartens als ein Buch, das für sie in der Gestaltung besonders herausragend war.  

Vielen Dank für das feine Gespräch, Denise Sterr!
21 Minuten
Schon mit zehn Jahren schrieb Jenny Dietrich an ihrem ersten Kinderbuch. Fabian und die Farblinge erzählt von einem Jungen, der umzieht und entdeckt, dass sich hinter der Tapete in seinem neuen Zimmer eine eigene Welt eines kleinen Volkes versteckt. Fabian ist inzwischen ein wenig in Vergessenheit geraten, aber das Erfinden von Welten ist bis heute Jenny Dietrichs größte Stärke. Inzwischen ist bei Ueberreuter ihr erstes Kinderbuch „Vier Schwestern gegen den Rest der Welt“ erschienen, in dem vier Schwestern auf der Wahoola-Ranch mit Witz und Abenteuerlust einen aufregenden Sommer zu bestehen haben. In der Radetzkystrasse 1 erzählt Jenny Spiegel Frauke Kühn davon, dass sie ein früher Vogel ist, wie es ihr gelingt, das Schreiben in den Alltag zu integrieren und wie es dazu kam, dass ihr die Leiterin des Jugendliteraturinstituts in Wien, Karin Haller, als Lektorin geschenkt wurde. Am Ende des Gesprächs verrät sie auch, dass sie am künftigen Literaturhaus Vorarlberg das Kinder- und Jugendprogramm verantworten wird und sie plaudert aus dem Nähkästchen, was ihr gerade in dieser Sache am Herzen liegt.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Jenny Spiegel!
29 Minuten
Spätestens seit 2012 und seinem Gewinn des Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin sorgt Martin Piekar sowohl für drastisch mehr Lyrik als auch für mehr Drastik in der Lyrik. Seine Gedichte leben aber nicht nur von bildhafter mitunter schonungsloser Bedeutung, über die er seine Leser:innen vor allem in seinem aktuellen Gedichtband an die Tiefenränder der Existenz führt, sondern auch vom Klang, von der Performativität der Sprache. Eine entsprechend große Rolle spielt der Klang für Martin Piekar bereits im Schreibprozess. Das sich wiederholende Vorsprechen des eigenen Gedichts schafft über die Stimme nicht nur neuen Raum, sondern verändert diesen, verändert das Geschriebene und mitunter auch Piekar selbst. Mit Frauke Kühn spricht er in der Radetzkystrasse 1 über die Relevanz des Spiels mit der Sprache, über das Glück Lyrikpreise zu gewinnen, über die Sichtbarkeit von Lyrik in der deutschsprachigen Literaturlandschaft und über die Lyrikbubble als Schuhschrank, von dem man gar nicht weiß, wo er aufhört.

Vielen Dank für das schöne Gespräch!

Martin Piekar
23 Minuten
Das Wochenbett als Grenzerfahrung, in der die Sprache, die bisher selbstverständlich war, keine umfassende Gültigkeit mehr hat. Vorbei an Fragmenten und zwischen Leerstellen will sie, will das lyrische Ich selbst neu gesucht und gefunden werden.

Mit ihrem Gedicht im liegen (wo aber bist übersetzt die Musikerin und Autorin Ann Kathrin Ast nicht nur ein noch wenig bearbeitetes Thema in die Welt der Poesie, sondern überzeugt auch die Jury des Feldkircher Lyrikpreises. Ende November feierte der Preis sein 20jähriges Jubiläum und kürte Ann Kathrin Ast zur Siegerin.

In der letzten Folge vor unserer Podcast-Weihnachtspause besuchen Ann Kathrin Ast und Erika Kronabitter, Autorin und Initiatorin des Feldkircher Lyrikpreises, die Radetzkystrasse 1. Ein spannendes Gespräch über das Werden eines Preises und eines Gedichtes.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Ann Kathrin Ast und Erika Kronabitter.   

 
27 Minuten
Wann seid ihr das letzte Mal am Meer gewesen, habt euren Blick über das Wasser streifen lassen und euch gefragt, wohin das Schiff, das ihr in dem Moment erblickt, wohl reisen mag? Das ist viel zu lange her? Dann kommt heute an Bord und hisst gemeinsam mit Dorit Ehlers und Frauke Kühn die Segel, schwelgt in dem Gefühl des Schiffsglücks, gebt euch der Schiffsehnsucht hin und erfahrt, wie man das Schiffsglück an Land holt, wenn gerade kein Schiff in der Nähe ist. Dorit Ehlers ist Schauspielerin, freie Theatermacherin und die selbsternannte Schiffssehnsuchtsforscherin ‚Miss A. Ship‘. In der Radetzkystraße erzählt sie Frauke Kühn, wie man eine Flaschenpost ohne Flasche und Wasser verschicken, wie man Landräume so gestalten kann, dass sich in ihnen das Schiffsglück wiederfindet und wie man der Sehnsucht im Alltag Raum geben kann. Darüber hinaus berichtet sie von einem Bootskranken und verrät, als Mitglied des Netzwerks für Theater- und Kunstprojekte ‚ohnetitel‘, wie man eine ganze Stadt zu Friedrike Mayröcker in Beziehung setzen kann und warum in Salzburg einige Menschen seit ein paar Monaten mit einem Tattoo in Form einer Mayröcker-Katze unterwegs sind.  

Vielen Dank für das feine Gespräch, Dorit Ehlers!

schiffssehnsucht.com