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Radetzkystrasse 1 Archiv

115 Episoden
29 Minuten
Ein erschreckend großer Teil an Frauen ist in den eigenen vier Wänden dauerhaft häuslicher Gewalt ausgesetzt. Dabei bewirken subtile Mechanismen, dass betroffene Frauen in vielen Fällen in den gewaltgeprägten Beziehungen verbleiben. Die Initiative StoP (Stadteil ohne Partnergewalt) setzt es sich zum Ziel das Thema der Partnergewalt öffentlich sichtbar zu machen. Es gilt, nicht nur die betroffenen Frauen, sondern vor allen Dingen auch ihr Umfeld, von der Nachbarin bis zu verschiedenen Gesellschaftsgruppen, für das Moment der häuslichen Gewalt zu sensibilisieren, sie in einem zweiten Schritt über Handlungsmöglichkeiten zu informieren und schließlich ganz generell die Zivilcourage der Einzelnen zu stärken. Dafür arbeitet die Projektleiterin von StoP in Vorarlberg, Nikola Furtenbach, neben den gängigen Opferschutzeinrichtungen auch mit unterschiedlichsten Partner:innen vom Faschingsverein bis zum Fußballclub zusammen. Ihr Ziel ist ein gut sichtbares, deutliches gemeinsames Auftreten der Gesellschaft gegen die Gewalt an Frauen. 

In Kooperation mit dem Theater Kosmos in Bregenz startet StoP das Theaterprojekt ‚Die Zelle‘, die das Thema der häuslichen Gewalt anhand der Erinnerungen der Protagonistin Franziska aufarbeitet. Für Text und Regie der Collagenartigen Inszenierung zeichnet die deutsche Theaterpädagogin und Regisseurin Constance Cauers verantwortlich. Im Podcast gibt sie Einblick in ihre Arbeit als ästhetische Forscherin, die immer wieder in Zusammenarbeit mit sogenannten Expert:innen des Alltags wichtigen Themen nachspürt und diese inszeniert. Dabei macht sie ihre Stücke mit Vorliebe jenseits der Mauern künstlerischer Institutionen erlebbar. Auch für ‚Die Zelle‘ verwandelt sie die vermeintlich private Angelegenheit der häuslichen Gewalt in ausgewählten Leerständen oder auch Ateliers jenseits der Distanz einer Theaterbühne zum öffentlichen Akt mit intensiver Wirkung. 

 

Danke an Nikola Furtenbach und Constance Cauers für das so wichtige Gespräch! 

”Die Zelle” mit Caroline Weber in der Hauptrolle startet am Donnerstag, 28. September in Bregenz und wandet dann zu verschiedenen Veranstaltungsorten in Vorarlberg. Alle Infos zum Premierenstart und weiteren Aufführungen findet ihr auf der Seite des Theater Kosmos Bregenz. 
31 Minuten
Anna Ospelt hat mit ihrem aktuellen Buch ‚Frühe Pflanzung‘ eine besondere Erzählform, nämlich einen lyrischen Essay in die Umsetzung gebracht. Das Wochenbett mit ihrer Tochter war eine Zeit, die für die Autorin von großer Erschöpfung geprägt war, in der sich aber auch viele neue Bilder und Gedanken aufgetan haben. In kurzen völlig zweckfreien Notizen ist es ihr gelungen, sich auch in dieser kräftezehrenden Zeit das Schreiben zu bewahren. Monate später erkennt sie, dass in diesen Notizen spannender Stoff verborgen liegt und beginnt das Erlebte und Empfundene, das Gehörte und Gedachte in ein Buch zu verwandeln. Entstanden ist eine Sammlung von Kurztexten, die an Haikus erinnern und einen dünnen, aber niemals sich verwirrenden Faden durch das Mutter-Werden und Mutter-Sein spinnen. In der Radetzkystrasse 1 erzählt die Autorin von den Herausforderungen dieser Lebensphase, von den großen Fragen, Ängsten, Erwartungen und von dem Glück, das in all dem und für sie selbst vor allem auch im Schreiben verborgen liegt.

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Anna Ospelt!

Ospelt, Anna: Frühe Pflanzung, Limmat Verlag, 2023.
22 Minuten
Stella Tack schreibt einen SPIEGEL-Bestseller nach dem anderen. Sie bedient die Genres Young Adult, New Adult, Romance und ist vor allem für ihr Subgenre Comedy Romance bekannt. Mit ihrer Familie wohnt sie inzwischen in Feldkirch und schreibt drei Bestseller pro Jahr. Im Gespräch mit Jenny Spiegel redet sie über ihre Arbeit als Autorin für Großverlage, warum das Cover und der Buchschnitt ausschlaggebend für den Erfolg sind und wie SPIEGEL-Bestseller in Wahrheit entstehen. 

  

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Stella Tack! 
29 Minuten
Von kopierten Städten über die Wirkung von Ballungsräumen auf den Menschen bis hin zu der Frage, wie es wäre, wenn künstliche Intelligenz unsere Gedanken gläsern machen würde: der Architekt und preisgekrönte Graphic Novel-Autor Matthias Gnehm spürt mit großer Leidenschaft und Faszination zeitaktuellen Themen nach und übersetzt sie in grafisch wie erzählerisch eindrucksvolle Graphic Novels. 

Mit Frauke Kühn spricht er in der Radetzkystrasse 1 über seine Liebe zum Zeichnen und die große Freiheit beim Schreiben sowie über die Herausforderungen des Comiclesens, bei dem nicht nur Leerstellen gefüllt werden wollen, sondern auch sekundenschnell erfasste Bildsequenzen mit einem eher bremsenden Text eine Einheit bilden. Außerdem wirft Matthias Gnehm einen Blick in die Stadt der Zukunft, auf die Optionen der KI für das literarische Arbeiten, auf den Verlag edition moderne, der mit seinen Autor:innen immer wieder spannende neue Wege geht und auf Frankreich, das Land der neunten Kunst. 

 

Danke für das feine Gespräch, Matthias Gnehm! 

 

https://www.dietherapiederzeit.ch 
21 Minuten
Sie kommt als leichtes Format mit schönstem Layout daher: die Rede ist von der Literaturzeitschrift 'miromente'. Viermal pro Jahr versammelt sie unterschiedlichste literarische Stimmen, die sich mit kurzen Texten in der Literaturzeitschrift präsentieren. Verantwortlich dafür ist der Bregenzer Autor und Herausgeber Wolfgang Mörth. Seit fast 20 Jahren kuratiert und entwickelt er die Literaturzeitschrift 'miromente' und verschickt diese regelmäßig an rund 500 Abonnent:innen. Diese haben mit jeder Ausgabe die Möglichkeit, bewährte Stimmen zu genießen sowie neuen Stimmen zu entdecken. Ergänzt werden die Texte meistens von Grafiken und Zeichnungen ausgewählter bildnerischer Künstler:innen, die auf einer besonders intensiven Ebene den Dialog zu den Texten öffnen. In der Radetzkystrasse 1 erzählt Wolfgang Mörth von den Anfängen dieses feinen literarischen Mediums, wie es zu seinem Namen und seinem Untertitel ‘Zeitschrift für Gut und Bös’ kam und warum es so wichtig ist, den Büchermarkt und seine unzähligen monatlichen Neuerscheinungen mit dem Format der Literaturzeitschrift zu ergänzen. 

 

Danke für das feine Gespräch, Wolfgang Mörth!

www.miromente.at
24 Minuten
Seit mehr als 40 Jahren illustriert Lisa Althaus Bücher, vor allem Kinderbücher. Lisa Althaus ist Künstlerin, Illustratorin und Mitgründerin des Vereins Kunst Vorarlberg. Mit Jenny Spiegel unterhält sie sich über den großen Unterschied zwischen der Arbeit als Künstlerin und der Arbeit als Illustratorin. Sie klärt auf, wo die Herausforderung im künstlerischen Handwerk liegt, wenn man Sachbücher oder Fiktion illustriert, und inwiefern sich die Illustrationen von Erstlesebüchern zu Vorlesebüchern unterscheiden. Es geht um den Prozess der Illustration bei der Produktion eines Kinderbuches, sowohl zu analogen als auch zu digitalen Zeiten, um die Frage nach dem richtigen Zeichenstil und warum Lisa Althaus vor allem Pferdebilder gemalt hat. 

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Lisa Althaus! 
17 Minuten
Sie hat ein kleines Haus gestaltet, das hoffentlich eine große Wirkung entfaltet. In der Radetzkystrasse 1 spricht die Grafikdesignerin Johanna Amann mit Frauke Kühn über unser neues #tinyliteraturhaus. Außerdem wagen sich die beiden, mit einem Atlas ausgerüstet, in unerforschte Wissens- und Fühlgebiete vor. Ein spannender Weg, der sie nicht nur zur Philosophie, Medizin oder zur Literatur und zu einem der 13 schönsten Bücher Österreichs des Jahres 2021 führt, sondern auch nach Litauen bringt. 

 

Danke Johanna Amann für das feine Gespräch! 
40 Minuten
Von Thomas Bernhard bis Prinz Gigahertz. Die Bandbreite des österreichischen Graphic Novel Autors Lukas Kummer ist beachtlich. Während er in den autobiographischen Erzählungen Bernhards, konsequent in schwarz weiß gehalten, mit minimalistisch eingesetzten grafischen Stilmitteln die für Bernhard typischen Elemente der endlosen Wiederholungen und der Überspitzung optisch zu großer Wirkung verhilft, schöpft er bei bei seinem eigenen Stoff Prinz Gigahertz auf gänzlich andere Weise aus dem Vollen. In dem Märchen, das starke Tendenzen zum Science Fiction und zur Fantasy hat, trifft neonfarbene Retro-Computerspiel-Ästhetik auf eine Hauptfigur, die durch eine postapokalyptische Landschaft und große Abenteuer zieht. In der Radetzkystrasse 1 spricht Lukas Kummer mit Frauke über seinen Arbeitsprozess, ein Daumenkino und darüber wie seine Liebe für Thomas Bernhards Texte gewachsen ist.

Vielen Dank für das feine Gespräch, Lukas Kummer!
53 Minuten
Eine Lüge, eine verlorene Bibliothek, ein Albtraum ihres Vaters – die Biographie der siebenjährigen Julya Rabinowich scheint sich an einer Reihe von Zufällen zu entscheiden. Als eine der ersten Familien, erhält die ihre 1977 nach der Flucht aus der damaligen Sowjetunion, unter der Regierung Bruno Kreiskys die Genehmigung in Österreich zu bleiben. Die anfängliche Sprachlosigkeit erlebt das junge Mädchen, das bereits mit sieben Jahren erste eigene Kurzgeschichten verfasst, als Trauma – und dennoch liegt später genau in der deutschen Sprache und Literatur der eher blinde Fleck der in der russischen Sprache, Literatur und Kunst so versierten Eltern. Mit einer unerschütterlich überzeugten Großmutter, die ihrer Enkelin vorlebt, dass alles machbar ist, öffnet sich Julya Rabinowich mit dem Schreiben ihren Raum und ihre Welt in einer Familie, in der Konflikte und Abgründe gut überdeckt werden. In der Radetzkystrasse 1 spricht die mehrfach preisgekrönte Autorin mit Frauke Kühn über das Ankommen sowie darüber, was es bedeutet und wann es beginnt. Gemeinsam blicken sie aber auch hinter die Kulissen des 8. Hohenemser Literaturpreises und der Arbeit der Jury, der Julya Rabinowich neben dem Literaturkritiker Stefan Gmünder und der Literaturwissenschaftlerin Veronika Schuchter in diesem Jahr angehört hat. Julya Rabinowich erzählt, was sie am Siegertext überzeugen konnte und warum sie – als eine von vielen Nicht-Bachmannpreis-Träger:innen – Literaturpreise für unverzichtbar hält. 

Allen, die jetzt neugierig sind und den Träger des 8. Hohenemser Literaturpreises Bülent Kacan sowie seinen ausgezeichneten Text näher kennenlernen möchten, empfehlen wir den Literaturpodcast ‚auf Buchfühlung‘! Dort findet ihr ein ausführliches Interview mit dem Preisträger, geführt von drei Studentinnen der Universität Innsbruck! 

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Julya Rabinowich! 
38 Minuten
Sie hat alles falsch gemacht, was man als motivierte Autorin mit dem ersten Manuskript in der Hand falsch machen kann. Kinder- und Jugendbuchautorin Irmgard Kramer erzählt von dem Beginn ihrer Karriere und warum aller Anfang mit dem Scheitern beginnt. Ihrem sehnlichsten Wunsch, Kinder- und Jugendbuchautorin zu werden, konnte trotz allem nichts im Wege stehen. Selbst ihr 600 Seiten langes Ursprungsmanuskript zu ihrem 2019 mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Roman „17 Erkenntnisse über Leander Blum“ (Loewe Verlag, 2018) musste ihren eigenen Erkenntnissen geopfert werden. Mit Jenny Spiegel redet sie über das Glück der Naivität, wieso sich vieler ihrer Geschichten um Häuser drehen, und macht neugierig auf einen Weg, den sie gemeinsam mit dem Literaturhaus Vorarlberg gehen wird.  

  

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Irmgard Kramer! 
23 Minuten
Das Ginkoblatt prägt sein Firmenlogo und steht mit der fast geteilten Blattform, die miteinander verbunden ist, obwohl sie doch getrennte Wege zu gehen scheint, für die beiden großen Bereiche seiner Arbeit. Denn Kurt Dornig ist Grafikdesigner und Illustrator mit Schwerpunkt Buchgestaltung. Am liebsten bezeichnet er sich selbst als Gestalter, weil der Begriff seine Arbeit am besten umfasst. Im Gespräch mit Jenny Spiegel beschreibt Kurt Dornig seine Arbeit als Juror bei den Wettbewerben „Die schönsten deutschen Bücher“ und „Die schönsten Bücher aus aller Welt“ und beantwortet die Frage, wie Ästhetik in der Buchgestaltung bewertet werden kann. Der von ihm gestaltete Werkkatalog „Wir kommen total verklebt auf die Welt“ wurde 2021 beim Wettbewerb „Die schönsten Bücher Österreichs“ ausgezeichnet. Wieso seiner Meinung nach kein Buch ohne Fokus auf den Inhalt schön gestaltet werden kann, beantwortet er in dieser Folge. 

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Kurt Dornig!
18 Minuten
"Es geht nicht um den pädagogischen oder unterhaltenden Wert beim Lesen von Kinderbüchern, sondern ums Eintauchen in andere Welten und vor allem lesen, lesen, lesen", findet Naemi Sander. Sie ist Kulturvermittlerin und Pädagogin für Kinder- und Jugendliteratur in der Stadtbibliothek Dornbirn. Hier entwirft sie vielseitige Projekte für Kinder, um ihr Interesse an Literatur und Geschichten zu wecken. Ein großes Ziel ihrer Arbeit ist die Leseförderung und der Erhalt einer aktiven Vorlesekultur. Mit Jenny Spiegel unterhält sie sich über die Kraft des Vorlesens für Bildung, Sprache und Kultur von Kindern, über die Bibliothek der Zukunft und über den Wert der Kinder- und Jugendliteratur in der Buchbranche. 

   

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Naemi Sander. 
17 Minuten
Grafikerin, Poetry Slammerin, Studentin, Coach, writers:class-Autorin und Mutter Katy Bayer verkörpert viele Aufgaben und Personen in einem. Dazu findet sie auch noch Zeit zu Stricken, Schreiben, Fotografieren und ihrer Neugierde nachzugehen. Als writers:class-Autorin begibt sie sich mit jugendlichen Schüler:innen einmal pro Monat in einen kreativen Schreibprozess, der beide Seiten des Projekts stets neu inspiriert. So sammelt Katy die Mikrogeschichten, die sich im Klassenzimmer ergeben und erzählt diese im Account des Literaturhauses @literaturhaus auf TikTok. Mit Jenny Spiegel redet sie über die Kraft von Kreativität, Rhythmus und über ihre unstillbare Neugier.  

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Katy Bayer! 
22 Minuten
Alpateliers, Lesewanderung und das Vorarlberger Jazzorchester! Diese vielfältigen Formate stehen für das Literaturfest Kleinwalsertal, das seine Seiten bereits zum dritten Mal in der bekannten Tourismusdestination aufschlägt. Gemäß dem Thema ‚sein‘ lädt das Fest mit dem Untertitel ‚Wanderung zwischen Wort und Tal‘ dazu ein, sich mit den Autor:innen Sascha Garzetti, Antonie Schneider, Nils Nußbaumer oder auch Carolyn Amann auf eine Lesewanderung zu besonderen Orten und Texten aufzumachen. Eine Wanderung, bei der die Besucher:innen nicht nur einander und der einzigartigen Natur, sondern immer wieder auch sich selbst begegnen werden. Darüber hinaus kreiert das Literaturfest verschiedene erlebnisreiche wie unwiederholbare Momente. Neben dem Klassiker der Lesewanderung und dem fulminanten Abschluss des Festes am Sonntag für den das Vorarlberger Jazzorchester und die Autorin Carolyn Amann deren Text ‚Petit Mal‘ gemeinsam auf die Bühne bringen, starten zum ersten Mal die Alpateliers: Fünf junge Künstler:innen aus städtischen Kontexten beziehen für fünf Tage fünf abgelegene Alphütten – und führen Tagebuch. Zum Auftakt des Festes kommen die Autor:innen Romina Nikolić, Samuel Kramer und Valeria Anna Lampert sowie der Musiker Philip Yaeger und der Fotograf Dominik Buder zurück ins Tal, begegnen sich dort zum ersten Mal und performen im Alpwerk ihre Tagebucheinträge. Projektleiterin und Kulturmanagerin Katharina Kleiter blickt in der Radetzkystrasse 1 gemeinsam mit Frauke Kühn auf das Festivalprogramm und berichtet, warum es so reizvoll ist, wenn der eine oder andere Programmpunkt bis zum letzten Moment ein weißes Blatt bleibt, auf dem alles passieren kann. 

 

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Katharina Kleiter! 

 

Das Literaturfest Kleinwalsertal findet vom 24.-25. Juni statt. Alle Informationen gibt es hier auf einen Klick! 
33 Minuten
Mit ihrem Roman ‚Die verschissene Zeit‘ führt die Autorin Barbi Marković ihre Leser:innen in das Belgrad der 90er Jahre. Drei Teenager, deren Alltag zu einem großen Teil aus Warten, Hoffen und Perspektivlosigkeit besteht, geraten in ein spektakuläres Zeitmaschen-Abenteuer, das sie in einem aufregenden Hin und Her durch die ‚Allneunziger‘ schickt. Wanja, Marko und Kasandra erleben eine Dekade, in der sich Krieg, Inflation und der Zerfall ihres Landes die Klinke in die Hand geben – ein kaputtes Jahrzehnt, das die Menschen auf direktem Weg von einer klassenlosen in eine Klassengesellschaft überführt. Was aber ist Klasse? Wo und wie zeigt sie sich und warum greift die zeitgenössische Literatur den Begriff der Klasse wieder vermehrt auf? Diese Fragen standen in diesem Jahr im Mittelpunkt der Feldkircher Literaturtage am Theater am Saumarkt. In der Radetzkystrasse 1 sprechen die Literaturvermittlerin Marie-Rose Rodewald-Cerha und Barbi Marković über Merkmale und Auswirkungen der Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft und darüber, was die Literatur dieser hoch aktuellen, umfassenden gesellschaftspolitischen Problematik entgegenzusetzen hat.

Vielen Dank für das schöne Gespräch, Barbi Marković und Marie-Rose Rodewald-Cerha!

Marković, Barbi: Die verschissene Zeit, Residenz Verlag, 2021

Hooks, Bell: Die Bedeutung von Klasse, 4. Auflage, Unrast Verlag, 2022.