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Die Börsenminute Archiv

670 Episoden
3 Minuten
Worauf ich in meinem Langfristportfolio für die 20er-Jahre schon seit Jahren baue sind Unternehmen, die von Infrastrukturinvestitionen profitieren. Die Kassen der meisten Staaten waren zwar schon vor Ausbruch der Pandemie leer. Länder wie Deutschland oder die USA ist es aber durchaus bewusst, dass Straßen, Stromleitungen, die Wasserversorgung, Krankenhäuser und Telekommunikationsnetze im Argen liegen und jetzt massiv investiert werden muss. Es gibt Billionen schwere Infrastrukturprojekte jenseits und diesseits des Atlantiks. Das von US-Präsident Joe Biden angekündigte 3,5 Billionen US-Dollar schweres Klimaschutz- und Sozialpaket ist zwar vorerst auf eine Infrastrukturinitiative von rund 550 Milliarden-US-Dollar zusammengeschrumpft. Mit bereits veranschlagten Projekten will man trotz allem über eine Billionen Dollar in die US-Infrastruktur stecken. Aus Brüssel fließen im Rahmen des „Next Generation EU“-Programms 750 Milliarden Euro in die Infrastruktur und ich bin mit einem Infrastruktur-ETF dabei. Mein Denkfehler beim ETF-Kauf vor ein paar Jahren war nur, dass ich Infrastruktur ausschließlich mit der Verkehrsinfrastruktur und den großen Baufirmen gleich gesetzt habe, die tatsächlich auch gut an den staatlichen Aufträgen verdienen. Viel öffentliches Geld fließt jetzt aber auch in die E-Mobilität, in die medizinische Infrastruktur, in Robotics & Automatisation oder auch in die 5-G-Technologie. Selbst Metalle profitieren von den großen Infrastruktur-Investitionen. Für Wasserleitungen wird in den USA  viel Kupfer gebraucht, die die Bleirohre ersetzen sollen. Analysten gehen von einem jährlichen Verbrauch an raffiniertem Kupfer in den USA von ca. 1,8 Mio. Tonnen pro Jahr aus. Durch das Biden-Konjunkturpaket werden rund 500.000 Tonnen Kupfer zusätzlich benötigt. Und Nickel ist wiederum Hauptbestandteil von Elektrobatterien. Alles Dinge, die mein traditioneller Infrastruktur-ETF, der ishares Global Infrastructure UCITS ETF nicht abdeckt. Hier sind die größten Positionen Energieunternehmen  wie der US-Versorger NextEra Energy, Eisenbahnunternehmen wie Union Pacific Corporation oder Canadian National Railway sowie Immobilien-Kapitalgesellschaften wie American Tower Reit Corporation. Alles in Ordnung, über eine Jahresperformance von 9,5 Prozent in den letzten fünf Jahren kann man sich nicht beklagen. Nur, Infrastrukturausgaben sind in den nächsten Jahren vor allem Klimaschutzinvestitionen, wofür eine klassischer Infrastrukturfonds nicht unbedingt das zielführende Investmentvehikel ist. Da macht es Sinn künftiges Vermögen vermehrt in  nachhaltige Fonds und ETFs zu investieren. Als hippe Infrastruktur-Alternative werden gerne ETFs auf den MSCI Smart Cities ESG angeboten. Der Index umfasst nachhaltige Unternehmen, die sich mit dem Städtebau der Zukunft beschäftigen. Die zehn größten Positionen sind mir allerdings unbekannt und blindlings würde ich persönlich nirgends investieren. Da ist noch jede Menge Recherche notwendig ...


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen  Aussagen entstehen, übernehmen die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


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Foto: Terranaut/Pixabay
2 Minuten
Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. 2021 war für die Wiener Börse eine echtes Ausnahmejahr. Da müssen wir schon bis 1985 zurückgehen, als Österreich-Aktien das letzte Mal zu den weltbesten Performern gehörten. Der ATX ging 2021 mit einem Plus von 39 Prozent aus dem Handel, der ATX Total Return, der so wie sein deutsches Pendant, der DAX auch die Dividenden inkludiert, legte im Vorjahr sogar 44 Prozent zu. Eine Perle für das Langfrist-Depot ist sicherlich der österreichische Anlagen- und Kraftwerksbauer Andritz, den ich in der Podcastfolge der GELDMEISTERIN vom 28 März 2021 neben Diageo empfohlen habe. Andritz legte im Vorjahr am Ende noch 22,45 Prozent zu, auch wenn die Aktie seit seinem All Time High im November bei knapp 50 Euro wieder etwas nachgab und aktuell bei rund 45,40 Euro notiert. Ergebnis und Dividende je Aktie sollen bis 2023 deutlich steigen. Rund die Hälfte des Konzernumsatz von 6,7 Milliarden Euro mach Andritz noch mit Papier- und Zellstoffwerken und das ist gut so. Weil Zellstoff auch in der Dämmung immer wichtiger wird. Probleme haben sie bei den Wasserkraftwerken, wo der Markt zumindest in Europa sicher begrenzt ist und man vom Servicegeschäft lebt, das unter Corona leidet. Aber da müssen doch bestimmt Investitionen nachgeholt werden, so wie in der KFZ-Industrie, wo die deutsche Tochter Schuler, die Pressen von Karosserien herstellt, derzeit das Sorgenkind ist, aber von der Elektromobilität profitieren sollte.


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#Vermögen #ETF #Vorsorge #Portfolio #Andritz #20er #Lanfristportfolio  #Finanzen #Geldanlage #veranlagen #Aktien #Exchange_Traded_Funds  #Cash   #Oligopol #Österreich_Aktie  #Langfristanlage  #Wiener_Börse #Maschinenbau #ATX #Ausnahmejahr


Foto: Andritz
3 Minuten
Mir ist bewusst, dass der Nachhaltigkeitsgedanke bei diesem Langfristinvestment nicht gerade vorherrschend ist. Alkohol ist und bleibt eine Sucht, in der Pandemie umso mehr. So haben die großen Spirituosen-Hersteller Pernod Ricard aus Frankreich und der britische Rivale Diageo in den letzten beiden Jahren sehr sehr gut verdient. Entsprechend sind die Aktienkurse alleine 2021 um 33 beziehungsweise 36,9 Prozent gestiegen.  Ich muss gestehen, obwohl ich nahezu keinen Tropfen Alkohol trinke war ich auch persönlich in Diageo investiert, nachzuhören im der GELDMEISTERIN-Podcastfolge vom 28. März. Im Aktienduell mit meinem geschätzten Journalistenkollegen Christian Drastil  habe ich in der Episode den weltgrößten Spirituosen-Konzern aus Großbritannien, der auch stark in China, Lateinamerika  und den USA im Geschäft ist als internationalen TOP-Pick vorgeschlagen. Diageo hat mit über zwei Milliarden Euro Netcash jede Menge Munition für Zukäufe. Zu dem Konzern gehören Marken wie Jonny Walker und Baileys genauso wie die Biermarke Guiness und andere Whisky- und Tequila-Sorten. In der Pandemie wurde mehr zuhause getrunken und hier vor allem die harten Sachen, die man sich auch per Versandhandel zuschicken lassen konnte. Das verstärkte den Trend weg von Bier und Wein hin zu Hochprozentigem noch zusätzlich. Leider habe ich Diageo schon wieder verkauft. Das ist einer meiner großen Anlagefehler: Ich werde schwach wenn eine Aktie mehr als 20 Prozent zulegt und stoße sie dann ab, auch wenn ich eigentlich keine bessere Anlagealternative habe und ich den Titel ursprünglich für mein Langfristdepot vorgesehen habe. Vielleicht habe ich mich auch deshalb von Diageo nach wenigen Monaten wegen meines schlechten Gewissens getrennt, weil man Suchtverhalten nicht unterstützen sollte. Rein ertragsmäßig gesehen sind Pernod Ricard und Diageo für Langfristanleger aber weiterhin bei der nächste Schwächephase an den Kapitalmärkten interessant, da sie de facto in einem Oligopol operieren und Marken-Spirituosen gerade in den großen aufstrebenden Schwellenstaaten zunehmen gefragt sind. Vieles kommt aus der Mode, nur nicht Alkohol. Diageo hat übrigens seine großzügige Dividende seit 2001 Jahr für Jahr gesteigert.


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernehmen die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


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Foto: Pixabay
3 Minuten
Gigantisch. Apple ist die erste Aktie der Welt, die an der Börse aktuell mehr als drei Billionen US-Dollar wert ist. Zum Vergleich: Die Gesamte Wertschöpfung Deutschland liegt bei 3,8 Billionen US-Dollar. Das österreichische Bruttoinlandsprodukt passt fast neun Mal in den Apple-Wert hinein. Die Aktie ist in den letzten zwölf Monaten fast 54 Prozent gestiegen. Ihr Kurs hat sich in den letzten drei Jahren verdreifacht und ist in den letzten fünf Jahren um 487 Prozent gestiegen. Aktuell notiert der Technologiekonzern nach mehrmaligen Aktiensplitting bei 180 US-Dollar oder 160 Euro. Wer die Aktie bei einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2023 von knapp 27  allerdings für überbewertet hält, so wie mein Bauchgefühl, der sollte sich die aktuelle Podcast-Folge der GELDMEISTERIN zu Gemüte führen, wo es genau um diese Vermögenswert-Inflation geht: aufgrund des weltweiten hohen Anlagevermögens, das auch investiert werden will, können wir bei Aktien – so wie bei Immobilien – trotz des bereits verrückten Preisniveaus noch höhere Bewertungen sehen, wie wir sie uns jetzt noch gar nicht vorstellen können. Hier geht´s zur  GELDMEISTERIN: https://youtu.be/PyUQveOP3EE . Höhere Bewertungsniveaus kann ich bei Apple  durchaus noch vorstellen. Das sollte die Aktie eigentlich zu einem Kandidaten für das Langfrist-20er-Jahre-Depot machen. Was mir allerdings mehr Sorgen macht als die hohe Bewertung sind die hohen Cash-Bestände des Apple-Unternehmens von rund 200 Milliarden US-Dollar. Ich weiß, das hat steuerliche Gründe und das Bargeld in der Kasse übersteigt die Schulden des Konzerns, was fein ist. Man sitzt jedoch aber schon einige Jahre auf niedrig verzinsten Cash-Bergen. Wo doch auch für Apple gilt, dass hundert Euro, die man seit fünf Jahren cash auf dem Konto liegen hat heute gerade noch 93 Euro wert sind. Weiß Apple da wirklich nichts Besseres mit seinem Geld anzufangen, als auf die ultimative Übernahmechance zu warten? Ich persönlich warte jedenfalls bei Apple auf einen Kaufgelegenheit, sobald die Masse beim ersten leichten Anstieg der Zinsen wieder nervös aus Techno-Titel flüchtet. Wohlwissend, dass ich da vielleicht bis auf den St. Nimmerleinstag warten und als Hardcore-Userin mit den Produkten von Apple ohne Aktie Vorlieb nehmen muss. Ich kann mich dann immer noch trösten, dass ja in meinem MSCI All Country World-Index-ETF die Apple-Aktie mit 4,8 Prozent gewichtet ist und ich mit meinem ETF auf den Nasdaq 100 zu rund 14, 3 Prozent in Apple investiert bin.


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2 Minuten
Als glühende EU-Befürworterin und vor allem als deklarierte Atomkraftgegnerin bin ich jetzt bitter enttäuscht von der EU-Kommission. Sie ist jetzt mit ihrem Verordnungsentwurf für die EU-Taxonomie herausgerückt, die nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten auflistet. Ja, jetzt gelten Atomenergie und Gas als grüne Energien. Somit ist der Weg frei für Megainvestitionen in und Subventionen der Atomkraft. Das fordert und fördert vor allem das Vorsitzland Frankreich, das 70 Prozent des europäischen Atomstroms produziert. Ich persönlich halte die Aufnahme fossiler Brennstoffe in die EU-Liste nachhaltigen Wirtschaftens für sehr bedenklich und nicht nur ich. Österreich will die EU-Kommission – wie auch immer – verklagen. Großen Chancen, dass der Verordnungs-Entwurf inklusive Atomstrom und Erdgas noch gekippt wird, sehe sich aber auch nicht: Fünfzehn EU-Länder, allen voran Frankreich, setzen sich für die Aufnahme der Kernenergie in die EU-Taxonomie ein. Was das jetzt mit den Investments für die 20er-Jahre zu tun hat? Viel. Nachhaltige Investments bleiben bei mir auf der Best-Buyer-Liste für das Langfristdepot. Nur muss man sich die angebotenen Produkte jetzt noch genauer anschauen, ob das drin ist, was man persönlich als nachhaltig definiert. Atomenergie ist es für mich jedenfalls nicht. Übrigens: Fonds- und andere Finanzprodukte mit dem Österreichischen Umweltzeichen schließen Atomenergie-Investitionen dezidiert aus.


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3 Minuten
Wer sich in den nächsten Jahren vor der Inflation fürchtet, kann sich Hersteller von Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs oder Consumer Staples anschauen, die so viel Markmacht haben, dass ihre Preise zumindest mit der Inflation mitsteigen. Das sind Multis wie Coca Cola, Mc Donald´s, Spirituosenhersteller wie Pernod Ricard oder Diageo oder auch Waschmittel- und Lebensmittelproduzenten wie Procter & Gamble und Unilever. Ein schönes Satelliten-Investment für sein persönliches Langfristportfolio für die 20er-Jahre wäre haher ein ETF auf den MSCI World Consumer Staples Index, der in die Basiskonsumgüterbranche in 23 Industrienationen investiert. Auch hier muss man natürlich wie in jeden Fonds hineinschauen, was drinnen steckt. Wer in seinem Portfolio zum Beispiel schon größere Einzelpositionen von Nestlé und/oder Procter&Gamble  hält, hätte mit einem ETF auf den MSCI World Consumer Staples zu hohe Überschneidungen. Denn diese beiden Konzerne machen je neun Prozent des Index aus. Zu den TOP 10 dieses Index, die gemeinsam etwa die Hälfte des ETF-Vermögens ausmachen zählen weiters noch die US-Großhandelskette Costco Wholesale Corporation, Pepsico, Walmart, Coca-Cola, Philip-Morris, Unilever, Diageo und Loreal. In den letzten 20 Jahren hat der MSCI World Consumer Staples Index mit einer Netto-Jahresrendite von 7,57 Prozent nicht nur besser performt als der MSCI World mit 6,53 Prozent und der MSCI All Country World Index mit 6,5 Prozent pro Jahr. Der Index hat auch deutlich weniger geschwankt. Letzteres leuchtet ein, da man Verbrauchsgüter immer braucht und hier der Konsum nie ganz wegbricht. Aus dem Renditevergleich der vergangenen 20 Jahre mit dem MSCI World und MSCI All Country World kann man natürlich nicht auf die Entwicklung in den nächsten 20 Jahre schließen.


Hoch die Tassen, das ist schon die 170.te Folge. Wenn ihr dieses Projekt unterstützen möchtet würde ich mich freuen, wenn ihr Die Börsenminute und die große Schwester GELDMEISTERIN über eine Podcast-App oder auf YouTube abonnieren und sie weiterempfehlen würdet. 


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Foto: Pixabay, Alexas Fotos
3 Minuten
Gerade in den entfernten Schwellenländer-Börsen, die stärker schwanken als die entwickelten Kapitalmärkte sollte man nicht unbedingt in Einzeltitel, sondern in Fonds investieren.  Ein Drittel- oder Viertel-Anteil seines Basisinvestment könnte man zum Beispiel für einen ETF reservieren, der einen Emerging Market Index abbildet. Jetzt mag man argumentieren, dass man aus politischen, insbesondere Menschenrechts-Gründen nicht in China investieren möchte. Dann kommt natürlich ein ETF auf den MSCI Emerging Markets nicht in Frage. Der investiert nämlich zu 39 Prozent in China. Ein Emerging Market-Fonds ohne China macht als Beimischung meiner Meinung nach aus Ertragssicht aber nicht viel Sinn. China ist in Emerging Markets-ETFs ja deshalb so stark gewichtet, weil dort die am stärksten kapitalisierten Unternehmen der Region zuhause sind. Es gibt natürlich auch nachhaltige Emerging Markets-Anlageprodukte von allen großen ETF-Anbietern. Meist sind es Produkte auf den Index MSCI EM SRI, wobei SRI für Social Responsible Investing steht. Sie schließen nicht Unternehmen aus China aus, aber sie investieren nur in rund 170 Unternehmen aus 27 Schwellenstaaten, die umweltverträglich, sozial und transparent sind. Diese nachhaltige Index-Variante gefällt mir insofern nicht so gut, als dass ich hier das Verlustrisiko zu wenig gestreut sehe. Wer in den MSCI Emerging Market SRI Index investiert, veranlagt sein Geld nämlich zu 28,8 Prozent in Taiwan Semiconductors. Der Chiphersteller hat im MSCI Emerging Market Index hingegen nur einen noch vertretbaren Anteil von 6,93 Prozent. Also Augen auf, beim ETF-Kauf!


Wer vom Wachstum in den Schwellenländern profitieren möchte, aber trotz allem China und andere autoritäre Staaten nicht unterstützen möchte, kann den Wirtschaftaufschwung dort über die Bande spielen. Nämlich über Anteile an westliche Unternehmen, die dort gut im Geschäft sind. So verkauft Volkswagen 41 Prozent seiner Boliden in China. Auch für BMW, Daimler, Infineon und Adidas ist China der größte Einzelmarkt mit allen Chancen und Risiken. Womit wir schon bei Einzelaktien wären – Satelliten-Investments, in die man mit vergleichsweise kleineren Summen investieren kann, nachdem man sein Portfolio bereits  mit seinem Basisinvestment bestückt hat.  Mehr dazu in den nächsten 20er-Jahre-Special der Börsenminute. Aber zuvor wünsche ich Euch noch Prosit Neujahr – Eure Julia Kistner. Feiert fein ins neue Jahr hinein und hört am besten am 2. Jänner gleich wieder in den Podcast GELDMEISTERIN und am 3. Jänner in DIE BÖRSENMINUTE hinein.


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3 Minuten
Wenn wir schon beim Basis-Investment mit ETFs für die verbleibenden acht Jahre der 20er-Jahre sind, darf für den europäischen Anleger auch etwas mehr Europa dabei sein. Ich weiß schon: der EuroStoxx 600 schnitt gegenüber dem US-Index S&P 500 in den letzten Jahrzehnten immer schlechter ab. Daraus kann man aber nicht auf das künftige Jahrzehnt schließen. Viele Analysten sehen zumindest in den nächsten beiden Jahren mehr Potential für Europas Börsen. Ich auch. Erstens, weil Europa im Zyklus hinter her hinkt, zweitens, weil hier die Finanztitel stärker gewichtet sind, die von steigenden Zinsen profitieren sollten und drittens wegen der großen Konjunkturpakete. Im Langfrist-Portfolio würde ich Europa aber  auch nicht stärker als die USA-gewichten, sondern ein Drittel meines Basis-Investment für ein Produkt auf den breiten Index EuroStoxx 600 reservieren. Der größte ETF mit 6,96 Milliarden Euro Fondsvolumen ist jener von der Black Rock-Tochter ishares. Mit 0,2 Prozent Verwaltungsgebühr ist das auch noch in Ordnung. An dieser Stelle schöne Grüße an den Börsenminute-Hörer, der meinte, er würde aus nachhaltigen Gründen nicht in Nestlé investieren. In letzter Konsequenz sein darf er dann natürlich auch nicht in den EuroSTOXX 600 investieren. Hier ist Nestlé mit einem Index-Anteil von 3,1 Prozent am stärksten gewichtet, gefolgt vom niederländischen Tech-Konzern ASML mit 2,86 Prozent, dem Schweizer Pharmamulti Roche mit 2,36 Prozent und dem Luxusgüter-Weltmarktführere LVMH mit 1,76 Prozent. Weiter relative Schwergewichte sind Novartis, Novo Nordisk, Astrazeneca, Linde, SAP und Unilever.


Und wenn ihr mich unterstützen möchtet, würde ich mich freuen, wenn ihr meine beiden Finanz-Podcasts Börsenminute und Geldmeisterin auf einer Podcast-App, auf YouTube oder Spotify abonnieren und -  wo möglich - auch bewerten würdet und Euren Freunden, Bekannten und Verwandten weiterempfehlen würdet.  Freuen würde ich mich auch auf einen regen Austausch mit Euch auf der Facebook-Gruppe GELDMEISTERIN.  Vielen lieben Dank!


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#Vermögen #ETF #Vorsorge #Portfolio #Basisinvestment #Kerninvestment #20er #Lanfristportfolio #Finanzen #Geldanlage #Vermögen #EuroSTOXX_600 #S&P_500 #ishares #Nestlé #Linde #SAP #Unilever #Astrazeneca #Novo_Nordisk #Novartis #Roche #ASML #LVMH #Linde
3 Minuten
Wer meine jüngste Einsteiger-Serien Börsenminute-Adventkalender zufällig gehört hat, der wird sich fragen, warum ich meine neue Serie „Börsentitel für die 20er-Jahre“ mit der Vorstellung von zwei Einzelaktien und nicht mit einem ETF oder Fonds begonnen habe. Ganz richtig: Ein Portfolio-Aufbau sollte man besser mit einem Aktien-Korb und nicht mit Einzelwerten starten. Nur als ich mit dem investieren begonnen habe, bin ich erstens noch nicht systematisch vorgegangen und zweitens hatte man noch keine ETFs für jede erdenkliche Investmentidee zur Verfügung. Meine Basisinvestments waren Einzelaktien und Anleihefonds. In letztere würde ich wegen der Niedrigzinsen aktuell nicht neu investieren. Heute verwende ich als Basis-Investment für das Vorsorgeportfolio meines Patenkindes einen ETF, der den MSCI World Sustainable Responsible Index, kurz MSCI Wolrd SRI physisch abbildet, also nicht mit Derivaten. In jedem Fall wähle ich ein thesaurierendes Produkt, bei dem die Dividenden nicht ausgeschüttet, sondern wiederveranlagt werden. Ich schaue auf die jährlichen Verwaltungsgebühren, die möglichst unter 0,2 Prozent sein sollten und der Fonds sollte eine gewisse Größe, über eine Milliarde Euro Fondsvolumen haben, damit sie jederzeit ihre Anteile später verkaufen kann und der Fonds wahrscheinlich nicht so schnell geschlossen wird. Auch sollte mindestens schon drei Jahre am Markt sein. Mir gefällt der Amundi Index MSCI World SRI UCITS ETF DR (C). Welcher Euch am besten zusagt könnt ihr zum Beispiel auf www.justETF.com unter „ETF Suche“ und „Anlageleitfäden“ „Nachhaltigkeit“ vergleichen oder auch auf anderen Vergleichsplattformen wie finanzen.net oder onvista.de. Bevor ich Fondsanteile kaufe, schaue ich immer noch ins Fact-Sheet, das man beim Anbieter oder auch auf den Vergleichsplattformen findet. Hier sehe ich, dass im MSCI World SRI Microsoft mit 5,35 Prozent hoch gewichtet ist. Da ich in meinem Portfolio schon zahlreiche Microsoft-Aktienhabe ist ein MSCI World SRI-ETF zwar perfekt als Starter-Investment für mein Patenkind, aber nicht für mein persönliches Depot.


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2 Minuten
Ein Dauerbrenner in meinem Portfolio ist der Schweizer Lebensmittelmulti Nestlé. Nicht nur, weil er der Brötchengeber meines Vaters war und ich mit seinen Produkten aufgewachsen bin, sondern weil ich das börsennotierte Unternehmen als verlässlichen Dividendenzahler kenne, ja sogar als Dividenden-Aristokraten. Sei 1995 hat Neslé die Ausschüttungen Jahr für Jahr erhöht. Die Dividenden-Rendite, von der der Schweizer Fiskus allerdings einiges einbehält, was man als Anleger mühsam zurückfordern muss, liegt bei zwei Prozent. Positiv mehr als überrascht hat mich die Aktie im Vorjahr. Obwohl es kein klassischer Wachstumswert ist legte der Nestle-Kurs in den letzten zwölf Monaten um über 22 Prozent zu. Der Konzern schwimmt im Geld. Zuletzt spülte die Reduktion der Lóréal-Beteiligung von 23,3 auf 20, 1 Prozent weitere 8,9 Milliarden Euro in die Kasse von Nestlé. Die übrigen Lóreal-Anteile sind immer noch 54 Milliarden Euro wert. Bis 2024 will Nestlé um rund 20 Milliarden Schweizer Franken eigene Aktien zurückkaufen. Damit wird der Kuchen künftig mit weniger Aktionären geteilt, was den Aktienkurs automatisch beflügelt.  Aber auch operativ ist Nestlé gut unterwegs. Für 2021 rechnen die Chefitäten mit einem organischen Wachstum zwischen sechs und sieben Prozent und mit einer Gewinnmarge von 17,5 Prozent. Analysten geben der Aktie Potenzial bis 145 Schweizer Franken, aktuell notiert sie - oder wie die Schweizer sagen – kodiert sie bei 127 Franken. Ein grundsolides, breit aufgestelltes Unternehmen, auf das man meiner persönlichen Meinung und Erfahrung nach langfristig bauen kann, mit dem man aber keineswegs schnell reich werden kann. Weitere Wertpapiere für die 20er-Jahre in den folgenden Episoden der Börsenminute.


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#Vermögens-Mix #Geldanlage #Nestlé #Dividendenaristrokrat #Aktie #SMI #Lebensmittelkonzern #Vermögensaufbau #Langfristanlage
3 Minuten
Alle Fenster des Börse-Adventkalenders sind nun geöffnet. Jetzt heißt es nach vorne zu schauen. Ich habe zwar eine Glaskugel als Briefbeschwerer. Doch leider: so oft ich auch reinschaue, ich sehe einfach nichts. Deshalb möchte ich mich auch nicht an den Spekulationen für die Aktien des Jahres 2022 beteiligen. In den nächsten Folgen der Börsenminute möchte ich Euch vielmehr meine ganz persönlichen Aktienfavoriten für die Jahre über 2022 hinaus nennen. Aktien und Fonds, die ich teilweise schon in meinem Langfristportfolio habe oder mir darin vorstellen könnte. Wie immer ist dies keine Anlageempfehlung! Kann es gar nicht sein, da investieren immer von der persönlichen Risikoneigung, dem Anlagehorizont, der Höhe des verfügbaren Anlage- und sonstigen Vermögens und von den sonstigen, sehr individuellen Lebensumständen abhängt. Eine meiner ganz persönlichen Lieblingsaktien heißt Microsoft. Und das nicht nur, weil mir die Aktie seit dem Kauf vor sechs Monaten schon ein Kursplus von 44 Prozent bescherte und Microsoft in den letzten fünf Jahren 388 Prozent zulegen konnte. Von der Entwicklung in der Vergangenheit kann man bekanntlich nicht auf die zukünftige Performance schließen.  Warum ich vielmehr Microsoft auch in den nächsten Jahren halten und haben möchte ist, dass der breit aufgestellte Technologiekonzern von Bill Gates bei so vielen Megatrends dabei ist: Man ist im Cloud-Geschäft ebenso bestens aufgestellt, wie im Bereich Video-Konferenzlösungen mit Teams, wo man mit günstigeren Einstiegspaketen jetzt Gas gibt. Daneben ist und bleibt Microsoft wohl auch mit dem Windows Betriebssystem die unbestrittene Nummer Eins in der Office-Software. Man hat sich aber auch einen Namen bei der Hardware und mit Spielkonsolen gemacht. Spannend finde ich ebenso die jüngste Übernahme des Spracherkennungsspezialisten Nuance. Mit 20 Milliarden US-Dollar ist dies der zweitgrößte Zukauf nach dem Karriere-Netzwerk Linkedin. Nuance setzt man derzeit vor allem in der Medizintechnik ein. Microsoft hat auch den Werbespezialisten Xandr von AT&T gekauft und will damit im Online-Werbemarkt Google und Facebook Geschäft wegnehmen. Der aktuell wertvollste börsenotierte Unternehmen der Welt hat vor allem überall die Marktmacht, um Preiserhöhungen bei steigenden Inflationsraten durchzusetzen. Weitere Wertpapiere für die 20er-Jahre in den folgenden Episoden der Börsenminute.


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#Vermögens-Mix #Geldanlage #Investieren #Langristportfolio #Markmacht #Marktführer #Microsoft #Bill_Gates #Xandr #Nuance #Linkedin #Cloud #Teams #Video-Konferenz #Aktien #Portfolio
4 Minuten
Herzlichen Glückwunsch! Du hast Dir das wertvollste Weihnachtsgeschenk selbst gemacht, indem Du dem Börsenminute-Adventkalender bis hierher gefolgt bist. Jetzt hast Du die Zutaten für eine durchdachte Veranlagung und kannst in Finanzprodukte investieren, die Du verstehst. Da man normalerweise bei der Geldanlage nicht reich beginnt, muss Du Deinem Vermögen für den Aufbau vor allem eines lassen: Zeit. Starte ruhig auch mit kleineren Beträgen mit Deinem Kerninvestment, erhöhe es Monat für Monat mit Ansparplänen. Wenn das Fundament Deiner Geldanlage dann groß genug ist, kannst Du in spezifischere Investments mit höherem Ertragschancen, aber auch höherem Risiko investieren. Dein Wertpapiermix für den langfristigen Vermögensaufbau könnte folgendermaßen aussehen: Das Kerninvestment besteht aus Fonds oder ETFs, die zu einem Drittel in Weltaktien, zu einem Drittel in Europa und zu einem Drittel in Emerging Markets investieren. Dafür kann man zum Beispiel Anteile an ETFS erwerben, die erstens auf den MSCI World, der in den USA übergewichtet setzen, zweitens auf den EuroStoxx 600 und drittens auf den MSCI Emerging Markets, der stark in China gewichtet ist.


Rund um das Kerninvestment herum kannst Du dann noch in sogenannte kleinere Satelliteninvestment investieren. Das können je nach Geschmack und Risikobereitschaft Themen-ETFs, gemanagte Fonds oder auch Einzelaktien sein. Damit kann man spezielle geographische Märkte, Sektoren oder Megatrends wie Digitalisierung, Automatisation oder Umwelttechnologie abdecken. Ein Satelliteninvestment könnte ebenso ein dividendenstarkes Unternehmen mit Marktmacht sein wie Nestlé, Glaxosmithkline, Procter & Gamble oder Roche oder auch ein Fonds oder ETF, der in mehrere dividendenstarke Titel investiert. Oder man setzt auf bekannte Wachstumsaktien aus dem Technologiesektor. Auch kann man sein gesamtes Portfolio nach ethischen und sozialen Kriterien bestücken. So gibt es beispielsweise den MSCI World Index auch als nachhaltige Variante, den MSCI World ESG Index. Der ist sogar in den letzten fünf Jahren stärker gestiegen. Wählt man einen ETF auf den MSCI World ESG, so investiert man in jene rund 400 der 1600 Aktien, die das weltgrößte Indexhaus MSCI für die nachhaltigeren Unternehmen hält. Da sind auch eine Coca Cola oder eine Apple-Aktie dabei. Mehr zu nachhaltigem investieren mit ETFs erfährst Du kommenden Sonntag in der aktuellen Podcastfolge der GELDMEISTERIN, zu hören über Podcast-Apps, Spotify und YouTube. Wenn Du ernsthaft nach ESG-Kriterien investieren möchtest, muss Du Dir jedenfalls noch mehr Zeit für den Vergleich der Finanzprodukte nehmen. Denn der Begriff nachhaltig ist dehnbar, für ESG gibt es keine allgemeingültige Definition. 


Wir wünschen allen frohe Weihnachten! Vielen Dank für das Öffnen der 24 Fenster des Börsenminute-Adventkalenders, die weiterhin beim Podcast Börsenminute, zu hören auf Podcast-Apps, YouTube und auf www.geldmeisterin.com zum nachhören geöffnet sind. Für Finanzfragen steh ich Euch selbstverständlich weiterhin zur Verfügung. Es hat viel Spaß gemacht! Einen langfristigen Anlageerfolg wünschen Julia Kistner und mein Kooperationspartner für den Adventkalender, die DADAT-Bank.


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernehmen die Autorin, Julia Kistner und die DADAT Bank keine Haftung.


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#Vermögens-Mix #Geldanlage #Investieren #ETF #Fonds #Aktien #Portfolio





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Grundsätzlich werden Erträge aus der Geldanlage mit der Kapitalertragsteuer, kurz KESt endbesteuert. Der Broker oder die Bank führen für Dich die Steuer automatisch ab, Du musst Dich als Anleger nicht weiter darum kümmern. Es sei denn, die Bank oder der Broker haben in Österreich keine steuerliche Vertretung, was die Neobroker nicht haben. Dann muss man selbst mit dem Fiskus abrechnen. Die Neobroker unterstützen Dich bei der  Steuerberechnung mit Daten.


Während Erträge auf dem Sparbuch mit 25 Prozent besteuert werden fällt bei allen anderen Kapitalerträgen der erhöhte Steuersatz von 27,5 Prozent an und das unabhängig davon, wie lange man ein Wertpapier hält. Das betrifft Kupon- und Zinszahlungen von Anleihen und anderen Schuldverschreibungen ebenso wie Dividendenzahlungen, Kursgewinne beim Verkauf von Wertpapieren und Einkünfte aus Derivaten. Besteuert werden auch die Erträge aus Investmentfonds, das sind Ausschüttungen oder ausschüttungsgleiche Erträge. Wurden bei ausländischen Papieren im Ausland schon Steuern auf Dividenden bezahlt, werden davon maximal 15 Prozent in Österreich angerechnet. Der heimische Fiskus schlägt dann nochmals die Differenz zwischen 27,5 und 15 Prozent drauf. Die ausländische, zu viel bezahlte KESt kann man bei den Finanzämtern im Ausland kompliziert zurückfordern, was de facto kaum ein Privatanleger macht.


Ein kleines Trostpflaster ist, dass man Kapitalerträge mit Wertpapierverlusten, die man im selben Jahr gemacht hat aufrechnen kann. Daher sollte man gerade zu Jahresende noch einmal sein Depot durchforsten, ob es vielleicht Depotleichen gibt, die man ohnedies loswerden wollte. Man kann aber auch Aktien oder ETFs, an die man weiterhin glaubt, mit Verlust verkaufen und zum selben Betrag wieder kaufen und so mit den realisierten Verlusten in diesem Jahr die zu besteuernden Erträge schmälern. Bei gemanagten Fonds sollte man hier erst prüfen, ob sich das rechnet, da in der Regel beim Kauf ein Ausgabeaufschlag fällig wird. Bei der Bank oder dem Broker erhält man dann wiederum automatisch eine Steuergutschrift über die realisierten Verluste. Vorausgesetzt man macht die Verluste und Gewinne auf demselben Depot. Hat man mehrere Depots und macht auf dem einen Gewinne und auf dem anderen Verluste oder hat die Depotbank keinen steuerlichen Vertreter oder führt man ein Gemeinschaftsdepot, dann muss man den Gewinn- und Verlustausgleich über die Einkommensteuererklärung wieder selbst in die Wege leiten. Apropos Weg: Wir nähern uns Weihnachten und damit dem Ende des Börsenminute-Adventkalenders. Im letzten Fenster 24 geht es zusammenfassend nochmals um den richtigen Anlagemix für Deinen Vermögensaufbau.


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernehmen die Autorin, Julia Kistner und die DADAT Bank keine Haftung.


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Wenn Du langfristig vorsorgst, kommt es natürlich in erster Linie auf die richtige Auswahl der Wertpapiere an. Die richtige Order-Art und den richtigen Handelsplatz zu wählen, ist dann schon Feintuning, kann aber in Zeiten, wo die Börsen in Bewegung sind oder umgekehrt an manchen Börsen nichts los ist wie zwischen Weihnachten und Neujahr doch auch relevant sein. Günstig handelt man dort, wo genug Angebot und Nachfrage vorhanden ist. Oft sind es die Heimatbörsen, die am liquidesten sind. Die Broker zeigen in ihrer Handelsmaske neben dem Wertpapier meist mit „Bit“ und „Ask“ an, wieviel davon gerade angeboten und nachgefragt wird. Andererseits werben die elektronischen Handelsplätze wie Xetra und Tradegate mit geringen Kosten, da hier alles vollautomatisch abläuft, es also keine „Zwischenhändler” gibt, die die Order ausführen. Damit fallen Maklergebühren weg. Xetra handelt allerdings nur von acht bis 17:30 Uhr, Tradegate oder die Börse Frankfurt hingegen bis 22 Uhr, also bis auch die New York Stock Exchange schließt, die wegen der Zeitverschiebung erst um 15:30 Uhr öffnet. Daneben kann man auch außerbörslich über Händler wie die Baader Bank und Lang & Schwarz Wertpapiere kaufen und verkaufen. Hier kann man auch nahezu Echtzeitkurse stellen, die an den Börsenrandzeiten oder auch bei illiquiden Werten aber nicht unbedingt günstiger sind. An den genannten außerbörslichen Plätzen gibt es auch eine besonders interessante Ordermöglichkeit. Man kann nämlich ein Trailing-Stop-Loss-Order aufgeben. Mit einem Stopp-Loss-Order begrenzt man Verluste, indem ein Wertpapier automatisch zum nächstmöglichen Preis verkauft wird, wenn sein Kurs den Stop-Preis erreicht oder unterschreitet. Bei einem Trailing-Stop-Loss wird dieser Stop-Preis, der den Verkauf auslöst bei steigenden Kursen automatisch im selben Verhältnis auch mit erhöht. Wenn es so heiß an den Börsen hergeht wie jetzt, sind Limit-Order hilfreich. Hier kann man einen maximalen Kauf- oder minimalen Verkaufspreis festlegen. Übrigens, man muss nicht an der Börse verkaufen, an der man auch gekauft hat. Es kann auch eine andere sein, die im selben Land beheimatet ist. Wie Wertpapiergeschäfte steuerlich behandelt werden, dazu mehr in Fenster 23 des Börsenminute-Adventskalender.


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernehmen die Autorin, Julia Kistner und die DADAT Bank keine Haftung.


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Jetzt geht´s los! Ich habe das Wertpapierdepot und die Zugangsdaten. Ich habe meinen konkreten Investmentplan im Kopf und die nötige Disziplin, davon nicht allzu sehr abzuweichen. Und ich habe mir mit dem Börsenminute-Adventkalender das wesentliche Wertpapier-Know How angeeignet. Wenn nicht, kannst Du natürlich alle Folgen nachhören. Macht es Sinn noch dieses Jahr zu investieren? Anlegen macht immer Sinn und für den Langfristanleger ist das Timing nicht so entscheidend. Man sollte ohnedies erst mit einem Teilbetrag seines Investments anfangen und dabei auf die Mindestspesen seines Brokers achten, damit diese in einem gesunden Verhältnis zur Anlagesumme bleiben.  Zuerst suche  ich die passenden Wertpapiere zu meiner Anlagestrategie, entweder direkt auf den Seiten der Online-Broker und Banken oder über Finanzinformations-Plattformen wie finanzen.net oder onvista.de.  Fonds aller Art und Herkunft findet man auf morningstar.de. Speziell für ETFs nutze ich gerne die Plattform justetf.com. Eine Übersicht über österreichische Fondsgesellschaften erhält man auch auf voeig.at. Auf dem Kundenportal der Kontrollbank my.oekb.at sind Steuerdaten aller Fonds aufgelistet, die in Österreich zum Vertrieb zugelassen sind. Man sieht, ob die Produkte steuerlich keine Probleme machen, wovon man bei den gängigen Fonds, insbesondere wenn sie die EU-Zulassung UCITS haben ausgehen kann.


Um eine Order, sprich Wertpapierkauf- oder Verkauf aufgeben zu können, muss man die Wertpapierkennnummer WKN oder auch die internationale Zuordnung des Wertpapiers, genannt ISIN auf den genannten Webseiten suchen. Neben der ISIN muss man bei der Order auch die Stückzahl der Wertpapiere eingeben. Das heißt man teilt den Betrag, den man veranlagen möchte einfach durch den aktuellen Kurs des Wertpapiers. Anschließend kann man den Handelsplatz wählen. Hier sollte man grundsätzlich Börsen wählen, an denen viel gehandelt wird. Das können bei ausländischen Börsen auch deren Heimatbörsen im Ausland sein. Auswählen kann man auch noch die Order-Art, wo man zwischen Limit – man kauft nur bis zu einem bestimmten Preis – oder Market-Order unterscheidet, wo man den erstbesten Preis akzeptiert. Und abschließend bestimmt man, wie lange der Wertpapierauftrag gültig sein soll. Ein Auftrag kann bei den meisten Brokern zwischen einem Tag bis längstens bis Ende des nächsten Monats gültig sein.


Order-Arten und Handelsplätze kann man bei den Neobrokern, wo man ausschließlich über das Handy handelt aus Kostengründen und der Einfachheit halber nicht auswählen. Für den, der wählen kann bietet das Fenster 22 des Börsenminute-Adventskalender einige nützliche Tipp, worin sich die Handelsplätze und Order-Varianten unterscheiden.


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernehmen die Autorin, Julia Kistner und die DADAT Bank keine Haftung.


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